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Veröffentlicht am 22.02.2020

Gefühlvoller als Band 1, aber mit einer Liebesgeschichte, der es an Tiefe fehlt ...

Light Up the Sky
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Wie auch beim ersten Band, finde ich das Cover mal wieder unglaublich schön. Ich liebe die Farben und die funkelnden Effekte, ebenso wie das Bild, das dieses Buch zusammen mit Band 1 im Regal abgibt. Auch ...

Wie auch beim ersten Band, finde ich das Cover mal wieder unglaublich schön. Ich liebe die Farben und die funkelnden Effekte, ebenso wie das Bild, das dieses Buch zusammen mit Band 1 im Regal abgibt. Auch der Schreibstil ist hier genauso toll, wie ich ihn von Emma Scott gewohnt bin. Das Buch lässt sich sehr schnell und leicht lesen und die Autorin schreibt einfach auf eine Art und Weise, die einem im Gedächtnis bleibt.

»Aber egal, was uns im Leben passiert, ob es gut, schlecht oder schlimmer ist, es macht uns stärker. Weiser.«

Während mir es beim ersten Band noch schwer gefallen ist, meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, ist das diesmal überhaupt nicht der Fall. Einiges von dem, was ich in "Bring Down the Stars" zu kritisieren hatte, hat mir hier viel besser gefallen. Es ist, gerade zu Beginn des Buches und zum Ende hin, viel gefühlvoller und tiefgründiger, hält einige Szenen bereit, die einen wirklich mitfühlen lassen und bringt generell zumindest mehr Tiefe mit als Band 1.
Diesmal wird die Geschichte - mit Ausnahme vom Prolog - aus der Sicht von Autumn und Weston erzählt. Es gibt einige Zeitsprünge, die einen die Charaktere über einen längeren Zeitraum auf ihrem Weg begleiten lassen, aber so gesetzt sind, dass nicht das Gefühl aufkommt, man würde irgendeinen Teil der Geschichte verpassen.

»Kämpfen Sie für sich. Für das, was Sie sind. Kämpfen Sie endlich für sich selbst und für das, was Sie lieben. Für die, die Sie lieben.«

Der zweite Band setzt genau dort an, wo der erste Band einem mit einem unglaublich bösen Cliffhanger zurückgelassen hat. Keiner weiß, wie es um Connor und Weston steht, aber nach und nach prasselnd die Informationen auf einen ein und man kann sich langsam ein Bild davon machen, was passiert ist. Der Krieg hat bei beiden seine Spuren hinterlassen, wobei diese bei dem einen wahrscheinlich noch stärker sind als bei dem anderen. Was dort in Syrien passiert ist, hat das Leben der beiden verändert, was nicht nur Auswirkungen auf ihre gesamte Zukunft, sondern auch auf ihre Familie, ihre Freundschaft und und ihre Beziehung zu Autumn hat. Gerade deshalb hat mir die erste Hälfte des Buches, die sich nämlich eben genau mit diesem Auswirkungen und Folgen beschäftigt, so unglaublich gut gefallen. Man ist hautnah mit dabei, wie die beiden aus dem Krieg zurückkehren und lernen müssen, dass nichts mehr ist wie zuvor. Dadurch, dass die Geschichte diesmal nicht mehr von Connor, sondern nur noch von Weston ( und eben Autumn ) erzählt wird, ist es besonders er, der mich in diesem Buch so überrascht und sich vor allem meinen vollsten Respekt verdient hat. Seine Gefühls- und Gedankenwelt ist so wunderbar echt und greifbar dargestellt, dass ich mich super gut in ihn hineinversetzen konnte. Er hat sehr schwer mit den Folgen des Angriffs in Syrien zu kämpfen und was auf den ersten Blick so scheinen mag, als wäre es das Ende seines Lebens, ist eigentlich gerade erst der Anfang. Man begleitet hier einen gebrochenen, verletzten und zum Teil auch verbitterten Mann, der die Hoffnung auf ein glückliches Leben schon lange aufgegeben hat, auf seinem Weg zu sich selbst. Man begleitet ihn auf dem Weg raus aus der Vergangenheit - raus aus der Dunkelheit - und hinein in ein neues Leben. Und was er auf diesem Weg alles lernt, welche Lektionen ihm das Leben dabei erteilt, wie dieser Weg seine Sicht auf einige Dinge ändert, was dies in ihm drin auslöst und mit was für Einsichten er schließlich am Ziel angelangt, das war nicht nur unglaublich emotional, sondern vor allem auch super authentisch. Es ist mein liebster Part in diesem Buch, mein ganz persönliches Highlight.

»Wenn wir fallen, verwenden wir so viel Energie und Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass wir gefallen sind, und weniger darauf, wieder aufzustehen. Meinst du nicht?«

Connor, den ich im ersten Band überhaupt nicht leiden konnte, macht es mir auch hier lange Zeit nicht einfach. Während ich ihn vorher als unglaublich toxischen "Freund" angesehen habe, war ich hier vor allem furchtbar enttäuscht von ihm und seinem Verhalten. Aber auch er hat es tatsächlich später noch geschafft, mich zu überraschen und meine Sympathie für ihn ist deutlich gewachsen. Das besondere Band der Freundschaft zwischen ihm und Weston, das für mich in "Bring Down the Stars" leider überhaupt nicht zu erkennen war, zeigt sich hier diesmal umso deutlicher. Und diese Entwicklung ihrer Freundschaft, ebenso wie einige besondere Momente zwischen ihnen, die uns die Autorin hier schenkt, habe ich wirklich als sehr schön und vor allem herzerwärmend empfunden.

»Sag ihr, dass du sie liebst. Riskiere einmal im Leben, glücklich zu sein.«

Was mich allerdings nach wie vor nicht wirklich berühren konnte, war die Liebesgeschichte. Auch wenn ich mir im ersten Band so sehr gewünscht habe, dass aus Weston und Autumn mehr wird, konnte diese Entwicklung hier meine Erwartungen leider nicht wirklich erfüllen. Ich finde es total schön, was Weston in Autumn sieht, wie viel Glück und Freude sie in sein Leben bringt und welche Rolle sie auf seinem Weg raus aus der Dunkelheit spielt. Nur leider konnte ich vieles hierbei nicht ganz nachvollziehen. Generell ist es mir auch hier wieder sehr schwer gefallen, überhaupt eine Beziehung zu Autumn aufzubauen. Sie ist für mich nicht greifbar, ihr Denken und Handeln nach wie vor oftmals sehr naiv und sie hätte in meinen Augen einfach so durch eine andere Protagonistin ersetzt werden können, ohne dass es mir etwas ausgemacht hätte. Aber es gibt, wie ich zugeben muss, einige schöne und gefühlvolle Momente zwischen ihr und Weston. Die Liebesgeschichte ist nur einfach generell für mich nicht emotional oder tiefgründig genug gewesen und konnte mich nicht so berühren, wie ich es von den Liebesgeschichten von Emma Scott gewohnt bin.

Ansonsten besitzt die Geschichte eine schöne Rahmenhandlung und erzählt gleichzeitig auch die Geschichte der Nebencharaktere, was mir sehr gut gefallen hat. Es gibt einige überraschende Entwicklungen und die ein oder andere Person schließt man noch ein bisschen mehr ins Herz.
Alles in allem hat mir "Light up the sky" auf jeden Fall besser gefallen als der erste Band, ist für mich aber trotz alledem kein 5-Sterne-Buch und auch, wie ich finde, schwächer als die Bücher, die ich bisher von der Autorin gelesen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2020

Definitiv mein liebster Band der Reihe!

Broken Love
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Mit der "Sinners of Saint" Reihe hat L.J. Shen nach und nach immer mehr mein Herz erobert. Ich liebe die Art und Weise, wie sie schreibt - so flüssig, spannend, prickelnd, tiefgründig und fesselnd. Sie ...

Mit der "Sinners of Saint" Reihe hat L.J. Shen nach und nach immer mehr mein Herz erobert. Ich liebe die Art und Weise, wie sie schreibt - so flüssig, spannend, prickelnd, tiefgründig und fesselnd. Sie lässt unscheinbare Sätze und Aussagen klingen, als wären sie von unwahrscheinlich großer Bedeutung und sie so aussehen, als stecke viel mehr dahinter, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Was sie schreibt, packt einen, geht einem unter die Haut, lässt einen süchtig nach ihrem Geschriebenen werden. Und genau das liebe ich so.

"Broken Love" ist definitiv mein liebster Band dieser Reihe. Wir haben hier zwei gebrochene Charaktere mit unglaublicher Tiefe, die im Laufe der Geschichte beide eine enorme Entwicklung durchmachen. Zwei gebrochene Charaktere, die vielleicht eine Weile geschwächelt, aber niemals aufgehört haben zu kämpfen. Zwei gebrochene Charaktere, die nicht nur einander, sondern vor allem sich selbst retten. Und wir habe eine Liebesgeschichte zwischen diesen beiden gebrochenen Charakteren, die so viel mehr ist als das. Intensive Gefühle, brodelnde Emotionen, neckende Unterhaltungen und heiße Momente sind nur ein Teil dessen, was einen hier erwartet. Es ist die Geschichte zweier gebrochener Menschen und einer rettenden & heilenden Liebe. Eine Geschichte, die unfassbar schmerzvoll und oftmals sehr grob, aber gleichzeitig auch so einzigartig und wunderschön ist. Die Liebesgeschichte ist alles andere als einfach oder unkompliziert, aber sie ist so wertvoll, dass es sich für sie zu kämpfen mehr als lohnt. Sie ist die Mühe allemal wert.

Jesse, die Protagonistin, hat unglaublich viel durchgemacht und ist dadurch zu einer Kämpferin geworden. Sie ist gebrochen, aber in ihrer Gebrochenheit ist sie stärker als jemals zuvor. Sie macht innerhalb der Geschichte eine wirklich faszinierende Entwicklung durch und es war ein ganz besonderes Erlebnis, sie auf ihrem Weg zu sich selbst zu begleiten. Man sieht sie kämpfen, man sieht sie fallen und am Boden liegen und man sieht sie wieder aufstehen. Jesse überrascht einen und das immer wieder aufs Neue. Sie zeigt einem ihre verletzlichste Seiten, ebenso wie ihre stärkste und sorgt dafür, dass die Bewunderung ihr gegenüber immer weiter wächst. Es ist unmöglich, sie nicht in sein Herz zu schließen und sie hat es definitiv geschafft, zu einer meiner Lieblingsprotagonistinnen zu werden.

Bane, der Protagonist, ist nicht nur super abgefuckt und kaputt, sondern dazu auch noch ein Lügner und Betrüger. Allerdings besitzt er einen unglaublichen Charme und wenn es drauf ankommt, hat er das Herz am rechten Fleck. Es ist trotz seiner manchmal unschönen direkten Art und seiner Arroganz unmöglich, ihn nicht zu lieben - vor allem dann nicht, wenn man erst einmal einen Blick hinter seine Fassade geworfen hat. Die Fassade, die er nicht nur errichtet hat, um andere auf Abstand zu halten, sondern vor allem, um sich vor sich selbst zu verstecken. Er macht, genau wie Jesse, eine krasse Entwicklung im Laufe der Geschichte durch, bleibt sich dabei aber weiterhin selber treu. Aus ihm wird nicht auf unrealistische Art und Weise ein vollkommen neuer, aber eben ein besserer Mensch. Ein Mensch, der sich im Spiegel anschauen kann, ohne zusammenzuzucken.

Neben den beiden Protagonisten, die wahnsinnig gut ausgearbeitet und unglaublich authentisch sind, gibt es auch einige Nebencharaktere, die die Geschichte wirklich bereichert haben. Nebencharaktere, die man ebenfalls ins Herz schließt, die zum besonderen Charme der Geschichte beitragen und die das Ganze perfekt abrunden.

Was mich an diesem Buch am meisten begeistern konnte? Dass es mich dann überrascht hat, als ich es nicht mehr erwartet hätte. Man erfährt zu Beginn der Geschichte gleich, was Jesse in der Vergangenheit widerfahren ist, was ich klasse finde, weil man so ihr Verhalten viel besser verstehen und ihre Gefühls- und Gedankenwelt leichter nachvollziehen kann. Aber gerade weil dieser Teil schon am Anfang preisgegeben wird, habe ich überhaupt nicht erwartet, dass es die Geschichte schafft, mich hintenraus noch einmal ordentlich zu schocken - aber genau das hat sie getan. Das, was hier offenbart wird, hat mich völlig unvorbereitet getroffen und mich nicht nur für einen Moment sprachlos gemacht, sondern hat bei mir vor allem für wahnsinniges Gefühlschaos gesorgt. Dieses Buch hat mich lachen und weinen, leiden und hoffen & verzweifeln und lieben lassen. Es konnte mich mitreißen und berühren und mich vor allem vom Anfang bis zum Ende mit seiner Echtheit absolut überzeugen!

Ich kann die gesamte Reihe wirklich nur jedem empfehlen. Jeder Band ist auf eigene Art und Weise etwas ganz Besonderes, aber was sie alle gemeinsam haben ist, dass sie jeder für sich ein kleines Meisterwerk sind. Und jetzt, nachdem ich auch den letzten Teil gelesen habe, freue ich mich umso mehr auf die "All Saints High" Reihe der Autorin, die bald erscheinen und in der es um die nächste Generation der Sinners of Saint gehen wird!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2020

Ein wunderbar gelungener Abschluss!

One True Queen, Band 2: Aus Schatten geschmiedet
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Wie auch schon beim ersten Band, finde ich das Cover unfassbar schön. Es ist wieder ein absoluter Eyecatcher, ich liebe die Farben und es passt perfekt zum Inhalt des Buches. Während ich den Schreibstil ...

Wie auch schon beim ersten Band, finde ich das Cover unfassbar schön. Es ist wieder ein absoluter Eyecatcher, ich liebe die Farben und es passt perfekt zum Inhalt des Buches. Während ich den Schreibstil der Autorin im ersten Band noch als überwiegend unterhaltsam und fesselnd empfunden habe, mischt sich diesmal noch etwas anderes mit darunter - sie lässt scheinbar bedeutungslose Sätze unglaublich bedeutsam wirken. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, dass hinter dem was sie schreibt, so viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick erkennen kann, was dazu geführt hat, dass ich alles analysiert und hinterfragt habe. Das wiederum hat dazu beigetragen, dass mich die Geschichte wirklich vollkommen eingenommen hat und ich die Realität automatisch komplett ausgeblendet habe.

Wenn alles zerbricht, denke ich, und meine Mission scheitert, dann habe ich zumindest die glücklichsten Momente erlebt, die es in beiden Welten geben kann. Ich habe herzzerreißend geliebt und ich wurde ebenso geliebt. Vielleicht sollte man ein Leben einfach nicht in Jahren messen, sondern in Liebe.

Der zweite Band war zwischenzeitlich immer wieder genauso verwirrend für mich, wie es der Anfang von Band 1 war, aber genau das hat dieses Buch so unfassbar interessant und spannend gemacht. Denn man möchte unbedingt verstehen, was dort vor sich geht. Man will wissen, was passiert und wovon die Charaktere da überhaupt reden. Man muss mitdenken, sich wirklich konzentrieren und vor allem immer aufmerksam sein. Scheinbar unwichtige Dinge könnten später von enormer Wichtigkeit sein, verschlüsselte Sätze müssen entschlüsselt werden und fragwürdigen Aussagen muss auf den Grund gegangen werden. Dieses Buch fordert einen heraus und genau das habe ich so geliebt. Es passiert so unglaublich viel, es prasseln ständig neue Eindrücke auf einen ein, die Welt scheint immer düsterer und magischer, aber gleichzeitig auch faszinierender zu werden und gemeinsam mit den Charakteren begibt man sich auf die Suche nach Antworten auf all die Fragen, die nach dem ersten Band offenen geblieben und die, die nach und nach neu hinzugekommen sind. Ich habe keine Ahnung, wie man auf so eine grandiose Idee kommen und sie dann auch noch so perfekt umsetzen kann, aber Jennifer Benkau hat es irgendwie geschafft. Man kann nicht genug bekommen, lässt sich voll und ganz mitreißen und will am Ende gar nicht mehr zurück, weil alles an diesem Buch so beeindruckend ist.

Mailin, die Protagonistin, ist auch diesmal wieder Rebellin und Kämpferin - aber diesmal eben auch eine zum Tode verurteilte Königin. Und um ihr Leben zu retten, muss sie härter kämpfen als jemals zuvor. Ich habe sie so sehr dafür bewundert, wie sie an die verschiedensten Probleme und schwierige Situationen herangeht. Ihre Art und Weise zu denken ist ebenso faszinierend wie die Art und Weise, wie sie dementsprechend dann auch handelt und sie hat mich immer wieder aufs Neue überraschen können. Allerdings sieht man diesmal auch eine schwächere und hilflosere Seite an ihr. Diese kommt zwar nur hin und wieder heraus, ist aber meiner Meinung nach der perfekte Gegensatz zu ihrer sonst so mutigen und starken Seite. Sie lernt, dass sie manchmal eben doch auf die Hilfe anderer angewiesen ist und dass Unterstützung anzunehmen keine Schwäche ist - im Gegenteil. Sich einzugestehen, dass man alleine nicht mehr weiterkommt und die Hilfe derer Menschen, die sie einem anbieten, anzunehmen zeugt von unglaublicher Stärke. Generell macht Mailin im Laufe der Geschichte eine enorme Entwicklung durch. Dieser Weg, den sie dafür gehen muss, ist zwar alles andere als leicht, aber dafür lohnt sich das Ziel, zu dem er sie bringt - nämlich zu sich selbst.

»Wie könnten wir verloren sein? Wir haben uns doch wiedergefunden.«

Diesmal habe ich auch besonders einige Nebencharaktere ins Herz geschlossen. Ich muss dazu sagen, dass in diesem Buch alles etwas anders ist. Es ist hier enorm schwierig, einander zu vertrauen und Leute zu finden, bei denen man sich sicher sein kann, dass sie einen nicht hintergehen. Man muss immer auf der Hut sein und seine Augen überall haben. Aber dafür sind die Leute, die sich das Vertrauen dann wirklich verdient haben, umso wertvoller. Und genau mit diesen habe ich mitgefiebert- und gefühlt. Mit ihnen gemeinsam habe ich in schwierigen Situationen gezittert und mich nach kleinen Erfolgen für sie gefreut. In den Freundschaften, die hier entstehen, sagen Taten mehr als Worte jemals könnten und genau das finde ich so toll. Es gibt nicht viele Gespräche in denen große Gefühle vorkommen, aber das ist auch gar nicht nötig, weil man während des Lesens deutlich erkennen kann, wie stark das Band untereinander ist.

»Er ist der, der mich zwingt, mir selbst uneingeschränkt zu vertrauen, denn ihm werde ich nie blind vertrauen können.«

Gleiches gilt auch für die Liebesgeschichte. Zwischen Mailin und Liam besteht eine ganz besondere Verbindung, die man auf jeder Seite spüren kann. Die beiden drücken ihre Gefühle füreinander nur selten in Worten aus, weil ihre Blicke, die sie dem jeweils anderen zuwerfen und die Dinge, die sie für einander tun, mehr als genug sagen. Die Beziehung der beiden ist unglaublich kompliziert, denn sie basiert auf vielen Lügen. Besonders Liam verheimlich Wichtiges, verschließt sich ganz oft vor Mailin und schafft es nur selten, bei der Wahrheit zu bleiben. Und trotzdem ist er der Mensch, dem sie ihr Herz geschenkt hat. Lange Zeit konnte ich das überhaupt nicht verstehen und noch weniger nachvollziehen, aber irgendwann fängt man an, in Liam das zu sehen, was Mailin in ihm sieht und plötzlich fällt es einem überhaupt nicht mehr so schwer, ihre Gefühle ihm gegenüber nachempfinden zu können. Die Liebesgeschichte der beiden steht nicht im Mittelpunkt, ist aber von enormer Bedeutung für die Geschichte, ihren Verlauf und vor allem ihr Ende. Im Grunde genommen IST sie der Anfang und das Ende. Ist sie Schicksal? Oder doch Vorherbestimmung? Wer weiß. Auf jeden Fall ist sie anders, sie ist besonders und sie hat mich von Anfang an fasziniert. Ich lese sehr sehr viele Bücher mit Liebesgeschichten und die von Mailin und Liam hat endlich mal etwas frischen Wind in mein Leseleben gebracht, wofür ich sehr dankbar bin.

Die vor uns liegenden Seiten sind leer und alle weiteren Geschichten schreiben wir selbst.

Was soll ich sonst noch sagen? Die Fortsetzung und gleichzeitig der Schluss dieser Geschichte ist der Autorin unglaublich gut gelungen. Es ist die ganze Zeit über spannend, nervenaufreibend, bringt einen zum Nachdenken, fordert einen heraus, fesselt einen und wühlt einen emotional auf. Nachdem ich dem ersten Band noch keine vollen 5 Sterne geben konnte, waren meine Hoffnungen groß, dass sich der zweite Band diese dafür umso mehr verdienen würde - und das hat er getan. Dieses Buch ist großartig und ich kann die Geschichte wirklich nur jedem empfehlen, der auf Fantasy und einzigartig magische und faszinierende Welten steht, die einen in ihren Bann ziehen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2020

Heiße und prickelnde Liebesgeschichte, bei der mir jedoch die Tiefe und das Gefühl gefehlt haben ...

Dirty Neighbor
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Ich habe mich riesig gefreut, als ich erfahren habe, dass endlich wieder ein neues Buch von Sarah Saxx geben wird und für mich war von Anfang an klar, dass ich es auf jeden Fall lesen muss. Der Klappentext ...

Ich habe mich riesig gefreut, als ich erfahren habe, dass endlich wieder ein neues Buch von Sarah Saxx geben wird und für mich war von Anfang an klar, dass ich es auf jeden Fall lesen muss. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen und die Vorfreude war groß. Als das Buch dann bei mir ankam, war die Freude noch viel größer und ich habe auch gleich mit dem Lesen begonnen. Allerdings ist mir relativ schnell aufgefallen, dass mir diesmal irgendetwas fehlt. Der Schreibstil hat mir wie immer unglaublich gut gefallen und dafür gesorgt, dass sich die Geschichte echt schnell lesen lässt. Auch der Humor ist nicht zu kurz gekommen, jedoch haben mir diesmal die Gefühle gefehlt. Das Tiefgründige & Emotionale, was ich sonst so in Sarah Saxx Büchern liebe, konnte ich hier nicht finden. Und während ich am Anfang noch dachte, dass diese vielleicht später noch auftauchen würden, musste ich am Ende feststellen, dass ich vergeblich gewartet habe.

Was mir gleich am Anfang aber sehr gut gefallen hat, war die Idee mit den gegenüberliegenden Wohnungen. Ich musste sofort an das Musikvideo zu "You Belong With Me" von Taylor Swift denken und im Verlauf der Geschichte wurden die Parallelen immer deutlicher. Das fand ich absolut klasse, weil es einfach etwas Neues ist, was ich so bisher noch nicht gelesen habe und die Umsetzung der Idee ist der Autorin wirklich super gelungen. Das Kennenlernen zwischen Jaime und Ralph findet dadurch anders statt - nämlich wortlos durch zwei Fensterscheiben. Allerdings sind Worte hier auch erstmal gar nicht nötig, denn die beiden lassen Taten sprechen. Und es wird heiß. Sehr heiß. Die Anziehungskraft ist deutlich zu spüren, man fiebert mit und kann die intensiven Momente absolut genießen. Intimität, Anziehung und explosive Emotionen kommen hier nicht zu kurz und sorgen dafür, dass das Lesen wirklich Freude macht. Allerdings gibt es immer mal wieder langatmige Passagen, die sich ziemlich in die Länge gezogen haben. Hier hatte ich manchmal das Gefühl, dass nicht wirklich viel passiert und die Handlung nicht vorangetrieben wird. Man könnte jetzt sagen, dass man diese als Ausgleich zu den heißen und intensiven Szenen ansehen kann, aber in meinen Augen waren sie leider eher etwas störend.

Jaime mochte ich als Protagonistin sehr gerne. Sie ist super sympathisch, sehr authentisch und viel selbstbewusster, als es auf den ersten Blick scheint. Dadurch hat sie es geschafft, mich immer wieder zu überraschen. Denn während ihre Gedanken eher schüchtern klingen, sind ihre Handlungen immer genau das Gegenteil dessen, was man von ihr erwarten würde. Sie hat keine Probleme damit zu sagen, was sie will, ist eine wirklich ehrgeizige Frau und macht den Eindruck, als wäre sie jemand, den man gerne um sich hat. Ihr ist in der Vergangenheit Unschönes widerfahren und ihr Umzug nach New York, sowie ihr Arbeitsplatzwechsel sollen der Neustart sein, den sie so dringend braucht.

Bei Ralph habe ich etwas länger gebraucht, um mit ihm warm zu werden, aber je näher man ihn kennenlernt, desto sympathischer wird auch er einem. Er ist sexy, charmant und humorvoll, hat aber Probleme damit, sich einer Frau ganz zu öffnen. Denn er hat vor einiger Zeit ebenfalls etwas Unschönes erleben müssen, das ihn noch immer sehr stark prägt. Da kommt ihm seine neue und heiße Nachbarin für ein lockeres Abendteuer natürlich gerade gelegen. Auch, wenn er Jaime lange Zeit nicht alles von sich gibt und es nicht schafft, sich ihr über seine Vergangenheit anzuvertrauen, habe ich es geliebt, wie er sie behandelt. Er zeigt deutlich, was er will & redet hierbei nicht lange um den heißen Brei herum, ist aber unglaublich liebe- und respektvoll. Die Mischung aus draufgängerisch und aufmerksam hat mir an ihm besonders gut gefallen und dafür gesorgt, dass ich ihn nach und nach selbst immer toller fand.

Ich habe bei den beiden ihr Kennenlernen geliebt, ich mochte die Entwicklung ihrer Beziehung und ich habe mit ihnen mitgefiebert. Aber was mir leider wirklich gefehlt hat, waren die Gefühle zwischen den beiden. Ich hätte mir hier einfach mehr Tiefe gewünscht, mehr greifbare Emotionen, die einen auch mitFÜHLEN lassen. Wären diese vorhanden gewesen, hätte mir dieses Buch noch einmal viel besser gefallen, aber so konnte es mich leider nicht so berühren, wie ich es mir gewünscht hätte.

Ein kleines Highlight für mich, über das ich hier sehr froh war, ist die Freundschaft von Jaime zu ihrer besten Freundin Kelly. Diese habe ich im Laufe der Geschichte ebenfalls sehr ins Herz geschlossen und die gemeinsamen Momente der beiden habe ich sehr genossen. Ansonsten muss ich sagen, dass mir die Geschichte zwar definitiv gut gefallen hat, sie mich jedoch nicht umhauen konnte und dieses Buch in meinem Augen auch das bisher schwächste von Sarah Saxx ist. Lesenswert ist sie aber auf jeden Fall trotzdem, vor allem dann, wenn man auf heiße und prickelnde Liebesgeschichten steht und nichts unbedingt Tiefergehendes sucht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2020

Ein absolutes Jahreshighlight!

A Wish for Us
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Dieses Buch ist eines der besten Bücher, die ich seit Langem gelesen habe. Es ist das erste Buch, welches ich von Tillie Cole gelesen habe und nachdem es mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen ...

Dieses Buch ist eines der besten Bücher, die ich seit Langem gelesen habe. Es ist das erste Buch, welches ich von Tillie Cole gelesen habe und nachdem es mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen konnte, wird es mit ziemlicher Sicherheit auch nicht das Letzte gewesen sein. Die Autorin lässt unglaublich viel Gefühl mit in ihren Schreibstil einfließen und sorgt somit dafür, dass man als Leser/Leserin die Emotionen in dem Buch viel deutlicher wahrnimmt. Ihr Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll, sehr intensiv und unglaublich fesselnd, sodass man sich während des Lesens komplett fallenlassen kann. Ich habe, sobald ich dieses Buch aufgeschlagen habe, die Realität um mich herum voll und ganz ausgeblendet und mich ganz tief in die Geschichte hineinziehen lassen. Und dabei habe ich mich verliebt - in die Charaktere, die Atmosphäre, die Gefühle die das Buch in mir auslöst und natürlich in die Geschichte selbst.

»Hindernisse im Leben bringen einen manchmal dazu, die Welt mit anderen Augen zu sehen.«

Die Geschichte wird sowohl aus Bonnie's als auch aus Cromwell's Sicht erzählt, was ich persönlich immer total liebe, weil man so einen Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Protagonisten bekommt, sie näher kennenlernen und verstehen und eine bessere Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Zudem sind so die charakterlichen Entwicklungen, die bei ihnen stattfinden, viel besser nachzuvollziehen und nachzuempfinden.

Bonnie und Cromwell sind beide zwei unglaublich authentische und greifbare Charaktere, die es einem wunderbar leicht machen, mit ihnen mitzufühlen. Bonnie lernt man als sehr ehrgeizige, vernünftige und reife junge Frau kennen, die niemals aus der Reihe tanzt und die mit unglaublichem Eifer ihre Träume verfolgt. Sie ist einer dieser Menschen, die man einfach lieben muss, weil ihr ruhiger, liebevoller und herzlicher Charakter es einem unmöglich macht, sie nicht sofort ins Herz zu schließen. Was ich bei ihr vor allem am Anfang so geliebt habe ist, dass sie sich in keinerlei Hinsicht von Cromwell provozieren lässt. Auch wenn ich normalerweise auf Neckereien zwischen den Protagonisten stehe, war ihre Art und Weise mit seinen bissigen und unfreundlichen Kommentaren und Antworten umzugehen, hier so viel passender. Und nicht nur damit hat sie sich meine Bewunderung verdient, sondern vor allem mit ihrem Mut, ihrer Stärke und ihrem Kampfgeist - denn dass sie diese drei Dinge mehr besitzt als manch anderer, das beweist sie im Laufe der Geschichte mehr als nur einmal.

Cromwell macht es einem zu Beginn nicht ganz so leicht wie Bonnie, aber es lohnt sich, ihn nicht aufzugeben. Denn was auf den ersten Blick vielleicht verbittert, distanziert und kalt wirkt, ist eigentlich nur Selbstschutz. Er ist verloren und gebrochen, gefangen hinter den Mauern, die er selbst errichtet hat. Aber je näher man ihn kennenlernt und je mehr diese Mauern beginnen, zu zerfallen, desto bewundernswerter und faszinierender ist das, was man dahinter vorfindet. Cromwell besitzt ein unglaubliches Talent, eine ganz besondere Gabe - etwas, das ihn nicht nur interessant, sondern vor allem einzigartig macht. Die charakterliche Entwicklung, die er durchmacht, ist erstaunlich, und miterleben zu dürfen, was sich vor allem auf der Gefühlsebene bei ihm verändert, hat mich total berührt. Das ist nämlich so wunderbar echt dargestellt, dass die Emotionen einen selbst überwältigen. Und zu sehen, wie viel Bonnie zu dieser Veränderung beiträgt, macht das Ganze noch einmal tiefergehend und emotionaler.

»Er spielt Stücke für mich, die meinem Herzen mehr sagen, als seine Worte es je könnten.«

Bonnie und Cromwell könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie haben eine ganz große Gemeinsamkeit - ihre Liebe zur Musik. Es ist nicht nur so, dass Bonnie Cromwell genau diese wieder zurück in sein Leben bringt, nein. Die Musik verbindet die beiden auf einer Ebene miteinander, die für Außenstehende nur ganz schwer zu verstehen ist. Aber die Autorin schafft es, genau diese Verbindung so wunderbar darzustellen, dass man sie während des Lesens deutlich spüren kann. Die beiden kommunizieren durch die Musik, zeigen ihre Gefühle durch Musik, sie leben in der Musik. Und genau das - die Beschreibung des Spiels der Instrumente und was diese aussagen, die Töne und Klänge sowie die Songtexte in diesem Buch - machen das Ganze so unfassbar intensiv und sorgen dafür, dass diese Geschichte unter die Haut geht. Aber nicht nur durch die Musik haben die beiden eine ganz besondere Verbindung zueinander. Sie treten auch beide genau zum richtigen Zeitpunkt in das Leben des jeweils anderen - nämlich in dem Moment, indem sie am meisten gebraucht werden. Ich kann und will hier nicht zu viel verraten, weil man das einfach selbst gelesen haben muss, aber die Geschichte der beiden hat mich an etwas erinnert, das ich früher einmal in einem anderem Buch gelesen habe. Dort stand nämlich, dass nichts zu kaputt ist, um geheilt zu werden und es eine Schande wäre, wenn nur Menschen, die voll und ganz heil sind, es verdient hätten, geliebt zu werden. Denn gerade die Liebe ist das stärkste Heilungsmittel, das es gibt. Und das ist wahr. Denn Liebe gibt Halt, Liebe gibt Kraft, Liebe schenkt Hoffnung und sie gibt einem etwas, für das es sich zu kämpfen lohnt.

»Und wie er dich ansieht.«
»Wie denn?«
»Als wärst du seine Luft zum Atmen. Als wärst du das Wasser, das jedes Höllenfeuer, das in ihm tobt, löschen kann.«

Generell muss ich einfach sagen, dass dieses Buch ein wirkliches Meisterwerk ist. Es besitzt eine unheimliche Tiefe, starke Emotionen, authentische und greifbare Charaktere und eine so enorme Echtheit, dass es eigentlich unmöglich ist, es nicht zu lieben. In diesem Buch harmoniert einfach alles perfekt miteinander und das, obwohl weder die Charaktere noch die Geschichte perfekt sind. Dieses Buch ist so wahnsinnig schmerzvoll und gleichzeitig so wunderschön und auch das - der Schmerz und die Schönheit - harmonieren hier einfach so unglaublich gut miteinander. Das eine ergänzt das andere und beide zusammen sorgen dafür, dass diese Geschichte einen ganz tief berührt. Einem wird das Herz gebrochen, und das mehr als nur einmal. Aber es wird auch so wunderbar liebevoll wieder zusammengesetzt, dass man gleich darauf wieder bereit dafür ist, sich erneut in dieses Buch zu verlieben.

»Für immer lieben … und für immer geliebt werden. Das ist jetzt mein Traum.«

Dass "A Wish for Us" ein Jahreshighlight ist, muss ich glaube nicht mehr erwähnen, aber ich kann euch wirklich nur ans Herz legen, es ebenfalls zu lesen. Es hält so viel Unerwartetes für euch bereit, besitzt kein unnötiges Drama oder Hin- und Her und ist als Gesamtpaket einfach grandios. Diesem Buch mangelt es an gar nichts und ich beneide wirklich jeden, der das Buch noch nicht gelesen hat und diese Geschichte ganz neu erleben darf. Ich habe es von der allerersten bis zur allerletzten Seite an geliebt und auch, wenn ich glaube, dass meine Worte hier nicht annähernd widerspiegeln, wie unfassbar gut dieses Buch ist, hoffe ich doch, dass ich euch vielleicht ein kleines bisschen anfixen konnte. Denn dieses Buch hat es wirklich verdient, gelesen und geliebt zu werden.

  • Gefühl
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere