Profilbild von ech68

ech68

Lesejury Star
offline

ech68 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ech68 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2019

Abwechslungsreiche Storysammlung mit Beiträgen aus den unterschiedlichen Bereichen der phantastischen Literatur

Das raunende Wrack
0

In dieser Anthologie versammelt der Autor Markus K. Korb 21 seiner Kurzgeschchten aus dem Bereich der phantastischen Literatur, die nicht nur gut unterhalten, sondern auch einen guten Überblick hinsichtlich ...

In dieser Anthologie versammelt der Autor Markus K. Korb 21 seiner Kurzgeschchten aus dem Bereich der phantastischen Literatur, die nicht nur gut unterhalten, sondern auch einen guten Überblick hinsichtlich der vielfältigen Möglichkeiten dieses Genres liefern.

Ob nun Science Fiction, Horror oder Mystery, aus jedem Bereich finden sich gelungene und gut aufgebaute Storys, die mit überraschenden Schlusspointen und einigen effektvollen Schockmomenten aufwarten, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen.
Hier sollte also jeder Fan des Phantastikbereiches die eine oder andere Geschichte ganz nach seinem Geschmack finden.

Als besonderes Bonbon liefert der Autor zu jeder Story noch eine kurze Einleitung zur Entstehungsgeschichte und zu kleineren Funfacts rund um die einzelnen Geschichten, die diese ganz hervorragend abrunden.

Allen, die, so wie ich, im Laufe der letzten Jahre eine gewisse Abneigung gegen das Lied "Last Christmas" von Wham entwickelt haben, liefert die Story "Lars Christmas" zudem einen rabenschwarzen Beitrag, der bei mir in Zufkunft explizite Bilder im Kopf erzeugen wird, wann immer dieser Song erklingt.
Das macht das Lied zwar nicht besser, aber zumindestens etwas erträglicher.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Packender Mystery-Thriller mit leichtem Science-Fiction-Einschlag

Myzel
0

Mit seinem Romandebüt legt der Autor Stefan Lochner einen packenden Mystery-Thriller mit leichtem Science-Fiction-Einschlag vor, der mich trotz leichter Schwächen am Ende doch überzeugen konnte.

Der Autor ...

Mit seinem Romandebüt legt der Autor Stefan Lochner einen packenden Mystery-Thriller mit leichtem Science-Fiction-Einschlag vor, der mich trotz leichter Schwächen am Ende doch überzeugen konnte.

Der Autor entführt uns in ein Deutschland des Jahres 2060, das noch deutlich unter den Folgen eines verheerenden Bürgerkrieges leidet, in dessen Folge es zu einer deutlichen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen gekommen ist.
In dieser Zeit verschlägt es eine Gruppe Studenten unter der Führung von Professor Wunsiedel in das beschauliche Heimenstein auf der Schwäbischen Alb, wo sie im Rahmen einer Exkursion den Gerüchten um eine bisher unbekannten Lebensform, die sich dort versteckt halten soll, auf den Grund gehen wollen.
Zeitgleich tritt eine Frau namens Angelique nach ihrem Ausstieg aus dem Rotlichtmillieu eine Stelle als Haushälterin bei dem schrulligen und undurchsichtigen Forscher Malte von Seesen an, der in einer alten Fabrik nahe des Ortes lebt.
Als die Region um Heimenstein urplötzlich von vermummten Polizisten abgeriegelt wird, beginnt für die Menschen dort ein Alptraum, der schließlich in einem gnadenlosen Überlebenskampf mündet.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine Geschichte voran und erzählt diese abwechselnd aus den Perspektiven von Angelique, dem Studenten Boris und einem Polizisten, den wir nur unter der Nummer 15-115 kennenlernen. Echte Sympathieträger sucht man hier allerdings vergebens, einzig Angelique konnte mir hier mit ihren Auftritten so ein wenig ans Herz wachsen. Während die Hautprotagonisten insgesamt gut charakterisiert werden, bleiben einige der Nebenfiguren zudem doch deutlich blasser.
Die Vorgeschichte mit dem Bürgerkrieg, seinen Ursachen und Folgen wird hier immer nur kurz angerissen und in kleinen Häppchen serviert, dabei verschenkt die Geschichte meiner Meinung nach sogar noch ein wenig an Potential, das in diesem Thema gesteckt hätte.
In Sachen Spannung und Action bleiben hier aber ansonsten wenig Wünsche offen, im fulminanten Showdown lässt es der Autor dann so richtig krachen.

Wer auf spannende Mystery-Thriller steht, wird hier bestens bedient, mich konnte das Buch auf jeden Fall trotz leichter Schwächen insgesamt gut unterhalten.

Veröffentlicht am 17.06.2019

Spannender Bochum-Krimi mit einem schlagkräftigen Ermittlerpaar der etwas anderen Art

Jenseits von schwarz
0

Mit diesem Buch legt die Autorin Lucie Flebbe den zweiten Band ihrer als Trilogie ausgelegten Reihe um die Teilzeitpolizistin Edith "Eddie" Beelitz und den Securitymann Joseph "Jo" Rheinhart alias Zombie ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Lucie Flebbe den zweiten Band ihrer als Trilogie ausgelegten Reihe um die Teilzeitpolizistin Edith "Eddie" Beelitz und den Securitymann Joseph "Jo" Rheinhart alias Zombie vor und konnte mich dabei abermals auf ganzer Linie überzeugen.
Auch wenn man die beiden bisher erschienen Bücher grundsätzlich auch einzeln lesen und nachvollziehen kann, empfielt es sich doch, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um sie in Gänze genießen zu können.

Nach dem Scheitern ihrer Ehe muss Eddie weiterhin den Spagat absolvieren, sich einerseits um ihre Tochter Lotti und ihr doch ziemlich chaotisches Privatleben zu kümmern, und zum anderen ihren Teilzeitjob bei der Bochumer Kriminalpolizei auszuüben. Die gemeinsame Nacht mit ihrem direkten Vorgesetzten Adrian Adamkowitsch, der sie auf keinen Fall eine weitere folgen lassen wil, hat ihre Position auf der Dienststelle auch nicht unbedingt verbessert.
Und als wäre ihr Leben nicht schon kompliziert genug, muss sie nun auch noch ausgerechnet erneut auf Jo "Zombie" Rheinhardt treffen, der in seiner Funktion als Securitymann auf dem Gelände einer Suchtklinik niedergeschlagen wurde. Als es in der nachfolgenden Nacht zu einem erneuten Zusammenstoß kommt, bei dem Zombie seine Gegner angeblich in Notwehr tötet, überschlagen sich die Ereignisse förmlich und Eddie sitzt mal wieder zwischen allen Stühlen.

Wie schon im ersten Band erzählt Lucie Flebbe ihre Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Eddie und Zombie und bietet so einen umfassenden Blick auf das Geschehen.
Nachdem sich Zombie im ersten Band in erster Linie über seine fast schon unkontrollierbare Wut definiert hat, lernen wir hier nun ganz neue und vor allem überraschende Seiten an ihm kennen. Aber auch Eddie entwickelt sich immer mehr zu einer taffen Polizistin mit Qualitäten, die sie sich selber gar nicht zugetraut hätte.
Neben einer geschickt aufgebauten und am Ende überraschend, aber dennoch absolut schlüssig aufgelösten Geschichte überzeugt das Buch auch diesmal wieder durch seine detaillierten Beschreibungen der Örtlichkeiten und die vielschichtig angelegten und gut chrakterisierten Protagonisten.

Auf den Abschlussband der Trilogie, der im Herbst erscheint, bin ich schon mehr als gespannt. Die Messlatte wird mit dem zweiten Teil nun aber nochmals ein ganzes Stück höher gehängt.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Grandioser und packender Polit-Thriller von erschreckender Aktualität

Im Jahr der Finsternis
0

Mit diesem Buch legt die Autorin I.L. Callis einen grandiosen und hochaktuellen Polit-Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.
Vor dem Hintergrund der Wahlen zum Europaparlament im Mai ...

Mit diesem Buch legt die Autorin I.L. Callis einen grandiosen und hochaktuellen Polit-Thriller vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.
Vor dem Hintergrund der Wahlen zum Europaparlament im Mai diesen Jahres entwirft sie ein erschreckendes Szenario, das die Themen Rechtspopulismus und Demokratiefeindlichkeit aufgreift und in Form einer packenden Geschichte hervorragend transportiert.

Der Berliner Anwalt Viktor Hellberg reist mit seiner Tochter Marie nach Wien, um dort den Nachlass seiner kürzlich verstorbenen Mutter zu regeln. Als Marie entführt wird und die Entführer für ihre Freilassung die Übergabe von Dokumenten aus diesem Nachlass fordern, beginnt für Viktor ein Alptraum, der ihn auf die Spur einer Verschwörung bringt, bei der nicht nur Maries Leben, sondern auch Europas Zukunft auf dem Spiel steht.
Zeitgleich wird der Auftragskiller Cayetano nach Europa geschickt, um dort einen spektakulären Anschlag zu verüben, der der Organisation im Hintergrund der Verschwörern zur Erfüllung ihres perfiden Planes verhelfen soll.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, nimmt sich dabei aber auch ausreichend Zeit und Raum, ihre Figuren sorgfältig zu charakterisieren. Diese Protagonisten sind durchgehend vielschichtig angelegt und im Laufe der Geschichte immer wieder für die eine oder andere faustdicke Überraschung gut.
Echte Sympathieträger sucht man hier allerdings zu Beginn, wenn man einmal von Marie absieht, doch eher vergebens. Auch die Hauptfigur Viktor Hellberg kommt am Anfang ziemlich kalt und unnahbar rüber, durchläuft dann aber im Laufe der Geschichte eine ziemliche Wandlung.
Aber auch Cayetano ist alles andere als ein eindimensionaler Bösewicht, sondern zeigt erstaunliche Facetten, die ihn immer wieder in einem anderen Licht dastehen lassen. Sein ständiger Konflikt zwischen seinem Glauben und seinem Auftrag kommt hier zudem absolut überzeugend rüber.
Der Schauplatz Wien mit seinen bereits aus dem Film "Der 3. Mann" bekannten Katakomben und Gängen unterhalb der Stadt, spielt in dieser Geschichte ebenfalls eine große Rolle, die weit über den einer reinen stimmungsvollen Kulisse hinausgeht.

Wer auf spannende und hochaktuelle Polit-Thriller mit finsteren Verschwörungen und skrupellosen Hintermännern steht, wird hier bestens bedient und unterhalten.

Veröffentlicht am 06.06.2019

Fein aufeinander abgestimmte Mischung aus Humor und Krimispannung

Tod im Abendrot
0

Mit diesem Buch schickt der Autor Jörg Steinleitner den Münchener LKA-Präsidenten Karl Zimmerschied in seinen zweiten Fall, der wiederum äußerst turbulent ausfällt, dabei aber auch spannende und humorvolle ...

Mit diesem Buch schickt der Autor Jörg Steinleitner den Münchener LKA-Präsidenten Karl Zimmerschied in seinen zweiten Fall, der wiederum äußerst turbulent ausfällt, dabei aber auch spannende und humorvolle Unterhaltung bietet.

Nachdem der Besuch bei seiner Frau auf Bali und der Versuch, sie zur Rückkehr zu bewegen, im Fiasko endet, mischt sich Karl Zimmerschied nach seiner Rückkehr zum Leidwesen der zuständigen Ermittler wieder einmal intensiv in ihren aktuellen Fall, einen Doppelmord am Flaucher-Biergarten, bei dem es kaum Hinweise auf den mysteriösen Täter ohne Gesicht gibt, ein.
Parallel bittet ihn eine alte Bekannte um Hilfe, weil die Schulleiterin mit einem delikaten Video erpresst wird, das auf keinen Fall ans Licht der Öffentlichkeit kommen soll.
Als dann auch noch der neue Freund seiner Frau auf Bali spurlos verschwindet und die Biologin Dr. Augustin sein Privatleben mächtig in Unordnung bringt, ist das Chaos perfekt und Zimmerschied ist wieder einmal an allen Fronten gefordert.

Jörg Steinleitner bietet in diesem Buch eine fein aufeinander abgestimmte Mischung aus Humor und Krimispannung, der es dabei gelingt, beiden Genres absolut gerecht zu werden und jederzeit die Balance auf der Grenze zur Parodie zu halten.
Der flotte Schreibstil passt hervorragend zur gut aufgebauten Geschichte, die mit einigen überraschenden Wendungen aufwartet und am Ende dann tatsächlich alle einzelnen Fäden erfolgreich entwirrt hat.
Auch die Charakterisierung der Protagonisten ist absolut gelungen, die einzelnen Figuren geraten dabei zuweilen schon ziemlich skurril, ohne dabei aber zu reinen Witzfiguren zu verkommen.

Auch wenn der Autor an der einen oder anderen Stelle vielleicht doch etwas zu dick aufträgt, konnte mich dieses Buch unter dem Strich sehr gut unterhalten.
Auf weitere Auftritte des LKA-Präsidenten bin ich schon sehr gespannt.