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Veröffentlicht am 06.03.2022

Drei Frauen, drei Generationen

Via Torino
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Die Autorin Aja Leuthner nimmt uns mit "Via Torino" mit nach Italien. Ich liebe Italien, und darum hat mir das Setting gut gefallen. Auch die Familiengeschichte, die vom Schicksal dreier starker Frauen ...



Die Autorin Aja Leuthner nimmt uns mit "Via Torino" mit nach Italien. Ich liebe Italien, und darum hat mir das Setting gut gefallen. Auch die Familiengeschichte, die vom Schicksal dreier starker Frauen erzählt, konnte mich fesseln, da die Autorin sehr mitreißend zu schreiben versteht. Ich mochte Eleonora, Rosalia und Milena, die drei Generationen verkörpern. Obwohl die Frauen so unterschiedlich sind, sind sie doch alle drei von Lebendigkeit, Idealismus und Mut geprägt.

Eleonora wirft als junge Frau ihr Jurastudium hin und unterstützt den Arbeiterstreik in Turin. Sie verkörpert die Generation der 68er. Und sie ist ihr Leben lang eine Hippie-Frau geblieben.
Ihre Tochter Rosalia ist eher spröde, sie zieht ihre Tochter alleine auf und macht eine bespielhafte Karriere in der Forschung. Und schließlich Milena, sie ist auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater, worüber sich ihre Familie in Schweigen hüllt.-

Ich mochte die Protagonistinnen. Die Autorin Aja Leuthner hat die drei Frauen sehr authentisch gezeichnet. Ich konnte mich in sie einfühlen und mit ihnen die Geschichte erleben. Jede der Frauen erzählt abwechselnd ihre Geschichte. Der Erzählstil der Autorin ist sehr intensiv.

Einen Satz, der mich besonders angesprochen hat, ich liebe originelle Formulierungen, habe ich mir notiert: Das war wie in diesen seltenen Träumen, in denen einfach alles klappt - Arme ausbreiten, den Luftwiderstand spüren, abheben.

Fazit: Bewegenden Familiengeschichte.


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Veröffentlicht am 03.03.2022

Zoe alias Traudelwald

#London Whisper – Teil 1: Als Zofe ist man selten online
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# London Whisper als Zofe ist man selten online von Aniela Ley spricht junge Mädchen an, die sich für Zeitreisen und das London des 19. Jahrhunderts interessieren. Es ist die Zeit von Jane Austen, von ...



# London Whisper als Zofe ist man selten online von Aniela Ley spricht junge Mädchen an, die sich für Zeitreisen und das London des 19. Jahrhunderts interessieren. Es ist die Zeit von Jane Austen, von Bällen, tollen Kleidern. Die 15 jährige Zoe, die sich nichts sehnlicher gewünscht hatte als ein Austauschjahr im renommierten Dunwickhouse in London zu verbringen, findet sich nach einer heimlichen Mitternachtsparty plötzlich im Jahr 1821 wieder. Sie ist die Zofe von Miss Lucie, die in London in die Gesellschaft eingeführt werden soll. Zoe, die jetzt Traudelwald heißt, macht ihren Job sehr gut. Sie befreundet sich mir Miss Lucie an, die sehr schüchtern und zurückgezogen auf dem Lande gelebt hatte und sich im Londoner Leben nicht wohlfühlt. Miss Lucie hat genau so eine Zofe gebraucht wie Zoe, die vor Leben und Ideen nur so sprüht.

Die Stimme der Sprecherin Dagmar Bittner empfinde ich als absolut passend für den angesprochenen Hörerkreis. Sie verkörpert perfekt ein junges flippiges Mädchen. Auch die anderen Figuren bringt sie gut rüber.

Ich kann gut nachvollziehen, dass dieses Hörbuch bei den Mädels unserer Zeit gut ankommt. Für mich ist es leider nichts. Das liegt wohl daran, dass ich nicht mehr zu diesem Personenkreis zähle. Die Idee selber ist eigentlich genial. Trotzdem empfand ich das Hörbuch stellenweise als ermüdend und sehr oberflächlich. Auch glaube ich nicht, dass sich adlige junge Damen mit einer Dienstbotin einlassen würden. Völlig unglaubwürdig erschien mir, Zoes unbefangenes Leben als Traudelwald, sie machte sich für meinen Geschmack viel zu wenig Sorgen, wie sie wieder in ihre Zeit zurückkehren kann.

Fazit: Unterhaltsam für junge Mädchen

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Veröffentlicht am 27.02.2022

Komm nach Hause, Jim

Jeder Tag für dich
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Mary O'Connor steht jeden Abend am Bahnhof Ealing Broadway. Sie hält ein Schild in der Hand auf dem steht: Komm nach Hause, Jim. Jim ist ohne eine Nachricht vor sieben Jahren verschwunden. Doch Mary gibt ...

Mary O'Connor steht jeden Abend am Bahnhof Ealing Broadway. Sie hält ein Schild in der Hand auf dem steht: Komm nach Hause, Jim. Jim ist ohne eine Nachricht vor sieben Jahren verschwunden. Doch Mary gibt die Hoffnung nicht auf, dass ihr geliebter Jim eines Tages zu ihr zurückkehren wird. In zwei Erzählsträngen wird dir Geschichte erzählt. Wir erleben sowohl 2005, als sich die beiden sich kennen- und lieben lernten, wie das Jahr 2018. Mary, das Mädchen aus einfachen Verhältnissen und der umwerfend aussehende, begüterte HNO-Arzt, werden ein Paar. Ein Traum geht für Mary in Erfüllung. Doch auf Jims Seele liegt ein Schmerz. Sein Bruder Sam kam vor 20 Jahren zu Tode.

Mary und Jim führen ein scheinbar glückliches Leben miteinander, bis Jim nach sechs gemeinsamen Jahren einfach aus Marys Leben verschwindet. Jetzt arbeitet Mary tagsüber in einem Supermarkt, zusätzlich arbeitet sie abends ehrenamtlich bei einer Telefonseelsorge und dort erreicht sie nach so langer Zeit ein Anruf. Der Anrufer nennt seinen Namen nicht, aber Mary ist sich sicher, es ist Jim.
Das Cover ist farblich ansprechend. Die Frau mit dem Schild in der Hand erweckt Neugier. Die Autorin schreibt flüssig und unterhaltsam. Leider habe ich zur Protagonistin keinen echten Zugang gefunden. Ihre Handlungsweise blieb mir bis zuletzt fremd. Auch zu ihrem geliebten Jim konnte ich keine Beziehung aufbauen. Sein Verhalten wirkt auf mich sehr merkwürdig. Die Liebe zwischen den beiden kann ich nur als ungesund ja fast toxisch bezeichnen. Die beiden reden einander nach dem Mund. Was sie belastet wird nicht angesprochen, das Prinzip „Scheuklappen.“ Auf Dauer kann das nicht gut gehen.

Dennoch war das Buch sehr spannend, wenn ich auch keine große Liebesgeschichte darin sehen konnte. Klar, wollte auch ich wissen, was hinter Jims Verschwinden steckt. Emotional erreichte es mich jedoch nicht.

Fazit: Keine Love-Story, jedoch ein unterhaltsamer Schmöker.

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Veröffentlicht am 10.02.2022

Die Tote am Pool

Die unhöfliche Tote
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Es gibt einen Todesfall im Buckingham Palace. Die Tote war die langjährige Haushälterin Mrs. Cynthia Harris. Sie wurde blutüberströmt am Pool aufgefunden. War es wirklich nur ein Unglücksfall? Sehr beliebt ...



Es gibt einen Todesfall im Buckingham Palace. Die Tote war die langjährige Haushälterin Mrs. Cynthia Harris. Sie wurde blutüberströmt am Pool aufgefunden. War es wirklich nur ein Unglücksfall? Sehr beliebt war die Dame allerdings nicht. Und als auch noch bekannt wird, dass sie Drohbriefe erhalten hatte und nicht nur sie, unter anderem auch Rozie, die Assistentin der Queen nimmt der Fall deutlich an Brisanz zu. Die Polizei wird eingeschaltet, doch auch die toughe und kluge Rozie beginnt im Auftrag der Queen diskret zu ermitteln.

"Die unhöfliche Tote" von SJ Bennett ist der zweite Teil aus der Reihe "Die Queen ermittelt", kann aber selbstverständlich unabhängig angehört werden. Köstlich sind die Einblicke in den royalen Alltag. Die Erzählstimme gefiel mit gut. Man konnte sich gut in die Örtlichkeiten hineindenken. Amüsant ist, dass auch reale Gegebenheiten in die Geschichte eingeflochten sind. Zum Beispiel erleben wir Theresa Mai … köstlich!! Leider hatte das Buch auch Längen und musste etwas Geduld aufbringen.

Fazit: Ein unterhaltsames Hörbuch.

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Veröffentlicht am 06.02.2022

Anna und Max

Unser wirkliches Leben
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Anna ist eine hoch talentierte Gesangsstudentin in London. Sie möchte Opernsängerin werden. Da ihre Mittel stark begrenzt sind, jobbt sie abends als Jazzsängerin in einer Bar. Dort lernt sie den wohlhabenden ...

Anna ist eine hoch talentierte Gesangsstudentin in London. Sie möchte Opernsängerin werden. Da ihre Mittel stark begrenzt sind, jobbt sie abends als Jazzsängerin in einer Bar. Dort lernt sie den wohlhabenden älteren Max kennen. Sie ist von ihm angezogen und gerät langsam in eine Abhängigkeit, die nicht gut ist für ihre Ziele.

Mir hat Imogen Crimps Debütroman sehr gefallen. Sie bedient sich einer wunderschönen Sprache. Ihre Protagonistin Anna ist von Max fasziniert. Max, von Beruf Banker, hat so viele Seiten. Er ist großzügig, launisch, ein guter Unterhalter, weiß zu allem etwas, führt sie aus in teure Restaurants. Aber er ist auch akribisch. Und er hält Anna auf Distanz, lässt sie nicht wirklich an sich ran. Anna beschreibt es so: „Wenn ich einen Schritt zurücktrete, es ihm nicht leicht mache, kommt er mir nicht nach.“ Das ist traurig, beschreibt aber ihre Beziehung sehr gut.

Anna buhlt um Anerkennung, sie bemüht sich darum, die Reaktion von ihm zu bekommen, die sie sich wünscht. Sie trägt an ihrer Kindheit. An ihrer klammernden überbesorgten Mutter, die sie mit Regeln und Verbote überschüttet hatte, mit denen sie vorgab sie beschützen zu wollte. Annas Mutter widmete ihr alle ihre Aufmerksamkeit, schenkte ihr all ihre Zeit. Erst im Teenageralter erkannte Anna, dass diese ganzen Regeln reine irrationale Angst, getarnt als Vernunft waren. Anna dachte, als sie nach London ging, sie könnte zu einer anderen Person werden.

Ihre Freundin Laurie, ebenfalls Künstlerin, ist tough und kompromisslos. Sie bezeichnet Max als A….gesicht. Sie hat sehr extreme Meinungen zu den Männern und dem Leben. Sie gibt sich Mühe, vorzugeben sie wäre nicht reich. Tatsächlich kommt sie jedoch, im Gegensatz zu Anna, aus einem sehr begüterten Elternhause.

Es gibt wunderbare Wendungen in diesem Roman, wie: „Das Baby war eine Religion, der sie beigetreten war“. Oder wie sie ihre Mutter treffend beschreibt. „Eine Regeln liebende Pedantin.“
„Unser wirkliches Leben“ ist ein psychologischer Roman, der die Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen, aber auch zwischen Eltern und Kindern darstellt, der verschiedene Welten aufzeigt, vom Konkurrenzkampf und von der Wichtigkeit, sich selber treu zu bleiben. Leider hatte der Roman einige Längen, aber es lohnt sich dranzubleiben.

Fazit: Ein großartiges Debüt

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