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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2025

Positiv überrascht

Shield of Sparrows
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Der Markt an Romantasy Büchern ist im Moment groß und kaum überschaubar. Da die Inhalte oft ähnlich klingen, sind meine Erwartungen oft eher zurückhaltend. Dieser Roman hat mich aber sehr überrascht und ...

Der Markt an Romantasy Büchern ist im Moment groß und kaum überschaubar. Da die Inhalte oft ähnlich klingen, sind meine Erwartungen oft eher zurückhaltend. Dieser Roman hat mich aber sehr überrascht und das positiv.
Die Geschichte beginnt langsam und auch die Protagonistin Odessa konnte mich zu Beginn nicht überzeugen, zu sehr lässt sie sich von ihren Eltern und ihrer Schwester herumschubsen. Erst mit der überraschenden Zwangsheirat kann man als Leser erleben, wieviel stärker Odessa ist. Der langsame Aufbau lässt Platz für Odessas innere Entwicklung und gibt der Autorin die Möglichkeit für ein atmosphärisch dichtes Worldbuilding. Dazu kommt eine sehr langsam aufkeimende Liebesgeschichte, die zwar nicht wirklich überraschend war, aber mir dennoch sehr gefallen hat, da sie nicht zu kitschig wurde.
Mir hat besonders gefallen, dass der Roman immer wieder überraschende Wendungen hatte und ich als Leserin bei der Vielzahl an Geheimnissen mit der Protagonistin miträtseln konnte. Die Geschichte nahm immer mehr an Spannung und Geschwindigkeit zu. Zum Teil wurde es brutal, es passte aber zur Geschichte.
Für mich ein spannungsgeladener Roman, der zwar aber einen langsamen Aufbau hat, aber dennoch nicht langatmig ist. Die Protagonisten sind mir sympathisch und ihre Entwicklung ist schlüssig. Zu den Nebencharakteren hätte ich gerne mehr erfahren, aber vielleicht kommt dies noch in den Folgebänden. Das Worldbuilding ist sehr gelungen, ich konnte mir die verschiedenen Handlungsorte und auch die Monster sehr gut vorstellen. Ich kann es kaum erwarten den Folgeband zu Lesen, da das Ende auch noch so viele Fragen offenließ.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Nichts für Anfänger und Anfängerinnen

Ich stricke Socken - cosy & trendy
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Ich stricke gerne Socken und freue mich über neue Inspirationen, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Wie auf dem Cover versprochen, werden 20 verschiedene Modelle vorgestellt. Das meiste sind ...

Ich stricke gerne Socken und freue mich über neue Inspirationen, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Wie auf dem Cover versprochen, werden 20 verschiedene Modelle vorgestellt. Das meiste sind Sockenmodelle in kurz und lang, entweder mit 4facher oder 6facher Sockenwolle gestrickt. Die verwendeten Garne sind von Lang, aber das Sockenwolle immer sehr ähnlich ist, ist es kein Problem andere Marken zu nehmen. Die Anleitungen sind für Größen von 35-42.
Das vorgestellt buch verfolgt keine bestimmte Linie, die vorgestellten Muster sind sehr bunt gemischt von komplizierten Ajour Muster zu Ringelsocken. Dabei ist zu beachten, dass man ein ordentliches Grundwissen benötigt, um die Anleitungen zu verstehen, denn es wird nicht wirklich viel erklärt. Das Einzige, was ausführlicher erklärt wird, sind die 3 verschiedenen Möglichkeiten Fersen zu stricken. Alles andere, z.B. mehrfarbiges Stricken, muss man entweder schon wissen oder sich selbst zusammensuchen. Im Buch steht auch, dass man im Internet zu den Techniken viele Videos findet. Das stimmt, aber warum brauche ich dann das Buch? Denn im Endeffekt ist das Buch eine Sammlung von 19 verschiedenen Socken und ein Stulpen Design.
Mir fehlte ein wenig das Persönliche, denn die Autorin erklärt nicht, warum sie dieses Design ausgewählt hat und warum sie alles auf einer Rundstricknadel strickt. Die Muster haben nichts, was sie verbindet. Wenn man ein reines Musterbuch sucht, welches sehr unterschiedliche Designs bietet, ist man hier richtig, wenn man aber mehr möchte, vielleicht auch Erklärungen zu den einzelnen Techniken, dann sollte man sich ein anderes Sockenstrickbuch suchen.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Eine wunderbare Satire

Das Geschenk
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Als 2024 der botswanische Präsident gedroht hatte Elefanten nach Deutschland zu schicken, als Revanche, weil Deutschland die Einfuhr von Jagdtrophäen verboten hatte, dachte ich das geschieht der scheinheiligen ...

Als 2024 der botswanische Präsident gedroht hatte Elefanten nach Deutschland zu schicken, als Revanche, weil Deutschland die Einfuhr von Jagdtrophäen verboten hatte, dachte ich das geschieht der scheinheiligen westlichen Welt gerade recht. Ich bin kein Freund von Jagen als Sport, aber ich kann verstehen, dass ein afrikanischer Präsident es anmaßend findet, dass hier in Deutschland entschieden wird, mit getöteten Elefanten darf kein Geld verdient werden. Denn hier in Deutschland muss man sich auch nicht mit den Auswirkungen von Großtieren auseinandersetzen. Hier ist das Geschrei schon groß, wenn ein Wolf auftaucht, wie wäre es erst, wenn hier wieder Bisons und Großbären rumliefen.
Umso erfreuter war ich, dass sich Gaea Schoeter diesem Thema angenommen hat und das in wunderbarer satirischer Form. In ihrem Roman macht der botswanische Präsident ernst und schickt die Elefanten wirklich nach Deutschland. Erst nach und nach wird den Regierenden und der Bevölkerung bewusst, was das bedeutet. Der fiktive Bundeskanzler Hans Christian Winkler manövriert sich in der Folge durch medienwirksame PR-Auftritte und politische Floskeln. Dabei offenbart sich eine Gesellschaft, die zwischen Sensationslust, Mitgefühl, Fremdenfeindlichkeit und ökologischem Wunschdenken hin- und hergerissen ist. Wie so oft werden Elefantenbabys wegen ihrer Niedlichkeit bejubelt, aber ein Elefant, der den Vorgarten zertrampelt, verdammt.
Mir hat besonders gefallen, wie die Autorin gekonnt den Finger auf die Selbstgerechtigkeit der westlichen Welt zeigt. Dabei bleibt das Buch leicht und locker mit viel trockenem Humor. Es macht Freude es zu lesen. Ein schmales, humorvolles Buch für zwischendurch, welches aber auch zum Nachdenken anregt und vielleicht dafür sorgt, die Probleme der Welt nicht immer vom westlichen Von-oben-herab-Blick zu betrachten.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein wütender Roman

Iron Widow - Rache im Herzen
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Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und Fantasy Literatur und habe seit kurzem asiatische Science-Fiction für mich entdeckt. Da passte der Roman sehr gut zu meinen Interessen, auch wenn die Autorin ...

Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction und Fantasy Literatur und habe seit kurzem asiatische Science-Fiction für mich entdeckt. Da passte der Roman sehr gut zu meinen Interessen, auch wenn die Autorin in Kanada lebt.
Der Roman ist eine Mischung zwischen Mecha-Action, chinesischer Geschichte/Mythologie, feministischer Wut und dystopischem Weltenbau. Zum einen also sehr altertümlich, was vor allem die dargestellte Gesellschaft und ihre Traditionen angeht und anderseits sehr futuristisch, wenn es die Kampfroboter betrifft. In dieser Welt gigantische kämpfen riesige Mecha-Roboter, sogenannte Chrysalises, das Land gegen außerirdische Angreifer, die Hunduns. Diese Roboter werden von einem männlichen und einem weiblichen Piloten gesteuert, wobei Letztere in der Regel im Prozess sterben, da ihnen wortwörtlich die Lebensenergie entzogen wird, um die Maschinen zu betreiben. Die Gesellschaft akzeptiert dieses tödliche System als notwendig. Denn insgesamt haben Frauen wenig bis keine Rechte.
Die Autorin nimmt immer wieder direkt Bezug aus der Kulturgeschichte des alten Chinas. Besonders das Füße Binden wird immer wieder angesprochen. Eine Tradition, die bis ins 20 Jh. In China verbreitet war und die weiblichen Füße wegen eines Schönheitsideals verstümmelte. Auch die Konflikte zwischen Han Chinesen und den anderen Völkern der Region wird angesprochen. Diese Mischung zwischen Alt und Zukunft fand ich sehr gelungen.
Nicht so sehr gelungen fand ich die Charaktere. Die Protagonistin Zetian ist wütend, eigentlich die ganze Zeit. Ihre Wut ist verständlich, aber dass sie dabei emotionslos über Leichen geht, fand ich anstrengend. Ich konnte mich nur schwer mit ihr identifizieren. Die Autorin erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive und verleiht Zetian eine starke, zornige Stimme, die sich durch den gesamten Roman zieht. Sie kämpft gegen das System genauso unbarmherzig, wie das System zu Frauen ist. Ob das der richtige Weg für den Feminismus ist, sei dahingestellt.
Es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber auch diese konnte mich emotional nicht überzeugen, es ist eine queere, polyamoröse Dreiecksgeschichte, die natürlich auch gegen die Konventionen kämpft.
Fazit: Zetians Wut überschattet den gesamten Roman. Während der Beginn noch sehr schnell und spannend war, wurde es für mich dann immer langatmiger. Zetian entwickelte sich wenig weiter. Ich hätte mir auch gewünscht, die Nebencharaktere wären mehr ausgebaut. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist für mich gelungen und man hätte diese noch mehr ausbauen können. Vieles konnte ich mir nur schwer vorstellen, vor allem diese Mecha-Roboter und ihr Kampf. Für mich ein interessanter Roman, der leider zu wenig Zeit ins Worldbuilding und Charakterzeichnung verwendete.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Rätseln bis zum überraschenden Ende

Das heimliche Zimmer: Thriller
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Trotz, dass es bereits der 10. Teil der Reihe um die Kommissarin Laura Kern ist, kann der Roman auch gut unabhängig voneinander gelesen werden, da die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Nur wenn man ...

Trotz, dass es bereits der 10. Teil der Reihe um die Kommissarin Laura Kern ist, kann der Roman auch gut unabhängig voneinander gelesen werden, da die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Nur wenn man auch mehr an der Entwicklung der Protagonisten und ihre privaten Verwicklungen interessiert ist, ist es sinnvoll die Reihe chronologisch zu lesen.
Die Thriller von Catherine Shepherd beginnen oft aus der Sicht des Opfers, so dass ich als Leserin sofort emotional im Verbrechen dabei bin. Diesmal startete der Roman aus Sicht eines Freundes des Opfers oder seinen Mörder, man weiß es nicht oder besser er weiß es selbst nicht. Sehr geschickt der Einstieg, denn damit beginnt das Ratespiel.
Eine große Stärke der Romane der Autorin ist es, dass sie es schafft falsche Fährten, überraschende Wendungen und ein ständiges Gefühl der Bedrohung durchgängig im Roman abzubilden. Dazu ist der Erzählstil gewohnt packend: kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Auch die Charakterzeichnung ist gelungen. In diesem Teil sind die privaten Probleme der Ermittler eher im Hintergrund, was mir gut gefiel, aber dennoch ist die Charakterzeichnung nicht oberflächlich. Die Ermittler haben Ecken und Kanten und wirken damit umso menschlicher.
Mich hat dieser Teil wieder mehr überzeugt als der Vorgängerband, da die Geschichte für mich noch überraschender gestaltet war.

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