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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2025

Was macht mein Leben aus?

Das Leben ist ungerecht
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Der Titel „Das Leben ist ungerecht und das ist auch gut so“ hat sofort mein Interesse geweckt. Diese Aussage erscheint mir wie ein Widerspruch in sich. Doch die Keynote-Speakerin Miriam Höller zeigt in ...

Der Titel „Das Leben ist ungerecht und das ist auch gut so“ hat sofort mein Interesse geweckt. Diese Aussage erscheint mir wie ein Widerspruch in sich. Doch die Keynote-Speakerin Miriam Höller zeigt in ihrem Buch, dass es auch anders sein kann.

Miriam Höller ist mir aus dem Motormagazin GRIP und als Stuntfrau bekannt. Jahrelang lebte sie auf der Überholspur, bis das Schicksal innerhalb kurzer Zeit brachial zuschlägt. Bei einem Stunt bricht sie sich beide Füße, und während ihrer Rehabilitation verunglückt ihr Lebenspartner tödlich. Diese einschneidenden Ereignisse ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Miriam will am Leben verzweifeln, doch sie steht immer wieder auf und schildert eindrucksvoll ihren Kampf gegen sich selbst. „Darf man nach einem tragischen Verlust wieder glücklich sein?“ Diese Frage beantwortet sie aus tiefstem Herzen mit einem klaren „Ja“.

„Es geht um den Umgang mit Herausforderungen und die Fähigkeit, an Tiefschlägen zu wachsen.“ Für mich sind das die Kernaussagen des Buches. Es ist ein Ratgeber für Menschen, die am Leben verzweifeln, und Miriam gibt ihren Lesern Mut und Zuversicht, das Leben zu verändern und viele Dinge, die negativ erscheinen, positiv zu bewerten.

Mir persönlich war es manchmal etwas zu viel von den guten Worten und Dogmen. Daher vergebe ich nur vier Sterne. Aber vielleicht braucht es im Leben einfach Menschen, die andere inspirieren und anleiten. Die Hallen, die Miriam als Rednerin füllt, sprechen eindeutig dafür!

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Fünf Frauen - Fünf Geheimnisse

Die Villa
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Der Thriller spielt auf zwei Zeitebenen:

Damals
Es sollte eine unvergessliche Party werden, so der Plan der ersten Brautjungfer. Feiern und Spaß haben in Marbella. Doch für eine von ihnen endet der Junggesellenabschied ...

Der Thriller spielt auf zwei Zeitebenen:

Damals
Es sollte eine unvergessliche Party werden, so der Plan der ersten Brautjungfer. Feiern und Spaß haben in Marbella. Doch für eine von ihnen endet der Junggesellenabschied tödlich: Aiofe, die zukünftige Braut, wird ermordet. Nicht nur Aiofe, sondern auch ihre vier Freundinnen haben Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen – mit verheerenden Folgen.

Heute
Dani, eine der Freundinnen, kehrt drei Jahre später mit den anderen Frauen an den Ort des Geschehens zurück. Sie sucht einen Abschluss für das damalige Grauen – aber nicht nur sie hat ihre Gründe für diese Reise. Jede der Beteiligten bringt ihre Geheimnisse mit, die noch immer zwischen ihnen stehen.

Der Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Zeile gepackt. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen und die Perspektiven aus Sicht der Freundinnen sorgen für durchgehende Spannung. Alte Konflikte brechen auf, und vieles ist nicht so, wie es scheint. Jess Ryder versteht es wieder einmal, die Leser mit ihrer Story in den Bann zu ziehen.

Ein wenig erinnert mich die Geschichte an „One of the Girls“ von Lucy Clarke. Persönlich fand ich die Partys ein wenig zu sehr ausgeufert – zu freizügig, zu viel Alkohol. Vielleicht sind Junggesellenabschiede an so mondänen Orten wie Marbella heutzutage einfach so.

Dennoch gibt es von mir für diesen Thriller eine klare Leseempfehlung. Man meint, seine Freunde zu kennen – doch dieser Roman beweist das Gegenteil!

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Veröffentlicht am 27.11.2024

Bodyguard wird zur Zielscheibe

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Zunächst muss ich ganz ehrlich gestehen, das ich bisher keinen Krimi von Richard Osman gelesen habe. Aber dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Amy Wheeler, Bodyguard, gerät ins Fadenkreuz ...

Zunächst muss ich ganz ehrlich gestehen, das ich bisher keinen Krimi von Richard Osman gelesen habe. Aber dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Amy Wheeler, Bodyguard, gerät ins Fadenkreuz eines Mörders während sie die Bestseller-Autorin Rosie beschützt. Da sie niemandem vertrauen kann, bittet sie Steve, ihren verwitweten Schwiegervater, seines Zeichens Ex-Kriminalkommissar ihr zu helfen.
Die Protagonisten sind jeder auf seine Art speziell und doch sympathisch.
Rosie, Thriller Autorin, reich, erfolgreich und immer für Extravagantes zu haben (wohl auch berufsbedingt), Steve pensionierter Ermittler, welchem sein beschauliches Leben und sein Kater Trouble völlig ausreichen und natürlich Amy, couragierte Personenschützerin.
Die Story nimmt rasant an Fahrt auf, es gibt spannende Entwicklungen und Wendungen und lässt mich an so einigen Stellen schmunzelnd zurück. Gerade die Szenen mit Trouble kommen jedem Katzenbesitzer sicherlich bekannt vor. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und so ist man hautnah beim Geschehen dabei und meist trotzdem überfragt. Die drei werden in eine rasante Mörderjagd hineingezogen, ein Katz-und-Maus-Spiel, dass sie mit Rosies Privatjet quer über den Globus führt. Der Humor hat mir besonders gut gefallen, ebenso wie die Wortwechsel zwischen den Personen.
Ich bin förmlich durch dieses Buch geflogen und freue mich auf die bereits angekündigten weiteren Fälle der drei.

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Veröffentlicht am 19.11.2024

Authentische Erzählung

Strong Female Character
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Fern Brady lässt uns in ihrem Buch tief in ihre Welt eintauchen. Sie beschreibt mit schonungsloser Ehrlichkeit, wie es ist, mit Autismus in einer oft unverständigen Gesellschaft zu leben und wie das auch ...

Fern Brady lässt uns in ihrem Buch tief in ihre Welt eintauchen. Sie beschreibt mit schonungsloser Ehrlichkeit, wie es ist, mit Autismus in einer oft unverständigen Gesellschaft zu leben und wie das auch ihr Privatleben beeinflusst. Der Erzählstil hat mir besonders gut gefallen. Die Autorin schafft es, mit ihrem Humor und einer direkten, manchmal scharfen Art, die Leser zu fesseln. Es ist wirklich mutig, so offen über einen Teil ihrer Persönlichkeit zu sprechen, den sie selbst nicht in jeder Facette versteht. Allerdings waren mir die Rückblenden stellenweise etwas zu verworren, was das Lesen manchmal erschwert hat. Einige Passagen wirken auch wie eine Abrechnung mit bestimmten Personen in ihrem Leben. Trotzdem ist das Buch eine Art Coming-Out: Fern Brady versteckt sich nicht mehr und geht mit ihrem Autismus so offen wie möglich um. Besonders wertvoll finde ich das Werk in Hinblick auf junge Menschen, die möglicherweise noch auf eine Diagnose warten oder Schwierigkeiten haben, sich selbst zu verstehen. Bei Frauen wird Autismus meist sehr spät diagnostiziert, wenn es überhaupt zur Diagnose kommt. Auch wenn ich selbst nicht direkt mit Autismus zu tun habe, fand ich diesen Blick einer betroffenen Person sehr interessant, besonders in Bezug auf die sogenannten „Meltdowns“, bei denen die Betroffenen von ihren Gefühlen übermannt werden und es eine Art Kurzschluss-Reaktion gibt. Die angesprochenen Themen rund um Feminismus und Sexismus werden im Buch zwar angeschnitten, aber die Ausführungen gehen nicht so tief, wie ich es mir gewünscht hätte. Das klingt jetzt vielleicht nach viel Kritik, aber insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen, und ich spreche auf jeden Fall eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 04.11.2024

Mystisch!

Das Haus der Bücher und Schatten
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Endlich wieder ein neues Buch von Kai Meyer mit Leipzigs geheimnisvollem graphischen Viertel als Kulisse! Wie auch schon in seinen Vorgängern spielt "Das Haus der Bücher und Schatten" auf zwei Zeitebenen: ...

Endlich wieder ein neues Buch von Kai Meyer mit Leipzigs geheimnisvollem graphischen Viertel als Kulisse! Wie auch schon in seinen Vorgängern spielt "Das Haus der Bücher und Schatten" auf zwei Zeitebenen: 1933 rettet der ehemalige Kommissar Cornelius Frey eine junge Frau vor dem Suizid und gerät kurze Zeit später in tiefe politische und gesellschaftliche Abgründe. Der zweite Handlungsstrang beginnt 1913, als die Lektorin Paula Engel mit ihrem Verlobten ins verschneite Baltikum reist, um das Manuskript des Schriftstellers Aschenbrand abzuholen. Doch das Paar verschwindet spurlos - und ich wusste, dass Meyer die Fäden dieser beiden Geschichten auf spannende Weise zusammenführen würde.
Besonders gelungen finde ich, wie Meyer die beiden Zeitebenen miteinander verknüpft und mit der Mischung aus Kriminalroman und mystischem Geschehen eine unheimliche Atmosphäre schafft. Doch auch wenn ich das Buch förmlich verschlungen habe, war ich am Ende etwas enttäuscht. Die Entwicklung der Handlung wirkte auf mich zum Schluss hin etwas weniger stimmig, und einige Zusammenhänge blieben für mich unklar. Trotz dieser Schwächen hat mich die Wandlung der Geschehnisse immer wieder überrascht. Man muss die beiden anderen Bücher nicht zwingend gelesen haben, dennoch hat es mich gereizt,  Querverbindungen zu Personen und Schauplätzen zu suchen und auch zu finden.
Ein beeindruckendes, fesselndes Leseerlebnis, welchen den beiden Vorgängerbüchern um nichts nachsteht. Leseempfehlung - die düstere Magie Leipzigs sollte man sich nicht entgehen lassen!

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