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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2020

Düsteres, spannendes Hörbuch

Das Gewissen der Toten
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„Das Gewissen der Toten“ ist der dritte Band einer mehrteiligen Reihe um die englischen Ermittler Jackman und Evans. Die vorherigen Bände kenne ich nicht, aber das ist meiner Meinung kein Nachteil. Das ...

„Das Gewissen der Toten“ ist der dritte Band einer mehrteiligen Reihe um die englischen Ermittler Jackman und Evans. Die vorherigen Bände kenne ich nicht, aber das ist meiner Meinung kein Nachteil. Das liegt zum einen, dass die Fälle abgeschlossen sind und zum anderen gerade bei diesem Band steht Carter McLean im Mittelpunkt und die beiden Ermittler der Reihe sind eher Randfiguren.
Das Hörbuch beginnt actionreich. Das Flugzeug von Carter und seinen besten Freunden stürzt ab. Der Autor beschreibt die Details sehr gut, ich fühlte mich fast wie mit im Flugzeug. Carters Freunde sterben, er überlebt und verzweifelt fast daran. Er sieht seine toten Freunde überall und zieht sich zurück. Aber dann glaubt er zu wissen, was seine Freunde von ihm wollen. Er soll noch ihren letzten Wunsch erfüllen. Das funktioniert auch gut, bis auf den letzten.
Zu Beginn dachte ich noch, dass diese Geschichte sehr mystisch wird mit den Geistern und ihren Geheimnissen. Aber schließlich ist es doch ein Krimi mit einem unerwarteten Ende.
Die Charaktere sind sehr gelungen, die Gefühle von Carter sind sehr gut beschrieben. Auch die Atmosphäre ist dich und oft sehr düster. Die Geschichte wirkte am Anfang etwas unrealistisch, wurde dann für mich aber immer nachvollziehbarer. Den Sprecher Uve Teschner kenne ich bereits von anderen Hörbüchern und macht er macht wieder einen klasse Job. Unaufgeregt, aber dennoch mit der nötigen Betonung verleiht er besonders Carter eine gute Stimme. Es macht Freude ihm zuzuhören.
Ich habe eigentlich nur eine Kritik. Auch wenn das Hörbuch ungekürzt ist, hatte ich oft den Eindruck es wurde etwas weggelassen, die Sprünge waren mir oft zu groß. Schnelle Handlungswechsel und Ortswechsel machten mir es manchmal schwer der Geschichte zu folgen und erschwerten das Mitraten. Ich brauchte auch eine ganze Weile um wirklich in die Geschichte reinzukommen.
Dennoch ein spannender und abwechslungsreicher Krimi.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2020

Spannendes Setting, Handlung kommt zu kurz

Paradise City
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Dies ist mein erster Roman von Zoe Beck. Die Mischung aus Thriller und Dystopie gefällt mir sehr, weshalb ich auch große Erwartungen an den Roman hatte.
Die Autorin erschafft eine interessante Zukunft, ...

Dies ist mein erster Roman von Zoe Beck. Die Mischung aus Thriller und Dystopie gefällt mir sehr, weshalb ich auch große Erwartungen an den Roman hatte.
Die Autorin erschafft eine interessante Zukunft, die auf mich sehr realitätsnah wirkt. Neben m Zusammenschluss von Megacities, Überschwemmungen an Nord- und Ostsee, ist vor allem die Überwachung durch ein Gesundheitschip die Eckpfeiler der Dystopie. Die Protagonistin Liina ist dabei eine interessante Protagonistin, einerseits durch ihren Job als Rechercheurin bei einem unabhängigen Nachrichtenportal ist sie Kritikerin des Systems, anderseits durch ihre eigene Krankengeschichte Nutznießerin des Systems.
Der Roman beginnt auf dem vernachlässigten Lande mit einem Rechercheauftrag zu einer Toten, die scheinbar durch Schakale getötet wurde. Liina langweilt sich und fragt sich was sie mit diesem langweiligen Auftrag soll. Zurück in der Hauptstadt Frankfurt bricht ihre Welt zusammen. Ihr Chef wurde lebensgefährlich verletzt und sie stößt auf einen Fall, der ihr Leben bedroht. Es gibt immer wieder Puzzleteilchen, die sich zusammenfügen, aber erst am Ende fügt es sich zu einem Gesamtbild zusammen. Das Ende und auch die Geschichte haben mich immer wieder überrascht. Es ist spannend und auch das Setting ist sehr gut beschrieben.
Ich hatte nur das Gefühle, dass der Thriller oft zurückblieb und sich die Autorin eher auf ihre Dystopie konzentriert hat. Die typische Aufklärungsarbeit, die einen Thriller für mich auch so spannend macht, wirkte hier sehr unstrukturiert. Ich hatte oft das Gefühl, Liina hat mehr Glück als Verstand, vor allem was den Fall angeht. Ich glaube dem Roman hätten ein paar Seiten mehr gutgetan.
Aber dennoch ein lesenswerter Roman, der auch über unsere jetzige Gesellschaft nachdenken lässt. Wie gehen wir mit alten und behinderten Menschen um, was ist und wichtig, wohin wollen steuern? Dies ist auf alle Fälle nicht mein letzter Roman von Zoe Beck.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2020

Zu viele Handlungsstränge

Der Würfelmörder
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Dies ist mein erster Thriller von Stefan Ahnhem. Leider war für mich laut Cover und Inhaltsangabe nicht gleich ersichtlich, dass der Roman aus einer Reihe ist, und zwar mittendrin. Zum anderen wurde der ...

Dies ist mein erster Thriller von Stefan Ahnhem. Leider war für mich laut Cover und Inhaltsangabe nicht gleich ersichtlich, dass der Roman aus einer Reihe ist, und zwar mittendrin. Zum anderen wurde der Roman unter anderem Titel schon einmal veröffentlicht. Ich kann den Verlag aus wirtschaftlichen Gründen verstehen, aber als Leser fühlt man sich doch etwas getäuscht.
Das Cover ist auffällig mit dem leuchtenden Gelb, Titel und Coverbild passen sehr gut, aber wirklich schön finde ich das Cover nicht. Das die Broschur extra so gestaltet ist, dass man über den Buchschnitt auch eine Art Schutzumschlag machen kann, ist nett, aber völlig sinnfrei für mich.
Der Titelheld ist ein sehr ungewöhnlicher Serienmörder, der fast emotionslos mordet und den Zufall entscheiden lässt. Denn wo, wer, mit was er jemanden umbringt, erwürfelt er sich. Eine besondere Methode und so wenig vorhersehbar. Für die Ermittler der Alptraum, denn wie findet man so das Motiv und den Täter?
Aber die Ermittler haben noch mehr zu tun, allen voran Fabian Risk, der private Probleme hat, dann noch seinem Kollegen hinterher spioniert und noch einen Mord an einer jungen Frau klären muss. Uns so geht es allen Ermittlern. Die Fälle stapeln sich, dazu kommen private Probleme. Ich hatte noch nie einen Thriller mit so vielen Handlungssträngen. Dazu kam, dass ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, mitten drin anzufangen und mir wichtige Details fehlten. Vor allem um die Geschichte von Risk und seinen Kindern tappte ich die ganze Zeit im Dunkeln. Es war so, als ob ich einen Roman mitten drin angefangen hätte. Das empfand ich als sehr störend.
Dennoch hat mir der Roman sehr gut gefallen, vor allem die Charakterzeichnung ist sehr gelungen. Der Würfelmörder, aber auch die Ermittler zeigen viele Seiten, Schwächen und Stärken. Dazu noch die ungewöhnlichen Fälle, die überraschen.
Es ist ein guter Thriller, ich würde aber jedem nur raten, die Fabian Risk Reihe von Anfang an zu lesen und nicht mit dem „Würfelmörder“ anzufangen, denn die Reihe baut aufeinander auf, auch wenn der Verlag mit der Neuauflage der Bücher das Gegenteil behauptet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2020

Schön und lehrreich

Wieso? Weshalb? Warum? Alles über Bäume
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Rezension zum Buch:

Meine Familie und ich sind sehr große Fans der Wieso Weshalb Warum Reihe. Ich fragte mich, ein Buch über Bäume braucht man das, wir haben ja schon das Waldbuch? Aber ich irrte mich, ...

Rezension zum Buch:

Meine Familie und ich sind sehr große Fans der Wieso Weshalb Warum Reihe. Ich fragte mich, ein Buch über Bäume braucht man das, wir haben ja schon das Waldbuch? Aber ich irrte mich, denn es geht viel tiefer, es zeigt nicht nur, wie wichtig Bäume für unser Klima sind. Sondern gehen auf alle Aspekte des Baums ein. Schönheit, Nutzen, aber auch seine Bedrohung. Ich selbst habe viel gelernt, aber auch meine 7jährige Tochter.
Wie bei der Reihe bekannt sind natürlich die Klappen sehr beliebt und fachen die Neugier an. Da macht auch gerne unser 3jährige Sohn mit. Obwohl die Informationen für ihn noch zu komplex sind. Dennoch ist dieses Buch für eine große Altersspanne interessant. Ich selbst habe auch noch einiges gelernt. Die Zeichnungen sind kindgerecht, aber auch detailreich. Gefallen haben mir die kleinen „Besonderheiten“, die zum Staunen sind, z.B. das eine Jackfrucht bis 40 Kilo schwer werden kann. Das war mir auch neu.
Durch das Buch schauen meine Kinder und ich bei unseren Spaziergängen genauer hin. Denn Bäume sind soviel mehr als große Schattenspender. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen. Es ist abwechslungsreich trotz des „einfachen“ Themas. Es stellt die Zusammenhänge und Abhängigkeiten in unserer Natur sehr gut dar, so dass es auch das Umweltbewusstsein sehr gut fördert. Ich vermute, dass es auch für Kinder über 7 Jahren noch interessant und spannend ist. So könnte ich es mir sehr gut vorstellen, für Grundschüler im Sachkundeunterricht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2020

Potential verschenkt

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep
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Die Idee literarische Buchcharaktere aus ihrer Geschichte herauszulesen hat mich neugierig gemacht. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder. Einmal Robert, Anwalt und mit beiden Beinen fest im Leben stehend. ...

Die Idee literarische Buchcharaktere aus ihrer Geschichte herauszulesen hat mich neugierig gemacht. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder. Einmal Robert, Anwalt und mit beiden Beinen fest im Leben stehend. Dann sein Bruder Charley, hochbegabt und Literaturprofessor. Robert immer mit dem Gefühl seinen Bruder beschützen zu müssen, hilft ihm, wenn Charley wieder mal eine Figur aus einem Roman gelesen hat und diese Ärger macht. So wie Uriah Heep.

Charaktere aus Geschichten lesen, ist trotz der Schwierigkeiten, die Charley hat, für mich immer noch eine grandiose Vorstellung. Die Autorin nimmt sich auch viel Zeit, dies immer wieder zu erklären es funktioniert. Dabei ist es nicht einfach Magie, sondern sie erklärt es sehr literaturwissenschaftlich. Das ist anfangs sehr spannend, wirkte auch mich mit der Zeit aber einfach langatmig und es wiederholte sich. Gut gelungen fand ich die Erzählperspektive. Ungewöhnlich hier ist, dass nicht aus der Sicht des Protagonisten Charley erzählt wird, sondern aus Roberts Sicht. Dabei erzählt er in der Ich-Perspektive. Wenn er selbst nicht beim Geschehen dabei ist wechselt die Perspektive zu Charley und anderen Charakteren, da ist es aber der personale Erzähler.

Auch wenn die Buchzusammenfassung auf dem Cover etwas anderes verspricht, ist dieses Buch für mich in erster Linie eine Geschichte über zwei Brüder, die ganze Magie drumherum ist Beiwerk um ihre Geschichte zu erzählen. Und das finde ich schade. Natürlich wurde die Geschichte dadurch spannender, aber sie verlor auch ihren roten Faden. Dazu kam das Ende der Geschichte, das auf mich unlogisch und unrealistisch war.

Insgesamt wurde meines Erachtens Potential verschenkt. Vielleicht hätte sich die Autorin mehr auf eine Geschichte konzentrieren müssen. Denn so ist die Geschichte der Brüder und auch die Geschichte der herausgelesenen Charaktere zu kurz gekommen, trotz der 600 Seiten. Der Spannungsbogen konnte durch die Wiederholungen und die zum Teil langatmigen Beschreibungen nicht gehalten werden. Meine anfängliche Begeisterung für das Buch nahm leider von Seite zu Seite ab.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere