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Veröffentlicht am 23.01.2020

Spannende, grausame Welt und sympathische Charaktere

Die Quellen von Malun - Blutgöttin
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Vier verschiedene Perspektiven zeigen die vielen Seiten der schrecklichen Herrschaft der Sapioner. Durch die Soldaten Dorgen und Tailin sieht man zunächst das Militär. Über zwanzig Jahre lang sind sie ...

Vier verschiedene Perspektiven zeigen die vielen Seiten der schrecklichen Herrschaft der Sapioner. Durch die Soldaten Dorgen und Tailin sieht man zunächst das Militär. Über zwanzig Jahre lang sind sie getrennt von den Frauen ihres Volkes, werden emotional abgestumpft und für den Kampf um das Wasser ausgebildet, alles im Namen der grausamen Göttin Sapia. Das Wasser in ihrem eigenen Land ist schon lange versiegt, darum unterwerfen sie andere Länder - wobei sie seit einem Jahrzehnt nicht an einer Grenze weiterkommen, da ihr Feind ihnen überlegen ist.

Während viele Soldaten Freude am Morden, Quälen und Vergewaltigen zu haben scheinen, konnten Dorgen und sein Freund Tailin ihr Mitgefühl und ihre Menschlichkeit bewahren. Tailin hat mehr als nur ein gefährliches Geheimnis, es kostet ihn viel Mühe, seinem Herz zu folgen und trotzdem am Leben zu bleiben. Auch Dorgen hat ein zu weiches Herz, aber er hat auch seine Fehler, die ihn besonders realistisch gemacht haben. Auch wenn er schreckliche Dinge tut, leidet er dabei und als Leser leidet man einfach mit.

Feyla zeigt dann die Welt der sapionischen Frauen. In sogenannten Schwestersippen werden Halbschwestern in Gruppen an einen Mann verheiratet, der das Militär und die anschließenden Kämpfe um Ehre überlebt hat. Dabei sind sie zu dem Zeitpunkt mindestens zwölf, oft aber nicht viel älter. Feyla ist etwa siebzehn und damit fast zehn Jahre jünger als ihr zukünftiger Ehemann. Ihr graut vor dieser Ehe, denn was kann man von einem Mann erwarten, dessen ganzes Leben nur aus Tod und Gewalt bestand? Dazu sind da noch ihre Halbschwestern, die sie beneiden, sodass sich Feyla auch zu ihnen nicht zugehörig fühlt. Die neugierige Feyla interessiert sich nicht für Schmuck und Männer, sie möchte lieber reiten, studieren und die Welt erkunden, aber ihr Geschlecht steht ihr da im Weg.

Zuletzt ist da noch Alia, die eine ganz andere Welt präsentiert, denn sie ist Sklavin in einem Wasserbergwerk, arbeitet hart und muss um ihr Leben fürchten. Obwohl sie fast nichts besitzt, hat auch sie Geheimnisse, Ängste und Wünsche, für die sie sich heimlich einsetzt. Ihre Welt ist nur sehr klein, aber sie versucht herauszufinden, was dort draußen vor sich geht.

Durch die grausame sapionische Herrschaft ist auch das Buch voller Gewalt. Alle Szenen sind aber spannend, gefühlvoll und mit interessanten Details geschrieben, sodass man die ganze Zeit mitfiebert. Bis zur Mitte fand ich das Buch auch sehr spannend und die Welt vielversprechend, doch danach gab es einfach keine Steigerung mehr, auch wenn das Meckern auf hohem Niveau ist. Auch wenn es gelungene Überraschungen, Intrigen und spannende Enthüllungen gab, konnte es mich nicht so richtig umhauen.

Die Magie dieser Welt ist verdrängt oder verborgen, man sieht daher nur sehr wenig davon. Die Fassade beginnt zwar zu bröckeln, aber in diesem Buch war es mir noch nicht genug - da muss auf jeden Fall noch mehr kommen und darauf freue ich mich auch. Nach dem offenen Ende bin ich auch sehr gespannt, was mich im nächsten Buch erwartet!

Fazit
"Die Quellen von Malun - Blutgöttin" hat sehr stark angefangen und mit einer spannenden Welt und sympathischen Charakteren überzeugt. Da ist aber noch Luft nach oben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2020

Bestimmt interessant für Kinder - aber ich war doch zu alt für dieses Abenteuer!

Die Ungeheuerlichen - Das Böse ist auf deiner Seite
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Allem voran: Ich bin zu alt für dieses Buch. Es wird Lesern ab 11 Jahren empfohlen, ich bin doppelt so alt, lese generell keine Kinderbücher und habe auch nur wenig Spaß daran. Mir ist es nicht annähernd ...

Allem voran: Ich bin zu alt für dieses Buch. Es wird Lesern ab 11 Jahren empfohlen, ich bin doppelt so alt, lese generell keine Kinderbücher und habe auch nur wenig Spaß daran. Mir ist es nicht annähernd spannend genug und eigentlich bevorzuge ich gerade ausgeklügelte Intrigen und komplexe Welten. Davon kann hier nicht die Rede sein.

Kleine Erfolgserlebnisse hat man, wenn man die Zusammenhänge selbst erkennt, was mir als Erwachsene nicht gerade schwer gefallen ist. Für mich war das Buch daher nicht allzu spannend, denn die Überraschungen konnten überhaupt nicht überraschen. Für Kinder könnte das aber wieder anders sein.

Die Welt von Riley bleibt eher klein und übersichtlich. Sie hat ihre Familie und Freunde in der kleinen Stadt Moderfurt, die unter dem fiesen Grafen leidet und eine Vorgeschichte mit den gefährlichen Nobolden und den Ungeheuerlichen hat, bei denen man gar nicht so genau weiß, ob sie nun gut oder böse sind.

Was mich aber am meisten aufgeregt hat: Riley selbst. Obwohl es gefährliche Monster gibt und auch strenge Gesetze, die Frauen und Kindern alle Rechte nehmen, bringt sie sich ständig in Gefahr. Ihre Mutter muss sie ständig warnen und eigentlich hat Riley ja auch Angst vor den unheimlichen Geschöpfen - zumindest heißt es, sie habe Angst, denn es ist nicht Mut, der sie immer aus dem Haus treibt und auch kein Zufall. Riley ist einfach unglaublich leichtsinnig und scheint nicht zu glauben, dass es sie treffen könnte. Alle Situationen ergeben sich dann also daraus, dass Riley weder auf ihre Mutter hört noch auf ihre eigene Vernunft.

Fazit
Solange die Moral der Geschichte nicht ist, man soll sich den Regeln widersetzen, um Abenteuer zu erleben, fand ich von "Die Ungeheuerlichen" eigentlich ganz interessant und eigentlich auch gar nicht so übel. Aber ich bin ganz klar zu alt dafür!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Ist es rational oder ist es Diskriminierung?

Falling Skye (Bd. 1)
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Skye möchte unbedingt eine Rationale sein und ich würde auch behaupten, dass ihre Tendenz in diese Richtung geht. Dabei kann man grob sagen: Rationale können ihre Gefühle zurückstellen und wohlüberlegte ...

Skye möchte unbedingt eine Rationale sein und ich würde auch behaupten, dass ihre Tendenz in diese Richtung geht. Dabei kann man grob sagen: Rationale können ihre Gefühle zurückstellen und wohlüberlegte Entscheidungen treffen, während Emotionale sich von ihren Gefühlen leiten lassen und sich weniger unter Kontrolle haben. Klingt schon ziemlich nach Vorteilen, oder? Dabei heißt es in der offiziellen Gesetzgebung, dass auch Emotionale wichtige Mitglieder der Gesellschaft seien und sie werden auf besondere Art unterstützt. Aber man merkt, wie die Aufteilung die Gesellschaft spaltet.

Skye sieht Emotionale keineswegs als minderwertig, aber es ist ganz sicher nicht der Weg, den sie gehen möchte. Falls sie auf ihre Traum-Universität und einen Beruf möchte, bei dem man Verantwortung übernimmt, dann muss sie unbedingt eine Rationale werden und dieses Ziel verfolgt sie zielstrebig. Zwischendurch kommen ihr durchaus mal Gefühle dazwischen, aber da steht sie drüber! Im Gegensatz zu vielen anderen nutzt sie aber auch den klaren Kopf, den sie hat und hinterfragt auch mal einiges.

Dann ist da noch "Alexander", der sich dafür einsetzt, dass Skye wirklich eine Rationale wird, in Wirklichkeit aber andere Ziele verfolgt. Er versucht sich im Hintergrund zu halten, aber eigentlich benimmt er sich total auffällig und ich konnte kaum verstehen, wie er damit durchkommt.

Der Hauptteil der Geschichte besteht aus dieser Testung, bei dem der jeweilige Trait für die Jugendlichen bestimmt werden soll. Die Tests waren schon interessant, aber da dachte ich auch wieder, dass man meistens gut erkennen kann, welche Handlung zu welchem Trait passt. Wäre es da so schwierig, sich dem Wunsch-Trait entsprechend zu verstellen?

Ich habe mich hier auch öfter gefragt, was "Rationalität" eigentlich ist. Dafür, dass hier angeblich so viele rationale Köpfe gibt, werden viele Entscheidungen getroffen, die man logisch nicht wirklich begründen kann. Daher merkt man auch so schnell, dass hier etwas faul sein muss. Einige Zusammenhänge kann man dadurch auch selbst erkennen, was wiederum die Spannung verringert. Das Konzept der beiden unterschiedlichen Charakterzüge fand ich sehr interessant und generell fand ich auch den Test durchaus spannend. Letztendlich war es mir dann aber nicht spannend genug, weil ich schon oft ähnlichen Szenarien gelesen habe, wo Jugendliche unter Druck komischen Tests unterzogen werden, und da schnitt dieses Buch eher mittelmäßig ab. Also keineswegs schlecht oder langweilig, aber es geht eben auch besser!

Fazit
"Falling Skye" hat mich gut unterhalten, denn die Welt der Rationalen und Emotionalen bietet eine interessante und auch teilweise spannende Geschichte, die meiner Meinung nach aber auch besser hätte sein können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2020

Viele Düfte, doch der Duft der Spannung fehlt

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
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Ich finde, der Klappentext verrät schon fast zu viel, denn danach bleibt dem Buch gar nicht mehr so viel, das man nicht unbedingt kommen sieht. So viele Überraschungen hat es sowieso nicht zu bieten und ...

Ich finde, der Klappentext verrät schon fast zu viel, denn danach bleibt dem Buch gar nicht mehr so viel, das man nicht unbedingt kommen sieht. So viele Überraschungen hat es sowieso nicht zu bieten und wenn man dann noch den Kern der Geschichte verrät, dann erwarte ich als Lese eigentlich, dass danach noch eine Überraschung kommt. Aber nein, leider fasst der Klappentext das meiste ziemlich gut zusammen.

Diese Welt ist eine Welt der Düfte: guter Duft bedeutet Wohlstand, Düfte zum Heilen und auch in der Religion spielen Düfte eine zentrale Rolle. Die Protagonistin Rakel hat eine besonders gute Nase und auch mehr Talent als viele andere, aber weil sie ihre Talente nicht auf legalem Weg nutzen kann, bringt sie sich in Gefahr und macht alles nur noch schlimmer. Meistens ist sie selbstbewusst, weil sie ihre Fähigkeiten sehr gut einschätzen kann und weiß, wovon sie spricht. Auch mit schlagfertigen Antworten hält sie sich nicht zurück, aber man merkt, dass sie im Kern eigentlich eher unsicher ist.

Ash ist ein Krieger, der eigentlich nur seinen Prinzen beschützen und seinen Pflichten nachkommen möchte, aber Prinz Nisai ist eigenwillig, wenn auch auf eine gute Art. Er möchte eines Tages - hoffentlich nicht zu bald - ein guter Kaiser sein, der sein Volk voll Güte und Barmherzigkeit behandelt. Für seine hohe Position ist er sehr wissbegierig und schon fast zu unschuldig, aber sein treuer Freund Ash kämpft für ihn, als Nisai vergiftet wird.

Plötzlich finden sich Rakel und Ash zusammen auf der Suche nach dem Heilmittel, lösen Rätsel, schnuppern herum und erleben kleine Abenteuer. Dabei fand ich die Geschichte einfach nicht spannend genug, weil die Elemente einfach gestrickt waren und die gemeinsame Reise auch eher glatt verlief. Ich mochte aber die Charaktere und auch die Welt der Düfte fand ich sehr interessant. Auch die Liebesgeschichte gefiel mir ganz gut, denn es ist kein Fall von Insta-Love, sondern durchaus nachvollziehbar.

Fazit
"Shadowscent - Die Blume der Finsternis" hat mich gut unterhalten, denn die Welt der Düfte ist eigentlich ganz interessant und die Charaktere sind sympathisch. Allerdings blieb die Geschichte für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2020

Jetzt sind die Fowl-Zwillinge dran - spannend und unterhaltsam!

Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger
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Zunächst einmal sind da natürlich die berüchtigten Zwillinge, die beide auf ihre ganz eigene Art speziell sind. Myles kommt eher nach seinem älteren Bruder und ist schon mit elf Jahren ein kleines Genie. ...

Zunächst einmal sind da natürlich die berüchtigten Zwillinge, die beide auf ihre ganz eigene Art speziell sind. Myles kommt eher nach seinem älteren Bruder und ist schon mit elf Jahren ein kleines Genie. Trotz seines neunmalklugen Gehabes und der ganzen Wissenschaft ist er doch ein Kind und jedes Mal wenn das durchschimmert, finde ich ihn nur noch entzückender. Sein Bruder Beckett ist das komplette Gegenteil, ein richtiges Kind, das mit Tieren redet und nur Blödsinn im Kopf hat. Zum Beispiel kann Beckett es überhaupt nicht leiden, nachzudenken, denn er ist eher ein Mann, äh, Junge der Tat, der einfach tut, worauf er gerade Lust hat.

Nicht nur Lord Bleedham-Drye ist schon bald hinter den Jungen her, sondern auch eine mysteriöse Organisation, die es auf die Unterirdischen abgesehen hat und die Familie Fowl als Bindeglied sieht. Beide Parteien unterschätzen die zwei elfjährigen Jungs, was sich als fataler Fehler erweist, denn sie haben nicht nur ihre künstliche Intelligenz NANNI an ihrer Seite, sondern haben auch ihre eigenen, ganz besonderen Fähigkeiten und Tricks, die dieses Buch zu so einem spannenden Abenteuer machen. Weil ein Troll zwischen die Fronten gerät, mischt sich auch die Welfe (teils Wichtel, teils Elfe) Lazuli Heitz in die Angelegenheit ein, sodass es auch noch magisch wird.

Die Artemis-Fowl-Reihe liegt schon eine Weile zurück, aber ich habe mich hier sofort wieder wohl gefühlt. Dabei hat es keinen besonders großen Bezug zu den anderen Bücher und auch von der Welt der Unterirdischen sieht man beinahe nichts. Daher denke ich, man könnte hier auch problemlos neu einsteigen - wobei ich die anderen Bücher absolut empfehlen kann!

Im Vergleich fand ich die Geschichte hier schon eher simpel gestrickt, auch wenn Myles, Beckett und Co. auch viel zu bieten haben. Die Anzahl der Charaktere bleibt sehr überschaubar und die Handlung konzentriert sich auf das Wesentliche, daher könnte man meinen, es sei ja gar nicht viel los, doch der humorvolle Schreibstil und die tollen Charaktere machen die Geschichte spannend und unterhaltsam.

Fazit
"Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger" hat mir sehr gut gefallen, weil die Charaktere einfach so unterhaltsam waren und die Geschichte spannend gemacht haben. Letztendlich empfinde ich es aber wie eine mildere Version der Artemis-Fowl-Bücher.

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  • Charaktere