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Veröffentlicht am 02.06.2026

Ein kurzer Ausflug auf die Pfaueninsel

Träume aus Feuer
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Florian Illies ist bekannt für seine unterhaltsamen historischen Roman, die jedoch immer mit dem Anspruch auf sachliche Korrektheit erscheinen.
"Träume aus Feuer" reiht sich passend in diese Genre ein. ...

Florian Illies ist bekannt für seine unterhaltsamen historischen Roman, die jedoch immer mit dem Anspruch auf sachliche Korrektheit erscheinen.
"Träume aus Feuer" reiht sich passend in diese Genre ein. Illies lässt uns in barocke Potsdam und Berlin reisen und dem Glasmacher und Alchemisten Johannes Kunckel über die Schultern schauen. Seine leuchtend roten Pokale und Vasen schmeicheln dem Kurfürsten von Brandenburg und lassen Kunckel so in dessen Gunst aufsteigen. Er wird geradezu mit großzügigsten Geschenken und Posten überhäuft, die gleichzeitig die Neider auf den Plan ruft.
So baut Kunckel sein kleine Glasimperium im Spannungsfeld zwischen kurzfristigen Aufträgen, seiner stets wachsenden Familie und den missgünstigen Hofgestalten auf. Leider fällt es schwer, sich der Hauptfigur empathisch zu nähern, zu oft erscheinen seine Entscheidungen voreilig, seine Gedanken überheblich. So denkt er: "Alle, die Menschen wie die Tiere, sollen nur dafür da sein, um ihm, Kunckel, zu Diensten zu sein."

Im Gegensatz dazu gelingt es Illies vortrefflich die Beobachtungen von Natur, Wissenschaft und Handwerk zu beschreiben, so als sehe man sie durch Kunckels Augen.

"Es ist wie ein Sonnenuntergang, der beschlossen hat, für immer in diesem Glas zu wohnen.", ist nur eine der besonderen Textstellen.

Durchaus mag es an der ein oder anderen Stelle etwas überbordend anmuten. Iinsbesondere im Gegensatz zur eher knappen Handlung. Man wünscht sich als Leser nach der schnellen Lektüre am Ende doch, man hätte noch etwas länger am Hofe, auf der Pfaueninsel oder im Ruderboot dazwischen verweilen und dem Singen der Vögel, dem Leuchten der Flammen und den Gedanken des Alchemisten folgen können.
Trotz allem hat Illies wieder ein Werk geschaffen, welches eine besondere historische Episode ans Licht bringt und farbenprächtig ausleuchtet.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Emotionale Einblicke in botanische Deutsch-Türkische Geschichten

Ein Ort, der bleibt
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Allein das Cover und die Kurzbeschreibungen haben mich anfangs sehr gereizt das Buch zu lesen. Viel Grün, eine neugierige Frau vor dem Gewächshaus und die Verheißung auf emotionsgeladene Schicksale verwoben ...

Allein das Cover und die Kurzbeschreibungen haben mich anfangs sehr gereizt das Buch zu lesen. Viel Grün, eine neugierige Frau vor dem Gewächshaus und die Verheißung auf emotionsgeladene Schicksale verwoben zwischen Deutschland und Istanbul. Sandra Lüpkes hat mich nicht enttäuscht und sogar vieles aus einer mir bis dahin unbekannten Deutsch-Türkische Epoche der wirksamen und guten Zusammenarbeit erzählt. Anhand dreier Frauen eröffnet die Autorin das Tor zu einer von Pflanzen dominierten und vielschichtigen Liebes-, Leidens und Familiengeschichte.

Zu Beginn folgen wir Magda und ihrem Mann Alfred Heilbronn notgedrungen von Münster nach Istanbul. Der jüdische Stammbaum zwingt die Familie zur Flucht vor den Nazis. Glücklicherweise konnten durch Kooperation mit der Universität Istanbul viele verfolgte Wissenschaftler und Professoren damals ihrer Arbeit weiter nachgehen und in der Türkei Studenten ausbilden. Die Biologen erschaffen durch Mut und die Unterstützung der vorwitzigen Mehpare einen wundervollen Ort der Zuversicht und Forschung.

Mehpares Schicksal ist im zweiten Erzählstrang dargestellt und hat mir persönlich am besten gefallen. Eine junge Frau, die sich über alte Rollenbilder erhebt und ihrer eigenen Fantasie keine Grenzen setzt.
Der dritte Part gehört Imke und spielt im Gegensatz zu Magdas und Mehpares Geschichte in der Gegenwart. Leider fehlte mir hier an vielen Stellen der direkte Zusammenhang. Natürlich spielt die Geschichte stets am gleichen Ort, aber ob Imke die Geschehnisse von damals gleichermaßen kennenlernt, wie die Leser, erfährt man eigentlich nur ganz am Ende. Hier fehlte mir die logische Verbindung.

Dieses Buch trägt definitiv zu einem tieferen Verständnis der neueren türkischen Geschichte bei und unterhält gleichsam mit emotionalen Höhen und Tiefen in den familiären Herausforderungen der damaligen Zeit. Besonders gut haben mir die Schilderungen des botanischen Gartens und der Universität gefallen. Man konnte sich sehr gut hineinfühlen in die Szenen.

Man merkt durch und durch, dass dies ein hervorragend recherchiertes Werk ist. Sandra Lüpkes hat mit viel Fingerspitzengefühl der Familiengeschichte nachgespürt und diese mit einer guten Portion historischem Wissen zu einem nachklingenden Gesamtwerk vereint.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Gleichzeitig faszinierend und erschütternd

Das Jahr der Schmetterlinge
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"Das Jahr der Schmetterlinge" ist ein Buch voller Wucht, aber mit leisen Tönen. Wir begleiten die Journalistin Lea Korsgaard bei der Entdeckung aller dänischen Schmetterlingsarten, mehr als 60 an der Zahl. ...

"Das Jahr der Schmetterlinge" ist ein Buch voller Wucht, aber mit leisen Tönen. Wir begleiten die Journalistin Lea Korsgaard bei der Entdeckung aller dänischen Schmetterlingsarten, mehr als 60 an der Zahl. Dieses mutige und fordernde Ziel führt sie und uns an stille Plätze inmitten pulsierender Natur und in Kontakt mit teils kuriosen Experten, die jedoch stets hilfsbereit und augenöffnend bei der Suche unterstützend.

Dieses Buch lässt sich nicht leicht in ein Genre einordnen. Es ist sowohl Natur-Sachbuch als auch philosophische Abhandlung, aber vor allem eine sehr persönliche Begegnung mit einer nach Erkenntnis strebenden Frau in der Mitte ihres Lebens.
Besonders beeindruckend fand ich die Auseinandersetzung der Autorin mit der Zerstörung der natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge. Auf ihren Reisen macht sie die schockierende Entdeckung, dass in kürzester Zeit wundervolle Tagfalter-Arten aus Dänemark verschwunden sind. Der Grund: Sie finden nicht mehr die spezifischen Lebensräume und Partner-Pflanzen vor. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass menschengemachte Kulturgüter um jeden Preis erhalten werden. Korsgaard stellt in ihrem Buch immer wieder den Widerspruch zur Debatte und fordert ein "kollektives, intuitives Bewusstsein für das Ausmaß dieser Brutalität".

Die Beschreibung der Schmetterlinge selbst ist nicht besonders umfangreich. Hier hätte ich mir definitiv mehr Tiefe gewünscht. Die Illustrationen der Falter sind dabei besonders hilfreich, denn sie unterstützen das eigene Erkennen der Schmetterlings-Arten.
Dieses Buch ist ein Muss für alle Leserinnen, die sich in literarischen Werken auch mit wissenschaftlichen und philosophischen Fragestellungen konfrontieren wollen. Es ist wundervoll und aufrüttelnd zugleich.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Feuriges Pferdeabenteuer für entscheidungsfreudige junge Leser

Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Flammensturm
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"Ich habe ja gar nicht alles gelesen!" war der Spruch, den ich nach der ersten Runde durch das Buch von meiner Tochter zu hören bekommen habe. Ja tatsächlich, hier ließt man nicht von vorn bis hinten alles ...

"Ich habe ja gar nicht alles gelesen!" war der Spruch, den ich nach der ersten Runde durch das Buch von meiner Tochter zu hören bekommen habe. Ja tatsächlich, hier ließt man nicht von vorn bis hinten alles brav durch, sondern darf lustig hin und her springen und der Geschichte seinen eigenen kleinen Schwung geben. Durch Entscheidungen für oder gegen einen Weg können die jungen Leser Lotta und Karlos durch den Freizeitpark begleiten und das Rätsel um das verlorene magische Hufeisen lösen.

Kurz nach Ankunft der beiden Kinder verhalten sich die Pferde im Freizeitpark merkwürdig. Sie tänzeln nervös herum, während sie ruhig eine Kutsche ziehen sollen oder spielen verrückt in der Pferdeshow und gefährden so die Mitarbeiter und Gäste. So kann es nicht weitergehen. Doch Karlos und Lotta sind mutig und bekommen von Herrn Nox aus dem Fundbüro Hinweise, den manch einer vielleicht schon aus dem parallel erschienen Band um Poseidons Dreizack kennengelernt hat.

Es gibt wieder drei Rätsel zu lösen und allerlei Entscheidungswege für die jungen Leser. Mir gefällt gut, dass die Geschichte sowohl Mädchen als auch Jungen anspricht, also trotz Pferde-Trope nicht kitschig, sondern abenteuerfroh ist und es sowohl eine weibliche und eine männliche Hauptfigur gibt. Beide sind mutig und engagiert. Einzige kleine Kritik ist die manchmal nicht ganz logische Entscheidungsfindung beziehungsweise die Entwicklung der Geschichte, aber das mag an der eher verkürzten Darstellung für Leseanfänger liegen. Außerdem hätten wir uns noch ein oder zwei mehr eigene Entscheidungspfade gewünscht, das waren uns zu wenige.

Trotzdem insgesamt ein empfehlenswertes Buch mit neuem Konzept, einem ausgewogenen Anteil von Text und schönen Illustrationen, für junge Leser zwischen 7 und 10.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Spannendes Lese-Konzept für junge Abenteurer

Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Poseidons Dreizack
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"Ich habe ja gar nicht alles gelesen!" war der Spruch, den ich nach der ersten Runde durch das Buch von meiner Tochter zu hören bekommen habe. Ja tatsächlich, hier ließt man nicht von vorn bis hinten alles ...

"Ich habe ja gar nicht alles gelesen!" war der Spruch, den ich nach der ersten Runde durch das Buch von meiner Tochter zu hören bekommen habe. Ja tatsächlich, hier ließt man nicht von vorn bis hinten alles brav durch, sondern darf lustig hin und her springen und der Geschichte seinen eigenen kleinen Schwung geben. Durch Entscheidungen für oder gegen einen Weg können die jungen Leser Neo und Luna durch den Freizeitpark und Poseidons Reich begleiten.
Im Fundbüro für verlorene Schätze hortet Herr Nox allerlei wundersame Gegenstände, die im Freizeitpark verloren gegangen sind. Und manchmal bekommt er auch den Auftrag, gezielt nach solchen verlorenen Dingen zu suchen. Diesmal sucht der Gott des Meeres, der zufälligerweise unter der Wasser-Achterbahn lebt, seinen Dreizack. Neo und Luna werden von Herrn Nox nun damit beauftragt, in der Unterwasserwelt nach dem goldenen Stab zu suchen.
Meistens wird man automatisch durch die Geschichte geleitet, indem am Ende der Doppelseite auf den nächsten Abschnitt auf Seite xy verwiesen wird. Bei uns passte das gerade gut zum Zahlen-Üben. Insgesamt waren eine gute Hand voll Entscheidungen von Beginn bis zum Ende notwendig. Dazu kommen einige Rätsel, die für sehr junge Leseanfänger noch etwas schwierig sein dürften. Aber so bleibt noch etwas Spannung erhalten, wenn die Kinder das Buch mit mehr Leseerfahrung später vielleicht ohne geübten Vorlesenden in die Hand nehmen.
Trotz der Entscheidungsmöglichkeiten las sich die Geschichte flüssig. So richtig geheimnisvoll war sie zwar nicht, aber meiner Tochter hat sie gefallen. Die Hauptfiguren hätten gerne etwas mehr Charakter haben können, sie wirkten leider sehr austauschbar. Wir schauen trotzdem direkt in den parallel erschienen zweiten Fall des Fundbüros hinein - Flammensturm.

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