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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Gesund und fit altern: Für jeden machbar

Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel
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„Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel" von Hubert Prof. Dr. med. Trübel ist ein interessantes Sachbuch zum Thema Longevity. Der Mediziner und Pharmaforscher ist der Ansicht, dass man mit nur 20 Prozent ...

„Longevity - Die Anti-Bullshit-Formel" von Hubert Prof. Dr. med. Trübel ist ein interessantes Sachbuch zum Thema Longevity. Der Mediziner und Pharmaforscher ist der Ansicht, dass man mit nur 20 Prozent Aufwand einen Effekt von 80 Prozent erzielen können.

Die 'Longevity Anti-Bullshit-Formel' bewertet gängige Langlebigkeitsmethoden kritisch anhand aktueller Studienlage und stellt die evidenzbasierte Basis, also Ernährung, Bewegung, Soziales, Schlaf und Vorsorge, in den Mittelpunkt.

Es gab einige Punkte, die ich sehr interessant fand; besonders in Bezug auf das biologische Alter; auch die kritische Hinterfragung von Nahrungsergänzungsmitteln überzeugte mich.
Auch die allgemeine Einstellung von Dr. Trübel mit dem Fokus auf die oben genannte Basis entspricht auch meiner Meinung – dadurch bot mir das Buch allerdings auch nicht besonders viel Neues, muss ich sagen.

Insgesamt fand ich das Buch leider nicht besonders gut aufgebaut, mir fehlte eine sinnvolle Struktur. Auch die Kapitel waren eher unübersichtlich.
Gestört hat mich auch etwas, dass das Buch vorwiegend, dass die persönliche Meinung des Autors oft sehr im Vordergrund steht.

Dennoch ist das Buch für alle, die sich noch nicht vertieft damit beschäftigt haben, ein positiv gestimmter Einstieg in das Thema „Longevity“ , der das Ganze auf leicht umsetzbare Grundlagen reduziert. Machbar für jeden, unabhängig vom sozialen oder finanzellen Status.

Vielen Dank an den Kneipp Verlag / Verlagsgruppe Styria & an Lovelybooks.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zwischen Erinnerungen und Schmerzen

Paradise Beach
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„Paradise Beach“ von Dara Brexendorf erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichte von Ada. Die Ich-Erzählerin leidet seit Beginn ihrer Periode unter Endometriose. Lange wusste sie nicht, dass es nicht normal ...

„Paradise Beach“ von Dara Brexendorf erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichte von Ada. Die Ich-Erzählerin leidet seit Beginn ihrer Periode unter Endometriose. Lange wusste sie nicht, dass es nicht normal ist, solche Schmerzen zu haben.
Während sie sich in der Gegenwaert von einer Endometriose-OP erholt und noch unter dem Einfluss von Medikamenten steht und unter Schlafstörungen leidet, erinnert sie sich zurück an ihre Jugend. Damals verbrachte sie einen schicksalhaften Sommer an der heimatlichen Ostseeküste, gemeinsam mit ihrer Cousine Lill. Die Pubertät bringt viele körperliche Veränderungen mit sich und den Wunsch nach Perfektion. Die erste Periode bringt ungeahnte Schmerzen in Adas Leben.

„Es erscheint ihr plötzlich unmöglich, das Bluten aus dem Sommer auszuklammern, den Zusammenhang nicht zu sehen zwischen den körperlichen Veränderungen und den Räumen, in denen sie sich bewegt. Das Bluten passiert nicht einfach. Es ist etwas, dass ihr passiert. Wie ein großes Unglück, dass sie nicht verarbeiten kann. Zu groß ist der Widerspruch zwischen dem diffusen Wunsch danach, eine Frau werden zu wollen, und dem Körper, der nicht dafür gemacht zu sein scheint.“

Nur die Begegnung mit Elja und die aufkeimenden Gefühle für sie lenken Ada von ihren Qualen ab. Während das Verhältnis zu ihrer Cousine Lill sich verschlechtert, steht bald ein Abschied von Elja bevor ...

Dieser Roman lässt mich leider etwas enttäuscht zurück. Durch den Klappentext hatte ich hier hohe, vielleicht zu hohe Erwartungen.
Die Rückblenden in die Vergangenheit fand ich sehr gelungen, diese Abschnitte haben mir am besten gefallen. In den Kapiteln der Gegenwart hätte ich mir eine andere Umsetzung des Themas Endometriose gewünscht. Ich hatte hier erwartet, dass auf diesen Teil von Adas Leben mehr oder vielleicht einfach anders eingegangen wird. Hier konnte ich keine Nähe zur Figur von Ada herstellen; vieles blieb mir zu distanziert. Auch die Geschichte mit ihrem räuspernden Nacharn fand ich unnötig, sie mich eher irritiert.

Insgesamt ist „Paradise Beach“ nach ein interessanter Debütroman, der meine Erwartungen an das Thema „weibliche Schmerzen“ leider nicht erfüllen konnte, aber ein paar gute Momente hatte.

Vielen Dank an den eichborn Verlag und Lesejury.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Zwischen Liebe und Geheimnissen

ZIMMER 706
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Der Roman „Zimmer 706“ von Kate Levenson bietet ein ungewöhnliches Ausgansszenario und hatte mich daher sofort neugierig gemacht.
Es geht hier um Kate, die seit 10 Jahren glücklich verheiratet mit Vis ...

Der Roman „Zimmer 706“ von Kate Levenson bietet ein ungewöhnliches Ausgansszenario und hatte mich daher sofort neugierig gemacht.
Es geht hier um Kate, die seit 10 Jahren glücklich verheiratet mit Vis ist. Sie haben zwei Kinder, ihre Beziehung ist sehr innig. Doch Vic ahnt nicht, dass Kate sich seit sechst Jahren regelmäßig mit James in Hotels trifft ... So auch an diesem Tag, doch dieses Mal wird sie nicht wie geplant abends zu ihrer Familie nach Hause zurückkehren können. Während ihres Schäferstündchens mit James wird das Hotel von Terroristen besetzt. Kate kann das Hotel nicht verlassen und hat keine Ahnung, ob James und sie aus dieser Lage lebend herauskommen werden.

Interessant fand ich, dass hier nicht der Terroranschlag sondern vor allem Kates inneres Drama, ihre Gedanken und Gefühle im Vordergrund stehen.

„War sie selbst eine gute Mutter? Kate war nicht sicher. Sie liebte ihre Kinder von ganzem Herzen, aber war sie auch eine gute Mutter? Gute Mütter vögeln keine Liebhaber in Hotelzimmern, dachte sie. Gute Mütter haben keine Affären. Gute Mütter fühlen sich erfüllt genug mit ihren Ehemännern, ihren Kindern und ihrem ganz normalen Leben. Oh Gott, würde das alles andere in den Schatten stellen? Wenn sie heute stürbe und Vic die Wahrheit herausfand und den Kindern eines Tages davon erzählte – wäre das dann der alles beherrschende Punkt bei dem, was sie über sie wussten? Unsere Mutter, die unseren Vater betrogen hat, hat bekommen, was sie verdient hat, was sie sich selbst eingebrockt hat.“

Mir hat der Schreibstil von Ellie Levenson hat mir sehr gut gefallen, er war flüssig zu lesen und hatte die richtige Mischung aus Spannung und Emotionen. Dank der Zeitsprünge zwischen heute im Zimmer 706 und verschiedenen Stationen in der Vergangenheit konnte man sich zum einen sehr gut in Kate hineinversetzen, außerdem hielt das die Spannung aufrecht.

„Da gibt es Welten, dachte Kate, in denen ich in ein paar Augenblicken zu existieren aufhören könnte.
Und da ist eine Welt, in der alles gut ausgehen wird.“

Der Roman ist nicht ganz klischeefrei, dennoch fand ich die Charaktere authentisch und gut getroffen; nur James blieb etwas undurchsichtig für mich.
Und egal ob man Kates Entscheidungen nun moralisch gut findet oder nicht, regt der Roman dazu an, sich selbst zu fragen, wie man mit ähnlichen Siutationen umgehen würde.

Das Ende ist ... wie sage ich es ohne zu spoilern? ... einerseits unbefriedigend, aber andererseits passend und ich hatte schon etwas in dieser Art erwartet.

„Zimmer 706“ ist ein spannender und emotionaler Roman über Liebe, Sehnsüchte, Geheimnisse und Lebensentscheidungen, für den ich 4 von 5 Sternen vergebe.

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Feel Good Roman mit Herz, Humor und Tiefgang: 4,5⭐️

Keeping it casual
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Aus dem pola-Verlag kamen in letzter Zeit so viele tolle Romane, daher war ich auch neugierig auf „Keeping it casual“ von Karina May. Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich „klassische“ Liebesromane nicht ...

Aus dem pola-Verlag kamen in letzter Zeit so viele tolle Romane, daher war ich auch neugierig auf „Keeping it casual“ von Karina May. Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich „klassische“ Liebesromane nicht so gerne mag, sie langweilen mich – aber dieses Buch hier ist definitiv anders!

Erstmal klingt der Plot vielleicht ähnlich wie bei anderen Büchern: Die Protagonistin Maxine (Max) wird von ihrem langjährigen Freund Scott mit einer Arbeitskollegin betrogen. Daraufhin überredet ihre beste Freundin Alice sie, sich zur Ablenkung bei Tinder anzumelden.
Eigentlich möchte Max das nicht, aber - und hier unterscheidet sich „Keeping it casual“ von „Standard“-Liebesromanen - Max hatte kürzlich erfahren, dass sie einen Hirntumor hat, der operiert werden muss.
Aus diesem Grund lässt sie sich auf die Dating App ein – und lernt recht schnell Johnny kennen. Der ist sehr charmant und witzig, und wider erwarten fühlt Max sich gut, wenn sie ihm schreibt. Die beiden treffen eine Abmachung: sie werden sich nicht treffen, wahren die Anonymität. Stattdessen chatten sie und kochen sich gemeinsam 14 Tage lang durch das Familienkochbuch von Max‘ Ex-Freund.
Als Maxines Operation kurzfristig einen Tag vorverlegt wird, bricht sie den Kontakt zu Johnny ab und löscht ihr Tinder-Profil ...

Ab hier werde ich nicht mehr viel zum Inhalt sagen, da ich nicht spoilern willl.
Ich kann jedoch definitiv sagen, dass „Keeping it casual“ ein richtig feinfühliger und unterhaltsamer Feel Good Roman ist, in dem jede Menge Herz, Humor und auch eine gute Portion Tiefgang stecken.

Max war mir als Protagonistin sofort sympathisch und die Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte gemacht hat, gefiel mir sehr gut. Auch die anderen Charaktere sind gut getroffen, die beste Freundin Alice, der Exfreund Scott und der sympathische, aber zu Anfang des Romans schwer einzuschätzende Johnny.

Karina May ist es gelungen, die Themen Krankheit und Verlust, Selbstfindung und Liebe in einen wirklich feinfühligen Roman zu verpacken. Ihr Schreibstil ist modern und frisch; es gab witzige und ernste Momente, die Mischung fand ich sehr gelungen. Durch die Rückblenden in die Vergangenheit blieb es sehr lange spannend, wie sich alles weiterentwickeln würde. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand nehmen und bin ziemlich zufrieden mit dem Ausgang der Geschichte.

Die Rezepte am Ende des Romans sind ein netter Bonus.

Ich gebe eine klare Leseempfehlung und hoffe, bald noch mehr von Karina May lesen zu dürfen.

Vielen Dank an den pola Verlag, Lesejury.de & NetGalley für die Rezensionsexemplare! 📚💚

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Distanziert und emotionslos

Ultramarin
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„Ultramarin“ von Ann-Christin Kumm erzählt die Geschichte von Lou und Raf. Seit der Schule sind die beiden unzertrennlich, doch neben der Freundschaft hat Lou tiefere Gefühle für Raf. Raf legt sich hier ...

„Ultramarin“ von Ann-Christin Kumm erzählt die Geschichte von Lou und Raf. Seit der Schule sind die beiden unzertrennlich, doch neben der Freundschaft hat Lou tiefere Gefühle für Raf. Raf legt sich hier nicht fest; zwar gibt es immer mal wieder körperliche Liebe zwischen Lou und ihm, aber Raf hat auch Affären mit Frauen. Oft sogar ganz offen vor Lou, den dies verletzt. Doch Lou ist ein sehr unterwürfiger, ruhiger Charakter, während Raf charismatisch und dominant ist, und sehr manipulativ.
Doch aus Liebe zu Raf erträgt Lou alles; folgt Raf blind und hofft immer, dass dieser ihm ganz gehören wird.
Als Lou und Raf im Sommer nach Dänemark ins Ferienhaus von Rafs Familie fahren und statt RAfs Schwester Sophie deren Freundin Nora mitkommt, wird die Lage kompliziert.
In Rückblicken erinnert sich Lou an die frühere Zeit mit Raf und Sophie, und an Jakob; besonders hier reißen alte Wunden auf.
Als Nora eines Tages ohne Abschied verschwindet, hofft Lou auf mehr Nähe mit Raf. Doch alles kommt anders ... Ich möchte hier nicht spoilern, sage nur, dass das Ende ziemlich krass ausfällt.
Gefallen hat es mir leider nicht, ebenso wie mir der sehr nüchterne Schreibstil von Ann-Christin Kumm nicht besonders zusagte.
Durch die fehlende wörtliche Rede und häufige Wiederholungen von „er sagte“, „sie sagte“ wurde der Lesefluss ziemlich gestört. Auch wurde vieles nur angedeutet und nicht gut auserzählt.

Zu den Protagonist*innen konnte ich keine wirkliche Nähe herstellen, sie blieben recht distanziert. Vor allem der sehr unterwürfige Lou blieb sehr farblos für mich.

So spannend die Grundidee einer queeren toxischen Beziehung auch ist, fiel die Umsetzung leider recht zäh und unemotional aus. Zum Thema dysfunktionale Beziehungen gibt es meiner Meinung nach deutlich stärkere Bücher. - Für diesen Debütroman kann ich leider keine Leseempfehlung aussprechen.

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