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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

Die Liebe hat immer ein Ende

Die unbewusste Sprache der Liebe
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Der Titel und das Cover lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich um einen Ratgeber handeln würde, allerdings ist dies irreführend. Der Autor erzählt aus seinem Alltag als Psychoanalytiker und ein wenig ...

Der Titel und das Cover lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich um einen Ratgeber handeln würde, allerdings ist dies irreführend. Der Autor erzählt aus seinem Alltag als Psychoanalytiker und ein wenig auch von sich selbst. Die einzelnen Kapitel sind jeweils einem Thema oder einer Fallgeschichte gewidmet und die unterschiedlichen Lebensgeschichten werden mehr oder weniger ausführlich betrachtet. Mir haben einige davon sehr gut gefallen, vor allem, wenn nicht nur das Offensichtliche angesprochen wurde, sondern die vielen Details und versteckten oder verdrängten Erinnerungen, die in Form von Träumen, Ängsten usw. an die Oberfläche kommen. Mir selbst war nicht bewusst, dass der Analyseprozess häufig über einen so langen Zeitraum, über Jahre hinweg, andauert oder sogar eine lebenslange Arbeit bedeutet. Wichtig ist auch, dass die Personen nicht vom Psychoanalytiker aufgezeigt bekommen, dies oder jenes musst du verändern, sondern durch Selbstexploration Erkenntnisse erfahren und Veränderungen in Gang setzen, um alte Muster zu durchbrechen.
Am Ende erfolgt eine Verknüpfung der Erkenntnisse und ein gemeinsamer Ausklang, aber ich hätte mir auch zwischendurch mehr Verbindungspunkte zwischen den einzelnen Kapiteln gewünscht. Zwischenzeitlich war es fast eine Aneinanderreihung an Fallgeschichten, ähnlich wie Kurzgeschichten. Verbindungsblöcke hätten den Lesefluss und den Gedankengängen gutgetan und das Bild abgerundet sowie zwischendurch einen Puffer gebildet zwischen den doch sehr unterschiedlichen Themenbereichen, die in den Fallgeschichten angesprochen wurden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Definition von Psychoanalyse als eine besondere Form des Nichtwissens. Als positives Feature nehme ich von dieser Lesereise mit, die Freude, sich nach dem zu sehnen, was man hat.

Veröffentlicht am 06.10.2025

ein täglicher Kampf

Kinderspiel
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Der Roman wird aus Sicht von Soldier als Ich-Erzählerin geschildert, indem sie ihre schmerzhaften und schönen Eindrücke über die Geburt ihres Sohnes und ihre Mutterschaft preisgibt. Die Tage sind geprägt ...

Der Roman wird aus Sicht von Soldier als Ich-Erzählerin geschildert, indem sie ihre schmerzhaften und schönen Eindrücke über die Geburt ihres Sohnes und ihre Mutterschaft preisgibt. Die Tage sind geprägt von Einsamkeit, Wut, Trauer über die verlorenen Momente, Unverständnis, aber auch von Liebe und glücklichen Momenten, wobei hier der Fokus auf der Ernüchterung gelegt wurde. Die Stimmung ist fast durchwegs gedrückt, traurig, depressiv, nur kurz unterbrochen von Glücksmomenten oder positiven Situationen, sodass ich den Roman Jungmüttern oder auch Vätern nicht empfehlen würde, sondern erst als Lektüre im Nachhinein, wenn die eigenen Kinder schon aus dem Alter heraus sind. Im Nachhinein kann man gewisse Situationen, die beschrieben werden, anders sehen, darüber schmunzeln, oder erkennen, dass dies doch nicht so dramatisch oder aussichtslos war, aber wenn man selbst in der Situation feststeckt, bewertet man emotionaler, dramatischer, intensiver.
Soldier kommt auch nicht gut mit ihrer neuen Situation als Mutter und wie sie nun von anderen wahrgenommen wird klar, sodass es wirkt, als ob sie sich im Vorhinein nicht so viele Gedanken darüber gemacht hätte oder sich von den positiven Bildern, die andere Mütter aus gelungenen Situationen posten, beeindrucken hat lassen. Dass ihr Mann sein Leben wir vorher weiterführen kann, stresst und stört sie zudem, sodass auch ihre Beziehung stark darunter leidet. Hilfe annehmen oder Arbeitsaufträge abgeben kann sie nicht gut und somit hat sie das Gefühl, alles alleine stemmen zu müssen und fühlt sich zunehmend überfordert, wobei ihre Gedankengänge und Handlungen teilweise schon in eine depressive Phase rutschen, sodass sie sich von einem Tag zum nächsten durchkämpft.
Den Titel und das Cover finde ich schön ausgewählt!

Veröffentlicht am 04.10.2025

Stalking

Hinter mir
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Der Thriller beginnt spannend mit Gemmas Leidensgeschichte und man kann ihn flüssig lesen, die Handlungsstränge sind gut verständlich, ohne Verschnörkelung, aber es bleibt trotzdem abwechslungsreich. Es ...

Der Thriller beginnt spannend mit Gemmas Leidensgeschichte und man kann ihn flüssig lesen, die Handlungsstränge sind gut verständlich, ohne Verschnörkelung, aber es bleibt trotzdem abwechslungsreich. Es ist nicht ganz einfach eine emotionale Bindung zu Gemma aufzubauen beim Lesen, sie bleibt in vielen Situationen unnahbar, obwohl ich ihre Leidensgeschichte gut nachvollziehen kann. Die Hintergrundgeschichte gefällt mir und das Thema Stalking finde ich wichtig und notwendig darüber zu schreiben, auch wenn ich schon einige ähnlich geartete Bücher darüber gelesen habe. Inhaltlich war es nicht komplett überraschend oder neu, aber dennoch gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 03.10.2025

etwas zu actionlastig für meinen Geschmack

Emma
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Der Thriller beginnt ruhig und beschreibend und führt gut in das Thema ein, sodass man sich als Leser*in wohlfühlt und bereit fühlt, danach werden die Spannungselemente eingeführt und bis zum Schluss hin ...

Der Thriller beginnt ruhig und beschreibend und führt gut in das Thema ein, sodass man sich als Leser*in wohlfühlt und bereit fühlt, danach werden die Spannungselemente eingeführt und bis zum Schluss hin gesteigert. Da ich den Autor auch schon von Filmen kenne, war die Erwartungshaltung diesbezüglich gespannt. Emma bewegt sich in gefährlichen Spionage-Szenen, wobei diese nicht immer realistisch dargestellt wurden, sondern teilweise übertrieben. Ihr Charakter ist vielschichtig, sowohl was ihre Vergangenheit betrifft, aber auch ihre aktuellen Aktionen, dennoch fehlte mir die emotionale Tiefe. Ich hätte mir mehr Gedankengänge, Emotionen, Gefühle und etwas weniger Action gewünscht, dann wäre es eine gelungene Kombination geworden.

Veröffentlicht am 02.10.2025

Schuld verjährt nicht

Aschezeichen
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Der zweite Teil der Reihe mit Liv, diesmal als freiberufliche Ermittlerin, die die Polizei unterstützt und die wichtigen Hintergrundarbeiten liefert, ist genauso spannend wie der erste Teil. Neben Liv ...

Der zweite Teil der Reihe mit Liv, diesmal als freiberufliche Ermittlerin, die die Polizei unterstützt und die wichtigen Hintergrundarbeiten liefert, ist genauso spannend wie der erste Teil. Neben Liv finde ich auch Hannah sehr sympathisch und momentan sowohl beruflich als auch privat hin- und hergerissen, wie sie sich weiterentwickeln und wofür oder wogegen entscheiden soll, und gerade dadurch sehr authentisch.
Der aktuelle Fall bewegt einerseits durch die aktuellen grausamen Taten, wobei ich am Ende gar nicht glauben wollte, wer als Täter*in in Frage kommt, aber mehr möchte ich hier nicht verraten. Auch der Bezug in vergangene Geheimnisse und brutale Aktionen ist erschreckend, vor allem auch in Hinblick, dass die Täter von damals bis jetzt ungeschoren davongekommen sind und ob es diesmal eine Anklage geben wird, mit vagen Beweisen und fehlenden Ermittlungszeiten und Budget, ist ebenso fraglich. Schuld verjährt nicht.
Ich freue mich schon sehr auf den dritten Teil!