Profilbild von brenda_wolf

brenda_wolf

Lesejury Star
offline

brenda_wolf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit brenda_wolf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2025

Durch den Sturm

Windstärke 17
0


Nachdem ich kürzlich erst Caroline Wahl Debütroman ‚22 Bahnen‘ gelesen habe und ich begeistert war, musste ich natürlich auch ‚Windstärke 17‘ lesen und ich wurde nicht enttäuscht.

Dieser Roman ist Tildas ...


Nachdem ich kürzlich erst Caroline Wahl Debütroman ‚22 Bahnen‘ gelesen habe und ich begeistert war, musste ich natürlich auch ‚Windstärke 17‘ lesen und ich wurde nicht enttäuscht.

Dieser Roman ist Tildas kleiner Schwester Ida gewidmet. Sie lebt allein mit ihrer alkoholkranken Mutter. Nachdem diese Selbstmord begeht, macht sich Ida Vorwürfe, glaubt sie hätte es verhindern können/müssen. Ida zieht es den Boden unter den Füßen weg. Sie ist innerlich zerrissen. Kurzentschlossen sie packt ihre Lieblingsklamotten und ihr MacBook in den verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter und verlässt ihr Zuhause. Eigentlich will sie zu Tilda, ihrer großen Schwester, die mit Viktor und dem Kind in Hamburg lebt. Doch dann fährt sie mit dem Zug einfach an Hamburg vorbei, immer weiter, bis nach Rügen. Idas emotionale Reise beginnt, mit dem Ziel sich selbst zu finden, emotional zu verarbeiten und zu heilen.

Ich mochte Ida, fühlte ihren Schmerz, ihren inneren Konflikt, ihre Suche nach Halt. Sie schmeißt sich wie eine Lebensmüde in die kalten Fluten der Ostsee. Will den Schmerz spüren. Leif sagt zu ihr: Spinnst du, willst du sterben? Zum Glück findet sie auf der Insel Menschen wie Knut, den Kneipenbesitzer und seine Frau Marianne, die sie liebevoll aufnehmen. Und auch Leif ist für sie da, doch er trägt Wunden in sich.

Ein wundervolles Buch. Caroline Wahl schreibt kraftvoll und auf den Punkt. Man konnte in der Geschichte leben, sich hineinversetzen. Das stürmische Meer der Ostsee, war ein gutes Bild von Idas Seelenzustand. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. ‚Windstärke 17‘ behandelt Themen wie Verlust, Trauer, Selbstfindung und die heilende Kraft der Natur. Die Autorin zeigt auf einfühlsame Weise, wie man nach einem schweren Verlust wieder Hoffnung und Lebensfreude finden kann.

Fazit: Ein Roman der nachhallt und zum Nachdenken anregt. Eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2025

Alte Wunden

Liebste Tochter – Du lügst so gut wie ich
0



Claire Douglas hat mit ‚Liebste Tochter: Du lügst so gut wie ich‘ einen packenden Psychothriller vorgelegt, der mich durchweg fesseln konnte.

Die junge schwangere Saffy und ihren Mann, haben das Haus ...



Claire Douglas hat mit ‚Liebste Tochter: Du lügst so gut wie ich‘ einen packenden Psychothriller vorgelegt, der mich durchweg fesseln konnte.

Die junge schwangere Saffy und ihren Mann, haben das Haus ihrer geliebten Großmutter übernommen und sind gerade dabei den Garten umzugestalten. Dabei machen die Bauarbeiter einen grausigen Fund: sie stoßen auf zwei Leichen. Wie lange liegen diese schon begraben und was ist vor all den Jahren hier geschehen. Saffy und ihre Mutter Lorna nehmen die Recherche in die Hand und decken nach und nach dunkle Geheimisse und Lügen auf.

Die Autorin schreibt fesselnd. Die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen tragen dazu bei, die Spannung kontinuierlich aufrechtzuerhalten und die Leser immer wieder aufs Neue zu überraschen. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie Douglas die Atmosphäre der Kleinstadt und die inneren Konflikte der Charaktere einfängt:

Fazit: Überzeugt durch spannende Handlung, tiefgründige Charaktere und psychologische Raffinesse. Ein Muss für alle Fans von psychologischen Thrillern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2025

Tilda und Ida

22 Bahnen
0



Ich habe so viel Positives über Caroline Wahls Debütroman ‚22 Bahnen‘ gehört, dass ich es endlich auch lesen musste. Und außerdem kommt die Verfilmung ja nun auch bald ins Kino. Da will man ja auch das ...



Ich habe so viel Positives über Caroline Wahls Debütroman ‚22 Bahnen‘ gehört, dass ich es endlich auch lesen musste. Und außerdem kommt die Verfilmung ja nun auch bald ins Kino. Da will man ja auch das Buch dazu kennen.

Die Studentin Tilda ist ein Mathematikgenie. Sie liebt die Mathematik, denn diese ist berechenbar und verlässlich. Unberechenbar ist hingegen ihre Mutter. Tildas Alltag gestaltet sich als sehr belastend. Ihre Mutter ist alkoholkrank. Tilda ist gezwungen Verantwortung zu übernehmen um ihrer kleinen Schwester Ida wenigstens ein halbwegs normales Familienleben zu bieten. Tildas Tage ist minutiös durchgetaktet. Sie eilt von der Uni, in die Bibliothek, zu ihrem Job an der Kasse im Supermarkt und beschließt schließlich ihren Tag mit 22 Bahnen im Schwimmbad.

Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor taucht auf, der große Bruder von Ivan, mit dem Tilda früher befreundet war. Viktor, der genau wie sie immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle.

Das Buch ‚22 Bahnen‘ ist keine leichte Kost, trotzdem hat es mir ausnehmend gut gefallen. Ich mochte die beiden Schwestern. Vor allem Tilda, die sich rührend um ihre kleine Schwester kümmert. Die instinktiv die jeweilige Lage zu Hause auslotet und darauf umsichtig reagiert. In welchem Zustand befindet sich die Mutter? Wie ist sie heute drauf? Die Autorin Caroline Wahl zeichnet das Bild einer kaputten Familie und wie es Kinder schaffen, in dieser bedrückenden Lebenssituation zu überleben.
Die Liebesgeschichte mit Viktor ist spannend angelegt. Erst nach und nach erfahren wir, woran auch Viktor zu tragen hat.

Von mit 5 Sterne. Ein wichtiges Buch, das trotz des bedrückenden Settings Hoffnung gibt. Mir als Leser wurde bewusst, wie wichtig es ist, das Besondere im Alltäglichen zu finden.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2025

Spannungs-Highlight!

Die blaue Stunde
0



Paula Hawkins hat mit "Die blaue Stunde" wieder einen fesselnden Thriller vorgelegt, der die Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht. Vielen ist die Autorin bekannt durch ihren ...



Paula Hawkins hat mit "Die blaue Stunde" wieder einen fesselnden Thriller vorgelegt, der die Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht. Vielen ist die Autorin bekannt durch ihren Bestseller ‚Girl on the Train‘.

Die verstorbene Künstlerin Vanessa Chapman hat ihrer Nachwelt viele Gemälde und Skulpturen hinterlassen. Sie hatte den Ruf eigensinnig und geheimnisvoll zu sein. Ein schwieriger Charakter. Ihr Werk wird in renommierten Häusern ausgestellt. Jetzt behauptet ein Besucher einer Ausstellung, er hätte einen menschlichen Knochen in einer ihrer Skulpturen entdeckt. Das darf nicht sein. Das würde einen unvorstellbaren Skandal hervorrufen. Zumal ihr Mann seit Jahren auf unerklärliche Weise wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.

James Becker, der Kurator des Museums, begibt sich auf Spurensuche und reist dafür auf die abgeschiedene Gezeiteninsel Eris Island, um mit Grace, der früheren Freundin und Nachlassverwalterin von Vanessa Chapman, zu reden. Grace lebt als eine einzige Bewohnerin auf dieser Insel und scheint mehr zu wissen als sie vorgibt. Welche dunkle Wahrheit verbirgt sie?

Paula Hawkins versteht es perfekt ihre Leser in Atem zu halten. Der Spannungsbogen steigert sich langsam und stetig. Mosaiksteinchen fügt sich zu Mosaiksteinchen und ergibt zum Schluss ein rundes Ganzes. ‚Die blaue Stunde‘ ist eine Mischung aus psychologischer Tiefe und packender Handlung. Tagebucheinträge und Rückblenden sowie unterschiedliche Erzählperspektiven, die eine besonders dichte Atmosphäre schaffen. Die Charaktere sind authentisch und interessant gezeichnet. Man brennt darauf, mehr über die Figuren zu erfahren.

Fazit: Ein absolutes Spannungs-Highlight, dass ich unumschränkt empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2024

Urberlinerin ermittelt

Rosa Fröhlich – Der Tod wird kalt serviert
0



"Rosa Fröhlich – Der Tod wird kalt serviert" von Frieda Mohn ist ein unterhaltsamer Berlin-Krimi mit viel Berliner Flair und Berliner Schnauze.

Rosa ist eine Vollblut-Gastwirtin mit dem Herzen, nicht ...



"Rosa Fröhlich – Der Tod wird kalt serviert" von Frieda Mohn ist ein unterhaltsamer Berlin-Krimi mit viel Berliner Flair und Berliner Schnauze.

Rosa ist eine Vollblut-Gastwirtin mit dem Herzen, nicht nur auf der Zunge, sondern auch auf dem rechten Fleck. In ihrem mit Herzblut geführtem Lokal ‚Onkel Leo‘ erwartet den Besucher traditionelle Hausmannskost. Das Konzept scheint aufzugehen. Der Laden läuft wie am Schnürchen. Aber dann wird ihr Bio-Fleischlieferant tot im Kühlhaus aufgefunden. Und jetzt mischen nicht nur ihre Tochter, die bei der Kripo arbeitet und ihr Vater, der ehemalige Kripo Hauptkommissar den Fall auf, auch Rosa steckt plötzlich mitten in den Ermittlungen.

Die Autorin Frieda Mohn schreibt flüssig und gut lesbar. Sie macht es ihren Lesern leicht, ihre Protagonisten zu mögen. Besonders Rosa kommt sympathisch rüber. Mit ihrer Schlagfertigkeit, ihrem Gespür für Menschen und ihrem Berliner Charme erobert sie die Leserherzen.

Fazit: Leichte, unterhaltsame Krimikost für kalte Winterabende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere