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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2026

Das Leben ist nicht immer einfach und fair ...

Rosen im Asphalt
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Als treuer Fan der Bücher von Felicitas Fuchs, vielen von euch natürlich auch als Carla Berling bekannt, war ihr neuester Roman „Rosen im Asphalt“ für mich natürlich ein absolutes Muss!

Auch in diesem ...

Als treuer Fan der Bücher von Felicitas Fuchs, vielen von euch natürlich auch als Carla Berling bekannt, war ihr neuester Roman „Rosen im Asphalt“ für mich natürlich ein absolutes Muss!

Auch in diesem Werk präsentiert die beliebte Autorin ihren Lesern mal wieder einen bewegenden Roman, der auf wahren Tatsachen beruht. Diesmal geht es um eine besondere Freundschaft zwischen Linda und Irmi, deren Lebenswege unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Irmi zwar keine materielle Not leidet, widerfährt ihr jedoch eine emotionale Vernachlässigung, die ihresgleichen sucht. Linda hingegen wächst in Armut auf, hat keinerlei familiären Halt und wird zwischen Heimen und Pflegefamilien hin und her geschubst. Die Geschichte reicht von den 50er Jahren bis ins neue Jahrtausend und spiegelt neben den allgemeinen Ereignissen, die die Welt zu bieten hat, wunderbar und sehr authentisch die Ängste aber auch Hoffnungen der beiden unterschiedlichen Freundinnen wider.

Während das Leben der Protagonistinnen Linda und Irmi gut dargestellt ist, hätte ich mir manchmal ein wenig mehr Fokus auf den interessanten Nebenfiguren gewünscht. Vermutlich hätte das aber den Rahmen gesprengt und zu sehr vom Hauptthema abgelenkt. Ich habe dieses Buch – wie auch die vorhergehenden Bücher der Autorin – mit großem Interesse gelesen und konnte gut eintauchen in die Geschichte. Von mir gibt es deshalb von Herzen kommende vier wohlverdiente Sterne verbunden mit einer überzeugten Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.06.2026

Wo sind all die Männer hin ... wo sind sie geblieben?

Das Geheimnis der Frauen
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Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die talentierte Autorin Sonja Roos eine berührende Familiengeschichte rund um Lulu in der Gegenwart und Hanni in der Vergangenheit. Sie ist bekannt für starke ...

Auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die talentierte Autorin Sonja Roos eine berührende Familiengeschichte rund um Lulu in der Gegenwart und Hanni in der Vergangenheit. Sie ist bekannt für starke Frauenfiguren in ihren Romanen und hiermit punktet sie auch in ihrem neuesten Werk „Das Geheimnis der Frauen“.

Lulus Karriere auf Sylt endet mit einem großen Knall und sie kehrt in ihre Heimat im Westerwald zurück, wo ihre Eltern den Dorfkrug führen. Die Gaststätte ist mittlerweile sehr in die Jahre gekommen und eine Belastung für die Eltern und den Großvater Max. Schnell beginnt sich dazu eine Idee in Lulus Kopf zu formen. Doch dann macht ihr der Fund eines Stapels alter Briefe zunächst einen Strich durch die Rechnung. Sie führen sie zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs als das kleine Dorf auf einmal ohne Männer dastand, denn die waren im Krieg und keiner wusste, ob sie je zurückkommen würden. Da kommen Hanni und ihre Schwester Grete ins Spiel, zwei weitere Protagonistinnen, die sich gegen gesellschaftliche Erwartungen behaupten und ihren eigenen Weg finden müssen …

In dieser Geschichte überzeugt die Autorin mit ihrem flüssigen Schreibstil und einer stimmungsvollen Atmosphäre, die besonders in den Abschnitten der Vergangenheit sehr ausgeprägt sind. Die Wechsel zwischen den Zeitebenen sind gelungen und tragen harmonisch zur allmählichen Entfaltung der Geschichte bei. Wie so oft bei dieser Art von Romanen hat mir auch diesmal die Vergangenheit noch einen Ticken besser gefallen. Die Gegenwart war für mich manchmal ein wenig zu vorhersehbar und ich fand, dass nicht alle Nebenfiguren die verdiente Tiefe erhielten. Dennoch bleibt die Geschichte bis zum Schluss mehr als lesenswert und bekommt von mir dicke und wohlverdiente vier funkelnde Sterne verbunden mit einer klaren Leseempfehlung. Sonja Roos ist für mich mittlerweile ein absoluter Garant für spannende Unterhaltung!

Veröffentlicht am 20.06.2026

Leo und die drei Vögel aus der Hansastraße ...

Pina fällt aus
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In „Pina fällt aus” erzählt die Autorin Vera Zischke die Geschichte von Pina und ihrem autistischen Sohn, die verständlicherweise immer wiederkehrend mehr als eine Hürde im täglichen Leben überwinden müssen. ...

In „Pina fällt aus” erzählt die Autorin Vera Zischke die Geschichte von Pina und ihrem autistischen Sohn, die verständlicherweise immer wiederkehrend mehr als eine Hürde im täglichen Leben überwinden müssen. Leo lebt in seiner eigenen Welt und braucht seine Routine wie die Luft zum Atmen. Die Schüssel mit den Frosted Flakes muss immer auf dem gleichen Punkt auf der Tischdecke stehen, das Licht im Kühlschrank ist immer an und der Bus bringt ihn jeden Morgen zur gleichen Zeit in seine Behindertenwerkstatt. Leo will Busfahrer werden, doch dann kommt von jetzt auf gleich seine kleine Welt ins Wanken, denn Pina bricht auf offener Straße zusammen und fällt erstmal aus.

Nun ist guter Rat teuer, denn Pina und Leo hatten eigentlich nur einander und das war – zumindest aus Leos Sicht – auch genug. Er liebt seine Mutsch und damit gut. Nach und nach jedoch kriechen notgedrungenerweise die drei nachbarschaftlichen Parteien aus ihren Löchern. Auch sie sind ein sonderbares Trio mit jeweils eigenen Problemen, doch auf einmal wachsen sie über sich hinaus und bieten Leo eine Gemeinschaft, die ihresgleichen sucht!

Was für eine Geschichte, die sich erst langsam aber dann immer rasanter entwickelt, so dass ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen wollte. Die liebevoll gezeichneten Charaktere wuchsen mir schnell ans Herz und die Geschichte ist so real und authentisch gezeichnet, dass ich gar nicht anders konnte als mitzufiebern. Die Autorin schafft es, sowohl nachdenkliche als auch herzerwärmende Momente zu schaffen, die lange in Erinnerung bleiben und macht in ihrem Roman deutlich, wie wertvoll Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sein können.

Von mir gibt es von Herzen kommende volle fünf Sterne mit einer klaren Leseempfehlung. Dieses Buch hat mehr als ein Lächeln auf mein Gesicht gezeichnet!

Veröffentlicht am 09.06.2026

Nicht immer ist schweigen Gold ...

Ich schweige für dich
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Ich hatte mich für die Hörbuch Version von „Ich schweige für dich“ des bekannten Autors Harlan Coben entschieden, welches mich am Anfang richtig gut abgeholt hatte. Es schien sich bei der amerikanischen ...

Ich hatte mich für die Hörbuch Version von „Ich schweige für dich“ des bekannten Autors Harlan Coben entschieden, welches mich am Anfang richtig gut abgeholt hatte. Es schien sich bei der amerikanischen Familie Price um eine ganz normale Familie – Vater, Mutter, Kinder – zu handeln, die mit den täglichen kleinen Problemen des Alltags zu kämpfen haben, wie viele andere auch. Doch dann tritt dieser mysteriöse fremde Mann auf Adam zu und behauptet, dass es die Familie, an die Adam all die Jahre geglaubt hat, gar nicht gibt! Es bringt ihn aus dem Gleichgewicht und er hadert mit sich, es bei seiner Frau anzusprechen oder darüber zu schweigen. Er entscheidet sich für ersteres, mit fatalen Folgen, wie es scheint, denn plötzlich ist seine Frau Corinne spurlos verschwunden und für ihn beginnt ein schmerzhafter Wettlauf mit der Zeit …
Immer wenn ich beim Hören dachte, nun ist Adam aber wirklich auf der richtigen Spur, kam doch alles wieder ganz anders und so hielt mich die Story eine ganze Weile bei der Stange. Irgendwann wurde es mir aber alles ein bisschen zu viel, zu viele Charaktere, zu viele Handlungsstränge, zwischenzeitlich hatte ich den Überblick verloren, wer wer war.
Der Schluss wurde für mich zwar logisch gelöst, aber mir fehlte die Nähe zu den Protagonisten und der große Knall blieb einfach aus. Deshalb gibt es von mir diesmal nur drei von fünf Sternen, verbunden mit einer bedingten Hör- oder Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 09.06.2026

Tag der Befreiung ...

Berchtesgaden
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Beim ersten Blick auf das Buch dachte ich: „Kennst du doch schon“, da es dem Cover des Buchs „Bühlerhöhe“ von Brigitte Glaser stark ähnelt, jedoch ein ganz anderes Thema behandelt, so dass schnell froh ...

Beim ersten Blick auf das Buch dachte ich: „Kennst du doch schon“, da es dem Cover des Buchs „Bühlerhöhe“ von Brigitte Glaser stark ähnelt, jedoch ein ganz anderes Thema behandelt, so dass schnell froh war, den Roman „Berchtesgaden“ doch auch in die Hand genommen zu haben.
Carolin Otto entführt mich in die Tage kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Berchtesgaden, wo Hitler den zweiten Regierungssitz des deutschen Naziregimes angesiedelt hatte. Schon bald ist der Krieg mit seinen Kampfhandlungen zwar beendet aber in den Köpfen der Deutschen stellt sich nun die große Frage, wie es wohl weitergehen wird. Genau diese Frage stellt sich nicht nur unsere junge Protagonistin Sophie Gruber, die eine Stelle bei „den Amis“ ergattern konnte, sondern auch die amerikanischen Besatzungstruppen, die die Stadt mit seiner Umgebung eingenommen haben und versuchen zu verstehen, wie das alles geschehen konnte. Allen voran auf amerikanischer Seite ist der deutschstämmige Jude Frank Rosenzweig, inzwischen Offizier bei der US Army, dem es – leider ohne seine Familie – geglückt war zu emigrieren, bevor er den Tod in einem der vielen Konzentrationslager finden musste. Aber auch seine Freundin, die Kriegsreporterin Meg und der sympathische schwarze GI Sam, der sich in Sophie verliebt, spielen jeweils tragende Rollen.
Ich finde es schwer, das Buch zu beschreiben, denn in Teilen liest bzw. hört es sich fast wie ein Sachbuch, um dann wieder mit Emotionen aufzuwarten, die mich sehr berührt haben. Mir gefiel der fast nüchterne Schreibstil, der die damalige Situation, so nehme ich an, sehr authentisch beschreibt. Es ist ein Buch, das im Gedächtnis bleiben wird und genau dafür vergebe ich sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl. Mancher mag von dem Thema nichts mehr hören wollen, ist der Zweite Weltkrieg doch über achtzig Jahre her. Ich persönlich halte die Erinnerung daran wach, damit wir es vielleicht in der Zukunft besser machen können. Übrigens könnte ich mir hier durchaus einen Folgeband vorstellen, da es doch noch viel zu Erzählen gibt. Bin gespannt, ob das angedacht ist.