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Veröffentlicht am 22.10.2025

Selbstbestimmtheit

Vielleicht ist die Liebe so
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Die Mutter ist dominant, manipulierend, egomanisch, narzisstisch. Nun will sie auch noch im Rahmen ihrer Selbstbestimmtheit ihren Todeszeitpunkt festlegen, bevor sie alt, dement oder pflegebedürftig wird. ...

Die Mutter ist dominant, manipulierend, egomanisch, narzisstisch. Nun will sie auch noch im Rahmen ihrer Selbstbestimmtheit ihren Todeszeitpunkt festlegen, bevor sie alt, dement oder pflegebedürftig wird. Ihre Tochter Anja, Mitte vierzig, ist entsetzt darüber, dass sie dabei sein soll beim geplanten Suizid, der von den Behörden genehmigt worden ist.

Katja Früh zeichnet eine von Schwierigkeiten und Unverständnis geprägte Mutter-Tochter-Beziehung, die vor allem Anja sehr belastet und in ihrem Leben einschränkt. Die Selbstbestimmtheit scheint von der Mutter allein gepachtet zu sein, das Kind muss deren Vorstellungen entsprechen, um den mütterlichen Stolz zu befriedigen. Wie es der Mutter selbst dabei geht, ob sie tatsächlich so unangenehm ist, wie hier dargestellt, bleibt offen, denn erzählt wird aus Anjas Blickwinkel in der Ich-Form. Dabei bekommt man als Leser ihre Ängste und Sorgen hautnah mit, dennoch bewahrt die Autorin einen ausreichend distanzierten Schreibstil, sodass die Geschichte nicht abgleitet in schwülstige Gefühlsausbrüche. Besonders skurril ist Mutters letzter Wunsch an ihre Tochter, gut gelöst von Anja im Hinblick auf ihre Zukunft, welche am Ende des Buches nur kurz, aber dennoch sehr zufriedenstellend angerissen wird.

Ein Roman über Mütter und Töchter, über Selbstbestimmtheit und ihre Grenzen, über den geplanten Todeszeitpunkt und den Umgang der Zurückbleibenden mit diesem Termin. Eine Thematik, die mich selbst auch schon so manches Mal beschäftigt hat und die hier auf interessante Weise in eine durchaus realistische Handlung eingebettet wird. Leseempfehlung!




Veröffentlicht am 21.10.2025

Schneiderliebe

Das mutige Mädchen
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Elsa liebt das Nähen, immer wieder zieht es sie in das schöne Weißwarengeschäft von Herrn Tannhäuser, der ihr die Schneiderei näher bringt und ihr irgendwann auch eine Mitarbeit in Aussicht stellt. Der ...

Elsa liebt das Nähen, immer wieder zieht es sie in das schöne Weißwarengeschäft von Herrn Tannhäuser, der ihr die Schneiderei näher bringt und ihr irgendwann auch eine Mitarbeit in Aussicht stellt. Der Traum, ungebunden und unabhängig von einem Mann zu sein, ist greifbar nahe und während der charmante Richard trotz aller Sehnsucht nach Eigenständigkeit ihr Herz höher schlagen lässt, ist der Stoffhändler Clemens ein verlässlicher Freund in schwierigen Zeiten. Wohin wird Elsas Lebensweg wohl führen?

Charmante Bilder aus Innsbruck im Jahre 1891 begleiten uns durch spannende Momente in Elsas Leben, denn das Schicksal sieht eine unüberschaubare Weggabelung für das sympathische Fräulein vor. Nachdem schon die ältere Schwester Fannerl aus dem Elternhaus geflohen ist, muss nun Elsa entscheiden, ob sie sich den Wünschen des Stiefvaters beugt oder sich den Herausforderungen eines Lebens auf eigenen Füßen stellt. Warmherzig und empathisch erzählt Lotte Römer diese unterhaltsame Geschichte, flicht trotz aller Ernsthaftigkeit auch immer wieder Humorvolles ein, sodass man nicht nur bangen, sondern auch schmunzeln darf und sich anhand des detailreichen Schreibstils selbst in längst vergangene Tage zurückversetzt fühlt.

Eine wunderbare Lektüre, die mir – wie schon Band 1 – zauberhafte Lesestunden beschert hat. Empfehlenswert.


Veröffentlicht am 19.10.2025

Der Fall Fanny

Lügennebel
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Eine Studentengruppe aus Uppsala - zwei Mädels, vier Burschen - will eine ausgelassene Woche in den Bergen verbringen, Schi fahren, trinken, spielen, aber schon bald steht die Kriminalpolizei vor der Tür: ...

Eine Studentengruppe aus Uppsala - zwei Mädels, vier Burschen - will eine ausgelassene Woche in den Bergen verbringen, Schi fahren, trinken, spielen, aber schon bald steht die Kriminalpolizei vor der Tür: Fanny, eine von ihnen, liegt tot im Schnee vor dem Haus.

Kurze Tage, lange Nächte, klirrend kaltes Winterwetter, Hanna feiert ihren 37. Geburtstag mit ihrem neuen Liebhaber in einem abgeschiedenen Hotel. Wie das Leben einer Polizeikommissarin so spielt, hält sich das Verbrechen aber nicht an Amtsstunden, sondern schlägt in den unpassendsten Momenten zu. Auch wenn völlig unklar ist, ob der Tod der jungen Studentin ein unglücklicher Unfall ist oder tatsächlich ein Verbrechen vorliegt, folgt Hanna ihrem Instinkt und fliegt sofort zurück nach Åre, um ihre Kollegen Daniel Lindskog und Anton Lundgren zu unterstützen. Ein Schwall an Alkohol und Lügen schwappt ihr von den fünf Freunden entgegen, möglicherweise spielen auch Drogen eine Rolle, aber niemand scheint tatsächlich etwas zu wissen, oder diese Informationen überaus geschickt vor der Polizei zu verbergen. Ein Hausmeister, der stets zur Stelle ist, selbst wenn er nicht gerufen wird, und Nachbarn, für welche die Städter ein Ärgernis darstellen, stiften ebenfalls mehr Verwirrung als sie zur Aufklärung des Falles Fanny beitragen.

Eine großartige Konstellation im pompösen Ferienhaus, eine geschlossene Gruppe von jungen Studenten und ein Unglück, das niemand bemerkt haben will – Viveca Sten entführt den Leser zum wiederholten Male an den Polarkreis in den Wintersportort Åre, wo Hanna Ahlander nicht einfach nur ermittelt, sondern auch auf ihr untrügliches Gefühl achtet und hinter die Kulissen blickt. Was im Beruf ausgezeichnet funktioniert, scheint allerdings im Privatleben zu fehlen, zumindest hört Ahlander hier nicht so genau auf ihre innere Stimme. Mit diesen Einblicken in persönliche Lebensbereiche rundet die Autorin die spannenden Ermittlungen passend ab und zeigt, dass auch Kriminalbeamte ganz normale Menschen sind wie du und ich und mit allerlei Problemen zu kämpfen haben. Immer wieder tauchen dramatische Szenen auf, nicht nur am Ende spitzen sich die Ereignisse zu, bevor der Fall endgültig und schlüssig geklärt werden kann, Hanna und ihr Team dürfen stolz sein auf ihre Leistung.

Ein weiteres Abenteuer an Hannas Seite ist abgeschlossen, meine Erwartungen an den vierten Fall aus der Reihe „Die Åre-Morde“ sind wieder voll erfüllt worden, was nach der herausragenden Sandhamn-Serie gar nicht so einfach ist, auch mit dem Präsens als Erzählzeit habe ich mich mittlerweile angefreundet. Meine Neugierde auf künftige Ermittlungen und Details zu den jeweiligen Lebensumständen in der sympathischen Polizeitruppe ist groß, die Fortsetzung darf ich keinesfalls verpassen. Leseempfehlung für alle, die eine kunterbunte Mischung aus Krimi und Privatleben zu schätzen wissen, was für mich ein gelungenes Ganzes in einer Bücherserie ergibt.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Kinder Gottes

Hoffnungssterne am Adventsbaum
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Die Kartoffelfäule im Jahre 1846 stellt schon zeitig die Weichen für Annas Leben, denn als die Versorgung mit Lebensmitteln immer schwieriger wird, wird sie kurzerhand vom Vater in die Diakonissenanstalt ...

Die Kartoffelfäule im Jahre 1846 stellt schon zeitig die Weichen für Annas Leben, denn als die Versorgung mit Lebensmitteln immer schwieriger wird, wird sie kurzerhand vom Vater in die Diakonissenanstalt Kaiserswerth zu seiner Schwester Sophie geschickt. Durch die gestrenge Hand der Mutter an Arbeit gewöhnt, packt das Mädchen im Waisenhaus tapfer mit an und erkennt, dass es trotz seiner Schwächen und Unzulänglichkeiten ein wertvolles und geliebtes Kind Gottes ist und auf eine bessere Zukunft hoffen darf.

Nachdem der beste Freund aus Kindheitstagen nach Amerika ausgewandert ist und im Hause Wagner kaum noch genug zum Überleben vorhanden ist, verlässt Anna ihr Heimatdorf Vaihingen an der Enz. Voller Angst, weder ihren Eltern noch den Diakonissen genug zu sein, begibt sie sich auf eine unbekannte Reise und spürt alsbald, dass sie bei ihrer Tante Sophie und Pastor Fliedner so angenommen wird, wie sie ist, dass sie auch einmal Fehler begehen darf, ohne gleich wieder fortgeschickt zu werden. Warmherzig und einfühlsam wählt Brigitte Liebelt ihre Worte, beschreibt anschaulich, wie einsam Anna sich fühlt und wie der Adventsbaum ihr Wärme und Hoffnung schenkt, da täglich ein weiteres Lichtlein angezündet wird und eine Verheißung aus der Bibel an die Zweige geheftet wird. Die detaillierte Recherche und historisch verbürgte Personen bedingen die Realitätsnähe dieses Romans, die herzliche und stilistisch ansprechende Erzählweise bringen eine angenehme Nähe zu den Figuren ins Spiel. Stets fühlt man mit Anna, aber auch mit Paul jenseits des Ozeans, mit und kann sich in ihre Rolle hineinversetzen. Der Trost durch die Gemeinschaft und die vorweihnachtlichen Rituale spenden Anna Kraft, um schließlich selbst ihr Leben organisieren zu können, indem sie auf Gottes Hilfe vertraut.

Ein liebevoll gestaltetes Büchlein mit einem überaus informativen Nachwort, das zum Innehalten anregt und die historische Tradition rund um den Adventsbaum lebendig werden lässt. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Jule, Dorin, Sue

Die Gardasee - Schwestern
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Die drei Schwestern Jule, Dorin und Sue sind in alle Welt verstreut, um Sprachen zu lernen und das Handwerk der Gastronomie aus verschiedensten Blickwinkeln zu erleben, bevor sie ins Imperium ihres Vaters ...

Die drei Schwestern Jule, Dorin und Sue sind in alle Welt verstreut, um Sprachen zu lernen und das Handwerk der Gastronomie aus verschiedensten Blickwinkeln zu erleben, bevor sie ins Imperium ihres Vaters einsteigen. Am schönen Gardasee treffen sie aufeinander – und möglicherweise sogar auf die große Liebe. Romantik und Herzschmerz zwischen Zitronenhainen, Pistazienplantagen und knusprigem Pizzateig lassen nicht lange auf sich warten.

Drei einzelne Romane und ein Bogen spannendes Bonuskapitel erwartet die Leser mit diesem Sammelband, man darf sich also ein gemütliches Platzerl suchen, vielleicht ein Glas Aperol dazu. Zwischendurch gibt es köstliche Rezepte, sodass man den weiteren Verlauf der Handlung mit Limoncello-Tiramisu oder Pistazieneis genießen kann. In jedem Band stellt Mia Sole also eine der drei Schwestern in den Mittelpunkt und erzählt über feste Familienbande, die Halt und Pflichtgefühl gleichermaßen bedingen, sodass es nicht immer einfach ist, seine persönliche Freiheit und Selbstbestimmung zu leben. Die bildhübschen jungen Frauen stellen sich am schönsten See Italiens ihren Herausforderungen, kümmern sich um einen eleganten familieneigenen Hotelbetrieb, flirten mit charmanten Italienern und kontern geschickt so manchem arroganten Mannsbild. Ist der erste Eindruck immer der richtige oder trügt der Schein? Jede Geschichte birgt ihre Überraschungen, am Ende sind sowohl Sommer als auch Winter am Gardasee einfach bezaubernd und halten ein Schäuflein Glück bereit, egal, ob es um ein geheimes Pizzarezept geht, ein begehrtes Grundstück am See oder einen Bauherren mit ambivalenten Gefühlen.

Gardasee zum Träumen – ein wunderbarer Schmöker, um den Alltag hinter sich zu lassen und Urlaubsflair zu genießen.