Profilbild von drachenzahn

drachenzahn

Lesejury Profi
offline

drachenzahn ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit drachenzahn über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2024

Alpträume, die das Leben prägen

Vengeance (Academy of Dream Analysis 1)
0

„Vengeance“ ist ein düsteres Buch, in dem beinahe alle Charaktere ihren persönlichen Alptraum durchleben, das aber mit seinem Einfallsreichtum, seinen vielschichtigen Charakteren und seinen überraschenden ...

„Vengeance“ ist ein düsteres Buch, in dem beinahe alle Charaktere ihren persönlichen Alptraum durchleben, das aber mit seinem Einfallsreichtum, seinen vielschichtigen Charakteren und seinen überraschenden Wendungen absolut zu überzeugen vermag. Wer auch vor finsteren Themen nicht zurückschreckt, wird mit diesem Jugendbuch sicher seine Freude haben.

Nemesis wurde als Studentin an der ADA (Academy of Dream Analysis ) akzeptiert. Hier soll das luzide Träumen gelehrt werden, mit dem man seine Träume tatsächlich in die Realität umsetzen kann. Doch Nemesis treibt weniger das Interesse an dem Studium an, stattdessen ist ihr Ziel und vor allem das ihrer Mutter, den Tod ihres Bruders Neiros zu rächen. Doch ist es gar nicht so einfach, die wahren Hintergründe über sein Ableben zu erfahren. Ist Jupiter Sterling eine Mörderin? Und was ist mit ihren Neffen Mercy, den sie hassen will und nicht kann.

Die Charaktere sind allesamt spannend und vielschichtig. Sie haben mehr dunkle als helle Seiten und hüllen sich in ihre Geheimnisse. Fast keine Figur ist davon ausgenommen. Doch gerade das macht ihren Reiz aus. Man merkt mit der Zeit, dass nichts ist, wie es scheint und mehr hinter der Oberfläche existiert, als man selbst oder andere Figuren glauben. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass eigentlich jeder Charakter auf die ein oder andere Weise traumatisiert ist. So werden zum Beispiel Themen wie sexueller Missbrauch, Mord, unheilbare Krankheiten oder Gewalt gegen Kinder angesprochen.

All diese Geheimnisse und (meist) unvorhersehbaren Wendungen machen diese Geschichte zu einem spannenden Lesevergnügen. Ich freue mich bereits auf den zweiten Teil, der die Reihe abschließen soll und voraussichtlich Ende Oktober erscheint.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2024

Enttäuschend

Theseus und der Entotaurus
0

Die Idee, eine beliebte griechische Sage mit den Charakteren von Entenhausen zu erzählen, klingt nach einer humorvollen und spannenden Kombination. Leider jedoch bleibt die Geschichte dann doch hinter ...

Die Idee, eine beliebte griechische Sage mit den Charakteren von Entenhausen zu erzählen, klingt nach einer humorvollen und spannenden Kombination. Leider jedoch bleibt die Geschichte dann doch hinter ihren Möglichkeiten zurück.

König Minos, verkörpert von Dagobert Duck, steht seit seiner Kindheit in Konkurrenz zu König Ägeus. Voller Wut fordert er Dädalos (Daniel Düsentrieb) dazu auf, ihm ein beeindruckendes Monument zu bauen. Es entsteht ein aufwendiges Labyrinth. Absurderweise hat jedoch das Geld nicht für einen Ausgang gereicht. König Ägeus weigert sich aber ohnehin, sich das neue Bauwerk anzusehen und zu würdigen. Stattdessen machen sich seine Neffen Tick, Trick und Track sowie Theseus (Donald Duck) auf den Weg, um sich den neuesten Streich des geizigen Enterichs anzusehen. Doch was haust in den Gängen des Labyrinths, aus dem scheinbar kein Mensch entkommen kann.

Das Buch geht sehr frei mit seiner griechischen Ausgangssage um. Sie wird eher als Inspiration verstanden und ist nur in wenigen Zügen noch erkennbar. Die Geschichte selbst wird Schlag auf Schlag erzählt, sodass man kaum Zeit hat, die einzelnen Figuren wirklich kennenzulernen. Insofern beschränken sich deren Charakterzüge auf wenige Merkmale und sie bleiben alle eindimensional. Überhaupt werden sehr viele Charaktere auf diesen wenigen Seiten eingeführt.

Für alle, die bereits mit Entenhausen vertraut sind, stellt dies vielleicht weniger ein Problem dar, aber kleine Kinder haben meist dieses Vorwissen (noch) nicht. Daher funktioniert auch die Liebesgeschichte zwischen Theseus und Ariadne (Daisy) meiner Meinung nach nicht. Im Gegenteil wirkt sie eher albern. Vor allem jedoch das Ende der Geschichte fand ich enttäuschend und keineswegs glaubwürdig.

Für die anvisierte Zielgruppe von vier Jahren finde ich die Geschichte zudem zu textlastig und die Sprache zu trocken. Die meisten Kleinkinder werden wahrscheinlich nicht genug Geduld dafür aufbringen können. Was ihnen aber sicherlich gefällt, sind die tatsächlich sehr gelungenen Illustrationen. Die einzelnen Figuren und ihre Emotionen kommen dort auch deutlich besser zur Geltung als über den Text selbst.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich von dem Buch ziemlich enttäuscht bin. Man hätte die Idee durchaus spannender, glaubwürdiger und kindgerechter herüberbringen können. Kinder ab 4 Jahren werden mit der Menge an Charakteren und Handlungen überfordert sein. Insofern denke ich, dass es eher für Grundschulkinder und für junggebliebene Erwachsene geeignet ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2024

Normal sein für Anfänger

Willkommen bei den Grauses 1: Wer ist schon normal?
0

Das Buch begeistert ab der ersten Seite mit seinem Witz, seinem Charme und seiner Intelligenz. Sabine Bohlmann hat ein wundervolles Buch zum Thema Andersartigkeit, Freundschaft und Familie geschrieben, ...

Das Buch begeistert ab der ersten Seite mit seinem Witz, seinem Charme und seiner Intelligenz. Sabine Bohlmann hat ein wundervolles Buch zum Thema Andersartigkeit, Freundschaft und Familie geschrieben, das Kinder ab neun Jahren zum Lachen bringt und sie mitfiebern lässt.

Ottilies neue Nachbarn sind alles anders als normal und müssen jedoch ausgerechnet genau das sein. Diese zusammengewürfelte Familie besteht aus einem Felfen (Mischung aus Fee und Elfe) als Papa, einem Dschinn als Mama und den Kindern Wulfi (ein Werwolf), Muh (eine Mischung aus Hirsch und Mensch) und dem Geist Husch sowie einem Schrat. Besonders Letzterem fällt es sehr schwer, sich in seiner Rolle als Opa einzufügen. Sobald jedoch jemand von ihnen unangenehm auffällt, schreit die Krähe und die Verfehlung wird auf einer Liste vermerkt. Doch trotz anfänglicher Bedenken merkt Ottilie schnell, dass es bei echten Freunden nicht auf Äußerlichkeiten ankommt.

Die Charaktere sind absolut genial. Sie sind alle sehr individuell und machen einfach Spaß. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück, ihre Figuren auch ein wenig divers darzustellen. So verzichtet der Felfen-Papa nur ungern auf sein rosa Tutu und ist überhaupt sehr emotional. Die Geschichte selbst ist überaus kurzweilig und spannend. Die „Normalität“ unseres eigenen Alltags wird durch den naiven Blick der Grause-Familie unter die Lupe genommen und teilweise hinterfragt.

Das Thema Andersartigkeit wird gerne in Kinderbüchern aufgegriffen, aber hier finde ich es ganz besonders toll umgesetzt. Es wird durchaus auch auf die Schwierigkeiten hingewiesen. Es ist weder einfach, normal zu sein bzw. so zu wirken, noch tatsächlich anders zu sein. Und das greift diese Geschichte wirklich sehr gut auf. Es geht zudem um Freundschaft, Familie und dass man füreinander da sein sollte.

Das erste Buch der neuen Reihe „Willkommen bei den Grauses“ hat mir großen Spaß bereitet und ich freue mich schon auf den nächsten Band, der hoffentlich bald erscheint. Absolute Kaufempfehlung für alle, die lustige und spannende Fantasygeschichten mit kreativen Charakteren mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2024

Normal sein für Anfänger

Willkommen bei den Grauses 1: Wer ist schon normal?
0

Das Buch begeistert ab der ersten Seite mit seinem Witz, seinem Charme und seiner Intelligenz. Sabine Bohlmann hat ein wundervolles Buch zum Thema Andersartigkeit, Freundschaft und Familie geschrieben, ...

Das Buch begeistert ab der ersten Seite mit seinem Witz, seinem Charme und seiner Intelligenz. Sabine Bohlmann hat ein wundervolles Buch zum Thema Andersartigkeit, Freundschaft und Familie geschrieben, das Kinder ab neun Jahren zum Lachen bringt und sie mitfiebern lässt.

Ottilies neue Nachbarn sind alles anders als normal und müssen jedoch ausgerechnet genau das sein. Diese zusammengewürfelte Familie besteht aus einem Felfen (Mischung aus Fee und Elfe) als Papa, einem Dschinn als Mama und den Kindern Wulfi (ein Werwolf), Muh (eine Mischung aus Hirsch und Mensch) und dem Geist Husch sowie einem Schrat. Besonders Letzterem fällt es sehr schwer, sich in seiner Rolle als Opa einzufügen. Sobald jedoch jemand von ihnen unangenehm auffällt, schreit die Krähe und die Verfehlung wird auf einer Liste vermerkt. Doch trotz anfänglicher Bedenken merkt Ottilie schnell, dass es bei echten Freunden nicht auf Äußerlichkeiten ankommt.

Die Charaktere sind absolut genial. Sie sind alle sehr individuell und machen einfach Spaß. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück, ihre Figuren auch ein wenig divers darzustellen. So verzichtet der Felfen-Papa nur ungern auf sein rosa Tutu und ist überhaupt sehr emotional. Die Geschichte selbst ist überaus kurzweilig und spannend. Die „Normalität“ unseres eigenen Alltags wird durch den naiven Blick der Grause-Familie unter die Lupe genommen und teilweise hinterfragt.

Das Thema Andersartigkeit wird gerne in Kinderbüchern aufgegriffen, aber hier finde ich es ganz besonders toll umgesetzt. Es wird durchaus auch auf die Schwierigkeiten hingewiesen. Es ist weder einfach, normal zu sein bzw. so zu wirken, noch tatsächlich anders zu sein. Und das greift diese Geschichte wirklich sehr gut auf. Es geht zudem um Freundschaft, Familie und dass man füreinander da sein sollte.

Das erste Buch der neuen Reihe „Willkommen bei den Grauses“ hat mir großen Spaß bereitet und ich freue mich schon auf den nächsten Band, der hoffentlich bald erscheint. Absolute Kaufempfehlung für alle, die lustige und spannende Fantasygeschichten mit kreativen Charakteren mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2024

Gutenachtgeschichte mit Spaßfaktor

Die allerkürzeste Gutenachtgeschichte der Welt
0

Das Buch ist wirklich zuckersüß und hat meine kleine Tochter (fast 3 Jahre) im Sturm erobert. Zwar funktioniert es für uns nicht so, wie es ursprünglich von den Autoren geplant war, aber wir verwenden ...

Das Buch ist wirklich zuckersüß und hat meine kleine Tochter (fast 3 Jahre) im Sturm erobert. Zwar funktioniert es für uns nicht so, wie es ursprünglich von den Autoren geplant war, aber wir verwenden es auf unsere eigene Weise und haben damit trotzdem großen Spaß.

„Die allerkürzeste Gutenacht-Geschichte der Welt“ ist im Grunde keine Geschichte, sondern vielmehr ein Wegweiser, wie man sich mehr oder weniger ernstgemeint für das nächtliche Vorlesen vorbereitet. Es gibt Hinweise, Tipps und konkrete Handlungsanweisungen. So wird ein Schwur gesprochen, die Stimme vorbereitet, Kuscheltiere gesucht, sortiert und vieles mehr. Leider kann ich diese so nicht umsetzen.

Erstens will ich mein Kind nicht unnötig hochpuschen und das Bettgehen noch mehr in die Länge ziehen, und zweitens machen einige Vorschläge für mein Kind auch keinen Sinn. Es gibt beispielsweise eine ganze Doppelseite darüber, wie wichtig es ist, dass das Kind selbst umblättert. Nun ja, das machen wir bereits seit Ewigkeiten so. Die Ausführungen dazu sind für uns also absolut überflüssig.

Da die dargestellten Tiere selbst sämtliche Handlungshinweise ausführen, kann man den Text auch einfach umschreiben. Ich erzähle vielmehr, wie sich die Ente, das Eichhörnchen, der Bär, der Hund und die Katze auf das Schlafengehen vorbereiten. Das ist zum einen richtig lustig und zum anderen gibt es da jede Menge auf den Bildern zu entdecken.

Die Katze klaut beispielsweise beim Bettenmachen dem Hund alle Kissen und Decken, um sich eine schöne Höhle zu bauen. Statt im eigenen Kinderzimmer nach Kuscheltieren zu suchen, kann man das auch auf den Buchseiten erledigen. Besonders witzig finden wir das Eichhörnchen, das komplett verschläft, wie die anderen Tiere verrückte Stimmübungen machen oder laut mit den Instrumenten poltern, und erst dann aufwacht, als alle anderen endlich zur Ruhe gekommen sind.

Die Gutenacht-Geschichte besteht dann wirklich nur aus einem Satz und ist im Grunde völlig sinnfrei, was aber durchaus auch amüsant ist. Wir lieben das Buch und vor allem seine kreativen und liebenswerten Kreaturen. Allerdings kann und will ich den Text nicht so vorlesen, wie er hier angeboten wird, bis auf das Stimmtraining, die Instrumentengeräusche und die Gutenachtgeschichte am Ende. Vielleicht sind aber andere Eltern eher geneigt, ihr Kind vor dem Schlafengehen noch einmal rumwildern und aktiv werden zu lassen.

Insgesamt macht das Buch dennoch großen Spaß und insbesondere die Zeichnungen lassen Kinderherzen höherschlagen. Insofern kann ich es Kindern ab drei Jahren empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere