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Veröffentlicht am 06.01.2025

Mitreißender fünfter Band um die phantastische Bücherwelt

Das Buch der verbotenen Träume
4

Dawn, die im Winterhalbjahr in der Bücherei von Keswick arbeitet, kann seit dem Tod ihres Lebensgefährten Henry vor drei Jahren nicht mehr lesen, war das Lesen doch ihre große gemeinsame Leidenschaft gewesen. ...

Dawn, die im Winterhalbjahr in der Bücherei von Keswick arbeitet, kann seit dem Tod ihres Lebensgefährten Henry vor drei Jahren nicht mehr lesen, war das Lesen doch ihre große gemeinsame Leidenschaft gewesen. Ein gefundenes Buch scheint ihre tiefe Traurigkeit überwinden zu können, es übt eine große Anziehung auf Dawn aus und lässt sie überwältigend realistisch von Henry träumen, nachdem sie darin gelesen hat. Dass sie ausgerechnet mit diesem Buch aus ihrer Leseflaute herausfindet, setzt eine ungeahnte Entwicklung in Gang, die Dawn nach London in Mrs. Gateways Buchhandlung führt und in eine geheimnisvolle Welt der Bücher.

Erzählt wird aus Dawns Ich-Perspektive, so dass ich ihre Gedanken und Gefühle teile und mit ihr staune über die Begegnung mit Buchfiguren aus Klassikern, die teils so sind wie ich sie mir vorstelle, teils aber auch überraschen. Es macht Spaß, wie Mary E. Garner die Buchfiguren fantasievoll und dennoch glaubwürdig agieren lässt. Die Protagonisten sind vielschichtige Charaktere und entwickeln sich im Lauf der Geschichte, sie bewähren sich in gefährlichen Situationen, wachsen aneinander und miteinander, fördern und unterstützen sich. Die feine Figurenzeichnung der Autorin hat mir sehr gefallen. Mary E. Garner schreibt klar und lebendig, mit Humor, einfühlsam und warmherzig und schafft neben ganz bezaubernden auch furchteinflößende Figuren, die Gänsehaut machen.

Ich hatte als Neueinsteigerin in die Reihe keinerlei Verständnisprobleme. Die Geschichte ist so aufgebaut, dass sie mich von Beginn an mitgenommen hat, sowohl Gefühle als auch Überlegungen konnte ich nachvollziehen, die mitunter auch poetischen Gedanken haben mich berührt.
'Das Buch der verbotenen Träume' ist von Beginn an und durchgehend spannend und gipfelt in einem fulminanten, mitreißend beschriebenen Finale. Es bleiben am Ende keine Fragen offen. Mir hat dieser Urban Fantasy Roman, der unsere Gegenwart mit der phantastischen Bücherwelt so gelungen verbindet, außerordentlich gut gefallen und mich bestens unterhalten.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 31.12.2024

Spannend und sehr unterhaltsam

Der Auftrag der Zauberer
0

Egilmar, ein Krieger, und Mena, eine Abenteurerin, suchen unabhängig voneinander im Auftrag ihrer jeweiligen Meister ein Artefakt und reisen gemeinsam, nachdem Mena Egilmar in der trockenen Steppe vor ...

Egilmar, ein Krieger, und Mena, eine Abenteurerin, suchen unabhängig voneinander im Auftrag ihrer jeweiligen Meister ein Artefakt und reisen gemeinsam, nachdem Mena Egilmar in der trockenen Steppe vor dem Verdursten bewahrt hat. Trotz des anfänglichen Misstrauens ergänzen sich die beiden völlig unterschiedlichen Reisenden, ihre Diskussionen lassen sie über den Tellerrand hinausschauen und andere Standpunkte verstehen oder zumindest tolerieren, während sie gemeinsam gefährliche Situationen meistern und Feinde überwinden müssen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den beiden Protagonisten, die ich immer mehr kennenlerne, besonders Mena hat mich fasziniert.
Mich hat die spannende Geschichte um Toleranz und Verständnis einerseits und ausufernde Rivalität und sinnlosen Neid andererseits sehr gut unterhalten, wie auch der lebendige, bildhafte Schreibstil mit seinem Humor mir gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Atmosphärischer Krimi aus dem Ruhrpott

Kohle, Stahl und Mord: Das 13. Opfer
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34 Jahre nach einem Grubenunglück in einer fiktiven Essener Zeche werden die sterblichen Überreste der zwölf damals verschütteten Bergleute gefunden, aber es gibt noch einen 13. Toten, mit einer Patrone ...

34 Jahre nach einem Grubenunglück in einer fiktiven Essener Zeche werden die sterblichen Überreste der zwölf damals verschütteten Bergleute gefunden, aber es gibt noch einen 13. Toten, mit einer Patrone im Schädel.
Hauptkommissarin Elin Akay übernimmt die Ermittlungen, unterstützt von ihrer Freundin Jana Fäller, forensische Psychiaterin, deren Vater selbst Bergmann und damals einer der Überlebenden war. Jana kennt die Bergmänner und die vertrauen ihr.
Jana und ihre beruflichen Aufgaben werden gut beschrieben, ihre Figur ist glaubwürdig, während Elif in diesem Auftaktband zu einer neuen Reihe für mich noch etwas blass bleibt.
Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, die Informationen zum Bergbau, der harten Arbeit unter Tage und den Zusammenhalt unter den Kumpeln finde ich vom Autor gut recherchiert, atmosphärisch und authentisch beschrieben. Es gibt allerdings auch ausführliche Schilderungen von Personen und Begebenheiten, die für mich Spannung und Lesefluss etwas ausbremsten. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven und auch in Rückblenden hauptsächlich der Kumpel zum Herbst 1988, als sich das Unglück ereignete. Es entsteht ein rundes Bild vom Leben der aktiven Bergleute und den komplexen Beziehungen der Charaktere zueinander, auch ein Lokalpolitiker, der sich selbst sehr wichtig nimmt und ein kurzentschlossener Staatsanwalt gehören in der Gegenwart dazu.
Martin Conrath legt im Handlungsverlauf auch falsche Fährten, so dass die Auflösung mich überrascht hat. Janas Beitrag dazu entspringt einer mMn sehr leichtsinnigen Handlung. Mehr noch als der Krimiplot hat mir der Rahmen gefallen: der Einblick in das Leben der Bergleute, das Ruhrpott-Lokalkolorit und die Darstellung des Bergbaus und seiner Gefahren.

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Veröffentlicht am 21.12.2024

Spannend und komplex, düster und bewegend

Finsteres Herz
0

Silvester 2006 fallen Polizisten und Zeugen einem brutalen Überfall auf ein Schutzhaus zum Opfer, auch etliche Täter werden getötet, die Ermittler Lona Mendt und Frank Elling müssen notoperiert werden ...

Silvester 2006 fallen Polizisten und Zeugen einem brutalen Überfall auf ein Schutzhaus zum Opfer, auch etliche Täter werden getötet, die Ermittler Lona Mendt und Frank Elling müssen notoperiert werden und kämpfen mit dem Tod. Nur der 12jährigen Zeugin Sarah gelingt die Flucht.
Die Staatsanwaltschaft Rostock setzt zwei Sonderermittler ein, die Sarah aufspüren und herausfinden sollen, wieso das Zeugenschutzhaus auffliegen konnte und in welchem Fall Mendt und Elling ermittelt haben, denn alle Unterlagen und Daten haben die beiden vor dem Einzug in das Schutzhaus vernichtet.

In abwechselnden Erzählsträngen werden Mendts und Ellings Ermittlungen ab Ende November 2006 und die der Sonderermittler Maja Kaminski und Hagen Dudek Anfang Januar 2007 geschildert.
Holger Karsten Schmidt, der auch Drehbuchautor ist, gibt seinen Figuren Tiefe, verleiht ihnen Hintergrund und Vergangenheit und macht sie einfühlsam zu lebensnahen glaubwürdigen Charakteren, deren Geschichte packt und berührt, und auch der atmosphärische und anschauliche Schreibstil fesselt an die Handlung.
Es gibt auch humorvolle Szenen und Dialoge und Anspielungen auf damals, 2006/07, aktuelle Gegebenheiten, die heute staunen oder auch schmunzeln lassen.

Der Autor thematisiert in 'Finsteres Herz' politische und gesellschaftliche Probleme, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit und Brisanz verloren haben, im Gegenteil, und schildert neben den durchgehend spannenden Ermittlungen glaubhaft Täter- und auch Opferseite.

Das Buch ist ohne Kenntnis des ersten Falls von Mendt und Elling sehr gut verständlich. Mich hat der temporeiche Krimi mit seiner komplexen spannenden Handlung voller Wendungen und den beiden Erzählebenen bestens unterhalten, ich kann 'Finsteres Herz' uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 18.12.2024

Fesselnd und spannend bis zum Schluss

The Twenty
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Das Cover mit der riesigen roten XX passt zum Buch, in dem ein Serienkiller einen ungeheuerlichen Countdown runterzählt. Auf einer Müllkippe wird nicht nur ein Toter gefunden, sondern fünf ausgeblutete, ...

Das Cover mit der riesigen roten XX passt zum Buch, in dem ein Serienkiller einen ungeheuerlichen Countdown runterzählt. Auf einer Müllkippe wird nicht nur ein Toter gefunden, sondern fünf ausgeblutete, nummerierte Leichen und täglich gibt es ein neues Opfer. Der Täter hinterlässt keine verwertbaren Spuren und erst Dr. Romilly Coles Hinweise auf eine 30 Jahre alte Mordserie führen zu neuen Ermittlungsansätzen.

Sam Holland schreibt bildhaft und von der ersten Seite an fesselnd, die komplexe Handlung überrascht mit unerwarteten Wendungen und ist von Beginn an spannend bis zum Ende. Die Ermittler stehen unter Zeitdruck, was zur bedrohlichen Stimmung der Geschichte beiträgt. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft, selbst Nebencharaktere erscheinen authentisch. Die Protagonisten haben Tiefe, DCI Adam Bishop und sein Kollege und Freund DS Jamie Hoxton ergänzen sich beruflich und auch auf menschlicher Ebene, und auch Romilly Coles Figur überzeugt mit ihrem als Kind erlebten Trauma, das auch ihr Erwachsenenleben prägt.

Erzählt wird die packende Geschichte, die auch grausame Details beschreibt, aus verschiedenen Perspektiven, darunter die des Täters und es gibt eine weitere Erzählebene, diese Kapitel sind nicht nummeriert, sondern mit 'Damals' überschrieben. Erst später wird klar, wessen Erlebnisse hier geschildert werden. Bei den Ermittlungen habe ich mit gerätselt und wurde am Ende doch überrascht.

'The Twenty' ist ein wahrer Pageturner, es ist schwierig bis nahezu unmöglich, eine Lesepause einzulegen und ich hoffe, die anderen Bücher der britischen Autorin werden auch noch übersetzt. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten und ich empfehle es Thriller-Lesern, die vor grausamen Beschreibungen nicht zurückschrecken.

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