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Veröffentlicht am 19.05.2022

Ein Buch für nachdenkliche Menschen

Das Leben eines Anderen
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Die Idee des Identitätstausches hat mich neugierig gemacht. Des Weiteren lese ich wenige japanische Autor:innen und möchte das gerne ändern. Aus diesem Grund griff ich zu diesem Roman. Das Cover passt ...

Die Idee des Identitätstausches hat mich neugierig gemacht. Des Weiteren lese ich wenige japanische Autor:innen und möchte das gerne ändern. Aus diesem Grund griff ich zu diesem Roman. Das Cover passt sehr gut zum Roman, einmal zur Handlung, die zwei Gesichter präsentieren gut den Identitätstausch und die schlichten Farben passen sehr gut zum sehr nüchternen Schreibstil.
Protagonist ist Akira Kido, Ende 30, verheiratet und Vater eines kleinen Jungen. Er ist Anwalt und sein neuer Fall verändert sein Leben. Eine ehemalige Klientin bittet ihn Informationen über ihren verstorbenen Ehemann herauszufinden, denn es hat sich herausgestellt, dass alle wichtigen Dokumente gefälscht sind und sie jetzt nicht einmal weiß, wie der richtige Name ihres Mannes lautete. Kido, der selbst unzufrieden mit seinem Leben ist, begibt sich auf die Suche und merkt schnell, dass es ein komplexes System von Identitätstausch gibt und er ist fasziniert.
Kido wird menschlich sehr vielschichtig beschrieben und ich konnte mich gut in ihn hineinfinden. Neben dem Identitätstausch fand ich besonders die Beschreibungen des politischen Konflikts zwischen Japan und Südkorea interessant, wo von ich bis dahin eigentlich nichts wusste. Über diesen Konflikt erfährt anhand des Protagonisten, dessen Eltern Südkoreaner sind und das färbt auf sein Leben negativ ab. Er erfährt Rassismus, den ich so in Japan nicht erwartet hätte. Der Identitätstausch ist dann ein philosophisches Thema mit der spannenden Frage: was passiert, wenn man seine Identität abstreift?
Sprachlich bleibt es sehr nüchtern, hatte bei mir aber trotzdem einen starken emotionalen Anklang. Man muss sich auf den Roman einlassen können, es ist kein spannender Unterhaltungsroman.

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Veröffentlicht am 15.02.2022

Gutes Preis/Leistungsverhältnis

Wieso? Weshalb? Warum? junior AKTIV: Feuerwehr
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Ich habe dieses Buch für meinen 4jährigen Sohn angedacht, der etwas eingeschränkt ist, auch in seiner Feinmotorik. Da das Buch ab 2 Jahre empfohlen wird, dachte ich das es ganz gut passt. Es ist eine Mischung ...

Ich habe dieses Buch für meinen 4jährigen Sohn angedacht, der etwas eingeschränkt ist, auch in seiner Feinmotorik. Da das Buch ab 2 Jahre empfohlen wird, dachte ich das es ganz gut passt. Es ist eine Mischung aus Erklären, schneiden und malen, alles zum Thema Feuerwehr. Die Ausmalbilder sind einfach und nicht zu kompliziert, passend für das Alter. Auch zum Ausschneiden gibt es einfache Formen, die zu bewältigen sind. Die Seiten mit den Ausschneideformen kann man gut heraustrennen, dann klappt es besser. Dazu dann einfacher Kleber zum Aufkleben. Daneben gibt es kleine Suchaufgaben oder wo Bilder fertig gemalt werden müssen.
Das Format gefällt mir sehr gut, es ist ein schönes Mitbringsel und bietet Ablenkung für die graue Jahreszeit. Es kann mehr als ein Malbuch, aber überfordert die Kleinen auch nicht mit zu viel Text. Ab 2 Jahre ist meiner Meinung etwas optimistisch, vor allem was das Schneiden angeht, aber ab 3 Jahren ist es gut zu gebrauchen.
Die Illustrationen sind bunt und klar gestaltet, die Bilder sind nicht überfrachtet, sondern immer eine Szene deutlich klargestellt. Die Rubriken Malen, Basteln, Rätseln sind mit verschiedenen Farben unterlegt und damit gut abgegrenzt, man weiß also gleich, was zu tun ist. Das Buch hat eine harte Papprückseite, so dass es stabil ist. Die einzelnen Seiten sind dickes Papier. Gebunden ist es wie ein Block, so dass sich die Seiten auch heraustrennen lassen.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Autos gut erklärt

Wieso? Weshalb? Warum? Wir entdecken Autos
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Rezension zum Buch

Unsere Familie sind große Fans der Wieso Weshalb warum Reihe. Wir haben schon einige Bände. Da unser Sohn ein Autonarr ist, stand dieses Buch natürlich gleich auf der Wunschliste. Das ...

Rezension zum Buch

Unsere Familie sind große Fans der Wieso Weshalb warum Reihe. Wir haben schon einige Bände. Da unser Sohn ein Autonarr ist, stand dieses Buch natürlich gleich auf der Wunschliste. Das Cover ist von der Gestaltung ähnlich wie die anderen Bände, der Wiedererkennungseffekt ist also gegeben. Der Buchumschlag ist fest und stabil, die Bindung ist extra so, dass sich das Buch gut aufschlagen lässt. Die einzelnen Seiten sind aus fester Pappe mit stabilen Klappen zum Öffnen. Beim ersten Mal braucht es manchmal Hilfe für die Kleinen.
Unser Sohn ist vier Jahre und konnte sich für die meisten Themen im Buch begeistern. Besonders haben ihm die verschiedenen Autos zu den Berufen gefallen. Aber auch der Aufbau der Autos und, dass sie regelmäßig gewaschen werden müssen, erfreute ihn. Mir gefiel, dass auch neue Themen wie Carsharing und Automatisiertes Fahren angesprochen wird.
Auch als Erwachsener ist es nicht langweilig, dass Buch durchzuschauen. Ich konnte noch einiges zum Aufbau des Motors lernen. Für unsere Familie wieder ein gelungenes Wissensbuch, welches lange Freude bereiten wird, denn für eine lange Alterspanne ist es interessant. Auch unsere 9-jährige Tochter hat es interessiert in die Hand genommen, obwohl sie sich sonst wenig für die Thematik interessiert. Klare Kaufempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.06.2021

Gekonnte Atmosphäre, distanzierte Charaktere

Das Lied der Nacht
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Es ist ein düsteres Buch, zum Teil gepickt mit sehr grausamen Darstellungen. Das sollte man wissen bevor man sich darauf einlässt. „Das Lied der Nacht“ ist der erste Teil der Wayfarer Saga, um eine Welt, ...

Es ist ein düsteres Buch, zum Teil gepickt mit sehr grausamen Darstellungen. Das sollte man wissen bevor man sich darauf einlässt. „Das Lied der Nacht“ ist der erste Teil der Wayfarer Saga, um eine Welt, die im Dunkeln liegt und in der die Furcht physisch wird und einfach nur mordet. Es geht um einen Herrscher, der einfach abgrundtief böse ist und dessen Motive scheinbar nur aus Machtgier und Hass bestehen. Und es geht um eine Gruppe von Menschen außerhalb der Gesellschaft, die den machtgierigen Herrscher und die Furcht nicht gewinnen lassen wollen.

Die Autorin C.E. Bernard hat spannende Antihelden geschaffen, die auch mal schwach werden dürfen oder egoistisch. Obwohl sie in dieser Hinsicht facettenreich sind, blieben sie mir im ganzen Roman wenig greifbar. Ich konnte nicht wirklich mit ihnen mitfiebern oder mich mit ihnen ängstigen. Es blieb immer eine Distanz. Warum weiß ich nicht genau. Über ihre Vergangenheit, vor allem von Weyd wird wenig erzählt. Ich denke das wird sicher noch Thema in den Folgeromanen.
Was gut gelingt sind die Beschreibungen der doch düsteren Welt der Protagonisten. Die ärmlichen Dörfer und die Burg des Königs, der mehr Fluch als Segen für die Menschen ist. Die dunkle und beängstigte Atmosphäre konnte ich spüren. Auch die Idee, die Kraft der Musik/Gesang gegen die Furcht zu nutzen gefällt mir. Da dies aber erst der Beginn der Saga ist, erfährt man auch darüber noch nicht so viel.

Insgesamt bin ich zwiegespalten. Die Idee, das Setting und auch die facettenreichen Charaktere haben mir gut gefallen, aber das es die Autorin nicht geschafft hat, dass ich mit den Protagonisten wirklich mitfiebern konnte, hat dem Lesegenuss einen Abbruch getan. Ich weiß jetzt noch nicht, ob ich die Saga weiterlese, denn einerseits möchte ich sehr gerne wissen, wie es in dieser düsteren Welt weitergeht, anderseits weiß ich nicht, ob Teil 2 mich vielleicht überzeugen könnte. Ich bin unschlüssig.

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Veröffentlicht am 27.04.2021

Eine starke Frau mit Schwächen

Lady Churchill
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In letzter Zeit ist mir Churchill in verschiedenen Filmen und Serien begegnet. Deshalb war ich sehr neugierig auf das Buch. Churchills Ehefrau wird oft als starke Frau, die großen Einfluss auf ihren Mann, ...

In letzter Zeit ist mir Churchill in verschiedenen Filmen und Serien begegnet. Deshalb war ich sehr neugierig auf das Buch. Churchills Ehefrau wird oft als starke Frau, die großen Einfluss auf ihren Mann, auch auf politischer Ebene hatte, geschildert.
Der Roman beginnt kurz vor ihrem ersten Kennenlernen und ist in der Ich-Form aus der Sicht von Clementine Churchill erzählt. Die Geschichte ist zeitlich linear, aber es gibt immer wieder Rückblicke. Den Beginn empfand ich sehr unterhaltsam. Auch der unkonventionelle Churchill wird gut beschrieben. Mir fiel es aber schwer eine Verbindung mit Clementine aufzubauen. Vielleicht lag es daran, dass sie scheinbar selbst nicht wusste, was sie will. Sie wirkte auf mich in den ersten 2/3 des Buches sehr orientierungslos. Ich fand wenig von der emanzipierten, selbstbewussten Frau, wie sie noch auf dem Cover beschrieben wurde. Sie war unglücklich, wenn Churchill ihre Meinung wissen wollte und sie zusammen mit an seinen Reden schrieben, denn es war viel Arbeit. Aber anderseits, wenn er sie nicht fragte und einband, war sie enttäuscht und auch wieder unglücklich. Oft wirkte sie eher wie seine Mutter als wie seine Frau.
Mir wurde auch im gesamten Roman nicht klar, was war ihr Anteil an Churchills Aufstieg und Politik war. Es gab wenig, bis keine Beschreibungen wie ihre Zusammenarbeit aussah, immer nur die Aussage von Clementine, dass sie unentbehrlich war und ihr Mann ohne sie zu kaum ein politisches Leben fähig wäre. Mir fehlte da einfach der nähere Blick. Im letzten Drittel des Romans wurde es besser, was sicher daran lag, dass Clementine sich nun emanzipierte und sich eigene Aufgaben suchte. Sie blieb weiterhin im Schatten ihres Mannes, aber in ihrer Arbeit war sie angesehen und bekam endlich auch Anerkennung.
Für mich ist Clementine immer noch eine spannende und ungewöhnliche Frau ihrer Zeit. Aber der Roman hat sie mir noch nicht näherbringen können. Ich weiß zwar, dass sie als Mutter versagt hat (ihre eigenen ehrlichen Worte) und das sie eine sozial sehr engagierte Frau war, aber wie es zwischen ihr und ihrem Mann lief, blieb mir verschlossen. Es wurden immer wieder wichtige politische Stationen angesprochen, aber es fehlten die Zusammenhänge. Vielleicht will der Roman zu viel, einerseits ist es ein Porträt einer ungewöhnlichen Frau, anderseits möchte es auch die wichtigen politischen Stationen Churchills aufzeigen, so auch wichtige Punkte im 2. Weltkrieg. Dadurch kann vieles nur kurz angesprochen werden.
Das Thema des Buches ist sehr interessant, aber insgesamt hat mich das Buch emotional nicht angesprochen und besonders im Mittelteil gab es einige Längen.

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