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Veröffentlicht am 03.09.2026

Ein gesellschaftskritischer Roman, aus der Perspektive einer Frau erzählt.

Lil
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Sarah Cutting, die Erzählerin des Romans und eine Nachfahrin der fiktiven Hauptfigur Lillian Cutting, auch Lil, ist als Journalistin beim Wall Street Journal, derzeit krankheitsbedingt beurlaubt, mit ...

Sarah Cutting, die Erzählerin des Romans und eine Nachfahrin der fiktiven Hauptfigur Lillian Cutting, auch Lil, ist als Journalistin beim Wall Street Journal, derzeit krankheitsbedingt beurlaubt, mit ihrer Dobermann-Hündin Miss Brontë an ihrer Seite, wohl imaginär mit ihr im Dialog. Als reiche, exzentrische Eisenbahnmagnatin im New York um 1880 bewegt sich Lil nach eigenem Lebensstil fern gängiger Konventionen, was Machtkämpfe mit dem Sohn und herrschenden Familien der Stadt provoziert. Als unabhängige Frau plötzlich entmündigt und unter Morphium in der Psychiatrie weggesperrt, findet sie in ihrem Rachefeldzug gegen Familie und High Society zurück in ihr Metier. In dieser Gesellschaftskritik mit Familientragödie um Macht und Geld, dem herrschenden Frauenbild und voller Rassismus nicht nur gegenüber Juden bleiben die meisten Charaktere doch sehr blass. Die Rolle des egozentrischen Psychologen Fairwell mit seinen Ausführungen und Arbeitsweisen in der Klinik wird als fragwürdig in ihren wissenschaftlichen Anfängen zum Ende des 19. Jahrhunderts dargestellt, seine spätere Rolle mit den Elfen wirkt irreal. Lil steht hier beispielhaft für einige schnell als „nervenkrank“ abgestempelte, selbstsichere Frauen, die von ihren Ehegatten so leicht „entsorgt“ werden konnten, sollten sie sich nicht den allgemein geltenden Gesellschaftsnormen unterordnen. Die feine Gesellschaft in ihrer Menschen verachtenden Art, Verlogenheit, Übersättigung und Selbstverliebtheit wird auch kritisch in sarkastischem Schreibstil dargestellt. Die zwei Erzählebenen mit Sarahs Sommer 2017 und Lils New York der 1880 - er Jahre ergänzen sich fließend. Damals wie heute könnte man sich hier fragen, wer eigentlich soziale und kulturelle Normen festsetzt, wenn man z.B. länger als sechs willkürlich fixierte Monate trauert und dann bei Dauerüberschreitung schon als psychisch krank kategorisiert wird. Abweichungen jedweder Art sollten in einer freiheitsliebenden, offenen Gesellschaft möglich sein.
Ein Roman zum Nachdenken! 3,5*

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Veröffentlicht am 27.08.2026

Humorvoller Krimi mit etwas Lokalkolorit

Letzte Reise
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Mit dem Ermittlerteam Hummel, Zankl, Mader und Dosi der Münchener Mordkommission wechselt man sich bei der sehr abwechslungsreichen, schwierigen Ermittlung ab mit einer dörflichen Polizeistation in Niederbayern, ...

Mit dem Ermittlerteam Hummel, Zankl, Mader und Dosi der Münchener Mordkommission wechselt man sich bei der sehr abwechslungsreichen, schwierigen Ermittlung ab mit einer dörflichen Polizeistation in Niederbayern, denn dort stolpern die Ermittler über mehrere Tote aus dem Rotlichtmilieu und dem Drogenhandel. Verstrickt in diverse dunkle Machenschaften versterben Täter und Zeugen auf mysteriöse Weise lange ohne ein offensichtliches Motiv, alles sehr facettenreich mit realistischen Wendungen. Dass Hauptkommissar Hummel direkt zu Anfang mit Filmriss nach durchzechtem Abend in der Schlafkabine eines LKW aufwacht, wirkt jedoch sehr konstruiert, sogar unglaubwürdig. Durch die lebensnahen Charakteren und deren typischem Dialekt kommt Lebendigkeit und Authentizität in den unterhaltsamen Krimi. Das Privatleben aller Beteiligten wird umfassend mit einbezogen, verpackt in humorvollen Dialogen. Schließlich passen alle Puzzleteile schlüssig ineinander.
Ein Krimi mit hohem Unterhaltungswert!a 4/5*

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Veröffentlicht am 26.08.2026

Ein tierisches Märchen - gedacht für Erwachsene

Das Mondscheincafé
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Die diversen Szenerien spielen in Kyoto, z.B. am Flussufer mit dem Mondscheincafé in Vollmondnächten um Mitternacht. In diesem Ambiente treffen mehrere Ich-Erzähler:innen – zunächst die erfolgreiche Drehbuchautorin ...

Die diversen Szenerien spielen in Kyoto, z.B. am Flussufer mit dem Mondscheincafé in Vollmondnächten um Mitternacht. In diesem Ambiente treffen mehrere Ich-Erzähler:innen – zunächst die erfolgreiche Drehbuchautorin in der Krise Mizuki Serikawa – auf Katzengesellen, die sich auch ab und zu in Menschen verwandeln. Nicht nur Ihr werden Lebensweisheiten verknüpft mit westlicher Astrologie, das jeweilige Geburtshoroskop und süße Leckereien angeboten, von sprechenden Katzen von zwei Meter Größe.
Japanische Lebens- und Umgangsformen, besonders Respekt voreinander betonend, wiederholen sich. Der Schreibstil kommt etwas unbeholfen und ungewohnt steif daher.
Phantasievolle Geschichten!

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Veröffentlicht am 25.08.2026

Ein spannender Krimi mit Nachhall

Wer mit den Wölfen heult
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In dem zweiten Krimi dieser Canterbury-Reihe beweist die ermittelnde Therapeutin Lily Brown, wie hartnäckig, clever, mutig, engagiert und kompetent sie zwei Fälle im beruflichen Umfeld bewältigt, aber ...

In dem zweiten Krimi dieser Canterbury-Reihe beweist die ermittelnde Therapeutin Lily Brown, wie hartnäckig, clever, mutig, engagiert und kompetent sie zwei Fälle im beruflichen Umfeld bewältigt, aber wie unsicher und emotional sie im Privatleben auftritt, was sie sehr menschlich macht.
Der erste Erzählstrang widmet sich dem Mobbingfall Martin Gordon nebst seiner in Frage gestellten Diensttauglichkeit. Der Korpsgeist und kriminelles, sexuelles Fehlverhalten innerhalb vieler Polizeibehörden stehen im Mittelpunkt.
Im zweiten Strang wird das Phänomen des plötzlichen Kindstodes thematisiert mit der jungen Jerry Hoover als Therapiefall in ihrer Praxis in Canterbury.
In zwei Teilen über sieben Monate im Jahr 2019 geht es auch um das Privatleben der Hauptperson Lily Brown meist im Zusammenhang mit dem Profiler Dan Baker.
Hauptsächlich aus Lilys Perspektive werden schlüssige Fakten aus tatsächlichen Cold Cases verarbeitet, was teilweise schockierend wirken kann, vor allem in diesem unglaublichen Komplott innerhalb der Polizei. Die Atmosphäre in den jeweiligen Szenen, ob nun im Pub Three Lions, in den diversen Polizeidienststellen, in Lilys Praxis oder Wohnung, auf dem Ausflugsschiff King George etc. wird realistisch und bildlich klar eingefangen
Gewidmet ist dieser Krimi allen mutigen Frauen und Männern, die trotz Gruppendruck, Bedrohung, Mobbing und Ausgrenzung ihre Meinung gegen bedrohliche Mächte vertreten, wenn sie dies für gerechtfertigt halten, damit Gerechtigkeit und Fairness eine Chance haben in unserer Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 23.08.2026

Ein historisch informativer Krimi – genreübergreifend.

Kleopatras Grab
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Die alte Hafenstadt Alexandria, ein geschichtsträchtige Stadt voller diverser Religionsgemeinschaften, Nationalitäten und Traditionen wird auf dem Cover mit altertümlichen Tempelruinen und fälschlicherweise ...

Die alte Hafenstadt Alexandria, ein geschichtsträchtige Stadt voller diverser Religionsgemeinschaften, Nationalitäten und Traditionen wird auf dem Cover mit altertümlichen Tempelruinen und fälschlicherweise mit einem stilistischen Pyramidendreieck präsentiert. Doch die nächsten Pyramiden befinden sich in etwa 2015 km Entfernung in Kairo. Für Archäologiefreunde scheint diese laute Stadt viele tiefe Geheimnisse zu bieten wie dem Team um den reichen, ambitionierten Franzosen Jacques Bernheim, das mit seiner Suche nach dem Grab von Kleopatra dem Geheimbund Grata Repoa gefährlich nahe kommt. Der Leiter der Bibliotheca Alexandrina, Professor Hamdy , begleitet die Hauptfiguren sehr informativ in Sachen ägyptische Mythologie und Details zu Riten und Regeln in diesem antiken, einflussreichen Bund. Behilflich ist er der Hauptperson Kommissarin Theodora (Theo) Costanda, die nicht nur den Mord an Abuna Gabriel, Priester der Sankt-Nicholas-Kirche, aufzuklären hat. Etwas gefährlich unrealistisch agieren beide, die erfolgreiche Kriminalistin als Außenseiterin in einer arabisch geprägten Umgebung, als griechische Christin in einer absoluten Männerdomäne, und der Professor als Fluchthelfer über mehrere Tage hinweg in seinen Räumen. Die archäologische Suche von Bernheim im Untergrund von alten Kirchen Alexandrias könnte an die Expedition von Howard Carter mit seiner Suche nach Tutanchamuns Grab erinnern. Familiäre Dramen werden in Rückblenden eingestreut, verdichten hilfreich diverse Charakterzeichnungen. Die Aufklärung einer mysteriösen Mordserie ergibt sich relativ spät, sprachlich klar und schlüssig nachvollziehbar.
Mythologisch informativ und spannend mit Mordfällen verknüpft. 4

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