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Veröffentlicht am 05.02.2025

Frauenknast ‚BRUTAL‘

Sing mir vom Tod
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Ein Krimi der einem das Blut in den Adern stocken lässt. In diesem Roman geht es nicht um schwere Jungs. Hier sind es gewalttätige Frauen, die eiskalt und brutal agieren.

In der Wüste von Arizona liegt ...

Ein Krimi der einem das Blut in den Adern stocken lässt. In diesem Roman geht es nicht um schwere Jungs. Hier sind es gewalttätige Frauen, die eiskalt und brutal agieren.

In der Wüste von Arizona liegt das Frauengefängnis in dem Florence »Florida« Baum und Diosmary »Dios« Sandoval ihre Haft verbüßen. Florida gibt ist als arme Unschuld und dass sie besser ist als all die anderen hier. Das wirft ihr Dios jedenfalls vor. Dios behauptet zu wissen, dass Florida nie ein Opfer der Umstände war, sondern selbst aktiv in dunkle Machenschaften verwickelt war, und sie verfolgt sie verbissen mit ihrem Wissen. Beide werden überraschend auf Bewährung entlassen. Dios' Fixierung auf Florida, führt zu einer gefährlichen Besessenheit. Die Jagd beginnt, denn Detektive Lobos, ist ihnen auf den Fersen. Auch sie ist eine Frau mit Gewaltpotential.

Ich müsste lügen, wenn ich behaupte, das Buch hätte mir gefallen. Es war mir zu brutal und von der Atmosphäre her zu düster. Die Autorin schreibt sehr dicht, ich spürte die Wüstenhitze, den Staub, aber auch die Stimmung unter den Frauen, die fast greifbar war. Ivy Pochoda hat die Frauen erschreckend authentisch beschrieben. Denn ich glaube zweifellos, dass auch Frauen brutal sein können.

Dios sagt: Macht und Reue haben nicht im selben Körper Platz. Kace, eine Mitgefangene sagt: Man muss sich in seiner Schuld zurechtfinden wie in einem engen Pullover. Mit dem ständigen Gewicht auf der Schulter und dem Klang der Vergangenheit. Sie spricht mit dem Geist der von ihrer getöteten Frau, denn die Toten wollen zu Wort kommen.

Fazit: Ivy Pochodas Roman ‚Sing mir vom Tod‘ war definitiv nicht mein Geschmack, trotzdem vergebe ich 4 Sterne. Denn insgesamt hat mich das Buch gepackt und beschäftigt.


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Veröffentlicht am 02.02.2025

Warten auf den Elektriker

Wackelkontakt
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Definitiv das Genialste was ich bisher von Wolf Haas gelesen habe. Und ich bin tatsächlich ein Fan von seiner Serie um den Privatdetektiv Brenner. Etwas anders gestrickt war das Buch um seine Mutter ‚Eigentum‘, ...

Definitiv das Genialste was ich bisher von Wolf Haas gelesen habe. Und ich bin tatsächlich ein Fan von seiner Serie um den Privatdetektiv Brenner. Etwas anders gestrickt war das Buch um seine Mutter ‚Eigentum‘, das mich sehr berührt hat. Und jetzt ‚Wackelkontakt‘.

Der Trauerredner Franz Escher und hat eine große Leidenschaft zum Puzzeln entwickelt, die damit seinen Anfang nahm, als ihn seine Flamme zum 19. Geburtstag ein Escher-Puzzle schenkte. Jetzt wartet er auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Um sich die Zeit zu verkürzen liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo. Elio sitzt im Gefängnis und wartet auf die Entlassung. Er hat so viele Leute verraten, dass er um sein Leben fürchtet. Aus Angst liegt er nachts wach und liest ein Buch. Es handelt von Franz Escher. Der wartet auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt.

Wolf Haas beweist in diesem Buch nicht nur seinen skurrilen Humor, er lässt Bilder in unserem Kopf entstehen. Die Geschichte ist ein genialer Twist, erinnert an ein Escher-Puzzle. Mich hat das Buch sofort begeistert. Auf so Ideen muss man erst einmal kommen. Zwei Geschichten werden ineinander verwoben. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Und Wolf Haas Schreibstil ist wie immer unnachahmlich, mit einem Augenzwinkern.

Fazit: Ich liebe es!

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Durch den Sturm

Windstärke 17
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Nachdem ich kürzlich erst Caroline Wahl Debütroman ‚22 Bahnen‘ gelesen habe und ich begeistert war, musste ich natürlich auch ‚Windstärke 17‘ lesen und ich wurde nicht enttäuscht.

Dieser Roman ist Tildas ...


Nachdem ich kürzlich erst Caroline Wahl Debütroman ‚22 Bahnen‘ gelesen habe und ich begeistert war, musste ich natürlich auch ‚Windstärke 17‘ lesen und ich wurde nicht enttäuscht.

Dieser Roman ist Tildas kleiner Schwester Ida gewidmet. Sie lebt allein mit ihrer alkoholkranken Mutter. Nachdem diese Selbstmord begeht, macht sich Ida Vorwürfe, glaubt sie hätte es verhindern können/müssen. Ida zieht es den Boden unter den Füßen weg. Sie ist innerlich zerrissen. Kurzentschlossen sie packt ihre Lieblingsklamotten und ihr MacBook in den verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter und verlässt ihr Zuhause. Eigentlich will sie zu Tilda, ihrer großen Schwester, die mit Viktor und dem Kind in Hamburg lebt. Doch dann fährt sie mit dem Zug einfach an Hamburg vorbei, immer weiter, bis nach Rügen. Idas emotionale Reise beginnt, mit dem Ziel sich selbst zu finden, emotional zu verarbeiten und zu heilen.

Ich mochte Ida, fühlte ihren Schmerz, ihren inneren Konflikt, ihre Suche nach Halt. Sie schmeißt sich wie eine Lebensmüde in die kalten Fluten der Ostsee. Will den Schmerz spüren. Leif sagt zu ihr: Spinnst du, willst du sterben? Zum Glück findet sie auf der Insel Menschen wie Knut, den Kneipenbesitzer und seine Frau Marianne, die sie liebevoll aufnehmen. Und auch Leif ist für sie da, doch er trägt Wunden in sich.

Ein wundervolles Buch. Caroline Wahl schreibt kraftvoll und auf den Punkt. Man konnte in der Geschichte leben, sich hineinversetzen. Das stürmische Meer der Ostsee, war ein gutes Bild von Idas Seelenzustand. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. ‚Windstärke 17‘ behandelt Themen wie Verlust, Trauer, Selbstfindung und die heilende Kraft der Natur. Die Autorin zeigt auf einfühlsame Weise, wie man nach einem schweren Verlust wieder Hoffnung und Lebensfreude finden kann.

Fazit: Ein Roman der nachhallt und zum Nachdenken anregt. Eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Alte Wunden

Liebste Tochter – Du lügst so gut wie ich
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Claire Douglas hat mit ‚Liebste Tochter: Du lügst so gut wie ich‘ einen packenden Psychothriller vorgelegt, der mich durchweg fesseln konnte.

Die junge schwangere Saffy und ihren Mann, haben das Haus ...



Claire Douglas hat mit ‚Liebste Tochter: Du lügst so gut wie ich‘ einen packenden Psychothriller vorgelegt, der mich durchweg fesseln konnte.

Die junge schwangere Saffy und ihren Mann, haben das Haus ihrer geliebten Großmutter übernommen und sind gerade dabei den Garten umzugestalten. Dabei machen die Bauarbeiter einen grausigen Fund: sie stoßen auf zwei Leichen. Wie lange liegen diese schon begraben und was ist vor all den Jahren hier geschehen. Saffy und ihre Mutter Lorna nehmen die Recherche in die Hand und decken nach und nach dunkle Geheimisse und Lügen auf.

Die Autorin schreibt fesselnd. Die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen tragen dazu bei, die Spannung kontinuierlich aufrechtzuerhalten und die Leser immer wieder aufs Neue zu überraschen. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie Douglas die Atmosphäre der Kleinstadt und die inneren Konflikte der Charaktere einfängt:

Fazit: Überzeugt durch spannende Handlung, tiefgründige Charaktere und psychologische Raffinesse. Ein Muss für alle Fans von psychologischen Thrillern.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Tilda und Ida

22 Bahnen
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Ich habe so viel Positives über Caroline Wahls Debütroman ‚22 Bahnen‘ gehört, dass ich es endlich auch lesen musste. Und außerdem kommt die Verfilmung ja nun auch bald ins Kino. Da will man ja auch das ...



Ich habe so viel Positives über Caroline Wahls Debütroman ‚22 Bahnen‘ gehört, dass ich es endlich auch lesen musste. Und außerdem kommt die Verfilmung ja nun auch bald ins Kino. Da will man ja auch das Buch dazu kennen.

Die Studentin Tilda ist ein Mathematikgenie. Sie liebt die Mathematik, denn diese ist berechenbar und verlässlich. Unberechenbar ist hingegen ihre Mutter. Tildas Alltag gestaltet sich als sehr belastend. Ihre Mutter ist alkoholkrank. Tilda ist gezwungen Verantwortung zu übernehmen um ihrer kleinen Schwester Ida wenigstens ein halbwegs normales Familienleben zu bieten. Tildas Tage ist minutiös durchgetaktet. Sie eilt von der Uni, in die Bibliothek, zu ihrem Job an der Kasse im Supermarkt und beschließt schließlich ihren Tag mit 22 Bahnen im Schwimmbad.

Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf, der große Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war. Viktor, der genau wie sie immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.

Das Buch ‚22 Bahnen‘ ist keine leichte Kost, trotzdem hat es mir ausnehmend gut gefallen. Ich mochte die beiden Schwestern. Vor allem Tilda, die sich rührend um ihre kleine Schwester kümmert. Die instinktiv die jeweilige Lage zu Hause auslotet und darauf umsichtig reagiert. In welchem Zustand befindet sich die Mutter? Wie ist sie heute drauf? Die Autorin Caroline Wahl zeichnet das Bild einer kaputten Familie und wie es Kinder schaffen, in dieser bedrückenden Lebenssituation zu überleben.
Die Liebesgeschichte mit Viktor ist spannend angelegt. Erst nach und nach erfahren wir, woran auch Viktor zu tragen hat.

Von mit 5 Sterne. Ein wichtiges Buch, das trotz des bedrückenden Settings Hoffnung gibt. Mir als Leser wurde bewusst, wie wichtig es ist, das Besondere im Alltäglichen zu finden.


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