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Veröffentlicht am 08.07.2026

Aussteiger

Home Story
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Seit ihrem sensationellen literarischen Debüt zählt Cleo Konrad zu meinen Lieblings-Autorinnen. Denn sie verarbeitet zeitgenössische Probleme in ihren fesselnden Psychothrillern, die nicht nur für Gänsehaut-Feeling ...

Seit ihrem sensationellen literarischen Debüt zählt Cleo Konrad zu meinen Lieblings-Autorinnen. Denn sie verarbeitet zeitgenössische Probleme in ihren fesselnden Psychothrillern, die nicht nur für Gänsehaut-Feeling sorgen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Deshalb war ich sehr gespannt auf ihren neuen Roman "Home Story." Kann er den hohen Erwartungen standhalten? Wird sie sich selbst übertreffen können?

Kommen wir zur äußeren Aufmachung. Die Farbschnitt-Ausgabe ist ein Hingucker in jeder Buchhandlung. Die Farben sind sehr plakativ, Pink und Gelb fallen direkt ins Auge. Das Cover zeigt ein altes Fachwerkhaus, rundum mit einem dichten Zaun vor neugierigen Blicken geschützt. H? Für mein Empfinden strahlt das Cover eine düstere Stimmung aus, die für böse Vorahnungen sorgt. Wollen die Bewohner
innen unter sich bleiben? Haben sie etwas zu verbergen? Der Titel spielt geschickt mit den Erwartungen, er weist nicht auf eine wohlwollende Foto-Reportage, sondern auf eine bitterböse Enthüllungs-Story hin, welche die Aussteigerinnen vom Steingruber-Hof in einem möglichst schlechten Licht erscheinen lassen will.

Das Geschehen spielt in der aktuellen Gegenwart, es wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Es sind sehr viele Personen, die in aller epischen Breite vorgestellt werden. Darunter auch Toni, ein 10jähriges Mädchen, dessen phantasievolle kindliche Wahrnehmung für zusätzliche Irritationen sorgt. Für meinen persönlichen Geschmack wäre hier weniger mehr gewesen. Mir ist es etwas schwer gefallen, mich auf diesen zähen Einstieg in die Lektüre einzulassen. Ich hatte das Gefühl, einzelne Puzzle-Stücke in seinen Händen zu halten, die nach und nach zusammengesetzt werden müssen,, um ein komplexes Bild vor Augen zu haben.

Nach dem schwierigen Start nimmt die Lektüre Fahrt auf. Cleo Konrad setzt nicht auf blutige Action, sondern auf psychologische Spannung. Der abgelegene Steingruber-Hof ist eine Welt für sich, mit misstrauischen Bewohner
innen, die sich nicht in die Karten gucken lassen. Alle handelnden Personen sind vielschichtig angelegt, man kann sie nicht gleich einordnen, sondern muss ihre Worte und Taten kritisch hinterfragen. Die konkreten Hintergründe erschließen sich nicht sofort.Man ahnt gewisse Zusammenhänge, Gewissheit erhält man ganz zum Schluss.

Mir fällt es etwas schwer, eine faire Beurteilung abzugeben. Verglichen mit den Bestsellern "Tödlicher Podcast" und "Deep Fake", ist das neue Buch etwas schwächer geraten. Dennoch hat es mir gut gefallen, auf seine besondere Art. Wer ruhige, atmosphärische Psychothriller mit komplexen Figuren und unerwarteten Wendungen liebt, sollte es sich nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Spuren in der Vergangenheit

Der Geschmack von Sommer und Karamell
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Moin!

In ihrem Roman "Der Geschmack von Sommer und Karamell" lädt die deutsche Bestseller-Autorin Anne Barns ihre Leser*innen auf eine weitere Reise auf die nordfriesische Insel Amrum ein.-

Wenn man ...

Moin!

In ihrem Roman "Der Geschmack von Sommer und Karamell" lädt die deutsche Bestseller-Autorin Anne Barns ihre Leser*innen auf eine weitere Reise auf die nordfriesische Insel Amrum ein.-

Wenn man so will, hält Anne Barns sich an ein erfolgreiches Muster. Die Handlung erstreckt sich auf mehrere zeitlichen Ebenen, sie ist einerseits in der Vergangenheit (Ende der 1950er bis in die Mitte der 1960er Jahre) und in der aktuellen Gegenwart. Im Fokus stehen mehrere Generationen einer Familie. Hierbei handelt es sich um die freiberufliche Illustratorin Ella und ihre 77-jährige Oma Henny, die von Omas Haus in Kassel aus eine weite Reise an die Nordsee antreten, auf den Spuren von Hennys Erinnerungen an unvergessliche Aufenthalte in einem vorbildlichen Kinder-Kurheimen, die in eine (später an einem Missverständnis zerbrochene) Freundschaft mit der gleichaltrigen Insulanerin Tinne mündeten.

Beeinflusst von dem Kinderbuch "Nesthäkchen im Kinderheim" von Else Ury verbindet Henny ausschließlich positive Assoziationen mit Amrum, im Gegensatz zu den traumatischen Erlebnissen von Kindern und Jugendlichen in anderen Kur-Einrichtungen, die von der aktuellen wissenschaftlichen Forschung aufgearbeitet werden. Sie erlebt pures Glück auf Amrum, entdeckt die Schönheit der kleinen Insel, lernt den inseltypischen Dialekt und knüpft persönliche Kontakte zu vielen liebenswerten Menschen, die für ihren weiteren Lebensweg von entscheidender Bedeutung sein werden.

Die gemeinsame Reise von Oma und Enkelin lässt längst vergangene Begebenheiten wieder lebendig werden. Bei der Lektüre ist das Kopfkino gleich angesprungen. Dank der atmosphärisch dichten Schilderungen hat man alle Schauplätze klar und deutlich vor Augen. Wenn man so will, genießt man eine kleine literarische Auszeit am Meer, die durchzogen ist von dem köstlichen Duft selbst hergestellter Spezialitäten. Es ist ein schönes Lese-Erlebnis, das man mit allen Sinnen genießen kann.

Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit literarischen Figuren, die mir in den bereits erschienenen Romanen ans Herz gewachsen sind. Nun kreuzen sich ihre Wege mit den neuen Protagonistinnen, mit weit reichenden Folgen für ihre Zukunft auf Amrum. Wer sich an die Nordsee träumen und das besondere Flair von Amrum genießen möchte, sollte sich diesen klassischen Wohlfühl-Roman nicht entgehen lassen-

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Schwestern

The Sea Sisters
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Als erklärter Fan der britischen Schriftstellerin Lucy Clarke lasse ich kein neues literarisches Werk aus ihrer Feder entgehen. Ausgehend vom Erscheinungstermin, zählt der Roman "The Sea Sisters" zu ihren ...

Als erklärter Fan der britischen Schriftstellerin Lucy Clarke lasse ich kein neues literarisches Werk aus ihrer Feder entgehen. Ausgehend vom Erscheinungstermin, zählt der Roman "The Sea Sisters" zu ihren ersten Veröffentlichungen. Denn er bildet ihr literarisches Debüt, ist 2012 unter dem Titel "Die Landkarte der Liebe" in Deutschland erschienen und nunmehr neu aufgelegt worden.

Das in warmen Tönen gehaltene Cover lässt von einem unbeschwerten Urlaub am Strand träumen. Der im englischen Original belassene Titel rekurriert auf die innige Verbindung von zwei Schwestern, die ihre Kindheit und Jugend an der Küste von Cornwall verbracht haben.

Wenn es um das Setting geht, wählt Lucy Clarke sehr schöne Orte, die sie mit Hilfe von atmosphärisch dichten Schilderungen lebendig werden lässt. Ihr Roman "The Sea Sisters" bildet in diesem Punkt keine Ausnahme. Einerseits spielt er in Großbritannien, genauer gesagt: in der Metropole London, in die die zwei Schwestern nach dem Tod ihrer Mutter von einem kleinen Dorf in Cornwall aus gezogen sind, andererseits führt er im Rahmen einer Weltreise von den USA über Australien bis nach Bali. Zeitlich gesehen, spielt er auf zwei verschiedenen Ebenen. Durchbrochen von kurzen Rückblenden aus der Kindheit und Jugend von Katie und Mia, spielen alle Passagen, die aus der Sicht von Katie geschildert werden, spielen in der Gegenwart, alle Passagen, die aus der Perspektive von Mia geschrieben sind, in der Vergangenheit.

Lucy Clarke thematisiert die schwierige Beziehung von zwei Schwestern, die einander ähnlich und fremd sind. Auch wenn Katie und Mia zwei völlig konträr angelegte Charaktere sind, stehen sie einander nahe und sind untrennbar miteinander verbunden. Der rätselhafte (Frei-?) Tod von Mia auf Bali bedeutet eine klare Zäsur im Leben von Katie, die das schreckliche Geschehen nicht fassen kann. Sie verliert sich in Erinnerungen, fühlt sich schuldig, verlangt nach Antworten und entschließt sich, dem Beispiel von Mia zu folgen und als Backpackerin auf Spurensuche zu gehen. Es ist eine Reise ins Ungewisse, auf der Basis eines hinterlassenen Tagebuchs von Mia, das wichtige Stationen in ihrem Leben nachzeichnet. Nach und nach kommen Geheimnisse ans Licht, welche das Verhältnis (und Vertrauen) der zwei Schwestern zueinander erschüttert haben.

Für mich war diese Lektüre eine intensive Begegnung mit Lucy Clarke. Ihr Roman "The Sea Sisters" ist eine tiefgründige Geschichte, voller schöner und trauriger Momente, die mich sehr berührt hat. Wer einen klassischen Psychothriller sucht, wird enttäuscht sein. Wer sich auf eine emotional anrührende Geschichte einlässt, wird von dieser Lektüre begeistert sein.

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Beth

Beth is dead
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Als ich den YA-Thriller "Beth is dead" von Katie Berner in einer Buchhandlung entdeckt habe, war ich hin- und hergerissen. Denn es basiert lose auf einem Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Wer ...

Als ich den YA-Thriller "Beth is dead" von Katie Berner in einer Buchhandlung entdeckt habe, war ich hin- und hergerissen. Denn es basiert lose auf einem Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. Wer erinnert sich nicht an den 1868 veröffentlichten Roman "Little Women" von Louisa M. Alcott? Oder hat zumindest das 2019 erschienene Historiendrama "Little Women" mit Saoirse Ronan, Emma Watson und Meryl Streep gesehen?

Trotz aller Bedenken habe ich das Buch gekauft, trotz seines bonbonrosafarbenen Covers - und bin nicht enttäuscht worden. Im Gegenteil: Katie Bernet ist eine moderne, originelle Interpretation gelungen, die mich überzeugt hat. Die March-Schwestern stehen im Mittelpunkt des Geschehens, sie leben im Hier und Jetzt und alle (!) haben etwas zu verheimlichen, was sie automatisch zu Verdächtigen in dem Mord an Beth werden lässt. Genauso wie die zahlreichen (neuen) Nebenfiguren, die genauso viel Dreck am Stecken haben. Dank der unerwarteten Wendungen kann man lange miträtseln, wer das Verbrechen tatsächlich begangen hat. Die Auflösung sorgt für zusätzliche Überraschung. Denn das zugrundeliegende Motiv hatte ich ganz und gar nicht vorausgesehen. Safe!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Backen im Sommer

Sunny Baking Time
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Hin und wieder bin ich auf Instagram unterwegs - und mehr oder weniger zufällig habe ich den Account von Theresa Haubs (@bookslove128) entdeckt, die nicht nur ihre persönlichen Lese-Empfehlungen, sondern ...

Hin und wieder bin ich auf Instagram unterwegs - und mehr oder weniger zufällig habe ich den Account von Theresa Haubs (@bookslove128) entdeckt, die nicht nur ihre persönlichen Lese-Empfehlungen, sondern auch leckere Rezepte mit ihren Follower*innen teilt. Ihr zweites Buch "Sunny Baking Time. Freshe Rezepte für deinen Sommer" hat mich gleich angefixt. Die locker-leichte, moderne Sprache spricht mich an, und die sommerlichen Back-Ideen sind alltagstauglich und einfach nachzumachen. Alle einzelnen Schritte werden verständlich erklärt, und dank der ästhetischen Aufnahmen weiß man, wie das ausgewählte Rezept hinterher aussieht. Man bekommt richtig Lust, selbst loszulegen und etwas Selbstgemachtes für die nächste Party auf dem Balkon oder für das nächste Picknick im Grünen zu zaubern. Kuchen, Muffins und Desserts im Glas - was man seinen Gästen gerade auftischen möchte. Super!

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