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Veröffentlicht am 18.07.2023

Mord statt Moussaka

Mörderisches Santorin - Zoe und der tote Reeder
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Der Krimi „Mörderisches Santorin – Zoe und der tote Reeder“ von Christian Humberg ist der gelungene Auftakt einer neuen Krimireihe. Im Mittelpunkt steht die Halbgriechin Zoe Dahlmann, die eigentlich keine ...

Der Krimi „Mörderisches Santorin – Zoe und der tote Reeder“ von Christian Humberg ist der gelungene Auftakt einer neuen Krimireihe. Im Mittelpunkt steht die Halbgriechin Zoe Dahlmann, die eigentlich keine Ambitionen als Hobbydetektivin hat. Doch auf der bezaubernden griechischen Insel Santorin gerät sie plötzlich in einen Mordfall und steht als Täterin in Verdacht.

Eine Erbschaft von der ihr unbekannten Tante Sophia kommt gerade zur rechten Zeit, denn ihr Leben in Frankfurt ist im Moment unerträglich. Sie leidet in der Theateragentur unter einem tyrannischen Chef und ihren Freund ertappt sie auf frischer Tat beim Fremdgehen. Dazu das typische schlechte Frankfurter Herbstwetter. Warum nicht einen kompletten Neustart im sonnigen Süden wagen?

Doch dieser Traum platzt schnell wie eine Seifenblase. Das Restaurant Sunrise am äußersten Ende einer Nebeninsel von Santorin ist eine renovierungsbedürftige Angelegenheit. Gäste waren schon lange nicht mehr dort. Aber ein netter und hilfsbereiter Nachbar, Alexandros, erzählt ihr von den besseren Zeiten und weckt in Zoe den Wunsch es mit der Restauranteröffnung zu versuchen.
Doch erst einmal braucht sie Handwerker und versucht ihr Glück in einer Lagerhalle, wo sie sich plötzlich neben einem Toten befindet. Es ist der bekannte, aber äußerst unbeliebte Reeder Nikos Georgious, der Patriarch der Insel. Für die Polizei steht sie unter Mordverdacht.

Wie es Zoe gelingt sich aus dieser misslichen Situation zu befreien und welche Rolle dabei der attraktive Grieche Leon spielt, erzählt Christian Humberg unterhaltsam und humorvoll. Der Autor beschreibt in diesem Krimi sehr anschaulich die wunderschöne Insel Santorin mit ihren traumhaften Meeresblicken und den weißen Häusern. Wenn Alexandros griechisches Essen zubereitet, möchte man gern zugreifen.

Es gibt einige Tatverdächtige, wie Zoe und Leon bald herausfinden. Sie recherchieren im Privat- und Berufsleben des Reeders, weil sie dem Kommissar nicht allzu viel zutrauen. Für ihn ist Zoe noch immer verdächtig, auch wenn er ihr nichts nachweisen kann.

Als Alexandros im alten Restaurant niedergeschlagen wird steigt die Spannung weiter. Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Mord und dem Sunrise?

in einem packenden und hochdramatischen Finale, wird der Fall logisch und in sich schlüssig gelöst. Für Zoe und Leon ist es gerade noch einmal gut gegangen, dennoch beschließt Zoe auf der Vulkaninsel zu bleiben und mit ihren neuen Freunden die Wiedereröffnung des Sunrise zu betreiben.

Der Schreibstil von Christian Humberg ist flüssig und sehr gut lesbar. Die facettenreichen Ermittlungen und Spuren werden gekonnt zu einem packenden und unerwarteten Finale geführt.

Ein gut ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde und ein verheißungsvoller Auftakt zu einer neuen Reihe. Mich hat dieser Griechenland-Krimi gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich nicht nur 5 Sterne, sondern auch eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.07.2023

Was geschah wirklich am Berg der Maler in der Provence?

Stille Sainte-Victoire
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Die rund 1000 Meter hohe Montagne Sainte-Victoire erhebt sich mit schroffen weißen Kalkwänden östlich von Aix-en-Provence. Paul Cézanne hat seinen seinen geliebten Hausberg in immer neuen Variationen ...

Die rund 1000 Meter hohe Montagne Sainte-Victoire erhebt sich mit schroffen weißen Kalkwänden östlich von Aix-en-Provence. Paul Cézanne hat seinen seinen geliebten Hausberg in immer neuen Variationen festgehalten, wie besessen war er von der Magie des zwölf Kilometer langen Massivs.

Doch auch Paläontologen sind fasziniert von diesem Gebiet. Seit Jahren werden hier Überreste von Dinosauriern ausgegraben. Spektakuläre Funde gehören zum Tagesgeschäft.

Bekannt ist die Gegend auch unter Wanderern, die hier unter leichten bis anspruchsvollen Wander-und Klettertouren im Kalksteingebirge wählen können.
Ausgerechnet in dieser wunderschönen Landschaft, steht Capitaine Blanc vor einem Toten. Das Opfer ist Roland Dallest, ein 42jähriger Bauingenieur aus Lyon, der mit seiner Geschäftspartnerin die Statik des Staudamms prüfen soll. Bizarr ist die Todeswaffe – ein Saurierzahn, den Dallest um den Hals trug. Es ist bereits der 10. Fall für Blanc und seine Kollegen, doch an einem Motiv für den Mord fehlt es.

Erste Spuren führen zu seinem Zwillingsbruder, dem bekannten Professor für Archäologie Christian Dallest und in deren Welt. Hier erfahren die Ermittler viel über die Forschung und stellen fest, dass auch viel Geld im Spiel ist, abgesehen von Rivalitäten zwischen den Wissenschaftlern. War der Mord vielleicht eine Verwechslung?

Ermittelt wird in alle Richtungen – aber nichts passt wirklich zusammen. Da geschieht etwas Unerwartetes und man findet einen weiteren Toten. Es ist der Blogger Garro, der sich mit allen angelegt hat. Naturschützern und Paläontologen waren seine individuellen Touren, abseits der Wanderwege, die Hunderte von Followern aus dem Netz begeisterten und anlockten, ein Dorn im Auge.

Das Potential an Verdächtigen bleibt bis zum Schluss nicht wirklich durchschaubar und sorgt immer wieder für unerwartete Wendungen. Der Schreibstil von Cay Rademacher ist flüssig, fesselnd und informativ. Beschreibungen der Natur und der Einsätze am Berg machen neugierig und wecken in mir den Wunsch diese Gegend einmal zu besuchen.

Mit Unterstützung seines Teams, das entscheidend zur Lösung des Puzzles beiträgt, sucht Blanc nach dem oder den Tätern. Im Alleingang, in einem packenden und hochdramatischen Finale, wird der Fall logisch und in sich schlüssig gelöst. Gut dass Paulette Krankenschwester ist und sich am Ende fachkundig um Roger Blanc kümmern kann. Vielleicht können die beiden nun in Ruhe ihr Glück in der alten Ölmühle, die mittlerweile wohnlich und gemütlich ist, genießen bevor den nächste Fall ruft.

Aus meiner Sicht ist „Stille Sainte-Victoire “ eine klare Leseempfehlung für alle, die einen gut durchdachten Krimi mit authentischen Persönlichkeiten, spannenden Ermittlungen und einem neuen Blick auf die Provence lesen möchten. Gern vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 12.07.2023

Das tragische Ende der ostfriesischen-Lottogewinnerin

Die Tote aus Larrelt. Ostfrieslandkrimi
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Nein, beliebt war sie nicht die Heike Haan. Ihr Lottogewinn war in aller Munde, jeder kannte sie in Larrelt, einem Stadtteil von Emden. Doch an der Bushaltestelle erschlagen zu werden war kein schöner ...

Nein, beliebt war sie nicht die Heike Haan. Ihr Lottogewinn war in aller Munde, jeder kannte sie in Larrelt, einem Stadtteil von Emden. Doch an der Bushaltestelle erschlagen zu werden war kein schöner Tod, den nicht einmal ihre vielen Feinde ihr gewünscht hätten.

Es ist der schon der 15. Fall für Kommissar Steen und sein Team. Ausgerechnet seine Kollegin Altje Remels entdeckt die Tote, als sie am Morgen noch vor Dienstbeginn Gülle ausfährt. Sie erkennt Heike sofort, beide sind gemeinsam zur Schule gegangen und mochten sich nicht besonders.

Bei den Ermittlungen finden sich schnell viele Leute, die ein Motiv haben könnten. Doch Kommissar Steen vertraut seinem Instinkt und lässt sich auch nicht durch wassersichte Alibis beeindrucken.

Altje zeigt bei diesem Fall große Einsatzbereitschaft und ermittelt zielstrebig in eine bestimmte Richtung, die sich bald als bedeutungsvoll herausstellt. So engagiert war sie selten.
Erzählt wird eine komplexe und phantasievolle Geschichte mit Liebe zum Detail. Überraschungen unterschiedlicher Art und unerwartete Wendungen bringen Spannung.

Gerade das Privatleben von Heike wird hier zur Fundgrube, doch irgendwie passen lange Zeit nicht alle Puzzlestücke zusammen. Haben die Ermittler etwas übersehen? Hilfe kommt von unerwarteter Seite – der Journalist Tammo Tjaden, der sich immer wieder um eine gute Beziehung zu Kommissar Steen bemüht, hilft mit einem Zeugenaufruf im Neuen Ostfriesenblatt weiter. Vielleicht werden die beiden doch noch Freunde?

Bei den Recherchen helfen Kommissar Steen seine Menschenkenntnis und Erfahrung. Er kann Falschaussagen erkennen und mag es auch nicht, wenn er in eine bestimmte Richtung gedrängt wird. Widersprüche in Zeugenaussagen fordern ihn heraus. Als es am Ende noch einen weiteren Toten gibt, kann er seine Vermutungen beweissicher bestätigen.

Die Kriminalgeschichte ist gut durchdacht und in sich schlüssig gelöst. Die Personen sind authentisch und ihre Handlungsweisen nachvollziehbar. Der flotte Schreibstil liest sich ausgezeichnet.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. „Die Tote aus Larrelt“ ist gelungen und Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.

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Veröffentlicht am 23.06.2023

Ermittler wider Willen

Bretonischer Ruhm
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Der Beginn des 12. Falls für Kommissar Dupin ist ungewöhnlich. Kommissar Dupin hat Urlaub und befindet sich mit Claire auf der gemeinsamen Hochzeitsreise, die die beiden in ihren Flitterwochen an die Loire, ...

Der Beginn des 12. Falls für Kommissar Dupin ist ungewöhnlich. Kommissar Dupin hat Urlaub und befindet sich mit Claire auf der gemeinsamen Hochzeitsreise, die die beiden in ihren Flitterwochen an die Loire, ins traumhaften Pays de Retz führt. Hier wollen sie ein Weingut nach dem anderen besuchen und es sich gut gehen lassen. Soweit der Plan der Frischvermählten.

In sechs Kapiteln, die den Tagen der gemeinsamen Hochzeitsreise, entsprechen erzählt Jean-Luc Bannalec spannend und humorvoll von den ungewöhnlichen Ereignissen dieser Tage. An Tag 2 passiert es – Claire erhält einen Anruf ihrer Freundin Cécile, einer Weingutsbesitzerin, die sie ebenfalls besuchen wollten – deren Ex-Mann Brian wurde erschossen. Er wurde unweit der Reben, auf seiner Domaine, tot aufgefunden.
Der Schreibstil von Jean-Luc Bannalec ist flüssig und sehr gut zu lesen. Die handelnden Personen sind ausgezeichnet beschrieben und charakterisiert.
Menschenkenntnis und mehr als eine Prise Humor bereichern den Krimi. Seine Weinkenntnisse und die wunderbare Welt der Weinberge und zerklüfteten Meeresküste lassen mich als Leser wünschen einmal dort zu sein.

Dupin hatte vor der Reise versprochen sein Handy nicht zu beachten und sich wirklich nur der Reise zu widmen. Auch dieser Mord soll nicht an seinen guten Vorsätzen rütteln. Doch Claire sieht das natürlich ganz anders, denn ihre beste Freundin ist die Leidtragende. So kehren sich in diesem Fall die Rollen ins Gegenteil. Dupin kann seine Hilfe nicht verweigern und Claire sowie Cécile assistieren und fordern ihn. Natürlich muss alles verdeckt geschehen, damit der zuständige Kommissar Lelouche aus Nantes nichts erfährt. Im Hintergrund arbeiten auch seine Kollegen auch Concarneau zu. Ob das funktioniert?

Als ein weiterer Mord geschieht, ein Brandanschlag erfolgt und Kommissar Dupin eine persönliche Drohung erhält, ermittelt er gekonnt und umsichtig, wie wir ihn als Leser kennen und lieben.

Wie es Kommissar Dupin und den beiden Damen gelingt Licht in das Dunkel zu bringen und die Fälle zu lösen möchte ich nicht verraten, denn es warten noch einige Überraschungen. Dabei läuft Claire in einem dramatischen Finale zur absoluten Höchstform auf und überrascht durch ganz neue Facetten. Natürlich gelingt es dem Dreamteam Claire und George auch den Kommissar Lelouche davon zu überzeugen, dass er die Fälle erfolgreich und souverän gelöst hat. Endlich kann die Hochzeitsreise, die jäh unterbrochen wurde, fortgesetzt werden.

Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen. Eine phantasievoll ausgedachte Geschichte mit viel Lokalkolorit aus der Weinwelt, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat „Bretonischer Ruhm“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.05.2023

Warum musste Jan Schepker sterben?

Auricher Tresor. Ostfrieslandkrimi
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Martin Windebruch erzählt in seinem 6. Krimi mit den Kriminalkommissaren Wiebke Jakobs und Dr. Evert Brookmer eine spannende und rätselhafte Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Der kurze ...

Martin Windebruch erzählt in seinem 6. Krimi mit den Kriminalkommissaren Wiebke Jakobs und Dr. Evert Brookmer eine spannende und rätselhafte Geschichte, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Der kurze Prolog im Haus des Lehrers
Jan Schepker schildert einen hinterhältigen Mord.
Als die beiden Kommissare am Tatort eintreffen finden sie nicht nur die Leiche, sondern auch einen geöffneten Tresor, der hinter einem Bild versteckt war. Da weiter nichts aus dem Haus entwendet wurde, ist es scheinbar kein einfacher Raubmord. Also beginnen die Polizisten ihre Ermittlungen im privaten Umfeld, weil der Täter offensichtlich gezielt etwas gesucht hat. Martin Windebruch erzählt flüssig und informativ eine spannende Geschichte und bringt dem Leser die handelnden Personen durch umfassende Beschreibungen näher.

Jan Schepker war nicht unbedingt beliebt, hatte aber auch keine Feinde. Er lebte allein und relativ zurück gezogen in seinem Auricher Haus, welches er nach dem Tod seiner Mutter geerbt hat. Finanzielle Probleme hatte er keine, nur die Beziehung zu seinem Sohn war kompliziert und schwierig. Dennoch unterstützte er ihn mit Geld regelmäßig.

In der Polizeiarbeit hat sich mittlerweile auch alles gut eingespielt und selbst der erfahrene Polizeimeister Klaas Behrends hat erkannt, dass der Doktor, wie er den Kommissar Brookmer nennt, seine Qualitäten hat. Auch der Labrador Fiete begleitet die beiden Kommissare und macht sich gelegentlich auch nützlich. Er hat in diesem Fall die Mordwaffe, einen Schürhaken, entdeckt. Dennoch gestaltet sich die Lösung des Falls schwierig und lange gibt es keine heiße Spur.

Unterschiedliche Handlungsstränge und Geschichten über Personen im Umfeld der Opfer lassen den Leser mit raten und den Fall aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dadurch steigt die Spannung kontinuierlich. Martin Windebruch gelingt den Leser immer wieder zu überraschen und auf falsche Fährten zu führen.

Auch in diesem Fall erweist sich ein Gespräch mit Oma Tieske als sehr nützlich. Ihr Erinnerungsvermögen ist ein wahrer Schatz für Evert Brookmer, der nicht nur ihren Kaffee und die Süßigkeit schätzt, sonder auch ihre Menschenkenntnis. Die Recherchen führen zu einer neuen Spur, als ein weiterer Mord geschieht. Die Handlung nimmt an Tempo zu und in einem packenden Finale gelingt es den Polizisten den Mörder zu überführen.

Ein gelungener Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit vielen unerwarteten Wendungen punkten kann. Wer mehr über die Mordfälle erfahren möchte, muss selbst zu diesem Buch greifen. Aus meiner Sicht gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.

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