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Veröffentlicht am 13.01.2026

Ganz schön krypto

STARCK und die zweite Frau
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WEM KANNST DU NOCH VERTRAUEN, WENN DEIN GEGNER ÜBERMÄCHTIG IST?
Selten habe ich mich so sehr auf eine Fortsetzung gefreut wie auf den zweiten Band der Starck – Reihe. Zu sehr hatte man mit dem früheren ...

WEM KANNST DU NOCH VERTRAUEN, WENN DEIN GEGNER ÜBERMÄCHTIG IST?
Selten habe ich mich so sehr auf eine Fortsetzung gefreut wie auf den zweiten Band der Starck – Reihe. Zu sehr hatte man mit dem früheren Staatsanwalt mitgelitten, und so sehr wünscht man ihm, dass er seine Tochter endlich wieder in die Arme schließen kann, nachdem er fünf Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hat. Aber wem kann er wirklich trauen und wer will wirklich helfen?

Jaschinski nimmt einen sofort wieder mit, Kurze Kapitel, rasant und temporeich erzählt, halten den Spannungsbogen enorm hoch. Selbst eigentlich recht trockene Themen wie Kryptowährungen oder Bitcoins werden anschaulich erklärt und so wird aus der einsamen Jagd des Ex-Staatsanwalts ganz nebenbei auch noch ein Wirtschaftskrimi, der den Leser aus dem lippischen Detmold durch ganz Europa katapultiert. Ein Investigativjournalist und eine lakritzschneckenessende Diebin und Hackerin sind beim Kampf gegen den Mafiaboss „Onkel Pablo“ und dessen Einfluss in die höchsten Kreise seine Weggefährten. Starck kämpft nicht nur um seine Rehabilitation, sondern auch gegen Korruption und kriminelle Vereinigungen. Dass darüber hinaus auch alte Familiengeheimnisse eine Rolle spielen, sei schon mal ein bisschen angeteasert.
Ein absolut lesenswerter Thriller mit extremer Spannung und ebensoviel Tiefgang – durch geschickte Rückblenden ist das Buch durchaus auch einzeln zu lesen aber erst zusammen mit Band eins entwickelt die Geschichte ihr ganzes Potenzial. Zudem machen die beiden 400-Seiten starken Bände mit den auffälligen Farbschnitten auch optisch ordentlich was her.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2023

Jedes Licht sorgt für Schatten

Fabula - Der Schatten der Nachtfee (Band 2)
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Die Zwillinge Will und Charlotte haben Fabula gerettet und das Portal geschlossen. Und die Welt könnte so schön sein, wenn das Gute nicht immer ein Gegengewicht bräuchte und das Böse wieder mal seinen ...

Die Zwillinge Will und Charlotte haben Fabula gerettet und das Portal geschlossen. Und die Welt könnte so schön sein, wenn das Gute nicht immer ein Gegengewicht bräuchte und das Böse wieder mal seinen Weg findet. Nun ist Fabula erneut in Gefahr und Will und Charlotte stehen zum zweiten Mal vor der Aufgabe die märchenhafte Welt retten zu müssen.

Eigentlich ist Fabula ja gerettet. Und damit haben wir auch die erste Einschränkung. Eigentlich. Denn schließlich hören Gescchichten nicht einfach auf, nur weil hinter dem letzten Punkt auf der letzten Seite ein "Einde" steht. Und deshalb lässt auch Akram El-Bahay seine beiden Protagonisten Will und Charlotte erneut Fabula zu einem besseren Ort machen. Dass die beiden es schaffen, stand dabei für mich zu keinem Zeitpunkt außer Frage, schließlich glaube ich daran, dass eine Geschichte, vor allem ein Märchen, erst zu ende ist, wenn alles gut. Ansonsten ist es eben nicht das Ende. Und schließlich ist Will ein Erzähler, der seine Geschichten wahr werden lassen kann. Warum sollte da also was schief gehen?

Wichtig ist allerdings das Wie. Und da werden Will und Charlotte vor einige Prüfungen gestellt, die dann manchmal doch ein bisschen den Eindruck entstehen lassen, dass die beiden eventuell doch scheitern könnten. Neben seiner wunderbaren Art zu erzählen, sorgt Akram El-Bahay auch für einige Verweise auf Geschichten wie die Grimmschen Märchen, Die Chroniken von Narnia oder auch Tintenherz. Und man lernt in diesem zweiten Band, der die Dilogie vervollständigt, einige neue Fabelwesen kennen, die bisher noch nicht aufgetaucht sind. Und selbst wenn die Geschichte um Will, Charlotte und Fabula nun eigentlich auserzählt ist, beginnt mit dem letzten Satz wieder eine Neue. Denn schließlich ist sie nur eigentlich auserzählt.

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  • Handlung
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  • Fantasie
Veröffentlicht am 08.08.2021

Mit den Amazonen in die Schlacht

Die Götter müssen sterben
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Seit vielen Jahren lebt Areto bei den Amazonen. Dabei ist sie weder als Kriegerin geboren, noch ist sie in der Kriegskunst besonders bewandert. Deshalb erstaunt es alle, als Artemis, Göttin der Jagd, Herrin ...

Seit vielen Jahren lebt Areto bei den Amazonen. Dabei ist sie weder als Kriegerin geboren, noch ist sie in der Kriegskunst besonders bewandert. Deshalb erstaunt es alle, als Artemis, Göttin der Jagd, Herrin des Mondes und Hüterin der Frauen, ausgerechnet sie zur ihrer Auserwählten macht und sie mit ihren Kräften segnet. Und das, wo sich die Prophezeiung, dass Troja fallen wird, und die Amazonen sich an den Helden rächen werden, die ihresgleichen töteten, schon bald zu erfüllen scheint. Areto ist hin und her gerissen zwischen ihrem Verstand und ihrer Berufung.

Die Götter müssen sterben! Aber warum eigentlich? Ist es nicht vielmehr so, dass die Götter verehrt werden? Wer sich ein bisschen mit den griechischen Sagen beschäftigt hat, der weiß, dass die Zeus, Aphrodite, Hades, Poseidon und Co. eigentlich nur das tun, worauf sie gerade Lust haben und sich köstlich amüsieren, wenn sie mit den Sterblichen ein wenig spielen können. Und genau da setzt Nora Bendzkos Adaption der griechischen Sagen an. Die Amazonen sind es leid, der Willkür der Götter ausgesetzt zu sein, zumal diese nur Krieg, Tod und Unglück für sie bringt.

Nora Bendzko interpretiert die alten griechischen Sagen auf düstere und absolut faszinierende Weise neu. Die Amazonen sind ein kriegerisches und grausames Volk, aber ebenso gütig und keinesfalls männermordende Bestien. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind ebenso selbstverständlich wie queere Geschlechtsidentitäten. Letzteren wird mit dem Pronomen „sier“ Respekt gezollt. Beim Lesen bin ich zuerst über den Begriff gestolpert, da ich diesen noch nirgendwo vorher gelesen hatte, allerdings war aus dem Kontext ziemlich schnell ersichtlich, wen das Pronomen bezeichnet. Im weiteren Verlauf war „sier“ dann ganz selbstverständlich.

Wenn man erwartet, dass Götter erhabene Wesen sind und Helden mehr oder weniger unfehlbar, dann wird man enttäuscht. Nora Bendzkos Charaktere sind ambivalent, machen Fehler und gerade die Götter und Helden verhalten sich ganz und gar nicht so, wie man es erwarten könnte. Gut, die Götter machen was sie wollen, sind dabei aber kein bisschen erhaben und göttlich.

„Die Götter müssen sterben“ ist düster, leidenschaftlich, kämpferisch und spannend. Es wird gelebt, geliebt, intrigiert, Krieg geführt und gestorben und die Geschichte lässt einen erst mit der letzten Seite wieder los.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2021

Ein Keim von Wahrheit

Der Orden des geheimen Baumes - Die Königin
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Der namenlose Eine wird sich erheben, so viel steht fest. Königin Sabran ist jedoch eine Gefangene in ihrem eigenen Palast und ihrer Zofe Ead wird von der Priorei befohlen, in Sachen Drachen nichts weiter ...

Der namenlose Eine wird sich erheben, so viel steht fest. Königin Sabran ist jedoch eine Gefangene in ihrem eigenen Palast und ihrer Zofe Ead wird von der Priorei befohlen, in Sachen Drachen nichts weiter zu unternehmen. Die Königin steht völlig schutzlos dar. Sie und Ead beschließen zu fliehen und das Schwert Ascalon zu suchen – die einzige Waffe, die etwas gegen den namenlosen Drachen ausrichten kann. Und auch Tané, die junge Magierin aus dem Osten ist wild entschlossen dem Drachen die Stirn zu bieten.

Eigentlich ist „Der Orden des geheimen Baumes – Die Königin“ kein zweiter Band, sondern vielmehr eine Fortsetzung. Schließlich sind die beiden Bände im englischen Original als ein Buch erschienen. Dementsprechend nimmt auch die Komplexität des ersten Teils nicht ab, sondern eher noch zu. Vor allem die verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen werden detailliert und ausführlich beschrieben. Beim Lesen muss man da an der einen oder anderen Stelle schon genau hinschauen, damit man nicht durcheinanderkommt. Zumal die Kulturen und Glaubensrichtungen immer wieder großen Einfluss auf die Politik und die politischen Strukturen haben, was wiederum die Handlung maßgeblich bestimmt.

Wie auch im ersten Teil behält Samantha Shannon die wechselnden Perspektiven auch in der Fortführung bei. Dadurch geht die Handlung in die Tiefe und lässt die LeserInnen in die Strukturen der erzählten Welt eintauchen. Zwischenzeitlich bekommt die Geschichte so aber auch einige Längen, in denen eher Hintergründe als Handlung abgehandelt werden. Nichtsdestotrotz gelingt es der Autorin die Aufmerksamkeit der LeserInnen immer wieder auf das Geschehen zu lenken.
Ihr Erzählstil erweckt außerdem den Eindruck, dass die Geschichte noch längst nicht auserzählt ist und man die Charaktere lediglich ein Stück weit begleitet hat, wodurch das Ende relativ offen gehalten wird.

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Veröffentlicht am 06.01.2021

Zwischen der englischen Meisterschaft und den Beatles

Klopp
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Ein richtiger Fan geht mit seinem Verein durch alle Höhen und Tiefen – Anthony Quinn hat mit dem FC Liverpool schon so einiges erlebt. Als Jürgen Klopp 2015 dort Trainer wurde, befand sich der Verein gerade ...

Ein richtiger Fan geht mit seinem Verein durch alle Höhen und Tiefen – Anthony Quinn hat mit dem FC Liverpool schon so einiges erlebt. Als Jürgen Klopp 2015 dort Trainer wurde, befand sich der Verein gerade in einer wenig glorreichen Phase. Vielleicht ist auch deswegen die Begeisterung in England für den deutschen Trainer so groß: Schließlich brachte er den Verein wieder zurück in die Erfolgsspur.

„Klopp“ ist ein bisschen Biografie, ein bisschen Geschichte, eine Annäherung an den Trainer des FC Liverpool und vor allem ganz viel Herzblut. Seine Leidenschaft für den Verein merkt man Anthony Quinn in jedem Satz an. Bei aller Nähe und eigener Begeisterung schafft er dennoch ein wenig Distanz und schafft es auf diese Weise auch den Blick von außen in seinen Text miteinfließen zu lassen. Dabei versucht Quinn gar nicht erst eine Biographie von Jürgen Klopp zu schreiben. Die gibt es bereits. Stattdessen nähert sich der Autor über den Kontext dem Erfolgstrainer an. Ganz ohne ein paar biographische Daten geht es zwar nicht, aber genau das macht den Blick des Fans aus. Der Autor will das Wesen des Trainers verstehen und nachvollziehen, warum Klopp welche Entscheidungen für seine Mannschaft trifft.

Auch wenn es vorrangig um Jürgen Klopp geht und um das, was er mit dem Verein erreicht hat, spielen Anthony Quinn eigene Biographie, die Geschichte der Stadt und die Geschichte des Vereins ebenfalls eine Rolle. Es geht nicht nur um den Trainer, es geht um die Strahlkraft des Vereins, die Faszination Fußball und die Liverpooler Identität. Und das verpackt der Autor liebevoll und mit viel Humor in einer ganz eigenen Geschichte. Damit schafft er genau das, was er verspricht: Eine Liebeserklärung an einen Trainer und seinen Verein.

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