Ein Buch, das vielleicht schon bald von der Wirklichkeit überholt sein wird
EDEN - Wenn das Sterben beginntUngewöhnliche Naturereignisse häufen sich. Es gibt Menschen, die diese Zeichen ernst nehmen und nach Lösungen suchen. Viele, die gleichgültig sind, die keine Veränderungen wollen. Und solche, die in allem ...
Ungewöhnliche Naturereignisse häufen sich. Es gibt Menschen, die diese Zeichen ernst nehmen und nach Lösungen suchen. Viele, die gleichgültig sind, die keine Veränderungen wollen. Und solche, die in allem nur Profitchancen sehen und dafür jede Skrupel über Bord werfen.
Marc Elsberg zeigt in seinem Thriller „Exit - Wenn das Sterben beginnt“ auf, was eigentlich schon überall und ständig stattfindet. Viel dramatisieren muss er nicht, nur fiktiv das fortführen, was er heute vorfindet. Visionär ist der aussterbende Pinguin nicht, der hat es bereits in die Tagesnachrichten geschafft.
Dazu versucht Elsberg, eine Handlung einzubauen, die das Ganze spannend macht.
Letzteres gelingt ihm nur mittelmäßig. Die sich allzu häufig wiederholenden Informationen zu Bodenerosionen, Planktonsterben und resultierenden Preissteigerungen und Lebensmittelverknappungen ermüden zunehmend. Die unterschiedlichen Interessengruppen sind etwas schablonenhaft aufgestellt, jeweils durch entsprechend undifferenzierte Charaktere vertreten. Probleme und Konflikte sind ziemlich vorhersehbar.
Der Schreibstil wirkt einfach. Die sehr kurzen Kapiteln unterstützen das Gefühl von Hektik und Zeitknappheit. Das will über 750 Seiten ausgehalten werden.
Lesenswert ist das Buch vor allem seiner Intention wegen: Es ist deutlich zu spüren, dass hier mit Herzblut gearbeitet wurde. Dass es um mehr geht als um bloßes Schreiben. Die hervorragende Recherchearbeit muss erwähnt werden, auch ist das Anliegen des Auf- und Wachrüttelns ehrenwert. Es wäre zu wünschen, dass LeserInnen motiviert werden, eigene Gewohnheiten zu hinterfragen, eventuell anzupassen und somit die Welt ein kleines Bisschen besser zu machen.