Berchtesgaden - ein Roman, der keiner ist
BerchtesgadenEigentlich bin ich mit der Erwartungshaltung heran gegangen, einen Roman zu lesen, der die Hauptfigur Sophie und ihre Liebelei zu Sam in den Vordergrund stellt.
Das wurde leider sehr enttäuscht, denn ...
Eigentlich bin ich mit der Erwartungshaltung heran gegangen, einen Roman zu lesen, der die Hauptfigur Sophie und ihre Liebelei zu Sam in den Vordergrund stellt.
Das wurde leider sehr enttäuscht, denn insgesamt war für mich das Buch überladen mit dem frommen Wunsch, allen Eventualitäten der Nazi- und Nachkriegszeit gerecht zu werden. Ich verstehe die Intention der Autorin, denn es darf und soll nichts vergessen werden und viele Infos waren für mich neu (z.B. dass die schwarzen GIs nicht auf die Bilder durften, etc.). Insgesamt ist vieles aber zu kurz angerissen.
Auch wenn das Thema und gerade natürlich auch der Ort Berchtesgaden viel Potenzial hat, hätte sich m.E. die Autorin klar entscheiden sollen, ob sie eine "gut recherchierte Backgroundgeschichte " schreibt, oder eben einen Roman, der vielleicht nicht alles im Detail abbilden kann, aber einen roten Faden hat.
Denn dieser hat mir einfach komplett gefehlt. Ja, es ist die damalige Zeit in Berchtesgaden, nur wenn man sich aufgrund des Klappentextes für das Buch entscheidet, um eine Geschichte über ein (verbotenes) Paar zu lesen, wird man enttäuscht.
Vielleicht, so mein Fazit, wäre die Verfilmung toll, denn die gute Recherchearbeit von Carolin Otto und die verschiedenen Szenarien würden dafür gut passen und die Darsteller würden dem ganzen die fehlenden Emotionen einhauchen.