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Veröffentlicht am 17.10.2024

Viel Verwirrung um ein Gespinst und Schattenhonig

Die Honeys (Erstauflage mit gestaltetem Farbschnitt): Ein queerer Mystery-Thriller für Fans von Pretty Little Liars
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Das Cover wirkt in seiner bunten Aufmachung sommerlich einladend, leicht und jung im Gegensatz zu mysteriösen Abenteuern im Aspen Sommercamp. Hauptakteure sind die Zwillinge Caroline und Mars, der mit ...

Das Cover wirkt in seiner bunten Aufmachung sommerlich einladend, leicht und jung im Gegensatz zu mysteriösen Abenteuern im Aspen Sommercamp. Hauptakteure sind die Zwillinge Caroline und Mars, der mit seiner Genderfluidität Problemen im dortigen sozialen Natursetting selbstbewusst begegnet. Da seine geliebte Schwester unter seltsamen Umständen verstirbt, begibt sich Mars als wichtigen Teil seiner Trauerbewältigung und unterschwelliger Aufklärungsarbeit nach Aspen. Seine Tagträume, nächtlichen Alpträume wechseln sich ab mit magischen Visionen im Zusammenhang mit den Honeys, der Gruppe Mädchen der Hütte H, die sich rundum mit Bienenhaltung und Honigverkauf auf dem Bauernmarkt beschäftigen. Bis zur Wahl der neuen Königin im Bienenstock geschehen viele abenteuerliche, auch surreale Dinge in teils philosophischem, poetischem Schreibstil, neben Satire als Provokation hinsichtlich Geschlechter-Binarität, aber auch gegenüber familiärer Scheinheiligkeit und Ausbeutung der Kinder. Der unbändige Hunger bzw. Bedarf an Honig, teils blutig verfärbt, mag eine Metapher für die menschliche Gier sein, die alles verschlingen will: Menschen, Leben, Liebe. Eine Ansage gegen Kapitalismus. Das Horror-Szenarium rund um triefende Honigwaben verwirrt am meisten neben vielen Ritualen, Treuetests und Wettkämpfen. Thematisiert werden auch Ausgrenzung, Manipulation, Mobbing, Machtdünkel, Sexismus, Schwesternschaft, Selbstfindung und Glück. Gegen die scheinheiligen Werte von Aspen -TRADITION CHARAKTER GEIST – wird rebelliert. Dieses Leseabenteuer voller diabolischer Machenschaften könnte auch einem LSD-Trip entsprungen sein.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Eine besondere Patchwork – Familie

Ein anderes Leben
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Das Cover lässt eine gewisse kindliche Leichtigkeit und heile Welt erahnen in der bildlichen Darstellung einer großen Seifenblase, entpuppt sich dieser Eindruck aber vielleicht auch symbolisch als fragile, ...

Das Cover lässt eine gewisse kindliche Leichtigkeit und heile Welt erahnen in der bildlichen Darstellung einer großen Seifenblase, entpuppt sich dieser Eindruck aber vielleicht auch symbolisch als fragile, leicht zerbrechliche Familienbande, von denen die Ich-Erzählerin, jüngste von drei Töchtern Hannas, erzählt. Auf zwei Erzählebenen führt zunächst die Beerdigung ihres Vaters Bow dazu, ihr Leben von ihrer Kindheit ausgehend Revue passieren zu lassen. Bis zurück zu den Großeltern im 2. Weltkrieg mit der Flucht von der Neiße über Hannas Studienfreunde und deren Vaterschaft reichen die detaillierten Erinnerungen mit der berufstätigen Mutter als Übersetzerin und Bibliotheksangestellte. Im nächsten Schritt beleuchtet sie besonders die stets ambivalente Beziehung zu ihrer Mutter Hanna. Deren drei Ehemänner mit ihrer jeweiligen Tochter, Hannas Rolle als Mutter, Hausfrau und Zuhörerin stehen im Mittelpunkt. Vier Ereignisse in der dritten Ehe mit Bow, die Familie zu verlassen, werden kurz erwähnt. Leider werden Hannas Beweggründe nicht tiefer beleuchtet. Sie wollte gehört werden. Sie wollte hinein in eine Welt ihrer eigenen Wörter mit Gedichten, Lesungen etc. in ihrer eigenen Wohnung, nur zum Mittagessen mit der Ich-Erzählerin als Teenager. Der kurze dritte Teil behandelt Hannas Leben mit einem Tumor im Kopf mit allen Begleiterscheinungen und ihrem Tod. Insgesamt sind diese unchronologischen, fragmentierten Erinnerungen um Hanna, ihren drei Töchtern und deren Vätern ohne markante Abgrenzung vom Jetzt eingefügt, was etwas verwirrt. Der Schreibstil hat eine poetische Note, passend zu Hannas Charakter als selbstbewusste, schlagfertige, depressive, promovierte, schreibende Gattin neben ihrer eher ungeliebten Mutterrolle, die sich auch nicht in das gesellschaftliche Korsett von Erwartungen zwängen lässt. Das andere Leben von Hanna kommt insgesamt zu kurz.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Verlust von Intimität und sexueller Begierde in langjähriger Ehe

Dirty Diana: Das Erwachen
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Das Cover zeigt das Gemälde einer jungen nackten Frau, abgewendet vom Betrachter in verträumter, sexuell inspirierender Pose – künstlerisch ansprechend. Der Buchtitel wie auch das Website – Projekt von ...

Das Cover zeigt das Gemälde einer jungen nackten Frau, abgewendet vom Betrachter in verträumter, sexuell inspirierender Pose – künstlerisch ansprechend. Der Buchtitel wie auch das Website – Projekt von Diana mit den Interviews von Frauen über ihre sexuellen Fantasien und Realitäten - Dirty Diana – impliziert eigentlich eine ungerechtfertigte Abwertung weiblicher Sexualität. Dieser erste Teil der Trilogie spielt in der Vergangenheit der Hauptfigur Diana in Santa Fe, wo sie als 25-jährige Künstlerin jobbt und mit dem bekannten Fotografen Jasper liiert ist. Auf der zweiten Zeitebene im Heute lebt sie, 41, lange verheiratet mit Oliver und Tochter Emmy in Dallas zwar in wohlsituiertem, sicherem Ambiente, leidet jedoch unter dem Verlust sexueller Begierde. Der Schwerpunkt des erotischen Themas liegt auf der weiblichen Sexualität, während der geliebte Ehemann mit seinen Gefühlen und sexuellen Wünschen bisher eher unklar im Hintergrund bleibt, auch in seiner Ratlosigkeit seiner Frau Diana gegenüber. Die Beschreibung der Sexszenen ist sehr detailliert, aber nicht abstoßend in Schreibstil und Wortwahl. Das Ende bringt einen überraschenden Kick.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Eine Hommage an die Macht von Büchern

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Das Cover wirkt in seiner bunten, gegenständlichen Darstellung den Mittelpunkt der warmherzigen Geschichte wieder und führt ohne Umschweife in die Wohlfühlatmosphäre hinüber. Der liebevolle Schreibstil ...

Das Cover wirkt in seiner bunten, gegenständlichen Darstellung den Mittelpunkt der warmherzigen Geschichte wieder und führt ohne Umschweife in die Wohlfühlatmosphäre hinüber. Der liebevolle Schreibstil mit dem sehr emotionalen Ende gefällt. Die besondere Welt der Bücher und ihre meist ältlichen Interessenten werden liebevoll beschrieben. Auch das Engagement der jungen Hauptfigur Takako um die Buchhandlung, ihre familiären, eigenwilligen Besitzer und Freunde hat eine sehr positive Ausstrahlung. Neben so viel Mitmenschlichkeit finden. Takako und ihre jungen Freunde auch Wege zur Problembewältigung. Thematisiert wird Trauerbewältigung, Selbstfindung, Freundschaft und natürlich die besondere Beziehung zu meist alten Erstausgaben. Tatkräftig Versprechen einzulösen und Verantwortung zu übernehmen werden ebenso hervorgehoben. Diese Bücherei punktet als Ort des Trostes und der Hoffnung. Das Bücherviertel Jinbocho wird sehr einladend beschrieben im Wandel der Jahreszeiten und Events.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Einiges über Coco Chanels Leben – interessant!

Coco und die Revolution der Mode
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Das Cover dieses historischen Romans über die Modeschöpferin Coco Chanel zeigt eine junge Frau in einem zeitgemäßen Matrosen-Look. Die gesamte Aufmachung dieses 27. Bandes der Reihe „Mutige Frauen zwischen ...

Das Cover dieses historischen Romans über die Modeschöpferin Coco Chanel zeigt eine junge Frau in einem zeitgemäßen Matrosen-Look. Die gesamte Aufmachung dieses 27. Bandes der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ gefällt in seinem Wiedererkennungswert dieser Serie. Die Lebensgeschichte von Gabrielle Chasnel, bekannt als Coco Chanel, erstreckt sich leider nur über ihre karge Kindheit mit ihren doch unterschiedlichen Schwestern bis zum Aufbau ihres Modeimperiums, von der anfänglichen Hutmacherin zur Mode-Ikone in Paris um 1916. Über den Umgang mit Nadel und Faden im Waisenhaus der Nonnen geht es weiter zu Tante Louise und der Herstellung kreativer Hutschöpfungen in Moulins um 1901. Mit ihrer fast gleichaltrigen Tante Adrienne versucht sie Geld zu verdienen über Näharbeiten, Gesang und Tanz, lernen Absolventen einer Militärakademie wie Ètienne Lefevre und Boy Capel kennen, ihre zukünftigen Sponsoren. Erst in Paris ab 1910 entwickelt sie Bademoden für Frauen und aus der englischen Männermode La Mode à la garçonne, wie ihn auch Marlene Dietrich in Filmen trägt. Berühmte Namen wie der Modeschöpfer Paul Poiret oder der französische Karikaturist Georges Goursat etc. werden eingeflochten. Der 1. Weltkrieg lässt sie nicht nur die Krankenschwesterntracht überarbeiten, auch ihr Chanel-Jersey-Modell, preiswert, praktisch und schlicht wird erfolgreich vermarktet. Das Charakterbild einer mutigen, ehrgeizigen, kreativen Frau wird aufgebaut, leider nur bis zum Höhepunkt ihrer Karriere. Ihre Beziehungen zu den wichtigsten Familienmitgliedern lassen sie besonders in ihrer Einsamkeit menschlich erscheinen. Der Schreibstil mit der chronologischen Kapitelaufteilung ist angenehm, hilfreich. Ein interessantes Lesevergnügen!

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