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Veröffentlicht am 04.05.2021

Lady Churchill- ihrer Zeit voraus

Lady Churchill
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Marie Benedict beschreibt eindringlich das Leben von Clementine Churchill. Das Buch "Lady Churchill" ist in Romanform geschrieben, nähert sich aber sehr einer Biographie an.
Der große Winston ...

Marie Benedict beschreibt eindringlich das Leben von Clementine Churchill. Das Buch "Lady Churchill" ist in Romanform geschrieben, nähert sich aber sehr einer Biographie an.
Der große Winston Churchill, wer kennt ihn nicht. Hier in diesem Roman rückt aber nicht er, sondern seine Ehefrau Clementine in den Vordergrund. Sie ist ihrer Zeit weit voraus. Trotz der speziellen britischen gesellschaftlichen Schicht, in der sie sich bewegt, lebt sie ein emanzipiertes Leben und scheint der Beschreibung nach, in vielem auf Augenhöhe mit ihrem Ehemann zu agieren. Was war das für eine Zeit ? Die Kinder wurden von Gouvernanten erzogen, die Eltern waren mondän reisend monatelang unterwegs. Bei Churchills war vieles nicht perfekt, Clementine war keine ideale Mutter, nichts wird in diesem Buch beschönigt. Aber sie war eine eigenständig denkende Frau, die im Hintergrund eine wichtige Stütze ihres Mannes war. Sie hatte eine große Stärke, und zwar die Stärke der Weitsicht und Selbstreflexion. Würde sie heute leben in unserem Jahrhundert, hätte sie in ihrem Dasein ganz anders wirken können. Vielleicht wäre sie dann aber niemals die Frau an der Seite Churchills gewesen ?
Dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen. Zwischendurch fand ich zwar die Beschreibung des gesellschaftlichen Lebens etwas langatmig, später aber... ab der zweiten Hälfte nahm die interessante Erzählweise wieder zu und ich habe es mit Interesse zu Ende gelesen.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

Sehr unterhaltsam

Fertig ist die Laube
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Ich habe mich sehr über das neue Buch von Renate Bergmann gefreut. Als treuer Fan und stille Mitleserin ihrer täglichen Facebook-Posts, fühlte ich mich nahezu verpflichtet ihr neues Buch gleich ...

Ich habe mich sehr über das neue Buch von Renate Bergmann gefreut. Als treuer Fan und stille Mitleserin ihrer täglichen Facebook-Posts, fühlte ich mich nahezu verpflichtet ihr neues Buch gleich zu lesen. Dieses Mal geht sie unter die Laubenpieper. Wieder mal sehr unterhaltsam erzählt Renate von den kleinen Geschehnissen und Erlebnissen, die typisch sind für so eine Schrebergartenanlage. Natürlich werden auch bereits bekannte Personen wie Frau Schlode, Kurt und Ilse, Kirsten, Stefan und Ariane am Rande miteingebaut. Hin und wieder gibt Renate auch interessante hilfreiche Tipps für den Garten. Dieses Mal hatte ich den Eindruck, als wäre Renate etwas nachdenklicher und tiefgründiger geworden (fast schon als wäre sie etwas gereift). Nicht alles ist in diesem Buch ist Klamauk, man kann auch ein bisschen zwischen den Zeilen lesen.
Ich habe mich erneut sehr gut unterhalten gefühlt. Wie es bei dieser Art von Büchern halt nun einmal der Fall ist, nutzt sich die Pointe irgendwann ab. Trotzdem schafft es Torsten Rohde nach wie vor, Renate Bergmann wunderbar in Szene zu setzen. Vielen Dank dafür.

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Veröffentlicht am 28.01.2021

Schöne Erzählung

Vati
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Monika Helfer kann sehr schön erzählen. In ihrem neuesten Buch "Vati" schreibt sie viel über den Vater, aber auch sehr viel über die eigene Kindheit mit den Geschwistern. Es geht somit nicht ...

Monika Helfer kann sehr schön erzählen. In ihrem neuesten Buch "Vati" schreibt sie viel über den Vater, aber auch sehr viel über die eigene Kindheit mit den Geschwistern. Es geht somit nicht ausschliesslich um das Leben des Vaters. Interessant ist es, wie sie die Geschehnisse beschreibt aus der eigenen erfahrenen Perspektive und den Erinnerungen von Geschwistern und der Stiefmutter. Manches lässt sich auch nur vermuten und rekonstruieren. Das Buch nimmt einem mit, mit einem unaufgeregten aber trotzdem nie langweilig werdenden Schreibstil. Es war eine ganz andere Zeit, wie heute. Über vieles wurde einfach nicht gesprochen. Heute würde man meinen, was für ein schweres Schicksal, die Mutter sehr früh verstorben, der Vater schwer depressiv, die Kinder voneinander getrennt, zwar beschützt aber auch behütet ? Trotzdem hadert Monika Helfer nicht. Das Buch ist in keinster Weise anklagend, aber auch nicht dankbar. Es war halt wie es war und so wird es erzählt und auch angenommen. Literarisch reicht es nicht ganz an den Vorgänger "Die Bagage" heran, ist aber trotzdem sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 07.07.2020

Kostbare Tage

Kostbare Tage
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Es ist für mich das erste Buch, das ich von Kent Haruf lesen durfte. Erstaunt war ich darüber, dass es das letzte Buch ist, das er in seinem Leben geschrieben hat.
Es handelt von den letzen ...

Es ist für mich das erste Buch, das ich von Kent Haruf lesen durfte. Erstaunt war ich darüber, dass es das letzte Buch ist, das er in seinem Leben geschrieben hat.
Es handelt von den letzen kostbaren Tagen von Dad Lewis, der weiss dass er bald sterben muss.
Der Autor verwebt das Leben von Dad Lewis mit den Geschehnissen der Menschen um ihn herum. Wie geht jeder einzelne mit den letzten Tagen von Dad Lewis um ? Was hat man sich noch zu sagen, welche Bedürfnisse sind noch da. Gibt es Geschehnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten?
All das wird leise und sanft erzählt.
Der Autor geht sehr achtsam und bewusst um, mit diesen kostbaren Tagen. Es ist ein Buch über Loslassen, Dankbarkeit und auch über Selbstreflexion. Erzählerisch wunderbar eingefügt in Geschehnisse der Gegenwart und auch der Vergangenheit. Ein unaufgeregtes Buch, dass aber in keinem Moment langatmig wird.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

Sehr guter Krimi

Schwarzer August
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Das ist nun bereits schon der vierte "Lost in Fuseta"-Krimi den ich lesen darf. Wie die bisherigen Bände, ist auch dieser Teil gleichbleibend gut geschrieben. Ich habe es sehr genossen diesen ...

Das ist nun bereits schon der vierte "Lost in Fuseta"-Krimi den ich lesen darf. Wie die bisherigen Bände, ist auch dieser Teil gleichbleibend gut geschrieben. Ich habe es sehr genossen diesen Krimi zu lesen. Wieder taucht man in die portugiesische Welt an der Algarve ein. Die einzelnen Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Man kann sich den Ort Fuseta und die Ria Formosa bildlich sehr gut vorstellen. Die Story ist geschickt inszeniert und logisch aufgebaut, was ich bei einem Krimi sehr wichtig finde. Diese Mal ist man einem Sprengstoffattentäter auf der Spur, der auf Misstände aufmerksam machen will.
Deweiteren werden auch die persönlichen Verwobenheiten in diesem Band weiter gesponnen. Interessant ist wie sich die Charaktere zueinander entwickeln. Lost begibt sich in Lebensgefahr und zeigt damit gleichzeitig, welch ein loyaler Mensch er ist. Auch der Liebe wird dieses Mal viel Platz eingeräumt.
Einerseits ist dieses Buch ein Krimi anderseits spürt man wie sehr der Autor diesen Landstrich und seine Bewohner mag- ein schönes spannendes Lesevergnügen.

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