Profilbild von emkeyseven

emkeyseven

Lesejury Star
offline

emkeyseven ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit emkeyseven über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2022

Gemütliche & chaotische Alltagssituationen

Trust this Love
0

Anna lag nach einem Autounfall monatelang im Koma, als sie aufwacht, ist ihr ihr altes Leben fremd. Ihr Freund ging fremd, sie kann nicht mehr bei ihrem alten Job arbeiten und auch ihre Freundschaften ...

Anna lag nach einem Autounfall monatelang im Koma, als sie aufwacht, ist ihr ihr altes Leben fremd. Ihr Freund ging fremd, sie kann nicht mehr bei ihrem alten Job arbeiten und auch ihre Freundschaften sind angespannt. Aber Leif Larson, der auch in den Unfall verwickelt war, hat ihr vorgelesen, als sie im Koma lag und sie möchte ihn unbedingt kennenlernen.

Ich würde schon empfehlen "Repeat This Love" vorher zu lesen, denn da lernt man Leif schon kennen und kann daher vermutlich auch besser verstehen, warum er Angst hat, jemandem zu vertrauen. Man kann aber auch neu in diese kleine Reihe einsteigen und wird problemlos zurechtkommen, dann gäbe es aber auf jeden Fall Spoiler zum ersten Band.

Anna wollte den Neuanfang vielleicht nicht, aber sie hat ihn bekommen. Ich hatte hier auch das Gefühl, dass sie ein unbeschriebenes Blatt ist, ähnlich wie Clementine im ersten Buch. Ihr Unfall und die Narben, die sie davon getragen haben, verbinden sie und Leif und sie fühlen sich auch sofort zueinander hingezogen, aber beide wurden schon von ihren ehemaligen Partnern verletzt und es fällt ihnen schwer, sich auf neue Beziehungen einzulassen.

Ich fand die Handlung etwas chaotisch. Man hat eine Sammlung aus verschiedenen Alltagssituationen, die zwar süß und unterhaltsam sind, aber mir fehlte der rote Faden und ich fand die Liebesgeschichte nicht ansatzweise spannend, aber schon ganz gemütlich. Die Handlung war zwar nicht zu vorhersehbar, aber das kam eher dadurch, dass alles ziemlich willkürlich schien.

Fazit
Ich fand die Liebesgeschichte in "Trust This Love" ganz gemütlich und unterhaltsam, weil es voller lustiger Alltagssituationen ist, aber es war mir zu chaotisch, sodass ich es letztendlich einfach etwas zu langweilig fand.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2022

Der Schneider und seine Muse

Belles of London - Die Nähe, die uns trennt
0

Um ihren jüngeren Schwestern eine sichere Zukunft zu ermöglichen, muss Evelyn eine gute Partie machen. Aber dafür muss sie erstmal die Aufmerksamkeit der Gentlemen erregen und hofft, dass ihre Reitkünste ...

Um ihren jüngeren Schwestern eine sichere Zukunft zu ermöglichen, muss Evelyn eine gute Partie machen. Aber dafür muss sie erstmal die Aufmerksamkeit der Gentlemen erregen und hofft, dass ihre Reitkünste überzeugen können. Aber um zu glänzen wie die berühmten Londoner Kurtisanen braucht sie das perfekte Reitkostüm.

Ich konnte nicht so ganz nachvollziehen, wie die Mode der Kurtisanen helfen soll, einen Ehemann zu finden, denn ich meinte, dass man da doch eher ein falsches Bild von Evelyns Absichten bekommen würde. Aber Evelyn ist ziemlich überzeugt von ihrem Plan, und auch ihre verzweifelte Lage lässt sie schnell handeln.

Ahmad träumt davon, sein eigenes Geschäft aufzubauen; noch arbeitet er meist halb versteckt bei einem englischen Schneider, hat aber auch schon einige treue Kunden. Als junger Migrant ohne besondere Mittel hatte er es noch nie leicht im Leben und trotz seines Talents muss er sich noch mehr anstrengen, um Erfolge zu erzielen. Während er die Annäherungsversuche der meisten Frauen stets ablehnt, ist er schnell fasziniert von Evelyns Entschlossenheit und Ehrlichkeit, die vielen anderen seiner Kundinnen fehlt. Er möchte ihr gern viele Kleider nähen, weil sie ihn einfach inspiriert - aber auch, weil sie so noch etwas mehr Zeit miteinander verbringen können.

Aber ein Schneider wie Ahmad wäre natürlich nicht die Lösung für Evelyns Probleme, beide können es sich nicht leisten, Gefühle zuzulassen, aber der Schneider und seine Muse kommen sich näher, als es angemessen wäre. Ich mochte die Liebesgeschichte der beiden, aber auch die Darstellung von wichtigen Themen wie Rassismus und Feminismus. Zum Beispiel hält man Evelyn und ihre Freundinnen oft für Blaustrümpfe, was man in dieser modernen Zeit weniger beleidigend findet, da man sich darunter einfach gebildete, fortschrittliche Frauen vorstellt, aber für Evelyn hätte es bedeutet, eine Außenseiterin zu sein und weniger Chancen zu haben, einen geeigneten Ehemann zu finden. Ich habe Evelyn und auch Ahmad sehr gerne dabei begleitet, als sie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben.

Fazit
In "Belles of London - Die Nähe, die uns trennt" hat mir die Geschichte vom indischen Schneider und seiner Muse, die einen Ehemann sucht, sehr gut gefallen und war schon genau die Liebesgeschichte, die ich auch erwartet hätte. Ich fand es etwas vorhersehbar, aber das hat mich auch nicht gestört. Ich freue mich auf mehr aus der Reihe!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2022

Vernunftehe, echte Gefühle und zu viel, das von der Liebesgeschichte ablenkt

Der Duke und die unbeugsame Witwe
0

Witwe Helena hatte keine besonders schöne erste Ehe, aber immerhin blieb ihr ihr Sohn Augustus, der ihr so viel bedeutet. Doch ihr Schwiegervater hat schon neue Pläne und als Frau hat Helena sowieso kein ...

Witwe Helena hatte keine besonders schöne erste Ehe, aber immerhin blieb ihr ihr Sohn Augustus, der ihr so viel bedeutet. Doch ihr Schwiegervater hat schon neue Pläne und als Frau hat Helena sowieso kein Recht auf Selbstbestimmung und darum bleibt ihr keine Wahl: sie muss heiraten. Ihr einziger Wunsch ist, dass Gussie bei ihr bleiben kann. Charles hingegen braucht einen Erben, will aber keine anhängliche Frau, die sich in seine Angelegenheiten einmischt, schließlich hat er erst seit kurzem eine offizielle Mätresse, die ihm jeden körperlichen Wunsch erfüllen kann.

Die Liebesgeschichte der beiden hat mir schon gut gefallen. Beide haben keine Lust auf das Eheleben und es ist zunächst nur eine Vernunftehe für die beiden, aber sie respektieren einander und auch besonders Charles liebevoller Umgang mit dem kleinen Augustus hilft Helena sehr, ihrem neuen Ehemann gegenüber aufzutauen. Natürlich gibt es auch einige Komplikationen, denn Helena hat schlechte Erfahrungen aus ihrer letzten Ehe mitgebracht und Charles hat Sorge, dass seine Freiheit eingeschränkt werden könnte, aber man kann eigentlich ganz gut nachvollziehen, wie sich bei dieser Vernunftehe langsam echte Gefühle entwickeln.

Ich fand es aber etwas schade, dass es trotz der wenigen Seiten noch Ablenkungen gab, so wie Charles' Engagement beim Dechiffrieren geheimer Botschaften, die letztendlich ziemlich irrelevant waren, oder einige verschiedene Perspektiven, die ich auch eher überflüssig fand. Die Geschichte von Charles und Helena kam mir dabei schon fast zu kurz und ich hätte sie gerne noch öfter als Eheleute auftreten sehen.

Fazit
"Der Duke und die unbeugsame Witwe" hat mir schon gut gefallen, denn ich mochte Charles und Helenas Liebesgeschichte von der Vernunftehe zu echten Gefühlen. Aber ihre Geschichte kam mir schon fast zu kurz und ich hätte mich über mehr romantische Szenen gefreut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2022

Magische Neuerzählung mit asiatischem Setting

Die sechs Kraniche (Die sechs Kraniche 1)
0

Shiori ist impulsiv und macht, wonach ihr der Sinn steht - für eine Prinzessin sind das aber nicht die besten Eigenschaften. Und dann gerät sie aufgrund ihrer seltenen magischen Fähigkeiten in Schwierigkeiten, ...

Shiori ist impulsiv und macht, wonach ihr der Sinn steht - für eine Prinzessin sind das aber nicht die besten Eigenschaften. Und dann gerät sie aufgrund ihrer seltenen magischen Fähigkeiten in Schwierigkeiten, denn ihre Stiefmutter Raikama verbannt sie und ihre sechs Brüder und belegt sie mit Flüchen, die ihnen eine Rückkehr fast unmöglich machen.

Shiori darf kein Wort sagen, denn bei jedem Laut, der über ihre Lippen kommt, stirbt einer ihrer Brüder. Sie kann zwar schreiben, aber sie darf auch nicht verraten, wer sie wirklich ist. Wegen ihrer Verkleidung, die sie nicht ablegen kann, wird sie dann noch zusätzlich zur Außenseiterin und muss nicht nur um die Rückkehr zu ihrer Familie kämpfen, sondern auch ums Überleben. Aber dann bekommt sie unverhofft Hilfe von ihrem Verlobten, den sie zu ihren Zeiten als Prinzessin vehement abgelehnt hat.

Ihre Brüder, die tagsüber Kraniche sind und sich nachts wieder in Menschen verwandeln, ziehen gemeinsam los und suchen nach einer Lösung für ihr Problem. Da man sie nicht so oft sieht, hatte ich auch Schwierigkeiten, sie voneinander zu unterscheiden und sie sind für mich zu einer Masse aus Brüdern verschmolzen, obwohl sie teilweise schon unterschiedliche Persönlichkeiten haben.

Die Geschichte ist eine Neuerzählung des Märchens "Die sechs Schwäne" der Gebrüder Grimm, und wenn man schon "Bestickt mit den Tränen des Mondes" gelesen hat, ist man ihr schon einmal kurz begegnet. Da ich mich nicht mehr so gut an die Erwähnung erinnern kann, weiß ich gar nicht, wie viel man da schon über Shioris Geschichte erfahren hatte, aber ich denke nicht, dass man gespoilert wird, schließlich wurde dieses Buch ja auch erst danach veröffentlicht und welche Autorin spoilert schon ihre eigenen Werke?

Die Geschichte hat mir schon gefallen, aber manchmal war mir der Schreibstil zu oberflächlich, während er zu sehr versuchte, asiatisch-poetisch zu klingen. Shioris Abenteuer des Schweigens fand ich schon spannend, aber die Wendungen haben sich schon lange angekündigt, waren also nicht wirklich überraschend. Aber ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es in der Fortsetzung weitergeht.

Fazit
"Die sechs Kraniche" bietet eine magische Neuerzählung eines europäischen Märchens, allerdings mit asiatischem Setting, und ein spannendes Abenteuer, auch wenn ich es manchmal schon etwas vorhersehbar fand.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2022

Der bisher schwächste Teil der Reihe

Midnight Chronicles - Seelenband
0

Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Wie alle anderen haben auch Ella und Wayne am Tag des Blutbades viel verloren. Ella verlor ihre Familie und ihren Partner Owen und floh aus Edinburgh - und ließ auch ...

Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Wie alle anderen haben auch Ella und Wayne am Tag des Blutbades viel verloren. Ella verlor ihre Familie und ihren Partner Owen und floh aus Edinburgh - und ließ auch Wayne hinter sich. Er hat schwere Verletzungen davongetragen und ist auch verletzt, dass Ella ohne ein Wort verschwunden ist, denn sie waren schließlich viel mehr als nur Bekannte, auch wenn keiner von ihrer heimlichen Beziehung wusste.

Die Protagonisten versuchen Verluste zu verarbeiten, Ella versucht als Soul Huntress nochmal Kontakt zu ihren verstorbenen Liebsten aufzunehmen, was eigentlich spannend hätte sein können, aber das war es nicht, und der eigentlich sportliche Wayne ist mit seiner Verletzung eher hilflos, was seinem Selbstwertgefühl einen gewaltigen Dämpfer verpasst. Ihre Geschichten konnten mich schon berühren, aber von den bisherigen Protagonisten sind sie auch die, die mich am wenigsten interessieren und ihre Liebesgeschichte hat mich auch nicht mitreißen können.

Auch wenn wir auch Roxy und Shaw kurz wiedersehen, erfahren wir nichts neues über ihre Geschichte, dafür werden ein paar andere Fragen geklärt und neue Themen angerissen. Trotzdem fand ich, dass dieses Buch das bisher schwächste Teil der Reihe ist, weil er sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge zog und der Beitrag zur Gesamtstory war auch eher gering und ließ auf sich warten. Das Tempo war manchmal auch etwas verwirrend, während man Ella und Wayne am Anfang fast die ganze Zeit begleitet, gibt es zum Ende hin dann größere Zeitsprünge, in denen gefühlt nichts passiert. Da Ellas einsame Geisterjagden auch übersprungen werden, gibt es nur wenig Action, auf jeden Fall auch weniger als bei den Vorgängern. Vielleicht lag es auch ein kleines bisschen daran, dass ich natürlich ungeduldig auf die Fortsetzung von Roxy und Shaws Geschichte warte, da war dieses Buch ein Zwischenstopp mitten im Abenteuer.

Fazit
"Midnight Chronicles - Seelenband" ist mit dem Geisterabenteuer und der Liebesgeschichte von Ella und Wayne der bisher schwächste Teil der Reihe für mich. Aber ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere