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Veröffentlicht am 23.01.2026

Leise Geschichten zwischen Bücherregalen

Frau Komachi empfiehlt ein Buch
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Das Buch habe ich als Geschenk erhalten. Cover und Klappentext sprachen mich sofort an, weshalb ich mich sehr auf das Lesen gefreut habe. Von der Autorin Michiko Aoyama kannte ich zuvor noch nichts, hatte ...

Das Buch habe ich als Geschenk erhalten. Cover und Klappentext sprachen mich sofort an, weshalb ich mich sehr auf das Lesen gefreut habe. Von der Autorin Michiko Aoyama kannte ich zuvor noch nichts, hatte aber bereits einiges Positives über dieses Buch gehört, was meine Erwartungen steigen ließ. Letztendlich blieb der Eindruck für mich jedoch eher verhalten – es war nett, aber mehr auch nicht.
„Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ besteht aus fünf miteinander verbundenen Kurzgeschichten. Alle spielen rund um dieselbe Bibliothek, in der Frau Komachi arbeitet und die in jeder Geschichte eine zentrale Rolle einnimmt. Pro Kapitel steht jeweils eine andere Hauptfigur im Fokus, wobei es kleinere Überschneidungen und Wiederbegegnungen zwischen den Figuren gibt. Diese Crossover sorgen für ein stimmiges Gesamtbild und verleihen dem Buch eine gewisse Zusammengehörigkeit.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, ruhig und leicht zugänglich. Die Geschichten lesen sich flüssig und sind unaufgeregt erzählt. Allerdings konnte mich nicht jede Erzählung gleichermaßen erreichen. Teilweise fehlte mir der persönliche Bezug zu den Figuren, sodass es mir schwerfiel, wirklich mit ihnen mitzufühlen. In diesen Momenten merkte ich, wie mein Interesse nachließ und ich mich zwischendurch langweilte. Auch inhaltlich bot mir das Buch keinen nachhaltigen Mehrwert oder neue Denkanstöße.
Insgesamt ist es ein ruhiges, sanftes Buch, das sicher seine Zielgruppe hat. Besonders Leser:innen, die gerne Slice-of-Life-Geschichten mögen, in denen es um kleine Lebensmomente, zwischenmenschliche Begegnungen und leise Entwicklungen geht, könnten die Geschichten ansprechen. Für mich persönlich blieb es jedoch lediglich ein nettes, aber eher unspektakuläres Leseerlebnis.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2026

Eine Reise in Snows Vergangenheit

Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
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Als Teenager habe ich die „Tribute von Panem“-Trilogie geliebt. Umso größer war meine Freude über das Erscheinen dieses Prequels – vor allem darüber, endlich mehr über Präsident Snow zu erfahren. Denn ...

Als Teenager habe ich die „Tribute von Panem“-Trilogie geliebt. Umso größer war meine Freude über das Erscheinen dieses Prequels – vor allem darüber, endlich mehr über Präsident Snow zu erfahren. Denn wie ist er eigentlich zu dem Menschen geworden, der er später ist?
Ehrlicherweise habe ich zunächst die Verfilmung gesehen. Da dort für mich einige Fragen offenblieben, wollte ich unbedingt auch noch dieses Buch lesen.
Der Roman ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Abschnitt lernen wir Coriolanus Snow als jungen Menschen kennen und begleiten ihn bei den Vorbereitungen auf seine neue Rolle als Mentor bei den Hungerspielen. Der zweite Teil widmet sich den eigentlichen Spielen, während der dritte die Zeit danach behandelt. Besonders spannend fand ich dabei den Einblick in Snows Gedanken- und Gefühlswelt: Wie tickt er als Mensch? Schnell wird deutlich, dass er schon früh sehr spezielle Eigenheiten entwickelte, sodass es kaum überrascht, warum er später als Präsident so handelt, wie man ihn kennt.
Lucy Gray, ebenfalls Hauptfigur und Snows Tribut, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ihre quirlige, farbenfrohe Art bildet einen gelungenen Kontrast zur tristen, grauen Welt des damaligen Panem.
Obwohl mir das Universum bereits vertraut war, habe ich dennoch einige Kapitel gebraucht, um richtig in die Geschichte hineinzufinden. Leider zogen sich sowohl der erste als auch der zweite Teil stellenweise etwas in die Länge. Das empfand ich als schade, da gerade das Konzept der Hungerspiele eigentlich immer sehr spannend ist. Snows stetige, teils ausschweifende Gedankengänge gingen mir dabei gelegentlich auf die Nerven. Der dritte Teil hingegen hat mich dann vollkommen gepackt und genau dieser Abschnitt war es auch, der mir im Film die meisten Fragen aufgeworfen hatte. Viele davon konnten im Buch zumindest teilweise besser nachvollzogen und eingeordnet werden. Dennoch bleibt das Ende in gewisser Weise offen, was für manche Lesende unbefriedigend sein könnte.
Insgesamt empfehle ich das Buch allen, die bereits die ursprüngliche Trilogie kennen. Das Vorwissen über die Distrikte, das Kapitol und das Konzept der Hungerspiele erleichtert den Einstieg erheblich. Außerdem lohnt es sich auch dann, wenn man den Film bereits gesehen hat, da die Handlung und insbesondere Snows Verhalten im Buch deutlich verständlicher und tiefgründiger dargestellt werden.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Gefangen zwischen Stärke und Kontrolle

God of Ruin – Verdammte Liebe
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* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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The Royal Elites vs. The King’s U‘s – wieder einmal ...

* Ich verfasse die Rezension auf Grundlage der englischsprachigen Originalausgabe. Dabei bewerte ich alles unter Ausnahme der deutschen Übersetzung.
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The Royal Elites vs. The King’s U‘s – wieder einmal findet ein Paar aus zwei verfeindeten Welten zueinander. Über Mia wusste man aus den vorherigen Bänden bisher noch nicht allzu viel. Landon hingegen war kein Unbekannter, dennoch war ich gespannt darauf, ihn nun auch aus seiner eigenen Gedanken- und Gefühlswelt kennenzulernen.
Der Einstieg in die Geschichte gelang mir – wie bei Rina Kent gewohnt – sehr zügig. Dabei ist es natürlich von Vorteil, dass viele der Charaktere bereits bekannt sind.
Das grundlegende Handlungsgerüst ähnelt dem der vorherigen Bände der „Legacy of Gods“-Reihe: Zwei Personen aus unterschiedlichen Lagern finden zueinander, es kommt zu einem einschneidenden Ereignis, eine Reise in die Heimat zu den Eltern folgt, der „significant other“ taucht ebenfalls dort auf – und am Ende gibt es ein Happy End. Das war für mich jedoch völlig in Ordnung, denn so weiß man beim Lesen, was einen erwartet.
Mia ist seit einem traumatischen Erlebnis stumm. Trotz dieses Schicksals ist sie stark und selbstbewusst. Ihr Style ist ausgefallen, aber sehr cool. Landon hingegen ist extrem von sich selbst überzeugt, brutal und skrupellos. Er hat Mia zu seiner Beute auserkoren und seitdem ist sie vor ihm nicht mehr sicher… Ehrlicherweise hat mich dieses Paar bislang am wenigsten gecatcht. Trotzdem mochte ich ihre Dynamik und fand es schön zu beobachten, wie Mia im Laufe der Geschichte offener wird und Lan nach und nach seine gefühlvollere Seite zeigt. Zusammen ergeben sie letztlich eine stimmige Kombination.
Die Idee, Mia aufgrund eines Traumas stumm sein zu lassen, fand ich sehr spannend. Die Auflösung dieses Aspekts wirkte für mich am Ende allerdings etwas zu unspektakulär und so, als müsse dies noch schnell geklärt werden, bevor das Buch endet. Zwar war alles in sich schlüssig, entsprach aber nicht ganz meinen Erwartungen und ich hätte mir mehr Platz dafür in der Geschichte gewünscht.
Insgesamt hat mich „God of Ruin“ dennoch gut unterhalten, bleibt für mich jedoch der bislang schwächste Teil der Reihe. Fans der „Legacy of Gods“-Reihe sollten ihn trotzdem unbedingt lesen, wenn sie noch tiefer in die Welt der REU und KUC eintauchen möchten.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Mehr Nachthemden als Charakterentwicklung

The Wrong Bride
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Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und auch die Grundidee klang vielversprechend, doch leider hat mich der Inhalt ziemlich enttäuscht.
Der Einstieg war noch halbwegs nachvollziehbar und durchaus ...

Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und auch die Grundidee klang vielversprechend, doch leider hat mich der Inhalt ziemlich enttäuscht.
Der Einstieg war noch halbwegs nachvollziehbar und durchaus interessant, in den Schreibstil fand ich schnell hinein. Doch schon bald entwickelte sich die Handlung zu einem einzigen Fiebertraum: es war wie ein Unfall, von dem man den Blick nicht abwenden kann, obwohl man eigentlich möchte.
Die Protagonisten Ares, Raven und ihre Schwester Hannah waren mir allesamt unsympathisch und ihre Geschichte wirkte auf mich schlichtweg absurd. Ares ist fünf Jahre lang mit Hannah zusammen, liebt sie und es wird eine gemeinsame Hochzeit geplant – nur um dann doch - wie von der Großmutter bestimmt -, Raven zu heiraten, weil Hannah kurzfristig abspringt. Plötzlich ist diese wie ausradiert, Ares hat ausschließlich Augen für Raven, während Hannah ihre Entscheidung bereut. Dass Ares Hannah angeblich geliebt hat, spielt auf einmal für ihn keinerlei Rolle mehr. Gleichzeitig leidet Raven permanent unter der Angst, im Schatten ihrer Schwester zu stehen und glaubt Ares nicht, wenn er ihr seine Gefühle beteuert (verständlicherweise).
Raven wird eigentlich als selbstbewusste, erfolgreiche und berühmte Frau beschrieben, die als Model und Modedesignerin arbeitet. In der Handlung verhält sie sich jedoch überwiegend unsicher und kindisch. Ares wiederum ist extrem besitzergreifend und krankhaft eifersüchtig – und das sogar schon vor der Hochzeit. Für mich war das vollkommen überzogen und wenig glaubwürdig.
Hinzu kommt, dass in nahezu jedem Kapitel mehrfach betont wird, wie wunderschön Raven ist und wie oft sie sexy Nachthemden trägt, die Ares um den Verstand bringen. Gleichzeitig erfährt man bis zum Ende nicht einmal, welche Haarfarbe sie hat. Das fand ich schade, denn die Figur hätte sicher mehr Tiefe verdient als eine ständige Reduktion auf ihr Äußeres. Auch der hohe Spice-Anteil war für meinen Geschmack deutlich zu viel und konnte letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es der Geschichte an echtem Plot mangelt.
Trotz allem hat mich das Buch irritierenderweise gefesselt, auch, wenn ich beim Lesen regelmäßig die Augen verdrehen musste. Die Handlung bleibt insgesamt sehr oberflächlich und repetitiv.
Empfehlen kann ich das Buch daher nur eingeschränkt. Irgendwo hat es mich zwar unterhalten, wirklich überzeugt jedoch nicht. Interessant fand ich allerdings die Familie rund um Ares. Sie ist vermutlich der einzige Grund, warum ich eventuell irgendwann doch noch zu Band 2 greifen könnte. Viele Stimmen behaupten zumindest, dass der zweite Teil deutlich besser sein soll als dieser Auftakt.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Verbotene Liebe auf dem Spielfeld

My Idea of No. 14
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Endlich habe ich mich an meine erste Football-Romance herangetraut und sie hat mir richtig gut gefallen!
Besonders überzeugt hat mich der tolle Schreibstil der Autorin, der einen sofort in die Geschichte ...

Endlich habe ich mich an meine erste Football-Romance herangetraut und sie hat mir richtig gut gefallen!
Besonders überzeugt hat mich der tolle Schreibstil der Autorin, der einen sofort in die Geschichte hineinzieht. Die wechselnden Perspektiven der Protagonisten Leah und Sam geben dabei einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Dadurch ließ sich das Buch für mich sehr flüssig und schnell lesen.
Beide Charaktere mochte ich wirklich gern. Sam ist trotz seiner besonderen Rolle im Team angenehm bodenständig und kein übertrieben selbstbewusster Anführer. Stattdessen kämpft er mit Selbstzweifeln und Ängsten, seinem Anspruch gerecht zu werden, was ich tatsächlich als sehr erfrischend empfand. Leah hingegen ist eine selbstbewusste Persönlichkeit, die hinter ihren Ideen steht. Gleichzeitig bringt sie jedoch deutlich erkennbare Daddy Issues mit.
Insgesamt mochte ich Leah ebenfalls sehr, allerdings gab es eine Situation im Buch, die für mich vollkommen „out of character“ wirkte. Das fand ich wirklich schade, da es mich letztlich von einer 5-Sterne-Bewertung abgehalten hat. Zudem beging sie in der Vergangenheit etwas „ganz Schlimmes“, das unbedingt geheim gehalten werden muss und die Beziehung zu ihrem Vater stark belastet. Dieses Verhalten empfand ich persönlich als übertrieben und es kam mir merkwürdig vor, dass diese Sache wie ein Damoklesschwert über der Handlung schwebte. Auch die komplizierte Vater-Tochter-Beziehung basiert letztlich auf einem großen Missverständnis, das meiner Meinung nach bereits vor Jahren hätte geklärt werden können, wenn man einfach offen darüber gesprochen hätte. Diese Punkte haben mich etwas gestört.
Trotzdem hat mir das Buch insgesamt ziemlich gut gefallen und ist eine gelungene Sportsromance. Ich empfehle es allen Fans von Football-Storys sowie Liebhabern des Tropes „Forbidden Love“.
Den zweiten Band um Sams Mannschaftskollegen Kayce werde ich mir nun natürlich auch holen.

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