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Veröffentlicht am 14.06.2020

Berührende Vater – Sohn – Geschichte

Pandatage
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Worum geht’s?
Nach dem Unfalltod von Dannys Frau hört sein Sohn Will auf zu sprechen. Neben seiner Trauer und den zunehmenden Problemen zwischen Vater und Sohn hat Danny darüber hinaus auch noch mit immer ...

Worum geht’s?
Nach dem Unfalltod von Dannys Frau hört sein Sohn Will auf zu sprechen. Neben seiner Trauer und den zunehmenden Problemen zwischen Vater und Sohn hat Danny darüber hinaus auch noch mit immer erdrückenderen Geldsorgen zu kämpfen. Die Lösung: Er verdient als tanzender Pandabär auf der Straße etwas dazu. Als er eines Tages seinen Sohn vor ein paar anderen Jungen rettet, erkennt dieser ihn unter seiner Verkleidung nicht und fasst langsam Vertrauen – und spricht zu seiner großen Überraschung wieder.


Meine Meinung
Irgendwie weiß ich noch immer nicht so wirklich, wie ich in Bezug auf diese Geschichte empfinden soll. Einerseits sind einige Situationen wirklich komisch, andererseits habe ich diese Geschichte aber auch als sehr bedrückend wahrgenommen.

Der Schreibstil lässt sich ganz gut lesen, harkt an mancher Stelle aber auch mal ein kleines bisschen und hat mich hin und wieder stocken lassen. Das war besonders schade, weil die Geschichte an sich immer mal wieder durch sehr komische Situationen aufgelockert wurde und man sie daher gut hätte weglesen können.

Mit den Charakteren konnte ich mich nicht wirklich identifizieren, was aber vermutlich einfach daran lag, dass sie beide so unterschiedlich trauern und andere Charaktereigenschaften dabei nicht so wirklich in den Vordergrund gestellt werden. Darüber hinaus war die Mutter das hauptsächliche Bindeglied zwischen Vater und Sohn, was die Beziehung der beiden nach dem Unfall sicherlich nicht erleichtert.

Sehr gut skizziert fand ich allerdings die zahlreichen Nebencharaktere, die den Protagonisten hilfreich zur Seite stehen und die Geschichte wirklich bereichert haben. Durch sie wird die Stimmung insgesamt noch einmal ein wenig gehoben, was die Lektüre etwas angenehmer gemacht hat.


Fazit
Pandatage verbindet Trauer, Tragik und Witz zu einer berührenden Vater – Sohn – Geschichte, die bei mir noch immer nachklingt. Das Lesen war für mich nicht ganz einfach, besonders weil ich mich mit den beiden Protagonisten nicht so wirklich identifizieren konnte, aber insgesamt war das hier doch ein sehr schönes Buch.

Dafür vergebe ich vier Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Spannende Verknüpfung von fiktiven Elementen und wahren Begebenheiten der schwedischen Geschichte

Achtzehn
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Worum geht’s?
Bei seinen Recherchen stößt Journalist Axel Sköld auf eine Verbindung zwischen einem lange zurückliegenden Königsmord und dem Mord am schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme. Seine Vermutung: ...

Worum geht’s?
Bei seinen Recherchen stößt Journalist Axel Sköld auf eine Verbindung zwischen einem lange zurückliegenden Königsmord und dem Mord am schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme. Seine Vermutung: In Schweden agiert ein jahrhundertealter Geheimbund, dessen Arm weit in Politik und Wirtschaft reicht. Eine Reportage zu diesem Thema darf er allerdings nicht durchführen, und so begibt er sich auf eigene Faust immer tiefer hinein in ein beinahe undurchsichtiges Netz aus Machtkämpfen, Lügen und Intrigen, und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.


Meine Meinung
Die meisten Politthriller die ich bisher gelesen habe, waren überwiegend fiktiv. Bei Achtzehn war ich mir im Nachhinein aber wirklich nicht mehr sicher, ob nicht auch die Aspekte, die hier als fiktiv beschrieben wurden theoretisch wahr sein könnten.

Der Einstieg in dieses Buch fiel mir sehr leicht, denn ich war sofort im Setting drin und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und sorgt auf jeden Fall dafür, dass die Spannung nicht gemindert wird.

Zu Anfang ist es sicherlich für manchen Leser ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass so viel in dieser Geschichte passiert. Schon früh jagt ein Ereignis das nächste, und wirkliche Ruhe oder gar langatmige Stellen finden einfach keinen Platz dazwischen. Unglücklicherweise bedingt diese Art des Erzählens leider auch, dass nicht alle angesprochenen Aspekte in der Tiefe behandelt werden, denn das würde schlicht den Rahmen sprengen. In meinen Augen wurde aber alles Wesentliche mit der nötigen Aufmerksamkeit behandelt, sodass nicht allzu viele offene Fragen übrig blieben.

Axel fand ich eigentlich ganz sympathisch, auch wenn sich zu seiner Hartnäckigkeit des öfteren ein wenig Unpünktlichkeit gesellt. Das macht ihn allerdings auch zu einem sehr menschlichen Protagonisten, der seinen nicht ganz so positiven Eigenschaften reflektiert gegenüber steht.

Das Ende war ein wenig unbefriedigend, kommt es doch etwas abrupt und klärt nicht alle Fragen, die man im Endeffekt noch haben kann. Allerdings steht so auch immer noch die Möglichkeit einer Fortsetzung im Raum, weswegen ich darüber nicht allzu enttäuscht bin.


Fazit
Mit Achtzehn hat Autor Anton Berg ein tolles Thrillerdebüt verfasst. Die Geschichte ist spannend, rasant und verbindet fiktive Elemente mit realen Ereignissen der schwedischen Geschichte.

Von mir gibt es daher viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Kein typischer Krimi, aber genau so wie ich mir einen Island – Krimi vorstelle

Das Netz
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Worum geht’s?
Um in der Schlammschlacht um das Sorgerecht ihres gemeinsamen Sohnes eine bessere Position als ihr Ex zu haben, muss Sonja mehr Geld verdienen. Notgedrungen lässt sie sich auf einen Job als ...

Worum geht’s?
Um in der Schlammschlacht um das Sorgerecht ihres gemeinsamen Sohnes eine bessere Position als ihr Ex zu haben, muss Sonja mehr Geld verdienen. Notgedrungen lässt sie sich auf einen Job als Drogenkurier ein, ist dabei aber stets bemüht, ihre Nebentätigkeit vor ihrem Umfeld versteckt zu halten. Dabei ahnt sie nicht, wie tief sie selber schon in einem Netz aus Lügen und Intrigen verstrickt ist, welches bis tief in ihr persönliches Umfeld reicht. Zu allem Übel wird auch noch der Zollbeamte Bragi am Flughafen auf sie aufmerksam und sieht so kurz vor der Pensionierung noch die Chance, einen großen Coup zu landen.


Meine Meinung
Ich bin ganz ehrlich, der Einstieg in diese Geschichte fiel mir zunächst ein wenig schwer.

Der Schreibstil ist eher ungewöhnlich und wirkte auf mich ziemlich kalt und distanziert. Insgesamt passt das aber einfach zur Stimmung dieser Geschichte und unterstützt diese wirklich gut.

Als ich dann erstmal den Einstieg gefunden hatte, konnte mich Das Netz mit all seinen Verstrickungen und Lügen wirklich mitreißen.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was mir hier in der Umsetzung wirklich gut gefallen hat. So konnte man nicht nur von unterschiedlichen Sichtweisen auf die Geschehnisse profitieren, denn gleichzeitig wurde so auch die Spannung um Längen nach oben geschraubt.

So wirklich identifizieren konnte ich mich mit keinem der Protagonisten, was bei hier jedoch auch nicht unbedingt Sinn und Zweck der Charaktergestaltung war. Der Fokus liegt eher auf den menschlichen Abgründen, den schlechten Charakterzügen und der Verzweiflung, zu der Menschen aus Liebe manchmal getrieben werden können.

Spannend fand ich tatsächlich auch die Ausführungen zur isländischen Bankenkrise, was ich vorher wirklich nicht erwartet hätte. Die Autorin schafft es hier, ein eigentlich ziemlich kompliziertes und vielschichtiges Thema interessant aufzubereiten und mich als Leser auch in längeren Passagen zu fesseln. Im Gegensatz dazu fand ich den Schmuggel dann teilweise schon fast ein wenig zu detailliert beschrieben und stellenweise nicht mehr ganz so spannend gemacht.

Insgesamt war diese Mischung aus verschiedenen Themen, Menschen und Verstrickungen genau das, was diese Geschichte so lesenswert macht. An diese Erzählweise muss man sich zwar erst ein wenig gewöhnen, doch hat man diese kleine Hürde erst einmal genommen, begeistert Das Netz als Auftakt zu einer spannenden Island – Trilogie.


Fazit
Auch wenn Lilja Sigurðardóttir mit Das Netz keinen klassischen Krimi verfasst hat, lässt mich dieses Buch irgendwie noch nicht los. Die extreme Kälte dieser Geschichte mag auf den ersten Blick schockierend wirken, im Nachhinein betrachtet macht dieser Aspekt aber auch den Reiz dieses Buches aus.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Wundervoll illustriertes Mutmachbuch für Kinder

Kleiner Löwe, großer Mut
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Worum geht’s?
Obwohl der kleine Löwe Tobe ein Bein verloren hat, möchte er weiterhin alles machen, was kleine Löwen sonst auch so machen. Ob spielen, schwimmen oder Spaß haben – Das geht schließlich auch ...

Worum geht’s?
Obwohl der kleine Löwe Tobe ein Bein verloren hat, möchte er weiterhin alles machen, was kleine Löwen sonst auch so machen. Ob spielen, schwimmen oder Spaß haben – Das geht schließlich auch mit drei Beinen. Und obwohl seine Freunde ihn zunächst anders behandeln als früher, erkennt Tobe doch recht bald, dass er noch immer alles schaffen kann, was er erreichen möchte – Schließlich ist er noch immer ein echter Löwe.


Meine Meinung
Dieses wirklich schöne Buch zeigt Kindern, dass sie alles schaffen können.

Die Geschichte von Tobe vermittelt einfühlsam und in kindgerechter Sprache, dass körperliche Merkmale nicht entscheidend für das erreichen seiner Träume sind, sondern nur der Glaube an sich selbst. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass gute Freunde auch in schwierigen Situationen zusammen halten sollten-

In dem unternehmungslustigen Löwenkind Tobe finden sich Kinder leicht wieder, und die farbenfrohen Illustrationen unterstützen nicht nur die Geschichte, sondern bringen den kleinen Leser gleichzeitig auch noch die vielfältige Tierwelt Afrikas näher.

Einzig das etwas arg abrupte Ende war ein wenig schade, hier hätte man sicherlich noch ein paar Sätze anhängen können, um das Buch ein wenig besser abzurunden.


Fazit
Kleiner Löwe, großer Mut zeigt Kindern auf einfühlsame und altersgerechte Weise, dass sie ihre Ziele erreichen können, wenn sie an sich selbst glauben. Die wundervollen Illustrationen und die kindgerechten Texte machen dieses Mutmachbuch zu einer tollen Lektüre für Kinder jeden Alters und vermitteln so auch eine Menge Selbstbewusstsein.

Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Leider eher enttäuschend

City of Girls
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Worum geht’s?
Im New York der vierziger Jahre lernt die junge Vivian das Großstadtleben bei ihrer Tante kennen. Als Mädchen vom Lande war sie schon zu Schulzeiten eher eine Rebellin, und als sie schließlich ...

Worum geht’s?
Im New York der vierziger Jahre lernt die junge Vivian das Großstadtleben bei ihrer Tante kennen. Als Mädchen vom Lande war sie schon zu Schulzeiten eher eine Rebellin, und als sie schließlich von einer angesehenen Universität fliegt, entscheiden sich ihre Eltern dazu, sie für einige Zeit nach New York zu schicken. Dort schnuppert sie das erste Mal den Duft der Freiheit und lässt sich von der Lebendigkeit der Metropole mitreißen – Was eine Menge Alkohol, Partys und Männer mit einschließt.


Meine Meinung
Vom Cover und von der Leseprobe ausgehend hatte ich mir leider ein wenig mehr versprochen, als ich schlussendlich tatsächlich bekommen habe.

Der Schreibstil ist überwiegend angenehm zu lesen, trotzdem gibt es immer mal wieder Stellen, an denen sich alles ein wenig zieht. Die Idee, die Protagonistin in Form eines Briefes aus ihrem Leben erzählen zu lassen finde ich zunächst einmal ziemlich kreativ, in diesem Ausmaß und mit dieser Masse an detailreichen Beschreibungen ihres Intimlebens war mir das dann jedoch schon ein wenig zu viel des Guten.

Mit der Protagonistin selber konnte ich mich ehrlich gesagt nicht identifizieren. Sie geht insgesamt einfach sehr naiv an das Leben heran und hat in meinen Augen während der gesamten Geschichte keine wirkliche Entwicklung durchgemacht. Darüber hinaus ist ihr New Yorker Leben wirklich ein wenig exzessiv und diese Beschreibungen im Brief einer knapp neunzigjährigen Frau an eine Siebzigjährige wirken auf mich nicht gerade authentisch.

Was ich außerdem ein wenig anstrengend fand, war die Distanziertheit mit der so manche Ereignisse geschildert wurden. So konnte ich einfach nicht wirklich in die Geschichte eintauchen und auch keine emotionale Bindung zur Protagonistin Vivian aufbauen, was das Lesen irgendwann wirklich anstrengend gemacht hat.


Fazit
Von City of Girls hatte ich eine deutlich mitreißendere Storyline erwartet. Die Protagonisten konnten mich leider nicht so wirklich berühren und haben mich stattdessen zeitweise sogar eher gelangweilt. Die große Begeisterung für dieses Buch kann ich daher leider nicht teilen.

Von mir gibt es daher nur zwei Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere