Als Jüdin im Exil in New York, am East River
Ein Fenster am East RiverDieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, ...
Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, der jungen Tschechin Anna Martinek,, und der harten Lebens- und Erwerbsbedingungen in manchem Slumviertel werden Szenen voller quirliger Lebensfreude beigemischt. Ernste Inhalte wie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten oder die europaweiten Kriegshandlungen entzünden sich auch an der Person des Jürgen Niederode, einem bekannten deutschen Violinvirtuosen. In Brüssel noch als Annas verliebte Bekanntschaft beschrieben, entpuppt er sich im plötzlich besetzten Prag als Vertrauensmann, der sie als Jüdin in die rettende Schweiz schleust. Jahre später, vom Geheimdienst irrtümlich als Verräter eingestuft, konzertiert er erfolgreich in den USA und outet sich der verheirateten Anna gegenüber als eitler Egoist, voller Herrschsucht, Engstirnigkeit getarnt als Liebe. Als männlicher Gegenpart spielt Annas Ehemann Tom Sörensen, als Arzt gegen das Leid in der Welt ankämpfend, eine ausgleichende Rolle, achtet er doch auch Annas emanzipatorische Freiheiten. Neben einer Liebesgeschichte findet sich neben Gesellschaftskritik wie z.B. Rassismus-Fragen auch ein politisches Statement, gepaart mit der Hoffnung auf eine bessere Welt nach Kriegsende.
Ein interessanter Roman einer jüdischen Exilantin!