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Veröffentlicht am 27.01.2024

Eine ganze Menge überraschender Wendungen

Die Verlorenen Briefe
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Worum geht’s?
Tag für Tag sitzt Iode vor seiner kleinen Hütte am Strand und wartet auf den Clownfisch, der ihm einen Brief seiner Mutter bringen soll. Als der aber einfach nicht ankommt, beschließt er, ...

Worum geht’s?
Tag für Tag sitzt Iode vor seiner kleinen Hütte am Strand und wartet auf den Clownfisch, der ihm einen Brief seiner Mutter bringen soll. Als der aber einfach nicht ankommt, beschließt er, gemeinsam mit seinem Freund dem Pelikan in die Stadt zu fahren – und begibt sich dabei auf ein Abenteuer, das sein ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.


Meine Meinung
Diese Graphic Novel hat mich definitiv überrascht und mit einigen der Wendungen teilweise auch ziemlich kalt erwischt. Der Klappentext verrät nämlich in meinen Augen so wenig von der Handlung und macht trotzdem neugierig auf die Geschichte, dass ich mich jetzt nach dem Lesen fast ein wenig erschlagen fühle.

Das Setting der Geschichte hat mir zunächst einmal wirklich gut gefallen, da Menschen und Fische in derselben Welt in meinen Augen definitiv eine frische Idee waren. Der Zeichenstil war dabei unglaublich schön gemacht, gleichzeitig aber individuell genug, um tatsächlich lediglich von Studio Ghibli inspiriert und keine Kopie davon zu sein.

Über die Figuren erfährt man erst im Laufe der Handlung etwas mehr, was bei mir am Anfang zu ein wenig Orientierungslosigkeit geführt hat. Ich habe weder Iode, noch Francine so wirklich greifen können und habe mich eher wie ein Zuschauer in zweiter Reihe gefühlt, was erst mit der Zeit deutlich besser wurde.

Zu Beginn der Geschichte war ich so zunächst auch noch ein wenig verwirrt und wusste nicht so recht, wohin die Reise eigentlich gehen sollte, auf das Abenteuer der Protagonisten konnte ich mich dann aber ziemlich schnell einlassen. Das hat sich meiner Meinung nach auch wirklich ausgezahlt, denn der Handlungsbogen hat so viele Wendungen und Überraschungen bereitgehalten, dass ich die gesamte Geschichte am Ende des Buches noch einmal mit völlig anderen Augen gesehen habe und tatsächlich die ein oder andere Träne verdrücken musste.


Fazit
Wer nach einer wirklich berührenden Geschichte mit einer Vielzahl an überraschenden Wendungen und jeder Menge emotionaler Entwicklungen sucht, der wird hier zu einhundert Prozent fündig. Der Stil lässt sich dabei wirklich am besten mit „vom Studio-Ghibli-Stil inspiriert“ beschreiben, was für mich definitiv ein weiterer Pluspunkt und Grund für ein wirklich schönes Leseerlebnis war.

Dafür gibt es volle fünf Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2024

Spannender Reihenauftakt mit schwächelnden Figuren

Im Kopf des Bösen - Der Sandmann
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Worum geht’s?
Als auf einem Feld ein halb erfrorener Junge entdeckt wird, sollte das eigentlich kein Grund zur Freude sein. Für die Sonderkommission um Fallanalytikerin Sophie Kaiser ist das jedoch die ...

Worum geht’s?
Als auf einem Feld ein halb erfrorener Junge entdeckt wird, sollte das eigentlich kein Grund zur Freude sein. Für die Sonderkommission um Fallanalytikerin Sophie Kaiser ist das jedoch die erste vielversprechende Spur in einer Reihe von Serienmorden, denen schon sechs weitere Jungen zum Opfer gefallen sind. Während das Opfer im Krankenhaus um sein Leben kämpft, zieht Sophie eine Verbindung zu einem lang zurückliegenden Fall – und muss sich nicht nur auf eine Reise in die Vergangenheit begeben, sondern auch auf eine zu den schlimmsten Abgründen der menschlichen Psyche.


Meine Meinung
Ich bin riesiger True Crime Fan und muss daher natürlich nicht besonders lange überredet werden, wenn es irgendetwas Neues gibt, das sich mit diesem Thema beschäftigt. Dieser Reihenauftakt war da natürlich keine Ausnahme, vor allem dann nicht, wenn es die Aussicht auf weitere Bände gibt.

Was ich erst einmal sehr spannend gemacht fand, waren die wechselnden Perspektiven und das Autorenduo, das die zwischen sich aufgeteilt hat. Meiner Meinung nach hat man das beim Lesen nicht störend bemerkt, die deutlichen Unterschiede zwischen den Figuren fand ich so aber definitiv wesentlich besser greifbar.

Besonders gut gefallen hat mir dann natürlich auch der Fall an sich, da ich mich bei den Ermittlungsarbeiten nie gelangweilt habe und bis zum Schluss wissen wollte, wie es weitergeht und wer denn nun der Täter ist. Auch der parallel behandelte Fall hat sich meiner Meinung nach gut in den Handlungsbogen eingefügt, auch wenn ich zu Beginn der Geschichte und ohne die ersten Verknüpfungen der beiden Fälle ein wenig irritiert über den Aufbau des Buches war und mich nach dem Zusammenhang gefragt habe. Hilfreich waren da dann insbesondere irgendwann die Zeitsprünge, die mein Interesse hoch gehalten haben und trotz der zunehmenden Zusammenführung aller Handlungsfäden keine Langeweile haben aufkommen lassen.

Was mich hinsichtlich der Figuren dann allerdings irgendwann ein wenig gestört hat, waren die ständigen Betonungen von Sophies Andersartigkeit. Für mich steht zwar völlig außer Frage, dass sie an sich eine interessante Figur ist, über die ich gerne mehr erfahren möchte und die durch ihren Autismus einen wichtigen Beitrag für mehr Sichtbarkeit, vor allem in der Literatur leistet. Dass aber in jedem Kapitel erwähnt werden muss, dass sie so ungewöhnlich ist und niemand damit klar kommt, hat mich am Ende des Buches einfach massiv gestört und ihren Charakter darüber hinaus nicht besonders mehrdimensional gestaltet, was in meinen Augen so ziemlich den Zweck ihrer Figur verfehlt hat.


Fazit
Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass der Einstieg in dieses Buch nicht für alle ganz leicht war, ist die Geschichte an sich ein absoluter Volltreffer für alle True-Crime-Fans. Ich bin auf jeden Fall jetzt schon sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe und darauf, wie sich die Figuren weiterentwickeln werden.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2024

Märchenadaption mit Rollentausch

Rotwölfchen
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Worum geht’s?
Die Geschichte von Rotkäppchen wird vermutlich so ziemlich jeder kennen – die Geschichte vom Rotwölfchen allerdings eher weniger. Der kleine Wolf soll eigentlich mit einem Kaninchen zur kranken ...

Worum geht’s?
Die Geschichte von Rotkäppchen wird vermutlich so ziemlich jeder kennen – die Geschichte vom Rotwölfchen allerdings eher weniger. Der kleine Wolf soll eigentlich mit einem Kaninchen zur kranken Großmutter gehen und dabei auf gar keinen Fall dem Jäger und seiner Tochter in die Arme laufen. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn der kleine Wolf ist ein Träumer – und das wird ihm schnell zum Verhängnis.


Meine Meinung
Märchenadaptionen lese ich ja ohnehin schon mit Begeisterung, wenn man dann aber wie hier auch noch eine Graphic Novel draus macht und der Geschichte einen völlig neuen Anstrich verpasst, hat man meine Aufmerksamkeit völlig sicher.

Die Idee der Umkehr der Geschichte fand ich sehr gelungen, auf den Gedanken muss man schließlich auch erst einmal kommen. Auch die Moral am Ende der Geschichte fand ich sehr schön verpackt, vor allem wenn man sich den Ausgang anderer Märchen anschaut.

Was für mich hier aber tatsächlich im Vordergrund stand, waren die in meinen Augen unglaublich schön gemachten Illustrationen. Der Zeichenstil ist auf jeden Fall einzigartig und weckt beim Lesen das Interesse, was ich in Kombination mit dem gelungenen Inhalt sehr gelungen fand.

Ob die Geschichte wirklich ab fünf Jahren geeignetes Lesematerial ist, kann man natürlich bei Märchen ganz generell hinterfragen. Da aber auch die gruseligeren Szenen meiner Meinung nach verhältnismäßig harmlos waren, hat mir die Umsetzung insgesamt sehr gut gefallen.


Fazit
Wer Märchenadaptionen mag, wird auch an dieser hier sicherlich viel Freude haben. Der Rollentausch ist definitiv ein sehr interessanter Aspekt, der aus einer bekannten Geschichte eine neue Erzählung mit wunderschöner Gestaltung macht, für die es definitiv eine Leseempfehlung von mir gibt.

Dafür gibt es fünf Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 25.01.2024

Niedliche Superheldencomics zum Einstieg

Mein erster Comic: Batman und seine Superfreunde
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Worum geht’s?
Superman und seine Freunde haben wie immer viel zu tun – denn die Menschen werden nicht nur von Naturkatastrophen, sondern auch von verrückten Wissenschaftlern und ihren Plänen für die Weltherrschaft ...

Worum geht’s?
Superman und seine Freunde haben wie immer viel zu tun – denn die Menschen werden nicht nur von Naturkatastrophen, sondern auch von verrückten Wissenschaftlern und ihren Plänen für die Weltherrschaft bedroht. Zum Glück halten die heldenhaften Freunde immer zusammen, denn die Menschheit verlässt sich auf sie und ihre Superkräfte.


Meine Meinung
Eigentlich ist das DC-Universum ja gar nicht meine erste Adresse, bei diesem niedlich gemachten Buch musste ich dem Marvel-Universum dann aber doch kurz mal untreu werden.

Dass die wichtigsten Superhelden des DC-Universums zusammenarbeiten, ist definitiv eine witzige Idee. Als Einstieg in die Superhelden- und Comic-Welt finde ich dieses Buch für kleine Leseratten daher perfekt gestaltet, um nicht gleich mit komplizierten Hintergrundgeschichten und mehrdimensionalen Handlungssträngen verwirrt zu werden. Besonders hilfreich waren dabei die kleinen Steckbriefe zu den Protagonisten und die über das gesamte Buch verteilten Infokästen, die alle Figuren mit ihren wichtigsten Eigenschaften knapp vorgestellt haben.

Die Gestaltung war in meinen Augen schön bunt und ansprechend, gleichzeitig aber auch nicht zu überladen, sodass man beim Lesen nicht von der eigentlichen Geschichte abgelenkt wurde. Gut gefallen hat mir außerdem auch, wie interaktiv das Buch insgesamt gestaltet wurde. Zwischen den Kapiteln gab es immer wieder kleine Rätsel oder Bastelaufgaben, die zum Mitmachen eingeladen und das Buch nicht nur zu einem Leseabenteuer gemacht haben.


Fazit
Als ersten Comic und einen Einstieg in die Welt der Superhelden fand ich dieses Buch sehr gelungen, insbesondere weil es sich nicht nur auf den Text und die Bilder, sondern auch auf interaktive Einschübe konzentriert hat. Auch die Betonung von Werten wie Freundschaft oder Fairness fand ich für Kinder passend, sodass die drei Geschichten auch über das eigentliche Lesen hinaus einen Mehrwert hatten.

Von mir gibt es dafür alle fünf Bücherstapel.

Veröffentlicht am 22.01.2024

Was am Perfektionismus so alles überhaupt nicht perfekt ist

Nie gut genug
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Meine Meinung
Perfektionismus ist in Zeiten von Selbstoptimierung sicherlich ein Thema, mit dem sich so einige Menschen identifizieren können – manchmal mehr, und manchmal vielleicht auch ein bisschen ...

Meine Meinung
Perfektionismus ist in Zeiten von Selbstoptimierung sicherlich ein Thema, mit dem sich so einige Menschen identifizieren können – manchmal mehr, und manchmal vielleicht auch ein bisschen weniger bewusst. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen ist aber definitiv eine gute Idee, weshalb ich auch sehr gespannt auf die Umsetzung dieses Buches war.

Strukturell hat mir die Hinführung sehr gut gefallen, da vom den Ursachen bis hin zu den Folgen von Perfektionismus einmal alle wesentlichen Punkte, die zum Verständnis der Thematik von Interesse sind abgedeckt wurden. Im Grunde dürfte den meisten Lesern bei der Lektüre zwar schon klar sein, in welchen Bereichen und mit welchen Folgen Perfektionismus in unserem Alltag anzutreffen ist, eine komprimierte Übersicht finde ich persönlich aber für eine bewusste Beschäftigung mit dem Thema durchaus praktisch.

Die Mischung aus Informationstext und Beispielen hat mir ebenfalls gut gefallen, da man so recht locker durch das Buch kam und der Informationsgehalt auf Dauer nicht zu trocken, sondern sehr greifbar und alltagsnah dargestellt wurde. Tatsächlich hätte ich eine wissenschaftliche Perspektive noch sehr interessant gefunden, auch wenn ich die auf persönlichen Eindrücken basierenden Beobachtungen und Argumentationen des Autors durchaus nachvollziehen kann. Für ein Sachbuch bin ich persönlich aber trotzdem der Meinung, dass belegbare Fakten und wissenschaftliche Grundlagen einfach grundsätzlich etwas glaubwürdiger sind, als eher subjektive Eindrücke, auch wenn diese für mich nachvollziehbar sind.


Fazit
Auch wenn die konkreten Beispiele häufig sehr US-amerikanisch zentrierte Betrachtungen aufweisen, lassen sich die allgemeinen Beobachtungen und Empfehlungen auch auf andere Kulturkreise übertragen. Wirklich wissenschaftlich war das Buch dabei zwar nicht – aber um sich mit dem Thema Perfektionismus auseinanderzusetzen und die eigene Einstellung zu reflektieren, eignet es sich auf jeden Fall.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.