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Veröffentlicht am 22.09.2017

Ein dunkles Kapitel der Geschichte ...

Heimkehren
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Ich hatte das Glück in einer leider nicht sehr belebten Hörrunde den Debütroman der aus Ghana stammenden Amerikanerin Yaa Gyasi genießen zu dürfen. Ich wage es einfach mal hier zu behaupten, dass sich ...

Ich hatte das Glück in einer leider nicht sehr belebten Hörrunde den Debütroman der aus Ghana stammenden Amerikanerin Yaa Gyasi genießen zu dürfen. Ich wage es einfach mal hier zu behaupten, dass sich diese Geschichte in Hörbuchform sogar noch eindringlicher vermitteln lässt als in Schriftform. Der Verlag hat sich hier unglaubliche Mühe gegeben und jedem Abschnitt, also jedem Protagonisten der Story, eine eigene Sprecherin, bzw. einen eigenen Sprecher zugeordnet. Jeder der Vortragenden schaffte es auf seine eigene Weise dem jeweiligen Generationsabschnitt Leben einzuhauchen und mich als Hörerin an vielen Stellen zu verzaubern, zu schockieren oder zum Lächeln oder fast zum Weinen zu bringen, alles zu seiner Zeit.
Wie der Klappentext schon verrät, zieht sich die Geschichte über 8 Generationen. In der jeweils nächsten bekommt immer ein Sohn oder ein Tochter Gehör. Während sich die eine Hälfte des Romans hauptsächlich in Afrika abspielt und mir Einblicke in den Sklavenhandel oder auch einfach nur das Alltagsleben der verschiedenen Stämme vermittelte, begab ich mich mit dem Parallelstrang mit dem Sklavenschiff nach Amerika. Unheimliche Grausamkeiten spielten sich ganz ohne Frage auf beiden Seiten des Ozeans ab.
Gut gefallen hat mir der rote Faden, der sich durch das ganze Buch zieht und mir als Hörer immer wieder diese „ah, so gehören die Familien zusammen“-Gefühl gab. Die beiden Elemente Feuer und Wasser spielen eine entscheidende Rolle und führen am Ende schließlich zu einer Art Happy End, das mir das Buch noch einige Zeit nachklingen lassen wird.
Ich möchte dieses Buch oder Hörbuch jedem ans Herz legen, der sich für die afrikanische Geschichte und den damit verbundenen Sklavenhandel interessiert. Mir haben es die Augen geöffnet und mir Dinge offenbart, die ich so niemals für möglich gehalten hätte.

Veröffentlicht am 22.09.2017

Geblendet in den Goldenen Zwanzigern ...

Tanz des Vergessens
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Eine spannende Zeit hat sich die bekannte Autorin Heidi Rehn für ihren Roman ausgesucht. Der schreckliche Erste Weltkrieg, gerne auch als der „Große Krieg“ bezeichnet, ist endlich zu Ende. Viele junge ...

Eine spannende Zeit hat sich die bekannte Autorin Heidi Rehn für ihren Roman ausgesucht. Der schreckliche Erste Weltkrieg, gerne auch als der „Große Krieg“ bezeichnet, ist endlich zu Ende. Viele junge Männer sind auf dem Feld geblieben, viele kamen verwundet und stark traumatisiert nach Hause. Das Leben soll nun aber für die Überlebenden endlich wieder Spaß machen.
Ein bisschen zu viel Spaß mutet sich die Protagonistin Lou meiner Meinung nach zu. Während ich verstehen kann, dass sie ihren Schmerz betäuben, am liebsten gerne vergessen oder ungeschehen machen will, habe ich doch oft wenig Verständnis mit ihrer Art dies in die Tat umzusetzen. Ich möchte sie gar manchmal nicht nur als leichtsinnig sondern sogar als egoistisch bezeichnen, was sie mir leider oft unsympathisch macht, was wiederum einen Schatten für mich auf den Roman legt. Keine Frage, das Buch ist flüssig und dadurch sehr gut lesbar geschrieben. Ein Roman, mit dem man sich morgens im Urlaub auf den sonnigen Balkon setzt und dann ganz überrascht ist, wenn man abends schon fast fertig ist. Dennoch kommen Frau Rehn und ich irgendwie nie ganz auf einen gemeinsamen Nenner, das ging mir ähnlich mit ihrem Buch „Der Sommer der Freiheit“. Auch da wurde ich mit der Protagonistin Selma einfach nicht warm.
Liebe Frau Rehn, nun bin ich gespannt auf Ihr Buch „Das Haus der schönen Dinge“, das bereits darauf wartet, von mir gelesen zu werden. Mal sehen, ob es mit der Familie Hirschvogl besser klappen wird.

Veröffentlicht am 22.09.2017

Düster und bedrückend ...

Fuchskind
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Huch, was ist denn hier passiert? Ich hatte fast das Gefühl als würde ich das Buch einer anderen Autorin lesen …
Der Kriminalfall, beziehungsweise die Kriminalfälle, waren klasse beschrieben und schlüssig ...

Huch, was ist denn hier passiert? Ich hatte fast das Gefühl als würde ich das Buch einer anderen Autorin lesen …
Der Kriminalfall, beziehungsweise die Kriminalfälle, waren klasse beschrieben und schlüssig aufgeklärt. Der Teil des Buchs hat mir sehr gut gefallen und mir mal wieder vor Augen geführt, wie wenig Menschenleben in manchen Ländern wert sind. Frauen, Kinder, Babys … alle sind sie austauschbar und so ersetzbar.
Was mir so gar nicht gefallen hat, dass man als Quereinsteiger überhaupt keine Chance gehabt hätte sich in dieser Geschichte zurecht zu finden. Ich bin der Meinung, die Autorin hätte alles ein bisschen runder gestalten sollen. Wie war das damals, als Gesines kleiner Sohn starb. Was haben die Einträge über giftige Pflanzen zu bedeuten? Das ergibt für mich in diesem Band wenig Sinn … gut, ich habe den Vorgänger gelesen und verstand vieles gut aber so manches wahr doch auch wirklich etwas unwirklich … da kommt der Exmann ganz unerwartet aus dem Ostblock, scheint sogar direkt mit dem Mord zu tun zu haben und darf mit ermitteln? Auch Gesine, die nun wahrlich nicht gewissenskonfliktfrei ist, hat wieder ganz tief ihre Finger mit drin … mir war das alles ein bisschen „too much“, leider ….
Sehr gut dagegen hat mir die Erklärung des Titels gefallen … wenn man es so betrachtet, besteht da tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit, klasse Idee.
Ich hoffe, dass mir der bereits auf dem Markt erschienene dritte Teil der Reihe wieder besser gefallen wird. Gerne gebe ich der Autorin hier noch eine Chance.

Veröffentlicht am 20.09.2017

Die Anfänge der modernen Kreuzfahrt ...

Der Traum von Meer und Wind
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Die bewegende Geschichte dieser beiden Familien, die der Zufall einst zusammenführt hat, haben Egoismus, Gier und Skrupellosigkeit wieder entzweit. Carla Frederico versetzt den Leser mit viel Kopfkino ...

Die bewegende Geschichte dieser beiden Familien, die der Zufall einst zusammenführt hat, haben Egoismus, Gier und Skrupellosigkeit wieder entzweit. Carla Frederico versetzt den Leser mit viel Kopfkino zurück in die Zeit des späten 19en Jahrhunderts, in der die Uhren noch anders tickten. Hier wurden die Grenzen noch gewahrt zwischen arm und reich, koste es was es wolle. Doch die Steifheit der „alten Generation“ hält die beiden jungen Mädchen Mina und Bethy nicht davon ab, eine tiefe Freundschaft zu entwickeln, die leider dank vieler unerfreulicher Umstände ein jähes Ende finden soll. Die Grenzen zerfließen und nicht die „feine Gesellschaft“ geht zum Schluss als Sieger hervor …
Neben der sehr berührenden menschlichen Geschichte, schildert die Autorin das Leben auf und um das erste Kreuzfahrtschiff sehr anschaulich. Eine sehr ähnliche Route haben mein Mann und ich vor Jahren unternommen, so dass ich mich besonders bei diversen Landausflügen, z. B. nach Jerusalem und Kairo direkt in das Reisegrüppchen der Vergangenheit hinein versetzen konnte. Der Gedanke, unter welch erschwerten Bedingungen die Herrschaften damals reisten, ließ mir oft die Haare zu Berge stehen, und man merkt erst, wie weit sich die Reiserei doch in den letzten 100 Jahren entwickelt hat.
Die Geschichte übte mit ihrer lebhaften und sehr flüssigen Schreibweise eine gewisse Sogwirkung auf mich aus, so dass die doch immerhin knapp 700 Seiten nur so dahin flogen. Das war bestimmt nicht mein letztes Buch dieser Autorin!

Veröffentlicht am 20.09.2017

Die Ostsee ruft ...

Das Meer in deinem Namen
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Ok, ok … ich habe zu diesem Buch in einigen Rezensionen gestöbert und muss mich da manchen Vorrednern anschließen, die dieser Geschichte einen gewissen Hang zum Kitsch zuschreiben, was ja normalerweise ...

Ok, ok … ich habe zu diesem Buch in einigen Rezensionen gestöbert und muss mich da manchen Vorrednern anschließen, die dieser Geschichte einen gewissen Hang zum Kitsch zuschreiben, was ja normalerweise so gar nicht mein Ding ist.
Ich muss jedoch dazu sagen, ich habe das Buch im Urlaub am Meer – wenn auch nicht an der Ostsee – gelesen und konnte mich wunderbar hinein versetzen und einfach treiben lassen.
Der Klappentext verrät eigentlich genau so viel, wie gesagt werden muss ohne zu viel zu verraten. Die Geschichte macht mal wieder auf sehr anschauliche Art deutlich, wie schrecklich eine lebenslange Geheimniskrämerei doch für ein gutes Zusammenleben ist. Wie sagt man doch so schön „es ist nichts so fein gesponnen, es kommt immer an das Licht der Sonnen …“.
Von mir gibt es für dieses Buch eine Sommer-Sonne-Meer-Urlaubsleseempfehlung. Ich bin schon gespannt, wie es in der Trilogie weitergehen wird und freue mich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten.