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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ich kann nicht mehr

Amokalarm
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"Manchmal wartet das Glück nur ein kurzes Stück hinter der Entscheidung, die du nicht treffen willst." (Pinterest)
H.C. Nachtnebel, 16 Jahre alt, ist ein leidenschaftlicher Basketballfan und zudem der ...

"Manchmal wartet das Glück nur ein kurzes Stück hinter der Entscheidung, die du nicht treffen willst." (Pinterest)
H.C. Nachtnebel, 16 Jahre alt, ist ein leidenschaftlicher Basketballfan und zudem der Beste in Mathe an seiner Schule. Daher unterstützt er seine beiden Freunde in diesem Fach und hilft ihnen auch bei den Klassenarbeiten. Im Jahr 2020 jedoch ändert sich alles für H.C.: Sein großes Idol Kobe Bryant stirbt bei einem Hubschrauberabsturz. Für H.C. bricht eine Welt zusammen, es folgen die Notaufnahme, die Intensivstation und anschließend die Rehabilitation. Zudem muss er nach all dem auch noch einen Schulwechsel über sich ergehen lassen. So hat der sensible Junge nur noch wenig echte Freunde. Als Keira eines Tages in ihre Klasse kommt, ist H.C. sofort von ihr begeistert. Fortan ist nur noch Keira für ihn wichtig, er vergisst sogar seine Freunde. Kiera spielt ein falsches Spiel mit ihm und lässt ihn schließlich fallen. H.C. Welt erlebt abermals einen Zusammenbruch, und es wirkt, als sei er von allen verlassen worden und habe kein Ziel mehr. Nur noch einen Ausweg scheint es zu geben, um seine Situation zu ändern.

Meine Meinung:
Hinter diesem recht simplen Cover, von dem man nicht so recht ahnt, was einen erwartet, steckt eine grandiose Geschichte, die einen nachdenken lässt. Es geht um einen sensiblen 16-Jährigen, der durch ein Trauma aus der Bahn geworfen wird. Er hat nur wenige Freunde, weil er wegen dieses Traumas die Schule wechseln muss. Der Autor nimmt uns mit in seinen Alltag und in seine Gedankenwelt. Mit sehr vielen Vorkenntnissen bereitet er den Leser auf das eigentliche Thema vor. Es wirkt schon bedrückend, was in so einem Jugendlichen vor sich geht. Da reichen oft schon Kleinigkeiten und alles reißt aus den Fugen, so auch bei unserem Protagonisten. Uli Black hat sich hier ein Thema zu Herzen genommen, das inzwischen auch bei uns im Land angekommen ist. Schüler, die ausrasten, geraten nicht nur durch Actionvideos oder Shooter-Spiele in eine solche Verzweiflung. Wie H.C. werden manche einfach nur durch Ungerechtigkeiten und Unverständnis zu solchen verzweifelten Taten getrieben. Obwohl ich wirklich positiv überrascht war, kam mir die Geschichte gleichzeitig fast ein wenig zu langatmig vor, bis das eigentliche Thema angesprochen wurde. Es wäre meiner Meinung nach sicher möglich gewesen, H.C.s Alltag etwas zu verkürzen. Man spürt allerdings, dass der Autor Lehrer war und sich mit dem Schulalltag und den Nöten der Schüler gut auskennt. Ich wusste nicht, dass es ein spezielles Schocktrauma gibt, das solche Folgen haben kann. Ich fand zudem beeindruckend, mitzuerleben, wie es sich für H.C. anfühlt, ein Mathegenie und Außenseiter zu sein. Der Autor nimmt einen so intensiv in das Leben unseres Hauptcharakters mit, dass ich mich sehr gut in seine Verzweiflung hineinversetzen konnte. Ein Schüler kann aus Verzweiflung oft eine solche Tat begehen, wenn die Lehrer kein Verständnis für ihn aufbringen. Im Grunde sollten es doch die Pädagogen besser wissen. Der Stil des Schreibens ist locker und gut verständlich. Und es wird ein weiterer Akzent durch die jugendliche Sprache gesetzt. Nur einige wenige, dafür aber sorgfältig ausgearbeitete Figuren nehmen die Rolle der Protagonisten ein. Vielleicht hätte ich mir nur gewünscht, dass die Diskussion um das eigentliche Thema etwas zügiger beginnt. Meiner Meinung nach wäre dieses Buch eine geeignete Schullektüre, um anschließend im Unterricht darüber zu diskutieren und Lehrkräfte dafür zu sensibilisieren. Ich gebe dem Buch gute 4 1/2 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine Hütte zu zweit

Thin Ice
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"Wenn man dir Steine in den Weg legt: Draufstehen, Balance halten, Aussicht geniessen, Lächeln, Weitergehen." (Pinterest)
Livs Leben als Eiskunstläuferin scheint beendet zu sein. Sie musste bisher immer ...

"Wenn man dir Steine in den Weg legt: Draufstehen, Balance halten, Aussicht geniessen, Lächeln, Weitergehen." (Pinterest)
Livs Leben als Eiskunstläuferin scheint beendet zu sein. Sie musste bisher immer fehlerfrei und diszipliniert in ihrem Sport sein und will das nun als Lehrerin im hiesigen Sportgymnasium an die Schüler weitergeben. Doch statt ihres gemieteten Chalets, erwartet sie eine einfache, einsame Hütte in den verschneiten Bergen. Und selbst von Einsamkeit ist hier nicht die Rede. Denn der verletzte Eishockeyspieler Noah und Erzfeind aus ihrer Kindheit hat sich in dieser Hütte breitgemacht. Noah muss sich von seinem Schock erholen, nicht mehr Eishockey spielen zu können. Doch muss es ausgerechnet Livs Unterkunft sein, in der er seinen Frust auslebt? Doch es kommt noch heftiger für Liv. Denn eine Lawine versperrt jegliches Wegfahren, sodass sie sich notgedrungen mit Noah und ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Dabei stellt sie fest, dass Noah gar nicht so schlecht aussieht.

Meine Meinung:
Das Cover deutet bereits subtil an, dass es um das Thema Berge und Schnee geht. Doch auch Sport spielt eine große Rolle. Zwei sportliche Hauptfiguren treffen aufeinander, wobei beide ganz verschiedene Charaktere aufweisen, die für eine Menge Abwechslung sorgen. Jeder von ihnen hat einen ganz individuellen Dickkopf, der in dieser Geschichte für viel Streit und Emotionen sorgt. Dort ist die smarte, selbstständige Liv, die schon in jungen Jahren lernen musste, für ihren Sport als Eiskunstläuferin hart zu arbeiten. Dabei wurde ihr nichts geschenkt. Ganz im Gegenteil, sie musste auf sehr vieles verzichten. Noah ist ganz schön angekratzt. Nachdem man ihm deutlich gemacht hat, dass er nach seiner Verletzung nicht mehr mit Eishockey fortzufahren kann. Natürlich ist er deshalb angefressen und wütend. Obwohl er noch immer gut trainiert ist, soll er ausgemustert werden? Wie soll es nun in seinem Leben weitergehen? Er kann doch nichts anderes als Eishockey spielen. Die Autorin beschreibt hier sehr gut, wie es Sportlern ergeht, wenn es mal nicht mehr so rund läuft und man einen neuen Sinn für sein Leben suchen muss. Da ist es vielleicht gar nicht so schlecht, auf jemanden zu treffen, dem es ähnlich ergeht und der mit seinen Fähigkeiten inzwischen einen Neuanfang als Lehrerin gefunden hat. Natürlich darf es an Humor nicht fehlen, der mich in einigen Szenen zum Schmunzeln brachte. Das Setting mit der einsamen Hütte, und dem Wintereinbruch, der sie notgedrungen dort einsperrt, hat mir gut gefallen. Ich konnte mir diesen Winter gut vorstellen, weil ich eine ähnliche Situation selbst schon in Südtirol erlebt habe. Dass sich beide schon als Kinder kannten und man dadurch Einblick in die Vergangenheit bekommt, war sehr aufschlussreich. Wie immer bei dieser Autorin sind das Setting und die Emotionen detailliert beschrieben. Manche unerwartete Situationen waren wirklich einfallsreich, humorvoll und haben mich zum Schmunzeln gebracht. Insgesamt handelt es sich um eine großartige Sportromanze mit einer einzigartigen Kulisse in den schneebedeckten Bergen der Dolomiten, die von mir 5 Sterne erhält.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Auszeit in den Bergen

On Edge
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"Im Leben geht es um die richtige Balance. Sei gütig, aber lass dich nicht ausnutzen. Vertraue, aber lass dich nicht hintergehen. Sei zufrieden, aber hör nicht auf an dir zu arbeiten." (unbekannt)
Elenas ...

"Im Leben geht es um die richtige Balance. Sei gütig, aber lass dich nicht ausnutzen. Vertraue, aber lass dich nicht hintergehen. Sei zufrieden, aber hör nicht auf an dir zu arbeiten." (unbekannt)
Elenas Leben scheint eigentlich perfekt zu sein, aber das ist es ganz und gar nicht. Sie muss als Tänzerin immer fehlerfrei, diszipliniert und makellos auf der Bühne auftreten. Aber wie es in ihrem Inneren aussieht, das weiß niemand. Längst hat der Applaus für sie den gleichen leeren Eindruck wie ihr ganzes Leben. Deshalb braucht sie diese Auszeit in den Bergen. Dort kreuzt allerdings der miesgelaunte Ex-Skirennfahrer Luca Della Rosa ihren Weg. Ihm scheint sie nichts rechtmachen zu können und sie weiß nicht mal, warum er sie so behandelt. Doch es kommt für Elena noch etwas Unerwartetes. Denn ausgerechnet Luca benötigt sie als seine Freundin für die Presse. Im Austausch dafür will er bei ihr den Freeride-Skikurs abhalten. Doch als die Presse die Wahrheit erfährt, wird der Deal gefährlicher als ihre erste Skiabfahrt.

Meine Meinung:
Das Cover deutet wie schon beim ersten Band der "Season-of-Dream Reihe" an, dass es auch diesmal um Berge und Schnee geht. Die beiden sportlichen Hauptfiguren Elena und Luca treffen in Sils aufeinander. Wobei es sich hier auch um zwei ganz unterschiedliche Charaktere handelt. Jeder von ihnen hat eine ganz individuelle Geschichte, die hier zum Tragen kommt. Da ist die eigenständige, sympathische Elena, die schon in jungen Jahren lernt, für ihren Tanzsport hart zu arbeiten. Dabei muss sie auf sehr vieles verzichten: Freunde, Essen und vieles mehr. Ihr erster Kontakt im Ort ist ihre Vermieterin Giulia, die sie zu einem Freeride-Skikurs bei ihrem Bruder Luca überredet. Doch Luca, dessen Karriere als Skirennfahrer nach einem schweren Unfall endet, ist wenig begeistert. Ausgerechnet einem Instagram-Sternchen soll er das Skifahren beibringen? Doch dann braucht er selbst Elenas Hilfe, nämlich als Freundin für einen Presseauftritt. Er verspricht ihr, dafür den Freeride-Skikurs mit ihr zu machen. Plötzlich kann so ein miesepetriger Luca doch ganz nett sein. Die Autorin beschreibt hier sehr gut, die Situation der beiden Protagonisten, bei denen einer von ihnen Vorbehalte gegenüber dem anderen hat. Wahrscheinlich ist es eher der Frust über sein eigenes Leben, der ihm nach seinem Unfall abhanden kam. Dazu noch die Ängste, wieder Rennen zu fahren, die alles schwieriger machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass so ein Trauma bei einem jungen Menschen das ganze Leben verändert. Wenn man dann nicht sofort wieder ein Rennen bestreitet, dann kommen Ängste auf. Was mir allerdings am Anfang bei der Geschichte etwas gefehlt hat, war ein wenig mehr Tiefgang. Ich hätte gerne noch ein wenig mehr über den damaligen Unfall, und das bisherige Leben der beiden erfahren. Aber wenigstens hat der Humor nicht gefehlt, der mich für manches entschädigt hat. Gegen Ende hin wurde die Geschichte dann deutlich besser, da hier detaillierter beschrieben wurde und die individuellen Emotionen mehr zur Geltung kamen. Manche humorvolle Szenen dagegen waren wirklich hervorragend, vor allem Elenas erste Abfahrt. Alles in allem ist es eine schöne Sportromanze mit einigen gelungenen Szenen, und einer einzigartigen Kulisse, bei der noch Luft nach oben ist. Von mir erhält das Buch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Zwei Mordopfer und ein Cold Case Fall

Einsames Watt
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"Einsam stirbt der Mensch; ebenso einsam fühlt er sich auch in seinem inneren Leben." (Leo Tolstoi)
Ein verlassenes Schiff wird kurz vor Amrum entdeckt, aber von der Crew fehlt jede Spur. Fischer entdecken ...

"Einsam stirbt der Mensch; ebenso einsam fühlt er sich auch in seinem inneren Leben." (Leo Tolstoi)
Ein verlassenes Schiff wird kurz vor Amrum entdeckt, aber von der Crew fehlt jede Spur. Fischer entdecken kurz darauf die Leiche von Paula Lemmer in der Nordsee. Zunächst ist die Todesursache unklar. Ihre Wunde am Hinterkopf könnte von einem Schlag stammen, aber ebenso gut von einem Unfall in der letzten Sturmnacht. Für diesen Fall wird John Benthien nach Amrum geschickt, wo alte Erinnerungen wieder aufleben. Er hatte vor mehr als zwei Jahrzehnten bereits einmal zusammen mit seinem Kollegen und Mentor Cornelis Litmanen einen Fall aufklären müssen. Maren Frahm wurde damals getötet, erging es Paula ebenso? Litmanen ist seitdem verschwunden. Als Benthien mit der Fähre abfuhr und er allein auf der Insel zurückblieb, wusste danach niemand, was mit ihm geschah. Was ist mit Litmanen passiert, hatten sie damals den falschen Mörder und er kam ihm auf die Schliche? Haben sie den Fall damals zu früh aufgegeben? Für John wird dieser Fall zu einer persönlichen Spurensuche.

Meine Meinung:
Der mittlerweile zwölfte Band dieser Krimi-Reihe um John Benthien hat erneut ein Cover, das passend zu dem inhaltlichen Kriminalfall ist. Diesmal stehen jedoch nicht nur zwei Fälle zur Diskussion, wie wir es von dieser Reihe gewohnt sind. Ebenfalls kommt der Cold-Case Fall von Cornelis Litmanen hinzu, der für Benthien von entscheidender Bedeutung ist. Bis heute macht er sich nämlich Vorwürfe, weshalb er seinen Mentor damals allein auf der Insel zurückgelassen hat. Für alle war der Mord von Maren Frahms jedoch gelöst, da inzwischen ein Täter ermittelt und festgenommen wurde. Nur Litmanen war sich nicht sicher, ob dieser tatsächlich Maren Frahm getötet hat. Sein Verschwinden danach war für alle ein Schock. Benthien ist überzeugt, er auf den Täter gestoßen ist. Benthien und Fitzen kümmern sich um den Tod von Paula Lemmer, während Lilly Velasco und Juri ebenfalls nach Amrum müssen. Der bisherige Serientäter und Mörder von Maren Frahm hat plötzlich Zweifel, sie getötet zu haben. Er möchte jedoch seine Erinnerungen am Tatort noch einmal auffrischen. Ausgrabungen auf Amrum fanden damals wie heute statt. Paula Lemmer war Teil eines dieser Teams. Steht ihr Tod im Zusammenhang mit diesen Ausgrabungen? Wie in bisher jedem Buch dieser Reihe haben wir es mit unterschiedlichen Handlungen zu tun. Nur dieses Mal kommt eben noch der Vermisstenfall von Litmanen hinzu. Ich fand diesen Krimi diesmal etwas zu verwirrend und unstrukturiert. Man musste sehr aufpassen, damit man überhaupt noch wusste, um wen es gerade ging. Auch fand ich, dass diese Fälle zu oft durch private Angelegenheiten der Ermittler unterbrochen wurden. Natürlich war das schon immer so, aber dieses Mal fand ich es etwas zu geballt. Obwohl die Ereignisse rund um die Ausgrabungen interessant und sicherlich gut recherchiert wurden, waren sie manchmal auch recht anstrengend. Es überraschte mich nicht, dass Lilly erneut Gefühle für John entwickelt. Das Ende überraschte nicht nur in diesem konkreten Fall, sondern auch in Bezug auf die Zukunftspläne von Sannas Schwester. Ob sie dieser Herausforderung gewachsen ist, wird sich herausstellen. Ich fände es jedenfalls in Ordnung, wenn der nächste Fall wieder etwas spannender und nicht so kompliziert wäre. Deshalb gibt es dieses Mal leider nur 3 1/2 Sterne.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 31.01.2026

Todesangst

Blutwild
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"Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung und Zähmung." (Arthur Schopenhauer)
Anka Jessen, die zu diesem Zeitpunkt Polizistin war, wurde vor ...

"Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es bloß im Zustand der Bändigung und Zähmung." (Arthur Schopenhauer)
Anka Jessen, die zu diesem Zeitpunkt Polizistin war, wurde vor sechs Jahren entführt und gefoltert. Sie konnte allerdings ihrem Peiniger entkommen. Bei ihrer Flucht trat sie jedoch in eine Falle von Wilderern. Dies führte zu einem Verlust ihres Unterschenkels und dazu, dass sie ihren Beruf aufgeben musste. Nun, als Psychologin und Unternehmensberaterin scheint der Täter es wieder auf sie abgesehen zu haben. Nachdem sie auf ihrem Handy Koordinaten erhält, die sie zu einer Hütte führen, in der Leichenteile gefunden werden. Dies kann aber nicht sein oder war es vor sechs Jahren doch so, dass der falsche Täter eingesperrt wurde? Ankas Alptraum fängt wieder von vorn an. Seltsame Dinge geschehen, die fast niemand für glaubhaft befindet. Nur ihre Freundin Jessy scheint Anka zu glauben. Ist sie jetzt endgültig verrückt geworden oder hat der Täter von damals es erneut auf sie abgesehen? Will er das abschließen, was ihm damals nicht gelungen ist?

Meine Meinung:
Das Beil auf dem Cover fällt einem sofort ins Auge und weckt meine Neugier auf das, was mich erwartet. Eine Ex-Polizistin, die nach einem einschneidenden Schicksalserlebnis einen Neuanfang versucht hat. Sechs Jahre nach ihrer Entführung und Folterung durch einen grausamen Täter geschehen ausgerechnet jetzt wieder eigenartige Dinge in ihrem Leben. Drohanrufe und -briefe gehen bei ihr ein, zudem treten Ungereimtheiten auf, die den Eindruck erwecken, als verschwimme die Realität mit dem damaligen Trauma. Aber wie ist das möglich? Markus Eikel, der Verbrecher, sitzt nach wie vor im Gefängnis. Hatte er überhaupt einen Partner oder handelt es sich um einen Nachahmungstäter? Schließlich hat er die Tat damals doch gestanden. Ihr früherer Kollege HK Oliver Willner scheint ihr nicht zu glauben und möchte, dass sie sich aus dem Fall heraushält. Dieser Thriller beginnt bereits recht unheimlich mit dem Setting im Wald und der grausamen Waldhütte. Es kommt mir seltsam vor, dass ihr diese Koordinaten geschickt wurden, da sie ja nicht mehr bei der Polizei arbeitet. Möchte sie jemanden verunsichern oder demonstrieren, dass sie nach wie vor im Blickfeld des früheren Peinigers steht? Vieles, was Anka durchlebt, versetzt selbst mich in Erstaunen und schockiert mich. Sogar ich habe mitunter den Eindruck, als ob Anka das alles träumt. Es handelt sich um eine echte Hetzjagd, die da mit ihr veranstaltet wird. Trotz der vielen Informationen, die ich über die Protagonistin Anka erhalte, bleibt sie für mich etwas distanziert und farblos. Ich hätte gerne mehr über ihr damaliges Schicksal erfahren. Allerdings erschien mir HK Willner ebenso blass wie vieles andere in dieser Geschichte. Im Gegensatz dazu wurde Breuninger für mich mit jeder Begegnung sympathischer. Auch über den Täter erfahre ich nur die nötigsten Informationen, und das Setting erscheint mir ebenso oberflächlich und monoton. Der Täter agiert wie ein Wilderer und Schlachter, was für mich nicht unbedingt neu ist. Obwohl die Autorin uns immer wieder Einblicke in den Kopf und die Vergangenheit des Täters gewährt, empfand ich dies als unzureichend. Dagegen ist ihr die Überraschung am Ende wirklich geglückt. Damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet. Obwohl dieses Debüt durchaus noch Potenzial für Verbesserungen bietet, konnte mich dieses Buch bis zum Schluss fesseln. Daher vergebe ich 3½ Sterne.

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