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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2017

Reise nach Australien

Das Geheimnis jenes Tages
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Die Geschichte hat zwei Erzählstränge. Einmal begleitet man Amalie Dietrich durch ihre Ehe, ihre Entwicklung zur Botanikerin und Australien. Amalie hat eine Tochter und kann sich durch ihre Berufung als ...

Die Geschichte hat zwei Erzählstränge. Einmal begleitet man Amalie Dietrich durch ihre Ehe, ihre Entwicklung zur Botanikerin und Australien. Amalie hat eine Tochter und kann sich durch ihre Berufung als Botanikerin nicht um sie kümmern, wie sie es gerne möchte. Außerdem begleitet man Nadine auf ihrer Reise nach Australien, wo sie einen Schädel, den Amalie Dietrich gesammelt hat, zurückgibt.

So richtig verbunden sind die Geschichten nicht und passen irgendwie auch nicht zusammen. Der historische Teil um Amalie Dietrich ist zu Beginn interessant geschrieben. Als dann die Erzählung in Briefform wechselt, gefällt mir die Geschichte nicht mehr. Was fehlt? Einmal Emotionen und zum Anderen eine bildhafte Sprache. Amalie ist zum ersten Mal in einem ganz anderen Land, schafft es aber nicht Australien vor den Augen entstehen zu lassen. Die Schilderung wirkt hölzern und wenig begeisternd. Zum Ende muss dann wohl nochmal etwas passieren um eine Verbindung zur Gegenwart herzustellen und dann passiert eben nochmal was. Aber wieder wird alles lieblos, emotionslos erzählt. Dieser Teil der Geschichte war zu Beginn interessant, aber ab Mitte des Buches konnte er mich nicht mehr überzeugen.

Nadines Geschichte ist nicht viel besser. Zunächst erwartet der Leser eine Liebesgeschichte, dann ändert sich die Erzählung aber so abrupt, dass ich mich wie vor den Kopf gestoßen fühlte. Das war zu plötzlich und die Geschichte wurde brutal. Und dann wird es so unglaublich unrealistisch und blöd, dass ich mehr als einmal überlegte das Buch abzubrechen. Ich habe mich aber bis zum Ende gequält und es wurde anstatt besser immer schlimmer.

Fazit: Die Idee um Amalie Dietrich hat mich neugierig gemacht. Aber das Buch ist wirklich kein Lesegenuss. Sowohl Plot als auch Erzählstil haben mich nicht überzeugt und mir überhaupt nicht gefallen.

Veröffentlicht am 18.09.2017

Mein erster Harry Hole...

Durst
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Nachdem ich keine Krimis mag und insbesondere keine blutrünstigen Psychopathen, habe ich lange überlegt, ob die Harry- Hole- Reihe etwas für mich ist. Aber nachdem sie mir mehrere Male empfohlen wurde, ...

Nachdem ich keine Krimis mag und insbesondere keine blutrünstigen Psychopathen, habe ich lange überlegt, ob die Harry- Hole- Reihe etwas für mich ist. Aber nachdem sie mir mehrere Male empfohlen wurde, habe ich „Durst“ gelesen. Natürlich in dem Wissen, dass ich die Vorgänger nicht kenne und mir vielleicht deswegen Zusammenhänge fehlen könnten.

Handlung: Frauen werden brutal ermordet. Ein Vampirist scheint am Werk zu sein. Es gibt keine Spuren zum Täter. Um den Fall schneller zu lösen wird Harry Hole reaktiviert. Eigentlich will er einfach glücklich mit seiner Familie sein, doch schnell merkt er, dass er den Täter finden möchte.

Ich bin sehr begeistert von dem Buch. Warum?

Erstens, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass mir Wissen fehlt. Ich habe mich schnell zurecht gefunden und mochte viele Personen schnell und lernte sie auch gut genug kennen, um mit ihnen mitzufühlen.

Zweitens, weil der Erzählstil einfach wahnsinnig spannend und gut ist. Der Autor schafft es einen auf falsche oder richtige Fährten zu locken. Immer wieder hat er Szenen geschaffen, wo man rätselt, wem es jetzt an den Kragen geht. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Drittens, weil Harry Hole ein interessanter Protagonist ist. Sein Charakter ist nicht schwarz- weiß, sondern es gibt Grauschattierungen. Die Trennung zwischen gut und böse ist nicht so einfach wie man denkt. Ich lese ja normal keine Krimis, aber als einziges kenne ich noch die Inspector Rebus Reihe von Ian Rankin. Auch hier ist der Ermittler alkoholabhängig und häufig in düsterer Stimmung. Beide Ermittler mag ich gerne und werde auch die Harry- Hole- Reihe von Beginn an Lesen.

Fazit: Das war mein erster Harry Hole, aber es wird nicht der letzte sein. Der Erzählstil ist einfach klasse und ich mag Harry Hole.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Sachbuch für Führungskräfte

Mit neuer Autorität in Führung
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Das Buch gibt einen Überblick über Neue Autorität. Aufgebaut in 6 Kapiteln geht es von der aktuellen Situation bei Führungsaufgaben zur Definition von Autorität hin zu Neuer Autorität in Aktion.

Ich hatte ...

Das Buch gibt einen Überblick über Neue Autorität. Aufgebaut in 6 Kapiteln geht es von der aktuellen Situation bei Führungsaufgaben zur Definition von Autorität hin zu Neuer Autorität in Aktion.

Ich hatte mich vorher nicht mit dem Thema beschäftigt und somit war mir die Idee der Neuen Autorität neu. Zunächst beginnt das Buch mit Führungssituationen und einer geschichtlichen Einordnung der derzeitigen Autorität. So kann man einen guten Überblick bekommen. Selbst findet man Ansätze, die einem bekannt vorkommen. Besonders spannend fand ich die FIlter, die einem den Blick verstellen. Da kommt man ins Nachdenken.

Immer wieder kommen passende Beispiele, sodass man die Theorie besser verstehen kann. Außerdem gibt es Interviewausschnitte, die einem helfen. Dies vereinfachte auch das Lesen, weil die Theorie unterbrochen wurde. Am Ende jedes Kapitels steht eine kurze Zusammenfassung alles Wichtigen in Stichpunkten und eine Literaturliste. Im vorletzten und letzten Abschnitt geht es dann um die tatsächliche Umsetzung der Neuen Autorität und wie sich Autorität entwickeln könnte.

Da ich mich fachlich noch nicht so weit mit dem Thema auseinandergesetzt hatte vor dem Buch, kann ich keine Aussage dazu treffen, ob alles wichtige enthalten ist. Ich meine aber nach meinem derzeitigen Wissenstand schon.

Einziger Minuspunkt war für mich in Kapitel 5 der häufige Hinweis auf eine weiterführende Internetseite.

Ich finde das Buch sehr lehrreich und werde es wohl noch öfter in die Hand nehmen um in kleinen Schritten, wie vom Autor empfohlen, die Neue Autorität in Aktion zu setzen.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Gelungenes Jugendbuch

No. 9677 oder Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam
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Milo und Hollis haben beide lesbische Mütter. Ihr Vater war ein Samenspender mit der Nummer 9677. Milo möchte seinen Vater finden und Hollis hilft ihm. Zunächst suchen sie aber nach weiteren Geschwistern.

Die ...

Milo und Hollis haben beide lesbische Mütter. Ihr Vater war ein Samenspender mit der Nummer 9677. Milo möchte seinen Vater finden und Hollis hilft ihm. Zunächst suchen sie aber nach weiteren Geschwistern.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Hollis und Milo erzählt. Jeder hat andere Probleme und man fiebert bzw. leidet mit beiden mit. Ich habe die eine oder andere Träne vergossen. Es geht nicht nur um die Suche, sondern auch um die Probleme von Heranwachsenden. Ich finde der Zwiespalt und Hollis Verletzung durch den Tod von Pam werden sehr emotional und passend dargestellt.

Das Buch liest sich schnell und flüssig. Immer wieder gibt es Emails und WhatsApp Nachrichten, die super zur Geschichte passen und das ganze sehr real darstellen wie es wirklich ablaufen würde.

Ein absolutes Highlight ist für mich die tolle Gestaltung des Umschlags! Das ist sehr gelungen!

Fazit: Ein total gelungenes Jugendbuch, auch für Erwachsene. Das Buch hat die richtige Portion Humor und Spannung. Ich hoffe sogar auf eine Fortsetzung der Geschichte!

Veröffentlicht am 07.09.2017

Wer kennt es nicht?

Fremdsein
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"Es gibt viele Geschichten, die nicht erzählt werden. Die erzählt werden, aber keiner hört. Und mehr muss es nicht sein." (Seite 72)

Wer kennt es nicht, das Gefühl fremd zu sein? Dieses Gefühl wird als ...

"Es gibt viele Geschichten, die nicht erzählt werden. Die erzählt werden, aber keiner hört. Und mehr muss es nicht sein." (Seite 72)

Wer kennt es nicht, das Gefühl fremd zu sein? Dieses Gefühl wird als Abstandshalter wahrgenommen. Aber ehrlicherweise verbindet uns das Gefühl, weil es jeder kennt.

Diese Buch ist ein Gemeinschaftsprojekt und die Einnahmen kommen der Flüchtlingshilfe zu Gute. In vielfältigen Kurzgeschichten haben sich Autoren zusammen getan und Fremdsein wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Kurzgeschichten sind mal nur eine halbe Seite lang und dann wieder mehrere Seiten. Es gibt berührende, spannende und interessante Geschichten. Dem Leser wird nicht langweilig und er wird zum Nachdenken angeregt. Und am Ende steht fest, Fremdsein verbindet.

Fazit: Das Buch beleuchtet Fremdsein als etwas, was jeder kennt. Fremdsein muss nicht unbedingt in der Fremde sein bedeuten, sondern es ist ein Gefühl. Durch die verschiedenen Blickwinkel wird der Leser zum Reflektieren angeregt.