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Veröffentlicht am 19.11.2017

Der Kampf aus dem Sucht-Sumpf

Nachtlichter
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Amy wächst auf den Orkney-Inseln auf, einer schottischen Inselgruppe, die in diesem Buch so herrlich vielfältig und anschaulich beschrieben wird, dass ich mir sogleich vorstellen konnte, direkt dort zu ...

Amy wächst auf den Orkney-Inseln auf, einer schottischen Inselgruppe, die in diesem Buch so herrlich vielfältig und anschaulich beschrieben wird, dass ich mir sogleich vorstellen konnte, direkt dort zu sein. Die einzelnen Beschreibungen vom Leben auf der Insel, von den Urgewalten die dort herrschen, von der bezaubernd ursprünglichen Landschaft sind überwiegend so bildlich und direkt beschreiben, dass mein persönliches Bild von Schottland noch weiter ausreifen konnte.
Nach ihrer Schul-/ und Jugendzeit zieht es Amy aufs Festland, direkt hinein in die Großstadt, wo das Leben nicht gegensätzlicher hätte sein können. Sie ertrinkt im Laufe der nächsten Jahre in einem Sud von Job-/Wohnungswechseln, Partys, körperlichem und seelischem Verfall durch Alkohol und anderer Drogen - und um sich aus diesem Sumpf wieder herauszuarbeiten, vollbringt Amy Liptrot u.a. dieses autobiographische Werk.
Die Autorin berichtet auf schonungslose und abrechnende Art und Weise von sich selbst. Sie scheut sich nicht, dem Leser auf berührende, offene Art ihr bisher schweres Leben zu erläutern; nimmt dabei kaum ein Blatt vor den Mund während sie von ihren Abstürzen berichtet, von den Gefühlen, die dabei ausgelöst werden. Amy berichtet vom Leben in ihrer Kindheit - gefangen auf einer Insel mit Eltern, die oftmals scheinbar ihr eigenes Leben kaum bewältigen können und sich dann mit ihren Kindern schwertun; von der Flucht in die (erdrückende) Großstadt und dem dort beginnenden Abstieg in Alkohol-/Drogenexzessen, nächtelangen Party etc...
Ebenso wenig scheut sich die Autorin zu berichten, wie sie versucht aus diesem Sumpf wieder herauszufinden, wie sie versucht wieder Fuß in dieser Welt zu fassen ohne Drogen etc und wie schwer ihr dies fällt.
Hingebungsvoll offen und absolut ehrlich beschreibt sie ihren bisherigen Lebensweg, ohne dabei alles auf Wolke 7 zu setzen und schönzuschreiben - für mich als Leser kommen ganz klar immer wieder Momente, alles zu überdenken und nochmals zu lesen.

Der Schreibstil der Autorin ist trotz einiger anstrengender Phasen sehr locker zu lesen, auffällig ist, dass kaum Dialoge genutzt werden und alles eher einer Erzählung gleicht. Einzig die Wechsel aus Jetzt und Früher sind manchmal etwas zu schroff und unklar. Dagegen bieten die tollen Beschreibungen der Natur etc eine klare Vorstellung vom Leben auf einer rauhen, schottischen Insel.
Ich finde, diese Buch strotzt vor Kummer, Leid, Scham - aber eben auch vor Mut: Mut, sich selbst so darstellen zu können; Mut sich und seine Sucht zu outen.
Dies Buch bekommt eindeutig eine Leseempfehlung - wobei man es unbedingt auch mehrfach lesen kann!

Veröffentlicht am 26.10.2017

Abwechslungsreich wie Ebbe und Flut - mein Highligt

Die Stille zwischen Himmel und Meer
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Inhalt:Edda nimmt sich eine Auszeit am Meer (Nordsee). Im dort gemieteten Ferienhaus kommt es durch eine Verwechslung/Fehlbuchung zu einer anfangs unangenehmen Begegnung mit Sebastian. Beide haben, ohne ...

Inhalt:Edda nimmt sich eine Auszeit am Meer (Nordsee). Im dort gemieteten Ferienhaus kommt es durch eine Verwechslung/Fehlbuchung zu einer anfangs unangenehmen Begegnung mit Sebastian. Beide haben, ohne es voneinander zu wissen, eine schwere Vergangenheit hinter sich die jeweils verarbeitet werden möchte.Anfangs stehen die Begegnungen unter keinem guten Stern, im Verlauf jedoch können sie sich gegenseitig öffnen, wie dies jedoch aussieht bzw weitergeht .... ?? ... das lest bitte selbst!
Cover:Durch die überwiegend blaue Farbgestaltung wirkt es zwar schlicht, jedoch wird durch Schrift und Hintergrundillustration die Schlichtheit verzaubert.
Fazit:Selten habe ich mich nach Beenden eines Buches noch so lange damit beschäftigt - einfach weil es so berührt hat!. Die Story um Edda ist einerseits unvorstellbar tragisch/traurig (Vergangenheit), auf der anderen Seite jedoch auch so herzerfrischend freudig (Aufarbeitung und Stärkung ihrer Persönlichkeit). Die Story um Sebastian ist von Beginn an mysteriös, anfangs noch unsympathisch wirkend, im Verlauf ergreifender. Irgendwie fühlt man mit beiden mit, möchte mit beiden weinen, lachen, schreien.Aufgelockert wird die Begegnung der beiden immer wieder durch Mia, die Enkelin der Vermieterin, die durch ihr Auftreten viele Wendungen bringt. Während des Lesens kamen immer wieder Gedanken zum Vorschein, wie das Ende nun sein könnte. Einerseits habe ich damit nicht gerechnet - andererseits ist es genau richtig so!! Alles andere wäre undenkbar!Die Autorin hat hier einen wunderbaren Sprachstil gegeben, sie bringt alles auf wahnsinnig gefühlvolle Weise herüber. Oftmals haben mich einzelne Zitate lange nicht losgelassen - einfach weil sie in dem Moment so herrlich treffend waren, so berührten - und es auch jetzt noch sind. Dies ist ein wahrer Herzensroman! 5/5☆ und 1000%ige Leseempfehlung

  • Cover
  • Gefühl
  • Anspruch
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 21.10.2017

Freude und Trauer können so eng beieinander liegen

Die kleinen Sterne leuchten immer - Briefe einer Sternenkindmutter
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Inhalt:
Maya schreibt an ihre verstorbene Mutter, scheint mit diesen Briefen ihre Trauer aufzuarbeiten. Sie berichtet über ihr Leben, ihre Familie, ihre Sorgen, eben alles, was man mit der Mutter bespricht.
Als ...

Inhalt:
Maya schreibt an ihre verstorbene Mutter, scheint mit diesen Briefen ihre Trauer aufzuarbeiten. Sie berichtet über ihr Leben, ihre Familie, ihre Sorgen, eben alles, was man mit der Mutter bespricht.
Als sie eines Tages erfährt, dass sie zum 2x schwanger ist, wird dieses Thema natürlich in den Vordergrund gerückt, v.a. auch, weil schnell klar wird, dass das Ungeborene keine ÜberlebensChance haben wird. Nun beginnt das Leben der Familie sich zu drehen und auf den Kopf zu stellen. Was tun? Abbruch der Schwangerschaft? Austragen des Kindes mit der Gewissheit, dass es entweder tot oder nur mit wenigen Stunden Lebenszeit zur Welt kommt?
In vielen Briefen an ihre Mutter verarbeitet Maya alle Sorgen.


Fazit:
Schon wenn ich das Buch in den Händen halte, ist klar, um welch schwieriges Thema es sich handelt. Ein Cover, welches besser nicht passen könnte - es wirkt einerseits durch den bloßen Sternenhimmel sehr schlicht, aber dennoch sehr berührend.
Durch die Erzählform anhand von einzelnen Briefen, ist ein Lesen sehr gut und einfach möglich (auch mit Tränen in den Augen). Es wirkt, als würde ich selbst diese Briefe erhalten (mal abgesehen von der Anrede) und dadurch kann ich mich gut in die Situationen hineinversetzen. Im Verlauf des Buches wurde ich immer wieder von verschiedensten Gefühlen überwältigt: Freude, Mitfühlen, Angst, Bewunderung, Ratlosigkeit, Trauer. Es ist beeindruckend, wie dieses doch so schwere Thema auf so berührende Weise zum Ausdruck gebracht worden ist
Ich kann diesem Buch nur eine eindeutige Leseempfehlung geben, gerade auch weil es solch ein schweres Thema beinhaltet. Respekt ggü der Autorin, die auf diese Weise die Geschichte einer Freundin zum Ausdruck bringt!
P.S.: alle, die nah am Wasser gebaut sind, sollten evtl das ein oder andere Taschentuch bereit halten

Veröffentlicht am 17.10.2017

Spannendes Ferien Abenteuer mit kriminalistischen Zügen

Pandora und der phänomenale Mr Philby
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COVER: Das Cover ist durch seine Farbgestaltung schön auffällig. Die einzelnen Illustrationen lassen schon ein wenig die Spannung erwähnen, die im Buch zu finden ist, so sind sie doch treffend gezeichnet. ...

COVER: Das Cover ist durch seine Farbgestaltung schön auffällig. Die einzelnen Illustrationen lassen schon ein wenig die Spannung erwähnen, die im Buch zu finden ist, so sind sie doch treffend gezeichnet. Schön finde ich auch, das Schrift und Illustration sich vom Hintergrund glänzend abhebt.
INHALT: Pandora verbringt ihre Ferien (von Schule und Internat) daheim bei ihrer Mutter. Zunächst noch unwillig, weiß sie doch, was auf sie zukommen mag: Mitarbeit im familieneigenen Hotel, welches man schon gar nicht mehr so nennen kann, miesepetrig Gäste, einen " Klotz am Bein" in Form eines gleichaltrigen Gastes. Pandora ist jedoch eine aufgeweckte 13jährige, die ein Gespür für Mysteriöses hat, und so werden die Ferien doch noch zu einem wahren Abenteuer!
FAZIT: Der Schreibstil ist so leicht und schnell zu lesen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und mich direkt hindurchlesen musste. Die Autorin versteht es, spannende mit alltäglichen Situationen gut zu vermischen. Die Protagonisten sowie Orte und Begebenheiten werden so anschaulich beschrieben, dass im Kopf gleich ein Film dazu ersteht und ich in die Geschichte hineingetaucht bin. Der Spannungsfaden begleitet durch das ganze Buch, sodass es kaum langweilig wird und lässt auch immer noch Platz für eigene Überlegungen und Miträtseln.
Ich finde, es ist ein interessanter Jugendkrimi geworden, der eine absolute Leseempfehlung erhält und damit auch 5/5☆

Veröffentlicht am 17.10.2017

Kurzwährende Freude

Bis wir uns wiedersehen
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INHALT: Diese Geschichte erzählt in der Hauptursache von einer Mutter, die nach ihren Töchtern sucht; diese würden vom Vater mit nach England (seine Heimat) genommen. In Malaya aber denkt die Mutter, ...

INHALT: Diese Geschichte erzählt in der Hauptursache von einer Mutter, die nach ihren Töchtern sucht; diese würden vom Vater mit nach England (seine Heimat) genommen. In Malaya aber denkt die Mutter, sie seien alle bei einem Brand ums Leben gekommen, bzw wird ihr dies so vermittelt. Dass jedoch alles vom Vater eingefädelt wurde, wird ihr erst spät klar.

MEINUNG: Die äußeren Umstände waren sehr anschaulich beschrieben, teils konnte ich mich gut in die Situation/Orte hineinversetzen. Die Geschichte an sich war am Anfang spannend/interessant, wurde ab ca Mitte des Buchs langatmig und am Ende fehlten mir Details.