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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.04.2026

Zwischen Sommerhitze, Erinnerung und stillem Schmerz

Paradise Beach
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Paradise Beach von Dara Brexendorf ist ein stiller, eindringlicher Coming-of-Age-Roman, der lange nachhallt. Im Zentrum steht Ada, deren Gegenwart von Schlaflosigkeit und den Nachwirkungen ihrer Endometriose-Behandlung ...

Paradise Beach von Dara Brexendorf ist ein stiller, eindringlicher Coming-of-Age-Roman, der lange nachhallt. Im Zentrum steht Ada, deren Gegenwart von Schlaflosigkeit und den Nachwirkungen ihrer Endometriose-Behandlung geprägt ist. Aus dieser fragilen Situation heraus entfaltet sich eine dichte Erinnerung an einen Sommer an der Ostsee – voller Hitze, Körperbewusstsein und emotionaler Umbrüche.

Besonders stark ist, wie Brexendorf den Körper in den Mittelpunkt stellt: nicht idealisiert, sondern verletzlich, widersprüchlich und oft schmerzhaft. Die Dynamik zwischen Ada, ihrer Cousine Lill und Elja wirkt authentisch und fein beobachtet. Gerade die leisen Verschiebungen in Beziehungen und das unausgesprochene Schweigen gehören zu den größten Stärken des Romans.

Sprachlich überzeugt das Buch mit einer poetischen, fast schwebenden Atmosphäre. Manche Passagen lesen sich wie Erinnerungsfragmente – schön, aber stellenweise auch etwas vage, was den Lesefluss gelegentlich bremst. Wer klare Handlungsstrukturen erwartet, könnte hier Geduld brauchen.

Die Verknüpfung von persönlicher Erinnerung und dem Thema weiblicher Schmerz gelingt eindrucksvoll und bleibt im Gedächtnis. Dennoch hätte man sich an einigen Stellen mehr Klarheit oder Tiefe in der Gegenwartsebene gewünscht.

Fazit: Ein sensibler, atmosphärisch dichter Roman über Körper, Erinnerung und das Erwachsenwerden. Nicht immer leicht zugänglich, aber literarisch sehr eindrucksvoll.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 10.02.2026

Solider Ostsee-Krimi mit Charme, aber Luft nach oben

Stralsund ermittelt - Tote Dichter schreiben nicht
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„Stralsund ermittelt – Tote Dichter schreiben nicht“ punktet vor allem mit seiner Atmosphäre und einem originellen Ermittlertrio. Die Ostseekulisse ist lebendig beschrieben, Sommer, Meer und Stralsund-Flair ...

„Stralsund ermittelt – Tote Dichter schreiben nicht“ punktet vor allem mit seiner Atmosphäre und einem originellen Ermittlertrio. Die Ostseekulisse ist lebendig beschrieben, Sommer, Meer und Stralsund-Flair sorgen schnell für Urlaubsstimmung. Besonders die Idee, eine Psychotherapeutin, eine Hackerin und einen Gärtner ermitteln zu lassen, ist erfrischend und hebt den Roman von klassischen Krimis ab.

Der Einstieg gelingt spannend: Ein Mord, eine geheimnisvolle Datei und der rätselhafte „Club der toten Dichter“ wecken Neugier. Auch der Ausflug nach Bornholm bringt Abwechslung und Tempo in die Handlung. Der humorvolle Ton lockert die Geschichte angenehm auf, ohne ins Alberne abzurutschen.

Allerdings verliert sich der Krimi stellenweise etwas. Die Ermittlungen wirken nicht immer stringent, einige Wendungen sind vorhersehbar, und die Spannung hält nicht durchgehend an. Zudem bleiben manche Figuren – trotz guter Grundidee – emotional etwas blass, sodass man nicht immer richtig mitfiebert.

Insgesamt ein unterhaltsamer, leichter Ostsee-Krimi mit sympathischen Figuren und schöner Kulisse, der vor allem Fans humorvoller Regionalkrimis gefallen dürfte. Für ein echtes Highlight fehlt es jedoch an Tiefgang und durchgehender Spannung.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Packende Fantasy voller Herz und Magie

The Last Wish of Bristol Keats
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The Last Wish of Bristol Keats von Mary E. Pearson ist ein packendes Fantasy-Abenteuer, das Magie, Romantik und Spannung auf meisterhafte Weise vereint. Schon von der ersten Seite an wird man in die lebendige ...

The Last Wish of Bristol Keats von Mary E. Pearson ist ein packendes Fantasy-Abenteuer, das Magie, Romantik und Spannung auf meisterhafte Weise vereint. Schon von der ersten Seite an wird man in die lebendige Welt von Elfheim hineingezogen, die voller faszinierender Details, überraschender Wendungen und geheimnisvoller Magie steckt.

Bristol ist eine Heldin, die sofort Sympathie weckt. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Liebe, Verantwortung und der Angst vor ihrer eigenen Macht macht sie unglaublich authentisch und vielschichtig. Besonders ihre Beziehung zu Tyghan, dem Feenkönig, ist sowohl zart als auch leidenschaftlich beschrieben und wirkt niemals aufgesetzt. Die Entwicklung der beiden Charaktere im Verlauf der Handlung ist glaubwürdig und emotional packend.

Die Geschichte selbst ist atmosphärisch dicht und abwechslungsreich: Actionreiche Rettungsmissionen wechseln sich mit berührenden Momenten und politischen Intrigen ab. Man spürt die Bedrohung durch Bristols Mutter, das Erbe der Magie und die schwierigen Entscheidungen, vor die die Figuren gestellt werden, auf jeder Seite. Auch die Themen Freundschaft, Familie und Loyalität werden glaubhaft und tiefgründig eingebunden.

Pearsons Schreibstil ist flüssig, bildgewaltig und emotional mitreißend. Man fiebert, leidet und freut sich mit den Figuren, erlebt Überraschungen und kleine Glücksmomente gleichermaßen. Die Mischung aus Spannung, Herz und Fantasie macht das Buch zu einem echten Pageturner, den man kaum aus der Hand legen möchte.

Für Fans von Fantasy, Magie, starken weiblichen Protagonistinnen und fesselnden Liebesgeschichten ist The Last Wish of Bristol Keats ein absolutes Highlight. Es vereint alles, was man sich von einem großartigen Fantasy-Roman wünscht – Tiefe, Spannung und unvergessliche Charaktere.

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  • Erzählstil
  • Charaktere
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  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.11.2025

Faszinierende Welt, fesselnde Dynamik

The Dagger and the Flame
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The Dagger and the Flame entführt direkt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle gelingt es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks ...

The Dagger and the Flame entführt direkt in ein düster-magisches Königreich, in dem Schattenmagie kostbar und gefährlich ist. Catherine Doyle gelingt es, Fantome mit seinen verfeindeten Gilden – den Cloaks und den Daggers – atmosphärisch dicht und bildhaft zum Leben zu erwecken. Besonders der Schreibstil sticht hervor: episch, stimmungsvoll und intensiv, genau richtig für Fans von Dark Fantasy und Enemies-to-Lovers.

Seraphine ist eine starke, verletzliche Heldin, deren Flucht und Rachedurst man sofort nachvollziehen kann. Die Begegnungen mit Ransom sind elektrisierend – voller Spannung, Misstrauen und knisternder Chemie. Die Dynamik zwischen den beiden ist eindeutig das Herzstück des Buches, und die Enthüllung ihrer ungewöhnlichen Magie sorgt für zusätzliche Neugier.

Zwar gibt es zwischenzeitlich ein paar kleinere Längen und manche Wendung wirkt vorhersehbar, doch insgesamt bleibt die Story spannend und emotional packend. Besonders die moralischen Fragen rund um Vertrauen, Loyalität und Vergebung geben der Handlung Tiefe.

Ein starkes, atmosphärisches Fantasy-Abenteuer mit viel Gefühl, Funkenflug und einer Welt, die man so schnell nicht vergisst – trotz kleiner Schwächen ein absolut lohnendes Leseerlebnis.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.10.2025

Surreal, klug, aber etwas zu distanziert

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
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Ich war neugierig auf dieses Buch, weil mich das Thema sofort angesprochen hat – diese Müdigkeit vom modernen Arbeitsleben kenne ich gut. Der Titel klang herrlich schräg und ich hatte gehofft, eine Mischung ...

Ich war neugierig auf dieses Buch, weil mich das Thema sofort angesprochen hat – diese Müdigkeit vom modernen Arbeitsleben kenne ich gut. Der Titel klang herrlich schräg und ich hatte gehofft, eine Mischung aus Gesellschaftssatire und leiser Alltagskomik zu bekommen.

Der Anfang hat mir tatsächlich gefallen: diese ruhige, fast gleichgültige Erzählerin, die einfach nur einen Job will, bei dem sie nicht völlig ausbrennt – das war nachvollziehbar und irgendwie sympathisch. Aber je weiter ich gelesen habe, desto schwieriger fand ich den Zugang. Manche Episoden wirkten seltsam abgehackt oder zu surreal, und ich konnte nicht immer erkennen, worauf sie hinauslaufen sollten.

Der Humor ist fein, manchmal bitter und oft schräg, aber nicht jeder Ton hat bei mir gezündet. Trotzdem hat das Buch etwas Eigenes – diese Mischung aus Melancholie, Absurdität und Gesellschaftskritik bleibt hängen.

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