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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2022

Zeit heilt alle Wunden

Zehn Jahre du und ich
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Allein schon die Grundidee von "Zehn Jahre Du und Ich" hat so perfekt meinen Geschmack getroffen, dass ich das Buch einfach unbedingt lesen musste! Trotzdem war mir nach dem Lesen des Klappentextes noch ...

Allein schon die Grundidee von "Zehn Jahre Du und Ich" hat so perfekt meinen Geschmack getroffen, dass ich das Buch einfach unbedingt lesen musste! Trotzdem war mir nach dem Lesen des Klappentextes noch nicht so ganz klar, welche Richtung dieses Buch einschlagen würde und vielleicht ist es wirklich ratsam, erst einmal die Leseprobe zu lesen, denn ich hatte irgendwie mit einer etwas anderen Rahmenhandlung gerechnet (und den Klappentext vielleicht auch nicht gründlich genug gelesen, jedenfalls war ich total überrascht davon, wie wenig sich Charlie und Becca zu Beginn leiden konnten). Aber auch wenn ich anderes erwartet hatte, kam ich schnell in die Geschichte rein und konnte mich gut auf die Geschichte einlassen. Gut gefallen hat mir auch das Cover und der raffinierte Schutzumschlag, wobei ich ehrlich bin, nötig wäre er nicht gewesen.
Die Handlung fand ich sehr spannend und schön skizziert, im Wesentlichen dreht sich die Geschichte um jährliche Begegnungen zwischen Becca und Charlie. Dabei fand ich zum einen zwar schade, dass man zwischen diesen Jahren so gut wie nichts von den beiden mitbekommen hat und ich glaube, dass ich dadurch auch ziemlich lange gebraucht habe, um Sympathien für die beiden zu entwickeln, gleichzeitig wird dabei aber ich toll die Entwicklung deutlich, die die beiden nach dem Tod von Ally durchmachen.
Die Geschichte zeigt, dass die Zeit viele Wunden heilt, dass Trauer ein Prozess ist, den jeder anders erlebt und der sich nicht nur stetig nach vorne entwickelt, bei dem man auch mal straucheln, rückwärts gehen oder auf die Schnauze fliegen kann. Das fand ich total schön dargestellt und auch durch die Abstände, die zwischen den Begegnungen von Charlie und Becca, und damit auch zwischen der Handlung lagen, gut nachvollziehen und sehen konnte.
Ich fand es krass, spannend und gleichzeitig auch total realistisch, wie sehr sich Becca und Charlie verändern und wie sich auch die Beziehung zwischen den beiden verändert. Das Buch beinhaltet wie ich finde, tolle Erkenntnisse und Botschaften zum Thema Beziehungen, Liebe und Weiterentwicklung und trifft damit einen wichtigen Nerv.
Es hat bei mir etwas gedauert, bis ich zu Becca und Charlie durchgedrungen bin, aber letztendlich habe ich sehr mit den beiden mitgefiebert und sie ins Herz geschlossen. Das Buch war für mich nicht perfekt, aber gut gelungen und ich kann es definitiv empfehlen!

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Der lange Weg zur Einsicht

Kein Sommer ohne dich
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Kein Sommer für dich war für mich tatsächlich der nette Sommerroman, den das Buch auch verspricht. Ich habe anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte zu finden und mit den Charakteren warm zu werden, ...

Kein Sommer für dich war für mich tatsächlich der nette Sommerroman, den das Buch auch verspricht. Ich habe anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte zu finden und mit den Charakteren warm zu werden, weil vor allem Poppy schon sehr speziell war und anfangs total aufgesetzt fröhlich wirkte. Lustig fand ich, dass genau das Alex irgendwann im Buch zu ihr sagte und dass er selbst als er sie kennen lernte, eine Weile brauchte um zu verstehen, dass sie wirklich so ist. Ihre Charaktere kann die Autorin also schonmal perfekt so wirken lassen, wie sie wirken sollen. Poppy und Alex mochte ich mit der Zeit beide ganz gerne, auch wenn sie mir jetzt nicht so richtig ans Herz gewachsen sind. Insgesamt ging mir die Geschichte nicht wirklich nahe, aber das muss auch nicht bei jedem Roman sein.
Den Aufbau der Handlung fand ich interessant, es wechselten sich die Gegenwart und die Vergangenheit ab, angefangen beim Kennenlernen von Alex und Poppy an der Uni, über die erste gemeinsame Reise einige Jahre später und dann immer in jährlichen Sprüngen von Sommerreise zu Sommerreise. Man könnte fast sagen, die beiden haben nur für diese Reisen gelebt und es gab gar kein dazwischen.
Das Buch lies sich gut lesen, wa war kurzweilig und unterhaltsam, aber leider auch immer etwas frustrierend. 12 Jahre Freundschaft mit beidseitig unterdrückter Liebe zu verfolgen ist nicht gerade die romantische Schnulze, die ich erwartet hatte und ich finde hier kann man dann auch nicht mehr von "Aus Freundschaft wird Liebe" sprechen. Gleichzeitig war die Story auch ein bisschen unrealistisch, es ist schwer vorstellbar, dass die beiden ihre Gefühle so gut verstecken können und 12 Jahre lang nicht riskieren wollen, diese Freundschaft zu etwas größerem werden zu lassen. Und wenn nicht unrealistisch, dann ist es auf jeden Fall ganz schon traurig, das Ganze mitzuverfolgen. Da man während dem Lesen ja eigentlich schon weiß, auf welches Ende das Buch hinsteuert und es hier auch keine großen Überraschungen gab, war ich dann auch einfach ganz froh, am Ende angelangt zu sein.
Unterm Strich muss ich sagen, dass das Buch zwar nett zu lesen ist und für den Strandurlaub sicherlich ganz gut geeignet ist, aber für mich nicht wirklich positiv herausgestochen ist und schon auch seine Längen hatte.

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Veröffentlicht am 17.07.2022

Starke Idee, die zumindest gegen Ende gut umgesetzt wurde

In fünf Jahren
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"In fünf Jahren" fand ich von der Grundidee so spannend, aber wie ich es schon in einigen anderen Rezensionen gelesen habe (und wie es, wie ich zugeben muss ja auch schon auf dem Cover steht) war das Buch ...

"In fünf Jahren" fand ich von der Grundidee so spannend, aber wie ich es schon in einigen anderen Rezensionen gelesen habe (und wie es, wie ich zugeben muss ja auch schon auf dem Cover steht) war das Buch so gar nicht die Art von Geschichte, die ich mir vorgestellt hatte. Und ich muss auch leider sagen, dass es sich für mich lange Zeit hingezogen hat, ich kam nicht so richtig in die Handlung rein, konnte mich nicht für die Charaktere erwärmen und wusste überhaupt nicht, wohin diese Geschichte will und was sie mir sagen will.
Die Protagonisten waren mir durch die Bank nicht sympathisch. Ich sage bewusst nicht "unsympathisch" denn vielmehr hat mir einfach der Zugang zu ihnen gefehlt, sie wirkten platt, oberflächlich und ich konnte einfach so gar nicht mit ihnen mitfiebern. Einzig Dannie war mir wirklich total unsympathisch, die einfach nicht weiß, was sie im Leben will, alle hinhält und meiner Meinung nach total falsche Werte hat, nur die Arbeit ist wichtig, dass man sich ein teures Leben leisten und schick Essen gehen kann. Die Beziehungen zwischen den Protagonisten, insbesondere zwischen Dannie und David und zwischen Dannie und Bella wurden zwar als sehr innig und vertraut beschrieben, so richtig an kam das bei mit aber nicht, bzw. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie so innig waren.
Ganz schlimm fand ich dir ständigen, viel zu ausführlichen Beschreibungen der Umgebung und vor allem der Outfits sämlicher Charaktere. Nicht nur Farbe, Passform und sonst was wurde beschrieben, nein, es kam natürlich immer noch die Marke hinterher und am besten noch die Erinnerung daran, wann besagtes Teil gekauft wurde. Todlangweilig und extrem nervig. Gleichzeitig wurde wirklich jede Mahlzeit beschrieben, was, wo, wie hies das Restaurant (denn gekocht wurde eigentlich nie). Ich hatte manchmak echt das Gefühl das halbe Buch besteht nur aus Essen und Klamotten. Außerdem fand ich das Shopping- und Essensverhalten von Dannie und Bella einfach so unhinterfragt und gar nicht mehr zeitgemäß, von Nachhaltigkeit oder dem Hauch bewusstem Konsum keine Spur.
Das Ende hat mich dann doch wieder etwas mit dem Buch versöhnt, es wurde doch noch unerwartet emotional und ich hatte das Gefühl, dass die losen Fäden der Geschichte dann doch noch zusammenfanden und alles irgendwie doch noch Sinn ergab. Irgendwie. Denn so richtig überzeugt bin ich trotzdem nicht von der Unsetzung dieser an sich spannenden Idee.

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Veröffentlicht am 13.07.2022

Besonderes Lesehighlight

Lost-Moments-Reihe, Band 1 - The Moment I Lost You
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Ehrlich gesagt war ich zunächst etwas skeptisch zu "The Moment I Lost You". Ich fand dir Grundidee zur Geschichte zwar wahnsinnig spannend, dachte aber direkt, dass es sicherlich wahnsinnig schwierig ist, ...

Ehrlich gesagt war ich zunächst etwas skeptisch zu "The Moment I Lost You". Ich fand dir Grundidee zur Geschichte zwar wahnsinnig spannend, dachte aber direkt, dass es sicherlich wahnsinnig schwierig ist, das umzusetzen und aus einer so schwierigen Situation nach und nach eine Liebesgeschichte werden zu lassen. Doch meine Neugierde war geweckt und jetzt bin ich so froh, das Buch gelesen zu haben, denn die Autorin hat mich mit der Geschichte auf voller Linie überzeugt! Das Buch wurde für mich zum unerwarteten Lesehighlight, das ich geradezu inhaliert habe und ich bin mir sicher, dass ich es nicht zum letzten Mal gelesen habe!
Die Protagonisten Mia und Nathan habe ich beide schnell ins Herz geschlossen. Die starke, mutige Mia, die zwar anfangs noch in ihrer Trauer gefangen ist, aber die, wenn es darauf ankommt, für ihre Werte und Ansichten einsteht, komme, was da wolle. Deshalb geht sie auch mit Nathan nicht gerade sanft um, als der plötzlich wieder in ihrer Heimatstadt auftaucht. Doch die beiden laufen sich immer wieder zufällig über den Weg und diese Begegnungen fand ich so perfekt eingefädelt, völlig natürlich und realistisch und gar nicht konstruiert, was ja total schnell passieren kann. Dadurch lernt man auch Nathan besser kennen und entdeckt in ihm einen traurigen, bemitleidenswerten jungen Mann, der seine Träume verloren und aufgegeben hat. Ich fand die Dialoge zwischen den beiden so echt und greifbar, so dass ich völlig in die Geschichre versunken bin und das Buch wirklich gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich fand toll, dass Mia nicht die typische, Party machende und im Wohnheim wohnende Studentin ist, sondern mit ihrer total süßen Hundin Luna, die viele Situationen aufgelockert hat, alleine in ihrer eigenen Wohnung lebt.
Auch den weiteren Verlauf der Handlung fand ich spannend, emotional und unvorhersehbar. Vieles kam nicht so, wie ich es erwartet hatte, aber hat sich trotzdem perfekt in die Geschichte eingefügt. Die Nebenerzählstränge zu Mias Freunden und ihrem Bruder Adam fand ich schön und auflockernd. Auch Mias Arbeit in einem Blumenladen hat toll zur Geschichte gepasst. Die Autorin beschrieb viele krasse Situationen, wie Brants Tod oder die unterschiedlichen Arten und Weisen des Trauernd total authentisch und nahegehend. Die Quintessenz aus dem Buch ist für mich, dass die Welt nicht nur schwarz und weiß ist und diese Botschaft finde ich total schön und wichtig, weil sie auf so viele Lebensbereiche zutrifft. Ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen und bin dankbar für diese aufwühlende aber tolle Geschichte!

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Veröffentlicht am 12.07.2022

100 Jahre bewegtes Leben

Violeta
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"Violeta" war mein erstes Buch von Isabel Allende, dementsprechend war ich sehr neugierig auf diese bekannte Autorin und wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist ein einziger Brief, in dem die 100 jährige ...

"Violeta" war mein erstes Buch von Isabel Allende, dementsprechend war ich sehr neugierig auf diese bekannte Autorin und wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist ein einziger Brief, in dem die 100 jährige Violeta ihr gesamtes Leben, angefangen bei ihrer Geburt mitten in die Pandemie der spanischen Grippe. Sie erzählt ihrem Enkelsohn Camilo von ihrem bewegten Leben, in dem sie vielen Widrigkeiten trotzte und mehrere Lieben lebte und tut dies auf eine so eindringliche und persönliche Art und Weise, dass man als Leser fast das Gefühl hat, mit ihr am Tisch zu sitzen und diese Geschichte selbst erzählt zu bekommen.
Den Schreibstil fand ich sehr ergreifend und echt, der einnehmende Charakter Violetas kam schon bei der Erzählung über ihre Kindheit gut rüber. Sie ist eine starke und ungenierte Frau, die nicht reuevoll oder traurig, sondern voller Erinnerungen und Erfahrungen auf ihr Leben zurück blickt und mit einer Ausführlichkeit über ihre Erlebnisse berichtet, bei der man das Gefühl hat, all das kann unmöglich in einem einzigen leben passiert sein. Doch bei der Frau, in deren Leben die Autorin diese ganzen Erfahrungen legt, passt alles zusammen, so dass wir mit Violeta gemeinsam ein gutes Stück der chilenischen Geschichte erleben und greifbar gemacht bekommen. Dass das Buch in diesem lateinamerikanischen Land spielt, fand ich total spannend, da ich bisher kaum etwas darüber wusste und viele neue Erkenntnisse aus der Lektüre ziehen konnte. Irritierend fand ich, dass von Chile immer nur als "Unser Land" oder "unsere lateinamerikanische Heimat" die Rede war, wenn ich nichts überlesen habe, wurde das Land kein einziges Mal tatsächlich benannt. Aber nachdem die Autorin selbst aus Chile kommt und ich im Internet recherchiert habe, bin ich sicher, dass es sich um dieses Land handelt. Vielleicht wird der Name aber auch deshalb nicht erwähnt, weil man als Leser das Gefühl bekommen soll, eins mit dieser Geschichte zu sein, Camilo zu sein, der die Erlebnisse geschildert bekommt, an welchen er mit fortschreitender Erzählung zunehmend auch selbst beteiligt war. Es geht nicht darum, den Leser zu belehren, sondern ihn in dieses Leben zu entführen. Die Geschichte des Landes wurde sehr eindrücklich festgehalten und besonders gut hat mir auch gefallen, wie aktuell alles mit Violetas zunehmendem Alter bis zu ihrem Tod im Jahr 2020 wurde. Bei einem doch eher historischen Roman hatte ich das gar nicht erwartet.
Alles in allem fand ich das Buch sehr besonders, ergreifend und nahe gehend. Ichbrauchte ab und an kurze Lesepausen und konnte es nicht an einem Stück herunterlesen. Dennoch ist die Geschichte imposant geschrieben und vermittelt viel Wissen über ein in Deutschland doch eher selten erwähntes Land.

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