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Veröffentlicht am 16.09.2024

Ein kulinarisches, optisches und erzählerisches Meisterwerk. Einfach GRAN-DI-OS!

Das Gruselkochbuch
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"Das Gruselkochbuch" von Silke Martin (Autorin), Tessa Kock (Illustratorin) und Christina Bumann (Fotografin) ist als gebundenes Buuch mit 208 Seiten beim Hölker Verlag erschienen.

Schon das Cover sowie ...

"Das Gruselkochbuch" von Silke Martin (Autorin), Tessa Kock (Illustratorin) und Christina Bumann (Fotografin) ist als gebundenes Buuch mit 208 Seiten beim Hölker Verlag erschienen.

Schon das Cover sowie der tolle Farbschnitt sind ein optisches und haptisches Highlight, und nachdem ich das Kochbuch aufgeschlagen hatte, habe ich sofort Blut geleckt...!

Die Idee ist genial und phänomenal kreativ: Man kombiniere alte Gruselklassiker mit abwechslungreichen, leckeren und kochbaren Rezepten.

Und die Umsetzung ist wirklich grandios gelungen: Die einzelnen Kapitel bestehen aus Auszügen diverser Grusel- und Horror-Klassiker wie Dracula, Frankenstein, Dr. Jekyll & Mr. Hyde, Der Hund von Baskerville uvm. Diese sind einzigartig und absolut passend illustriert. Dazu folgt dann jeweils eine Menüfolge entsprechender Rezepte, die nicht nur toll aussehen, sondern sich auch von einfach bis anspruchsvoll, aber ohne zu "abgehobene" Zutaten nachkochen lassen und super schmecken (zumindest jene, die ich bislang getestet habe)!

Vom Drink über die Vorsuppe, den Hauptgang bis zum Dessert ist alles dabei, was das Monsterherz begehrt.

Ob "Die Suppe mit den zwei Gesichtern", "Forelle mit Mandelkruste auf Wildkräutersalat" oder das "Thunfisch-Tataki mit Tomatenmarmelade" - (fast) alles mutet unheimlich lecker an und wird über kurz oder lang nachgekocht und ausprobiert.

Am Ende des Buches finden sich dann noch ein Rezept- und ein Zutatenregister, so dass man seine favorisierten Rezepte einfach wiederfindet. Das Allerliebste - die "Das Monster erwacht - Pralinen" habe ich mit dem schwarzen Lesebändchen markiert...

Wirklich grandios, diese schaurige Mischung - ungemein ansprechend und qualitativ ungeheuer hochwertig.

Mich hat das Gruselkochbuch total begeistert und ich habe direkt noch eines gekauft, das ein gute Freundin zum Geburtstag bekommt. Ein unbedingtes Muss für Fans von gruseligen Klassikern, leckerem Essen und wundervoller Gestaltung - ein großartiges Geschenk auch zum baldigen Halloween...

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Packend, atmosphärisch und wendungsreich - sehr gelungene Fortsetzung!

Das Syd
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"Das Syd. Gefährliche Kost" von Anna Winberg Sääf und Katarina Ekstedt ist als Taschenbuch bei Harper Collins Taschenbuch erschienen und hat 272 Seiten.

Es handelt sich um den zweiten Band der kulinarischen ...

"Das Syd. Gefährliche Kost" von Anna Winberg Sääf und Katarina Ekstedt ist als Taschenbuch bei Harper Collins Taschenbuch erschienen und hat 272 Seiten.

Es handelt sich um den zweiten Band der kulinarischen Thriller um Koch Alex und seine Lebensgefährtin Sofi, die sich nach dem Desaster in Alice Duwals Restaurant Nord nun ein komplett neues Leben im entgegengesetzten Teil Schwedens aufgebaut und das Bistro Syd auf Öland eröffnet haben. Zwar greifen die Autorinnen immer wieder auf die traumatischen Ereignisse im Nord zurück und erläutern somit Vieles, jedoch würde ich empfehlen, zum besseren Kennenlernen der Protagonisten und vor Allem wegen des perfekten Spannungsaufbaus zuerst "Das Nord. Tödliches Menü" zu lesen.

Alex und Sofi sind zusammen glücklich und entspannt, das Syd beginnt, erfolgreich zu werden, mit Cina hat Alex eine alte Freundin und erfahrene Restaurantmanagerin an Bord - das Leben könnte so schön sein. Doch Cina hat ihre eigenen Probleme, ein eigenes Restaurant zu führen ist herausfordnernder als erwartet und dann wird Alex von seiner Vergangenheit eingeholt...

Sääf und Ekstedt schreiben ausgesprochen bildhaft und detailliert, die Location des Syd ist perfekt sowohl für Idylle als auch für Grauen, die Nebenfiguren sind clever angelegt, so dass immer wieder Zweifel aufkommen, wer für die zunehmend gruselige Atmosphäre, die eine Gänsehaut nach der anderen bei mir ausgelöst hat, verantwortlich ist.

Die Kombination zwischen Küche und Privatleben fand ich erneut ausgesprochen gelungen und besonders gut gefallen hat mir der Kochwettbewerb, in dessen Verlauf sich einige überraschende Wendungen ereigneten.

Man kann sich hier niemals sicher sein, wer vertrauenswürdig ist und um wen man besser einen ganz großen Bogen machen sollte...

Klasse gemacht und mega spannend, aber doch sehr eng an Teil 1 angelehnt, also besser beide hintereinander lesen und doppelt die Nervenenden vor Spannung vibrieren lassen!

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Veröffentlicht am 12.09.2024

Gefangen im eigenen Glück - kontrovers, toxisch und intensiv!

Mein Mann
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"Mein Mann" von Maud Ventura ist als gebundenes Buch mit Schutzumschlag bei Hoffmann und Campe erschienen und hat 282 Seiten.

Es geht hier um ein Ehepaar mit zwei Kindern, einer regelrechten Bilderbuchfamilie, ...

"Mein Mann" von Maud Ventura ist als gebundenes Buch mit Schutzumschlag bei Hoffmann und Campe erschienen und hat 282 Seiten.

Es geht hier um ein Ehepaar mit zwei Kindern, einer regelrechten Bilderbuchfamilie, beide Eheleute gehen einer geregelten Arbeit nach, die Kinder sind wohlerzogen und haben allerlei positive Eigenschaften, das Familienhaus befindet sich in einer guten Wohngegend.
Die Frau müsste die glücklichste Mensch auf der Welt sein, denn ihr Leben ist einfach perfekt und es ist sicher, dass ihr Mann sie liebt, wenn auch vermutlich nicht mit derselben, in meinen Augen schon krankhaften, Intensität, mit der sie ihn liebt. Und doch ist sie unglücklich und wird von ständigen Ängsten gequält - dass er sie nicht mehr lieben könnte, dass er fremdgeht und dergleichen mehr. Und dann vergleicht er sie beim Essen mit Freunden auch noch mit einer Clementine...

Die Protagonistin ist vollkommen gefangen in ihrem Streben nach Vollkommenheit und Perfektion, spielt ununterbrochen die eine oder andere Rolle und niemand kennt sie wirklich. Ob sie selbst noch weiß, wer sie eigentlich ist?
Sie will, nein sie muss alles wissen, was ihr Mann macht, kontrolliert ihn ständig - dabei hat sie selbst eine unbekannte Vergangenheit und nimmt sich Dinge heraus, die ihr Mann niemals tun dürfte - und das unter dem Deckmantel, es wirke sich positiv auf die Beziehung aus...
Ihre Maßstäbe für Perfektion bezieht sie aus Zeitschriften, von anderen Müttern, Suchmaschinen, Cocktailparties usw. - abstrus...

Bezeichnenderweise werden die Namen der Familie im gesamten Buch nicht genannt (lediglich die Nebenfiguren wie Freunde und Arbeitskollegen werden individuell benannt) - aber wohl nicht, weil es sich um jede durchschnittliche Familie handeln könnte - zumindest ich finde die obsessiven Gedanken und die manipulative, skurrile Verhaltensweise der Ehefrau alles Andere als normal...

Ich muss sagen, dass selten ein Buch auf mich dermaßen kontrovers gewirkt hat - ich habe unglaublich oft den Kopf geschüttelt über die Protagonistin und mir Notizen zu ihren seltsamen Empfindungen und Gedanken gemacht, zugleich hatte dieser Roman auf mich eine unglaubliche Sogwirkung und ich wollte immer wissen, wie es weitergeht, wann der große Knall kommt, ob mich der Plot überraschen kann - und ja, das hat er dann am Ende definitiv!

Die Autorin hat einen mitreißenden, detaillierten Schreibstil und hat ihre abstrus agierenden Hauptpersonen dermaßen seltsam, fast schon krankhaft anders, konstruiert, dass zumindest ich unabdinglich gebannt war, von der ersten bis zur letzten Seite.
Dies ist meiner Meinung nach ein Roman, den man entweder liebt oder hasst - also unbedingt lesen und es selbst herausfinden :)

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Veröffentlicht am 11.09.2024

Brisant, hervorragend recherchiert und ungemein authentisch!

Nacht der Verräter
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"Nacht der Verräter" von Horst Eckert ist als Taschenbuch mit 400 Seiten bei Heyne erschienen.

Es handelt sich hier um einen eigenständigen Thriller des Autors, der sich um den Polizisten Max Bauer dreht ...

"Nacht der Verräter" von Horst Eckert ist als Taschenbuch mit 400 Seiten bei Heyne erschienen.

Es handelt sich hier um einen eigenständigen Thriller des Autors, der sich um den Polizisten Max Bauer dreht und in Düsseldorf beheimatet ist. Bauer ist nach einem traumatischen, tragischen Vorfall bei einer Wohnungsüberprüfung gerade wieder in den Dienst zurückgekehrt. Vor einigen Monaten hat er Julia geheiratet und ist glücklich mit ihr und ihrer Tochter Emilia, die für ihn von Anfang an wie eine eigene Tochter war. Über Julias Vergangenheit weiß er nichts, denn darüber schweigt sie sich komplett aus - was Max akzeptiert, da er aus eigener Erfahrung weiß, wie einen manche Ereignisse komplett aus der Bahn werfen können...

Eines Tages ist die kleine Familie zu Gast auf der Geburtstagsfeier seines Bruders Robert, und plötzlich ist Julia weg. Spurlos verschwunden. Und dann wird Max auch noch von der Kripo verdächtigt, in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Um seine Unschuld zu beweisen, soll er seine Brüder und seinen Onkel bespitzeln, deren Geschäft Music-Point getarnter Dreh- und Angelpunkt des illegalen Kokainhandels zu sein scheint.

Horst Eckert hat hier - wieder einmal - einen brillianten, clever durchdachten und top recherchierten (hier merkt man definitiv deutlich den Journalisten:) Krimi geschrieben, der ausgesprochen rasant und ungemein authentisch daherkommt.

Max Bauer ist kein strahlender Held oder klassischer Sympathieträger, sondern an sich ein offener, geradliniger Typ, der ganz unverhofft und ohne eigenes Zutun in eine riesige Bredouille geraten ist. Das macht ihn in meinen Augen glaubwürdig und überzeugend - allerdings nicht unbedingt beliebt, denn sein moralisches Verhalten im Verlauf der Story, insbesondere im Privatleben, finde ich ausgesprochen fragwürdig.... Zu allem Überfluß ist Max ständig hin- und hergerissen und steht total neben sich, so daß es ihm sehr schwerfällt, eine Entscheidung zu treffen, geschweige denn das Richtige zu tun. Und was ist überhaupt das Richtige? Wem kann Max noch trauen?

Seine Familie steigt ganz ins Drogenmilieu ein und will neben den ganz Großen bestehen, aber ist das nicht ein bißchen naiv? Sich mit der Mocro anzulegen, könnte sich zu einem Himmelfahrtskommando auswachsen...

Das Tempo des Plots ist rasant, die Thematik brisant und hochaktuell, die Kapitel kurz, knackig und mit häufigen Wechseln und ständigen kleinen Cillffhangern. Der Spannungsbogen ist somit von Beginn an hoch und steigert sich permanent.

Mein einziger Kritikpunkt am Buch (der allerdings an den Verlag geht und nicht an Autor oder Inhalt): Die Schrift ist sehr groß und die Seitenränder groß. Ich denke, man hätte hier , wenn man den Druck anders gesetzt hätte, so einige Seiten sparen können.

Ein großartiger Thriller , der bestens unterhält und den ich wärmstens empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Ein brisanter Fall, eine Mauer des Schweigens und eine mysteriöse Legende...

Todeskalt
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"Todeskalt" von Nikolas Stoltz ist als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.
Es handelt sich hier um Band 2 der "Löwenstein & Berger - Thriller", der aber problemlos eigenständig gelesen werden ...

"Todeskalt" von Nikolas Stoltz ist als Taschenbuch mit 384 Seiten bei Lübbe erschienen.
Es handelt sich hier um Band 2 der "Löwenstein & Berger - Thriller", der aber problemlos eigenständig gelesen werden kann, da es sich um einen abgeschlossenen Fall handelt.

Der mysteriöse telefonische Hilferuf einer alten Freundin führt die Kriminalpsychologin Caro Löwenstein in ein kleines, abgeschiedenes Dorf im Taunus. Die winterlichen Temperaturen sind eisig, die Straßen wegen Schnees nahezu unpassierbar. In Oberweildorf angekommen, kann Caro ihre Freundin Melanie an der alten Burgruine nirgends finden, stattdessen stößt sie auf eine erhängte Frauenleiche und bemerkt am Fuße der Burg eine dunkle Gestalt, in einen Umhang gehüllt mit verborgenem Gesicht.
Nun ruft Caro doch Kommissar Simon Berger an, damit ihr der Kollege vor Ort zur Seite stehen kann.
Und das ist auch gut so, denn in Oberweildorf stoßen Löwenstein und Berger auf eine inkompetente und ablehnende örtliche Polizei, eine zweifelhafte Bürgerwehr, eine Mauer des Schweigens und unendlich viel Aberglauben - oder ist doch etwas dran an den Gerüchten?! Es wird jedenfalls recht brisant für Caro und sie gerät in höchste Gefahr.

Nicolas Stoltz hat einen eingängigen, flüssigen Schreibstil, der ausgesprochen unterhaltsam und mega spannend ist.
Das Setting ist klasse und es gelingt dem Autor, eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre zu erzeugen, die mich ganz in ihren Bann ziehen und permanent in Atem halten konnte.

Auch die sich langsam entwickelnden Nebenhandlungen erwiesen sich als bedeutsam und nach zahlreichen Wendungen und rasanten Twists sorgte das Finale bei mir für Überraschung.

Recht weit abweichend von der Realität ist allerdings erneut, dass die Ermittler recht impulsiv spontane Alleingänge unternehmen - statt gemeinsam an einer Aufklärung des Falls zu arbeiten, sind sie jeder für sich in eigener Mission unterwegs und begeben sich leichtsinnig ins Ungewisse.

Dieser zweite Band der Reihe hat mir wesentlich besser gefallen als Band 1, die Charaktere haben sich positiv entwickelt, es war deutlich packender und vor Allem schlüssiger und konnte mich somit überzeugen. Auch Darlinger, der Dritte im Ermittlerteam, ist eine sympathische und engagierte Figur, über die ich gern mehr lesen würde.
Jetzt freue ich mich auf den dritten Teil um das Ermittlerteam Löwenstein & Berger, der es ganz sicher wieder in sich haben wird!

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