Profilbild von charlie_books

charlie_books

Lesejury Star
offline

charlie_books ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit charlie_books über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2020

Leider eines der schwächeren Bücher der Autorin ..

Cursed – Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit
0

Jennifer L. Armentrout gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen, weswegen ich mich auch wahnsinnig auf dieses Buch gefreut habe. Ihr Schreibstil heißt einen wie immer sehr angenehm willkommen, führt ...

Jennifer L. Armentrout gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen, weswegen ich mich auch wahnsinnig auf dieses Buch gefreut habe. Ihr Schreibstil heißt einen wie immer sehr angenehm willkommen, führt einen schnell in die Geschichte hinein und sorgt dafür, dass die Seiten während des Lesens nur so dahinfliegen. Allerdings muss ich sagen, dass es hier diesmal eine Weile gedauert hat, bis ich mit der Protagonistin warm geworden bin. Ich weiß nicht, ob das an der düsteren und unheimlichen Atmosphäre am Anfang der Geschichte liegt oder daran, dass es länger dauert, bis man sie wirklich näher kennenlernt, aber es hat nicht wie sonst in den Büchern der Autorin sofort klick gemacht.

Ember, die Protagonistin, habe ich zum Teil sehr gemocht und zum Teil aber oftmals auch nicht so wirklich verstanden. Sie hat Unvorstellbares durchgemacht, zwei der wichtigsten Menschen in ihrem Leben verloren, ist von den Toten zurückkehrt und hat dabei irgendwie auch sich selbst verloren. Sie weiß nicht, wer sie ist oder wer sie sein will und lebt eigentlich nur noch für ihre kleine Schwester. Es dauert seine Zeit, bis sie einem als LeserIn die Chance gibt, einen wirklichen Blick in ihr Innerstes zu werfen, doch ab dem Moment an, in dem sie dies tut, fängt man an, sie zu verstehen. Ihre Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen. Sich in sie hineinversetzen zu können. Ihre besondere Gabe, die für sie eher ein Fluch ist, macht sie nicht nur zu einem wahnsinnig interessanten, sondern vor allem zu einem einzigartigen Menschen. Allerdings habe ich ihr Handeln manchmal als sehr naiv und unüberlegt empfunden. In Situationen, in denen ich dachte, sie wäre so klug zu schweigen oder sich nichts anmerken zu lassen, hat sie einfach immer rausgehauen, was sie gerade denkt oder fühlt und auf Dauer war das echt anstrengend. Es war, als würde sie überhaupt nicht aus ihren Fehlern lernen. Und auch, wenn ihre Situation alles andere als leicht ist und in ihr drin absolutes Chaos herrscht, hätte ich erwartet, dass sie vielleicht sogar gerade deswegen in bestimmen Momenten klüger und bedachter gehandelt hätte. Die bedingungslose Liebe zu ihrer Schwester sowie ihren Mut und ihre sich langsam entfaltende Stärke haben mir dafür aber umso besser gefallen!

Mit Hayden, dem Protagonisten, hatte ich tatsächlich ein paar Probleme. Während ich ihn zunächst als diesen typischen attraktiven und geheimnisvollen Badboy gesehen haben, hinter dessen dunkler Aura sich eigentlich ein echt charmanter Typ befindet, musste ich im Laufe der Geschichte feststellen, dass das nur zum Teil stimmt. Er ist zwar schon hilfsbereit, charmant und in gewisser Hinsicht jemand, auf den man sich immer verlassen kann, jedoch hat das situationsbedingt variiert. In Momenten, in denen ich fest damit gerechnet habe, dass er komplett zu Ember halten, ihr vertrauen, ihr glauben wird, hat er es nicht getan und sich unglaublich merkwürdig verhalten. Und dadurch, dass das öfter als einmal vorgekommen ist, gab es für mich auch erhebliche Abzüge bei den Sympathiepunkten. Trotzdem habe ich auch bei ihm die Liebe zu seiner Familie ebenso geliebt wie seinen Beschützerinstinkt Ember gegenüber und die Tatsache, dass er vom Anfang bis zum Ende an sie geglaubt und ihr Mut gemacht, sowie ihr neue Kraft geschenkt hat.

Die Liebesgeschichte der beiden spielt in meinen Augen gar keine so große Rolle in diesem Buch und ist für mich auch recht schwach gewesen. Wo ich am Anfang noch dachte, dass wirkliches Potenzial besteht, wurde ich hintenraus ziemlich enttäuscht. Es gibt ein paar Momente zwischen ihnen, die Bauchkribbeln bei mir ausgelöst haben und in denen ich die Anziehung und das Knistern zwischen ihnen deutlich spüren konnte. Und auch die Tatsache, dass sie und ihn eine Besonderheit verbindet ( die ich euch nicht verraten werde, weil ich euch nichts vorweg nehmen will ), hat mir sehr gut gefallen. Jedoch sind die Gefühle zwischen ihnen einfach nicht bei mir angekommen und ihre Liebe konnte mich emotional leider nicht so erreichen, wie ich es mir gewünscht hätte. Es gab zu wenige von den richtig bedeutsamen und wichtigen Momenten zwischen ihnen, das ausführliche Kennenlernen hat mir gefehlt und die Tatsache, dass Hayden sich immer mal wieder so merkwürdig benommen hat, macht das Ganze nicht gerade besser. Die Liebesgeschichten der Autorin fesseln und berühren mich normalerweise immer unglaublich doll und schaffen es, mich absolut mitfühlen zu lassen, weswegen ich wahrscheinlich auch hier so hohe Erwartungen hatte. Nur leider wurden diese diesmal nicht ganz erfüllt.

Trotzdem hält dieses Buch eine Menge Spannung bereit. Man wird in eine neue Welt hineingeführt, lernt Seite für Seite immer mehr von ihr kennen und mit jedem neuen Wissen, kommen auch neue Fragen auf. Man kann nie genug bekommen, ist gierig nach jeder einzelnen neuen Information, die preisgegeben wird und man steht dauerhaft unter enormer Anspannung. Es passieren viele komische und teilweise sehr unschöne Dinge, es wird einem Angst gemacht, man fängt an ein wenig paranoid zu werden und kommt schließlich an den Punkt, an dem man selber nicht mehr weiß, was man denken und wem oder was man glauben soll bzw. kann. Es gibt einige Überraschungen sowie unerwartete Wendungen und dafür, dass mich die Liebesgeschichte nicht so überzeugen konnte, hat es der Rest des Buches umso mehr.

Hier ist es auch ausnahmsweise mal so, dass mir so gut wie alle Nebencharaktere absolut unsympathisch waren und mich zum Teil während des Lesens sogar wirklich haben wütend und verzweifelt werden lassen, allerdings sollte das glaube ich auch genauso sein. Wenn ein Autor oder eine Autorin furchtbar unsympathische Charaktere erschafft, ist es doch mit Sicherheit sein/ihr Ziel, dass die LeserInnen diese nicht leiden können, oder? Bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert und ich bin mehrmals an den Punkt gekommen, an dem ich ins Buch kriechen und ein paar Hälse umdrehen wollte. Das hat aber wiederum auch dazu geführt, dass ich tiefer in die Geschichte hineingezogen wurde und mich das Buch zumindest auf dieser Ebene emotional erreichen konnte.

Was ich von dem Ende halten soll, weiß ich nicht so wirklich, weil es für mich nicht wie eines gewirkt hat. Die Geschichte scheint irgendwie unabgeschlossen - so, als würde da noch etwas kommen. Aber ... das tut es nicht? Ich kann nicht genau sagen, was mir hier gefehlt hat, aber es war auf jeden Fall etwas, bei dem ich gesagt hätte, dass es sich wie ein wirklicher Abschluss angefühlt hat. Ich fühle mich, als hätte ich Seiten übersprungen oder aus Versehen vergessen, aber das habe ich nicht. Und das ist kein schönes Gefühl.

"Cursed - Die Hoffnung liegt hinter der Dunkelheit" ist eines der wenigen Bücher von Jennifer L. Armentrout, die mich nicht voll und ganz überzeugen konnten. Die Geschichte ist spannend, lässt sich super gut und schnell lesen und schafft es, einen des Öfteren zu überraschen. Allerdings sind die Charaktere sowie die Gefühle zwischen den Protagonisten nicht wirklich greifbar und ich konnte nicht so mitfiebern, wie ich es mir gewünscht hätte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2020

Toller Auftakt der neuen Reihe ...

Don't LOVE me
0

Nachdem ich die "Ophelia Scale" Reihe der Autorin absolut geliebt habe, war für mich sofort klar, dass auch ihre neue Reihe auf jeden Fall bei mir einziehen muss. Umso mehr habe ich mich natürlich darüber ...

Nachdem ich die "Ophelia Scale" Reihe der Autorin absolut geliebt habe, war für mich sofort klar, dass auch ihre neue Reihe auf jeden Fall bei mir einziehen muss. Umso mehr habe ich mich natürlich darüber gefreut, das Buch vorab lesen und Kenzie und Lyall schon etwas früher kennenlernen zu dürfen.
Ich muss tatsächlich sagen, dass ich nicht der allergrößte Fan des Covers bin, aber innerhalb weniger Seiten durfte ich feststellen, dass der Inhalt dafür umso schöner ist und darauf kommt es schließlich an. Der Schreibstil der Autorin ist hier wieder unglaublich toll, da er eine Mischung aus flüssig, gefühlvoll und fesselnd ist. Er führt einen super leicht in die Geschichte hinein, lässt einen eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen und sorgt für genau die richtige Atmosphäre während des Lesens.

»Es war grauenhaft. Nicht der Moment, wo ich es erfahren habe. Sondern der, wo es mir klargeworden ist. Er kündigt sich nicht an, er schickt keinen Brief und sagt, an dem und dem Datum ist es so weit. Nein. Er kommt dann, wenn du es nicht erwartest. Und dann fegt er dich von den Füßen und zerreißt dich in winzig kleine Fetzen.«

Kenzie, die Protagonistin, mochte ich gleich von Anfang an total. Man lernt sie als sehr reife, zielstrebige und hilfsbereite junge Frau kennen, bei der die Familie an allererster Stelle kommt und die ihr eigenes Glück, für die Menschen die sie liebt, immer hintenan stellt. Sie hat einen genauen Plan für ihr Leben und kämpft für ihre Träume & Ziele, ist dabei aber einer der selbstlosesten Menschen überhaupt. Zudem ist sie sehr selbstbewusst und definitiv nicht auf den Mund gefallen, was sie in meinen Augen umso sympathischer gemacht hat. Doch je näher man sie im Laufe der Geschichte kennenlernt, desto klarer wird, dass es in ihr drin auch noch etwas ganz anderes gibt. Dort existiert nämlich ein gebrochener Teil, der so groß ist, dass er Kenzie - wenn sie nicht aufpasst - zu verschlingen droht. Und ich muss sagen, dass mir das unfassbar gut gefallen hat. Man bekommt die starke und toughe Kenzie ebenso zu Gesicht wie die zerbrechliche und verletzliche, wodurch sie als Charakter super greifbar wird und einen absolut authentischen Eindruck vermittelt.

»Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber glaub mir, ich bin beschädigte Ware. Nichts weiter als ein hübscher Karton mit einem Haufen Schutt drin.«

Lyall, der Protagonist, hat meiner Meinung nach absolutes Bookboyfriend-Potenzial. Er strahlt nach außen hin etwas Geheimnisvolles aus und macht einen recht distanzierten und teilweise auch arroganten Eindruck. Aber dadurch, dass man von Anfang an auch Kapitel aus seiner Sicht hat, weiß man, dass dieser Eindruck täuscht. Er ist ein gebrochener und teilweise einsamer junger Mann, der seine Vergangenheit wie eine schwere Last auf seinen Schultern trägt, die ihn Tag für Tag mehr zu erdrücken scheint. Er besitzt ein Herz am rechten Fleck, kann unglaublich charmant und liebevoll sein und ist zudem auch noch wahnsinnig attraktiv. Was mir bei ihm unglaublich gut gefallen hat, war seine innere Zerrissenheit sowie der Kampf, den sein Herz und sein Verstand miteinander führen. Ich konnte mich wunderbar in seine Gedanken- und Gefühlswelt hineinfinden und sein Verhalten - selbst dann, wenn ich manchmal den Kopf darüber schüttelt wollte - tatsächlich gut nachvollziehen. Charaktere, die viel durchmachen mussten und noch immer müssen, sind meistens einfach wirklich die, mit denen man auch am besten mitfühlen kann und die es schaffen, einen emotional am meisten zu erreichen. Und das war bei ihm ganz klar der Fall.

»Du wirst schon noch irgendwann feststellen, dass es Gefühle gibt, gegen die nicht einmal du dich wehren kannst.«

Auch die Liebesgeschichte hat mir - mit Ausnahme von ein paar Kleinigkeiten - wirklich wahnsinnig gut gefallen. Sie ist eng verbunden mit der charakterlichen Entwicklung beider Charaktere sowie entscheidenden Veränderungen in ihren Leben, was sie umso bedeutungsvoller gemacht hat. Ihre gemeinsamer Weg ist ein Kampf, da es unglaublich viele Steine gibt, die ihnen in den Weg gelegt werden. Einige davon wurden unbewusst von ihnen selbst dorthin gelegt, andere wiederum kommen von Menschen, die vor allem Lyall das Leben schwer machen wollen. Was ich hierbei aber toll fand war, dass die beiden trotzdem nicht aufgegeben haben. Egal, wie mies die Umstände waren oder wie viele Höhen & Tiefen sie durchleben mussten - es existierte immer diese ganz besondere Verbindung zwischen ihnen, an der sie beide festgehalten haben. Ich habe die stimmende Chemie zwischen Kenzie und Lyall ebenso deutlich wahrnehmen können wie die immer tiefer werdenden Gefühle füreinander und konnte somit auch absolut mit den beiden mitfühlen. Ihre Liebesgeschichte hat es geschafft, mich zu berühren und mich gleichzeitig manchmal echt verzweifeln lassen. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir hier hin und wieder etwas zu viel Drama gab - besonders zum Ende hin. Hier gab es meiner Meinung nach ein zu großes Hin und Her und ich hätte mir gewünscht, dass sich die beiden etwas weniger dramatisch verhalten hätten.

Einige Nebencharaktere hier wurden wunderbar ausgearbeitet und die Autorin hat ihnen wirklich Persönlichkeit verliehen. Man bekommt die Möglichkeit, sie näher kennenzulernen, schließt sie ebenfalls nach und nach ins Herz und fängt an, mit ihnen mitzufiebern. Ebenso gibt es natürlich auch einige Personen, die sich eher das Gegenteil von Sympathiepunkten eingehandelt haben, aber auch diese waren natürlich eine wichtige Ergänzung für den Verlauf der Geschichte.

Ein kleines Highlight für mich in diesem Buch war das Setting. Die bildhafte Darstellung der schottischen Highlands, sowie die Gefühle, die der Anblick dieser vor allem bei Kenzie ausgelöst haben, fand ich einfach wunderschön. In bestimmten Momenten hatte ich wirklich das Gefühl, selbst dort zu stehen, den Wind zu spüren und den Duft der Landschaft einzuatmen. Und immer dann, wenn das gerade mal nicht der Fall war, habe ich dafür eben genau diesen Wunsch danach verspürt, was ziemliches Fernweh bei mir ausgelöst hat.

Was ich allerdings jetzt nach dem Ende und dem Cliffhanger, der mit diesem kommt, denken und fühlen soll, weiß ich absolut nicht. Was stimmt und was stimmt nicht? Ist das Verhalten einer bestimmten Person am Ende übertrieben oder kann ich es doch irgendwo nachvollziehen? Und wie wird es jetzt bitte für Kenzie und Lyall weitergehen? Es gibt wahnsinnig viele offene Fragen und ich bin unglaublich gespannt darauf, ob sie mir im zweiten Band beantwortet werden. Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass dieser bereits in zwei Monaten erscheinen wird und ich somit nicht allzu lange auf die Fortsetzung warten muss.
Alles in allem hat mir "Don't Love Me" wirklich sehr sehr gut gefallen. Es konnte mich berühren, hat mich ebenso zum Lachen gebracht wie es mich manchmal hat traurig werden lassen, es war spannend und konnte mich fesseln und es hat wunderbar authentische und greifbare Charaktere für mich bereitgehalten, die ich absolut ins Herz geschlossen habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Definitiv ein Jahreshighlight ....!

Hiding Hurricanes
0

"Hiding Hurricanes" ist der dritte Band der Fletcher-University-Reihe und jetzt, nachdem ich ihn gelesen und unwahrscheinlich geliebt habe, kann ich auch sagen, dass es mit Abstand mein allerliebster Teil ...

"Hiding Hurricanes" ist der dritte Band der Fletcher-University-Reihe und jetzt, nachdem ich ihn gelesen und unwahrscheinlich geliebt habe, kann ich auch sagen, dass es mit Abstand mein allerliebster Teil ist! Der Schreibstil der Autorin schafft es von der allerersten Seite an, einen in seinen Bann zu ziehen, zu fesseln und im weiteren Verlauf der Geschichte dann auch gefangen zu halten. Hier steckt eine unglaublich tolle Mischung aus Humor und Gefühl drin, wodurch einen das Buch ebenso berührt wie es einen zum Schmunzeln oder Lachen bringt. Hinzu kommt, dass mir die Charaktere in diesem Buch natürlich nicht fremd waren, sondern mir einige von ihnen bereits in den vorherigen Bänden sehr ans Herz gewachsen sind, weswegen ich mich umso mehr gefreut habe, dass sie auch hier wieder eine wichtige Rolle spielen. Auf Lenny, Creed und ihre gemeinsame Geschichte war ich zudem besonders gespannt, weil ich zum einen ein absoluter Fan von "Best Friends - to - Lovers" bin und zum anderen beide Charaktere schon von Anfang an wahnsinnig interessant fand.

Lenny, die Protagonistin, ist mein allerliebster Lieblingscharakter der gesamten Reihe. Nicht nur, weil bei ihr "harte Schale, weicher Kern" nicht zutreffender sein könnte und ich es liebe, dass man sowohl ihre selbstbewusste und toughe, sowie aber auch ihre verletzliche und teilweise recht verloren wirkende Seite zu Gesicht bekommt. Sondern auch, weil Lenny für mich einfach einzigartig und etwas ganz Besonderes ist. Ich liebe es, dass sie ebenso ernst wie humorvoll ist. Ich liebe ihre absolute natürliche Coolness und die Sprüche, die sie anderen vollkommen locker reindrückt. Ich bewundere sie dafür, dass sie sich von ihrer ständigen innerlichen Zerrissenheit noch immer nicht hat endgültig zerreißen lassen und dass sie im Laufe dieser Geschichte eine wahnsinnige Entwicklung durchmacht. Und natürlich finde ich es faszinierend, wie Lenny in der Nacht zu Daisy wird. Zu Beginn fand ich die Idee mit der Tänzerin im Nachtclub einfach nur cool, aber je mehr man darüber erfahren hat, wieso Lenny sich überhaupt erst dazu entschieden hat, Daisy zum Leben zu erwecken, desto emotionaler wurde es. Was dahinter steckt und was für eine krasse Bedeutung Daisy und die Arbeit im Nachtclub für Lenny haben, ging mir nicht nur unter die Haut, sondern hat mich wirklich berührt.
Ich will gar nicht zu viel verraten, weil ich möchte, dass ihr euch genauso überraschen lassen könnt, wie ich. Aber ich kann euch verraten, dass es viel damit zu tun hat, dass Lenny als Daisy für eine Weile ganz ohne prägende Vergangenheit oder sonstige Grenzen, die sie sich selber als Lenny gesetzt hat, leben kann - oder zumindest glaubt, dass das der Fall ist.

Auch Creed fand ich als Protagonisten wahnsinnig toll. Er ist charmant, humorvoll und besitzt einen unfassbar stark ausgeprägten Beschützerinstinkt. Je näher man ihn kennenlernt, desto klarer wird, dass man sich in seiner Nähe nur wohlfühlen kann und dass auf ihn immer und zu jeder Zeit Verlass ist. Er kümmert und sorgt sich um die Menschen, die er liebt und hat das Herz am rechten Fleck. Aber auch er hat sein Päckchen aus der Vergangenheit mit sich zu tragen. Schon damals wusste er nie, wo sein Platz im Leben ist und auch jetzt noch bekommt man mit, wie verloren er sich manchmal fühlt, weil er sich noch immer nicht sicher ist, wo dieser Platz sein soll. Was aber unglaublich schön ist? Man begleitet ihn dabei, wie er endlich seinen Weg und das findet, wofür sein Herz brennt. Und man darf miterleben, wie er endlich ankommt - im Leben und "Zuhause".

Die Liebesgeschichte hat mich in den Wahnsinn getrieben, mich überrascht und mich ebenso leiden wie lieben lassen. Lenny und Creed sind seit vier Jahren beste Freunde, obwohl sie eigentlich so viel mehr sein könnten. Sie schleichen die ganze Zeit umeinander rum und die Momente, die freundschaftlich wirken solle, besitzen eine so enorme Anspannung und Anziehung, dass eigentlich selbst ein Blinder sehen müsste, dass dort mehr zwischen ihnen ist als bloß Freundschaft. Denn genau das ist der Fall. Sie beide empfinden etwas füreinander - sogar sehr viel -, denken aber vom jeweils anderen, dass dieser diese Gefühle sowieso nicht erwidern würde und versuchen deshalb, vor ihren eigenen Gefühlen davonzulaufen und sie so tief in sich einzugraben, wie es nur geht. Nur, dass natürlich eigentlich jeder weiß, dass Gefühle so etwas nicht mit sich machen lassen und sie da ihren ganz eigenen Kopf haben. Aber als würde die innerliche Zerrissenheit der beiden sowie ihre Blindheit einen als LeserIn nicht schon verrückt genug machen, kommt da auch noch die Sache mit Daisy ins Spiel. Daisy, die Lenny's Pause von ihrem eigentlichen Leben und ihre Zuflucht sein sollte. Daisy, die ausgerechnet die erste Frau sein muss, die seit Lenny die Aufmerksamkeit von Creed auf sich zieht und für die er auf einmal Gefühle entwickeln zu scheint. Und Daisy, die ja eigentlich Lenny ist, wovon Creed aber nichts ahnt. Diese Situation, die sich hier entwickelt, ist so verzwickt und gefährlich, dass das Ganze unglaublich mit meinen Nerven gespielt hat. Ich selber habe mich während des Lesens hin- und hergerissen gefühlt, wusste manchmal nicht wo mir der Kopf steht und was ich denken oder fühlen soll. Aber ich habe wirklich jede einzelne Sekunde mit den beiden mitgefiebert und mitgefühlt und habe mich voll und ganz in der Geschichte verloren. Ich konnte einfach nicht genug von den beiden bekommen und auch, wenn sie mich manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht haben, habe ich die Achterbahnfahrt der Gefühle, auf die die beiden mich während des Lesens geschickt haben, absolut geliebt und mehr als genossen. Es ist unfassbar ernüchternd mit ansehen zu müssen, wie die beiden sich und ihrem Glück die ganze Zeit über selbst im Weg stehen und gleichzeitig ist es für umso schöner hier miterleben zu dürfen, wie sie am Ende doch die Kurve kriegen. Ihre gemeinsame Geschichte zeigt, dass das Leben oftmals seine eigenen Wege geht und dass auch, wenn man mit einigen Umwegen, die es macht, alles andere als einverstanden ist, man es einfach geschehen lassen muss, weil es einen am Ende an genau das richtige Ziel bringt - an eines, das man auf geradem Wege vielleicht niemals erreicht hätte. Und ich habe jeden einzelnen Schritt dieses Weges geliebt!

Was ich neben der Liebesgeschichte auch sehr geliebt habe, waren die Freundschaften in diesem Buch. Diese sind wirklich einmalig und eine wunderbare Ergänzung dieser sowieso schon wundervollen Geschichte. Ich fand es unglaublich schön, dass die Protagonistinnen und auch Nebencharaktere der vorherigen Bände hier wieder eine Rolle spielen und man die Möglichkeit bekommen hat, sie allesamt noch etwas näher und besser kennenlernen zu können. Im Laufe der Geschichte verfestigen sich einige Freundschaften, während andere ganz neu entstehen. Aber egal ob schon lange existierend oder noch ganz frisch - die Freundschaften hier sind wirklich wahre, bei denen man sich untereinander immer und zu jeder Zeit auf die jeweils anderen verlassen kann und wo man sich sicher sein kann, dass es jemanden gibt, der einen auffängt, wenn man fällt. Auch, wenn Lenny das ein oder andere im Bezug darauf im Laufe der Geschichte erst noch lernen muss. Welche Nebencharaktere mich haben besonders neugierig werden lassen? Savannah und Maxx. Ob ich hoffe, diesbezüglich irgendwann mehr zu erfahren? Auf jeden Fall! Ob ich generell nochmal gerne nach Fletcher zurückkehren würde? Ohja, das würde ich mir wirklich sehr wünschen!

Mein kleines persönlich Highlight in diesem Buch war aber tatsächlich alles rund um den Nachtclub "Dolly House", in dem Lenny nachts zu Daisy wird. Die komplette Darstellung des Clubs, der Atmosphäre, der Arbeit und des Arbeitsklimas dort haben mich nicht nur unfassbar überrascht, sondern mir wirklich super gut gefallen! Es war ganz anders als man es sich vielleicht vorgestellt hat, aber eben auch irgendwie nicht. Ich liebe es, dass die Autorin der Arbeit als Tänzerin in einem Nachtclub etwas so Positives verliehen und einem einen völlig anderen Blick darauf geschenkt hat. Sie schafft es hier auf vollkommen natürliche Art und Weise von den Vorurteilen und Klischees wegzukommen und das Dolly House als super seriösen und ebenso ernstzunehmenden Arbeitsplatz wie jeden anderen darzustellen. Und das finde ich wirklich unglaublich toll! Zudem finde ich es total schön zu sehen, wie viel Lenny die Arbeit dort bedeutet, wie viel Spaß sie ihr macht und dass dieser Ort tatsächlich ein Zufluchtsort für sie ist. Das hat dem Ganzen noch einmal mehr Vertrautheit und Wärme verliehen und es wunderbar dargestellt.

Auch das Ende hat mir genauso gut gefallen wie alles andere, was diesem vorausgegangen ist. Es passt super gut zur Geschichte und den Charakteren, ist weder zu überspitzt noch zu perfekt und es wirkt eher wie der Anfang von etwas Wunderbarem, als wie ein Ende. Naja, und nachdem ich jetzt wirklich nur Positives über dieses Buch zu sagen hatte, könnt ihr euch vermutlich denken, dass ich hierfür nichts anderes als eine riesengroße Leseempfehlung aussprechen kann, oder? Ich habe die Geschichte von Lenny und Creed von der ersten bis zur letzten Seite, mit allem was dazugehört, geliebt und zähle es deshalb ab jetzt auch zu meinen Jahreshighlights 2020 dazu!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.10.2020

Definitiv ein Lesehighlight in diesem Jahr ...

Secret Academy
2

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich mich wahnsinnig in dieses Cover und seine Farben verliebt habe. Es ist nicht nur wirklich wunderschön, sondern auch absolut passend zum Inhalt, was es umso besser ...

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich mich wahnsinnig in dieses Cover und seine Farben verliebt habe. Es ist nicht nur wirklich wunderschön, sondern auch absolut passend zum Inhalt, was es umso besser macht! Dieses Buch ist das erste, welches ich von Valentina Fast gelesen habe und ( abgesehen davon, dass es natürlich eine Fortsetzung hiervon gibt ) wird es auch definitiv nicht das letzte Buch bleiben. Denn ihr Schreibstil hat mir von der allerersten Sekunde an unglaublich gut gefallen. Er macht es einem wunderbar leicht, in die Geschichte hineinzukommen, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen und nach und nach selbst Teil des Ganzen zu werden. Die Geschichte ist nicht nur spannend und fesselnd, sondern hat tatsächlich richtiges Suchtpotential, weswegen ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen konnte und es regelrecht verschlungen habe.

Alexis, die Protagonistin, hat sich relativ schnell meine Bewunderung ihr gegenüber verdient. Sie ist nicht nur wirklich klug und ihr Verhalten sehr reif, sondern ihre gesamte Art und Weise zu denken hat mich unglaublich fasziniert. Sie ist eine sehr mutige und nicht nur körperlich starke junge Frau, die weiß, wann es angebracht ist auf sein Herz zu hören und wann, auf seinen Verstand. Sie würde alles für die Menschen tun, die sie liebt und ist gleichzeitig einer der loyalsten Menschen überhaupt. Mit ihrer liebevollen, aber doch thoughen und unterhaltsam koketten Art ist es fast unmöglich, sie nicht ins Herz zu schließen, was vermutlich auch der Grund dafür ist, dass sie zu allen Nebencharakteren eine gute Beziehung hat und von den Mitarbeitern und Leitern der Secret Academy sehr wertgeschätzt wird.

Mein Highlight in diesem Buch war tatsächlich alles rund um die Secret Academy. Nicht nur, weil ich die Idee einfach unfassbar cool finde, sondern weil der Autorin die Umsetzung meiner Meinung nach mehr als fantastisch gelungen ist. Man wird Stück für Stück mehr in dieses System herangeführt und mit jeder neuen Information, die man bekommt, versinkt man tiefer in der Geschichte. Man möchte alles in sich aufsaugen, nichts verpassen und bei allem den Durchblick gewinnen - aber genau das passiert natürlich nicht. Immer wieder passieren Dinge, die neue Fragen aufwerfen. Es wird hin und wieder in Rätseln gesprochen und das Verhalten einiger Menschen ist genauso mysteriös wie die gesamte Academy es für Außenstehende ist. Ich bin sowieso ein Fan davon, wenn die Protagonisten oder generell Charaktere in einem Buch etwas badass und wahre Kämpfer sind und für alle, denen es ebenso geht, die werden dieses Buch sehr wahrscheinlich ganz genauso doll lieben wie ich!

Die Nebencharaktere waren ein weiteres Highlight für mich, weil man sie allesamt näher kennenlernt, an ihren Leben teilnimmt, vieles über sie erfährt und die Möglichkeit bekommt, ebenso mit ihnen mitzufiebern und mitzufühlen wie mit den Protagonisten. Sie alle sind wirklich einzigartige Menschen, die gemeinsam eine eigene kleine Familie ergeben, von der man selbst gerne ein Teil wäre. Ich habe jedes gemeinsame Essen, jeden Mädelsabend und jede Spielrunde ebenso sehr geliebt wie die gemeinsamen Missionen und habe das Lesen dadurch nur noch mehr genossen.

Natürlich enthält das Buch auch eine Liebesgeschichte, wobei man sich eine zeitlang nicht sicher ist, zwischen wem genau sich diese entwickelt. Die Chemie zwischen Alexis und Dean stimmt, die Anziehung zwischen ihnen ist deutlich zu spüren und die ständigen Neckereien deuten darauf hin, dass diese beiden mehr sind als bloß Kollegen oder ein Team, wenn es um Missionen geht. Allerdings ist Dean nicht der einzige Typ, der Alexis Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und auch, wenn ich diesbezüglich nicht mehr sagen werde, weil ihr euch genauso überraschen lassen sollt wie ich, kann ich euch zumindest verraten, dass ich mir sicher bin, dass ihr auch diesen Part der Geschichte absolut lieben werdet. Nicht nur, weil er Bauchkribbeln verursacht, sondern weil er die perfekte Abwechslung zu der ganzen Spannung und dem Nervenkitzel ist und einem hin und wieder eine kleine Auszeit davon gewährt.

Als wäre das aber noch nicht genug, hält dieses Buch auch noch einige Überraschungen sowie einen ordentlichen Plottwist bereit. Es bringt einen an einem gewissen Punkt dazu, dass man nicht mehr weiß, wem man vertrauen und was man glauben soll bzw. kann. Es lässt einen sein gesamtes bisher gesammeltes Wissen hinterfragen und einen wirklich verzweifeln. Man rät und rätselt mit, man wird noch mehr in die Geschichte hineingezogen und lechzt nach jedem neuen Informationspuzzleteil, das einem dazu verhilft, am Ende ein klares Bild vor Augen zu haben.

Naja, und dann kommt das Ende und lässt einen völlig sprachlos zurück. Weil man nicht glauben kann, dass das gerade wirklich passiert ist. Weil man nicht glauben kann, dass diese eine Person das wirklich getan hat. Und weil man noch viel weniger mit der Tatsache klarkommt, dass man bis April 2021 warten muss, um zu erfahren, wie es denn jetzt weitergeht. Aber ganz ehrlich? Genau diese Gedanken und Gefühle machen ein richtig gutes Buch doch aus, oder? Das Unerwartete, das absolute Mitfiebern und der Wunsch, am liebsten sofort weiterlesen zu können. Ich kann auf jeden Fall nur sagen, dass ich dieses Buch wahnsinnig geliebt habe und ab jetzt die Tage zählen werde, bis ich die Fortsetzung in den Händen halten darf.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.10.2020

Eine super süße und wirklich schöne Geschichte ...

What I Like About You
0

"What I like about you" ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und ich muss wirklich sagen, dass es nach langer Zeit mal wieder eine YA-Geschichte war, die mich nicht enttäuscht, sondern ...

"What I like about you" ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und ich muss wirklich sagen, dass es nach langer Zeit mal wieder eine YA-Geschichte war, die mich nicht enttäuscht, sondern tatsächlich sogar überrascht hat. Ich habe des Öfteren schon gemerkt, dass ich mich für dieses Genre manchmal einfach zu alt fühle, aber als ich sowohl den Klappentext dieses Buches als auch die Leseprobe gelesen habe und mir beides wahnsinnig gut gefallen hat, musste ich dieses Buch einfach haben.

Der Schreibstil hat mir von Anfang an unglaublich gut gefallen, weil er locker und leicht ist, aber trotzdem in keiner Weise zu oberflächlich wirkt. Man kommt super schnell in die Geschichte hinein und die Seiten fliegen nur so dahin. Hinzu kommen die hier eingebauten Chatverläufe sowie Tweets, die noch einmal mehr dafür sorgen, dass sich dieses Buch in einem Rutsch durchlesen lässt.

Das ist das Problem mit Worten. In meinem Kopf sind Worte magisch. Meine Gedanken sind wortgewaltig und stürmisch. Auf meiner Website sind Worte Musik. Auf der Seite singen und tanzen die Worte in exakter Ausdrucksweise und komplizierten Rhythmen in meinem Kopf. Aber laut ausgesprochen? Dann sind Worte das Schlimmste.

Halle, die Protagonistin, habe ich im Laufe der Geschichte mehr und mehr ins Herz geschlossen. Nicht nur, dass wir die Liebe zu Büchern und zum Lesen teilen, sondern auch dass sie Buchbloggerin ist fand ich einfach wahnsinnig cool. Auch ihr hat man natürlich ihr noch recht junges Alter hin und wieder angemerkt, nicht all ihre Gedankengänge und Handlungen waren für mich ganz so nachvollziehbar und in einer bestimmten Situation war ihr Verhalten sehr naiv und auch etwas unreif, aber im Großen und Ganzen mochte ich sie einfach total. Sie hat ein festes Ziel vor Augen und gibt alles dafür, um dieses zu erreichen. Sie ist ehrgeizig, sie ist humorvoll, sie ist ein sehr sympathischer Mensch und ihr ist Familie unglaublich wichtig. All das sind Dinge, die - je näher man sie kennenlernt - immer deutlicher werden und die dazu beigetragen haben, dass ich sie mit jeder Seite ein bisschen lieber hatte. Außerdem macht sie innerhalb der Geschichte eine charakterliche Entwicklung durch, kommt mehr und mehr aus sich heraus und wird tatsächlich reifer. Und das ist es auch, was mich hier so positiv überrascht hat - sie bleibt nicht stehen, sondern ist am Ende des Buches ein Mensch, der seine Fehler eingesehen, aus ihnen gelernt und dementsprechend sein Verhalten geändert hat.

Nash, den Protagonisten, kann ich irgendwie am allerbesten mit dem Wort "niedlich" beschreiben, denn genau das war er für mich die meiste Zeit über. Egal ob online in den gemeinsamen Chats, in seinen Tweets oder auch im realen Leben - er wirkt einfach wahnsinnig lieb, tatsächlich manchmal ein wenig schüchtern und verlegen und strahlt einfach etwas Süßes aus. Ich muss sagen, dass es mir bei ihm nicht so leicht gefallen ist, eine Verbindung zu ihm aufzubauen, weil er mir an einigen Ecken einfach etwas zu blass geblieben ist, aber ich fand ihn als Protagonisten trotzdem toll. Auch sein Verhalten zeigt hin und wieder, dass er sich nicht so sicher ist, was er eigentlich möchte, dass ihm die Lebenserfahrung sowie die Entscheidungssicherheit noch etwas fehlt und er sich manchmal ein bisschen verloren fühlt, aber das hat Überhaupt nicht gestört, sondern ihn authentischer und greifbarer gemacht. Und natürlich gibt es einige Pluspunkte dafür, dass er ebenfalls Bücherlieber ist!

Was die Liebesgeschichte angeht, sind meine Gefühle ein wenig gemischt. Ich liebe es, dass die beiden sich online kennengelernt haben und zu besten Freunden geworden sind. Gerade so Chatverläufe sind immer sehr erfrischend, locker und unterhaltsam, was mir wirklich sehr gut gefallen hat. Auch, dass sie plötzlich im echten Leben aufeinandertreffen, ohne dass Nash weiß, wer da eigentlich gerade vor ihm steht, fand ich klasse und es hat Spannung in die Geschichte mit eingebracht. Allerdings muss ich sagen, dass die beiden das gesamte Buch über in meinem Augen nicht mehr waren als beste Freunde. Die Gefühle, die sich scheinbar zwischen ihnen entwickelt haben, waren für mich nicht richtig greifbar und generell ist drumherum einfach so unglaublich viel passiert, dass ich mich gar nicht wirklich auf die Entwicklung der Beziehung einlassen konnte. Bedeutet nicht, dass ich diese nicht als schön empfunden habe - denn das habe ich. Sie konnte mich nur emotional einfach nicht so erreichen.

Freundschaft heißt, dass die Welt vielleicht ein Irrenhaus ist, aber weniger verrückt, wenn man Menschen hat, die einem helfen, seinen Weg zu finden. Freundschaft ist chaotisch. Schwer. Vertrackt. Großartig. Zerbrechlich. Beständig. Unmöglich. Aber all das wert.

Dafür gibt es zwei Dinge, die mir dafür umso besser gefallen haben. Das ist zum einen alles rund um Halle's Blog, ihre Rezensionen und ihre Cupcakes, die sie passend zu den Buchcovern gestaltet. Ich glaube, gerade wenn man selber so gerne liest und zudem auch selber bloggt, kann man sich hier total gut mit ihr identifizieren und mit ihr mitfühlen - ihre Leidenschaft dafür nachempfinden. Und jeder kleine, sowie auch große Erfolg in ihrer Bloggerlaufbahn freut einen irgendwie selber, weil man weiß, wie sich sowas anfühlt. Das habe ich geliebt, sehr sogar! Und zum anderen sind das die Freundschaften in diesem Buch. Sowohl die, die von Anfang an bestehen als auch die, die sich im Verlauf der Geschichte entwickeln, haben mir unfassbar gut gefallen. Der Zusammenhalt, die Loyalität und die gegenseitige Unterstützung ist überdeutlich zu sehen und auch zu spüren und ich habe die gemeinsamen Momente und die Gespräche total genossen. Es ist einfach immer super schön zu sehen, wenn sich die richtigen Leute finden und eine Bereicherung im Leben des jeweils anderen darstellen und genau das ist hier der Fall.

Auch das Ende hat mir echt gut gefallen. Es ist nicht perfekt und ich würde sogar sagen, dass es ein wenig offen ist, aber genau das gefällt mir - man kann sich den Fortgang der Geschichte im Kopf selber weiterdenken und hat hierbei alle Möglichkeiten. Trotzdem ist der Abschluss meiner Meinung nach auch so absolut zufriedenstellend und vor allem passend zur Geschichte und den Charakteren.
Alles in allem ist "What I like about you" eine wirklich schöne und echt süße Geschichte, die zwar den ein oder anderen kleinen Raum für Kritik lässt, aber die auf jeden Fall lesenswert und zu empfehlen ist!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere