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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2019

Schwächer als seine Vorgänger

Hardline - verfallen
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Die ersten beiden Teile der Reihe haben mir schon sehr gut gefallen. Der dritte bildet hier eine kleine Ausnahme – mit einem Stern Abzug. Das hat folgende Gründe:
Die Beziehung zwischen Erica und Blake ...

Die ersten beiden Teile der Reihe haben mir schon sehr gut gefallen. Der dritte bildet hier eine kleine Ausnahme – mit einem Stern Abzug. Das hat folgende Gründe:
Die Beziehung zwischen Erica und Blake entwickelt sich in eine Richtung die mir bei beiden nicht zusagt. Vor allem Blake zeigt Seiten die mir so überhaupt nicht an ihm gefallen und Erica lässt viele ihrer positiven, starken Charaktereigenschaften zurück. Diese Tatsache hat es mir manchmal schwer gemacht weiter zu lesen, weil mich einige Szenen tatsächlich irgendwann genervt haben. Jedoch hat auch dieses Buch richtig schöne und süße Momente zwischen den beiden, die mir gut gefallen haben. Die Spannung ist wie in den vorherigen Bänden durchweg da und man bekommt auch hier leichte, lockere Unterhaltung geboten. Die Sexszenen werden etwas rüder und hier fand ich Erica in manchen Momenten in ihren Handlungen ein wenig unglaubwürdig. Der Schreibstil der Autorin ist auch hier wie gewohnt fesselnd und man kommt gut durch die Seiten, erotische Szenen übernehmen nicht die Überhand und wechseln sich mit der eigentlichen Handlung in einem guten Verhältnis ab.
Insgesamt ein solider dritter Teil, der aber nicht ganz so viel Freude gemacht hat wie die Vorherigen. Auch greife ich mit etwas getrübter Begeisterung zum vierten Band der Reihe. Ich hoffe sehr, dass es sich hier wieder einpendelt. Hardline ist locker, leichte und prickelnde Unterhaltung. Zu mehr hat es dieser Band leider nicht bei mir gebracht.

Veröffentlicht am 27.08.2019

Luft nach oben

Schöner als überall
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Der Schritt vom Jungsein ins Erwachsenwerden ist einer der Schwierigsten. Doch wir müssen ihn alle gehen.
Kristin Höller lässt uns Martin auf diesem Weg begleiten. In einer Nacht und mit seinem besten ...

Der Schritt vom Jungsein ins Erwachsenwerden ist einer der Schwierigsten. Doch wir müssen ihn alle gehen.
Kristin Höller lässt uns Martin auf diesem Weg begleiten. In einer Nacht und mit seinem besten Freund Noah kehren sie von München zurück in ihre Heimat. Dort wird Martin von vielen Fragen und Eindrücken zu seiner Freundschaft mit Noah oder auch seiner alten Liebe Mugo überwältigt, die ihn vor wichtige Entscheidungen stellen. Martin als Hauptcharakter war angenehm, sehr sympathisch und bodenständig. Im Gegensatz zu Noah der in seiner Welt fern des Bodens schwebte und Mugo die doch recht eigensinnig war. Ich habe ein paar Seiten gebraucht um in die Geschichte einzutauchen. Die Autorin schreibt ohne erkennbare mündliche Rede und die Kapitel sind sehr lang und ohne Absätze. Dass hat es für mich manchmal unglaublich anstrengend gemacht der Geschichte zu 100 % zu folgen. Jedoch greift Kristin Höller viele Dinge auf die einem als Leser bekannt vorkommen. Denn wer kennt nicht das allwöchentliche Montagsgefühl oder wird wehmütig, wenn er in seine alte Heimat zurückkehrt. Das war ein sehr schöner Aspekt. Die Grundstimmung war insgesamt sehr ruhig, melancholisch und sehr nachdenklich gehalten, was jedoch zum Erzählten ganz gut gepasst hat. Die Gedanken von Martin waren auch immer sehr poetisch und ansprechend.
Leider wurde mir nie vollständig klar was den jetzt der rote Faden der Geschichte war, was war die eigentliche Haupthandlung, wo sollte es hingehen? Es wurden immer wieder Gespräche geführt, Szenen kreiert mit denen ich nichts recht anzufangen wusste und es kam irgendwie auch nie mehr. Das fand ich ein wenig schade. Denn das Thema hatte unglaublich Potential und wurde natürlich auch weitgehend gut umgesetzt, nur hat es für mich definitiv noch Luft nach oben gehabt und es hat auch ein wenig der Pfeffer gefehlt. Es war mir dann insgesamt doch ein wenig zu unaufgeregt.
Es geht um Freundschaft, Erwachsenwerden und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. „Der Trick ist keine Angst zu haben“, wie Mugo so schön sagt. Ein schöner Roman mit wunderbarem poetischem Einschlag, dennoch für mich leider manchmal etwas zu fad, zu ermüdend und die Thematik wäre in meinen Augen noch ausbaufähig gewesen.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Mittwoch also...

Mittwoch also
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Ein Cover das verrückt machen kann, wenn man zu lange darauf schaut und eine Story die überaus kontrovers daher kommt. Eine Mischung die nicht zusammenpasst? Ganz im Gegenteil.
Hedda/33 wird von einem ...

Ein Cover das verrückt machen kann, wenn man zu lange darauf schaut und eine Story die überaus kontrovers daher kommt. Eine Mischung die nicht zusammenpasst? Ganz im Gegenteil.
Hedda/33 wird von einem One Night Stand (ONS) ungewollt schwanger und möchte abtreiben. Der Arzt gibt ihr jedoch, wie es in Norwegen Gesetz ist, noch einmal drei Tage Bedenkzeit vor ihrer endgültigen Entscheidung. Und Hedda kommt wider Willen mit ihren Gedanken ins Schleudern. Ihr Lebensstil der sowieso schon aus den Fugen gerät – passt da ein Baby überhaupt hinein? Und das von Milo – ihrem Wohnwagenfahrenden, Kaninchenliebenden ONS aus Berlin? Oder doch von ihrem Ex-Freund? Und so nimmt die Geschichte Fahrt auf. Kurze knackige Kapitel und eine herrlich freche, bissige Protagonistin sorgen für ein rasantes Tempo. So kommt man rasch durch die Seiten und die politischen Themen die nebenher eingestreut werden, geben dem frechen Werk noch mal eine besondere Würze. Das Thema ist heutzutage sehr heikel – doch die Autorin schafft es auf ernste aber auch humorvolle Weise dieses umzusetzen und gleichzeitig ein feministisches Statement zu setzen. Die Geschichte kommt teilweise unglaublich komisch und skurril daher und bringt den Leser nicht nur einmal zum Schmunzeln. Wie sich Hedda durchschlägt und versucht die rechte Entscheidung für sich zu treffen macht unglaublich Spaß. Das Ende kommt für manchen vielleicht nicht unbedingt wie gedacht. Ich jedoch war nur sehr traurig darüber, dass ich die letzten Seiten dieses wunderbaren Büchleins erreicht hatte.
Ein hervorragender Unterhaltungsroman voller Witz und Brisanz. Das Thema Recht auf Abtreibung ist grandios aber auch sehr umsichtig umgesetzt. Ein Roman der Spaß macht und bildet. Eine großartige Mischung! Es braucht mehr davon!

Veröffentlicht am 21.08.2019

Ein technisch inspiriertes Schmuckstück

The Kingdom
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The Kingdom – vertritt das Motto „Happily ever after“, eine perfekte magische Welt. Jeden Tag treten strahlend lächelnde Prinzessinnen vor das große Tor und erfüllen den Besuchern jeden Wunsch. Auch Ana ...

The Kingdom – vertritt das Motto „Happily ever after“, eine perfekte magische Welt. Jeden Tag treten strahlend lächelnde Prinzessinnen vor das große Tor und erfüllen den Besuchern jeden Wunsch. Auch Ana ist eine von Ihnen. Und Ana merkt schnell, dass die perfekte Fassade langsam zu bröckeln beginnt. Und es kommt zum Jahrhundertprozess. Ana soll einen Sicherheitsbeamten kaltblütig ermordet haben. Doch ist eine von Menschenhand geschaffene Künstliche Intelligenz (KI) - eine Fantastin überhaupt zu etwas wie Mord oder gar Liebe fähig?
Das Werk von Jess Rothenberg fängt einen direkt ein. Der Wechsel zwischen Prozessprotokoll, Filmaufnahmen, Audiomitschriften und normalen Kapiteln aus Anas Sicht ziehen einen komplett in Bann. Die gut durchdachte Thematik der perfekt durch Technik inszenierten Welt und der Arroganz des Menschen komplett darüber zu verfügen macht das Buch für mich zu einem Schmuckstück. Wir begleiten Ana in ihrer Zeit vor und während des Jahrhundertprozesses. Ana ist eine KI, eine Fantastin – im Grunde genommen eine Maschine. Doch mit der Zeit merkt der Leser und merkt auch Ana – dass sie eigentlich mehr ist. Ihre Programmierung scheint aus den Fugen zu geraten als sie Owen trifft. Und nicht nur bei ihr. Alle Lebewesen scheinen einen Wandel zu durchlaufen. Und das passt den Investoren/Supervisoren gar nicht. Es geht eine Veränderung in The Kingdom vor und dem Leser wird mehrmals die Gier und Skrupellosigkeit des Menschen vor Augen geführt. Ana geht ihren Weg und die Geschichte wirft viele Fragen auf, die nicht unbedingt alle beantwortet werden. Sie schlägt Wendungen ein, die man nicht unbedingt erwartet. Ein Auf und Ab der Gefühle – zwischen Entsetzen, Rührung und Schaudern.
The Kingdom ist ein vielschichtiger, düsterer, märchenhafter Roman der mich tief beeindruckt hat. Eine Welt voller technisch erschaffener Lebewesen, in der dann doch Natur und Technik zu verschwimmen scheinen. Eine Geschichte über Gerechtigkeit, das Recht zu fühlen und das Recht ein eigenbestimmtes Leben zu führen. Egal ob Mensch, Hybrid oder KI. Und eine Geschichte, die tiefe moralische und ethische Fragen aufwirft – denn wir haben unsere Zukunft selbst in der Hand. Wir gestalten sie. Die Geschichte ist ein Anstoß sie fair und gerecht zu gestalten. Für alle.

Veröffentlicht am 19.08.2019

Die Welt aus einer anderen Perspektive

Die Welt in allen Farben
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Die Aufmachung des Buches hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Jedes Kapitel hat seine eigene Form, seinen eigenen Körper oder sein eigenes Objekt, was in direkter Verbindung mit seinem Inhalt seht. ...

Die Aufmachung des Buches hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Jedes Kapitel hat seine eigene Form, seinen eigenen Körper oder sein eigenes Objekt, was in direkter Verbindung mit seinem Inhalt seht. Das hat mich sehr gut gefallen. Auch gewisse Textpassagen waren anders als man erwartet formatiert und haben so den Inhalt noch einmal unterstrichen. Der Schreibstil des Autors war leicht, farbenfroh, sehr bildhaft und hat mich beim Lesen wie in eine weiche Wattewolke sinken lassen.
Nova und Kate. Zwei so unterschiedliche Frauen. Die eine bekommt nach 31 Jahren Blindheit nach einer Operation ihr Augenlicht wieder und versucht sich in unserer lauten, bunten Welt zurecht zu finden. Die Andere erlebt eine ganz andere Dunkelheit aus der sie allein nicht mehr herauszukommen scheint. So entsteht eine ungewöhnliche Liebe die mich tief in meinem Herzen berührt hat. Zu verfolgen wie die Frauen beide Schritt für Schritt ihren Weg aus dem Dunkeln finden und mit welcher Sensibilität der Autor das Ganze beschreibt, haben mir hin und wieder einen positiven Schauer über den Rücken laufen lassen. Das ein oder andere Mal musste ich mir vor Rührung auch ein Tränchen verdrücken. Sie nähern sich an und geben einander Kraft und Halt. Durch die Geschichte bekommt man als Leser eine ganz andere Sicht auf seine Umwelt. Man bemerkt viel mehr Details in seiner Umgebung als vorher und wird sich deren mehr bewusst. Dabei bringt die Geschichte durchaus einen guten Spannungsbogen mit, der mich mitgerissen hat und ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.
In meinen Augen ein durchaus gelungenes Debut. Es gibt viele Geschichten über Menschen die auf einmal blind werden. Joe Heap hat es geschafft uns auch einmal das Gegenteil zu zeigen. Gekonnt zeigt er auf wie es sein kann als blinder Mensch auf einmal wieder zu sehen. Für mich einzigartig und somit ein kleines Highlight dieses Jahr.