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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2023

Man sollte sich nie zu sicher fühlen ...

Schwanensterben
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Eine junge, hübsche Russin wird auf einem Reiterhof tot aufgefunden. Sie war dort als Putzhilfe tätig, wo also hatte sie die Designer Klamotten her, die sie am Leib trug? Ermittlungen gehen zunächst in ...

Eine junge, hübsche Russin wird auf einem Reiterhof tot aufgefunden. Sie war dort als Putzhilfe tätig, wo also hatte sie die Designer Klamotten her, die sie am Leib trug? Ermittlungen gehen zunächst in Richtung ihres Liebhabers, einem polnischen Pferdepfleger namens Piotre, doch schnell merkt Kriminalhauptkommissar Heiner Hölze, dass hier einiges nicht zusammenpasst. Die Spur führt das Team der Kriminalpolizei schließlich weit zurück in die Vergangenheit, in der ein heute prominenter Bauunternehmer seine Finger tief im Spiel gehabt zu haben schien. Nach akribischer Recherchearbeit nicht nur seitens der Polizei scheinen die Puzzlesteinchen endlich ein grausames Ganzes zu ergeben …

Die beiden Autorinnen Liliane Skalecki und Biggi Rist bringen in ihrem Krimiauftakt viele Personen mit ins Spiel, scheuen sich jedoch auch nicht, diese ausführlich vorzustellen und ihrer Leserschaft nahe zu bringen. Bald schon fühlte ich mich sehr wohl in dieser illustren Runde und fieberte und rätselte mit. Einiges war ein wenig vorhersehbar doch zum Schluss bekam ich noch mal ein kleines extra Bonbon präsentiert. Lasst euch überraschen! Die meisten der zahlreichen Charaktere waren mir sympathisch, wenn mir auch das „auf schwäbisch denken“ des Kommissars ein wenig auf die Nerven ging. Dennoch freue ich mich schon auf den nächsten Band und ein Wiedersehen in Bremen. Vor mir gibt es ausbaufähige vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung nicht nur für Bremen Fans!

Veröffentlicht am 03.11.2023

Also den Einstein habe ich mir viel netter vorgestellt ...

Frau Einstein
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Wie der Titel schon vermuten lässt, dreht sich dieser biografische Roman um Frau Einstein oder besser gesagt um Milena Marić, die junge Frau, die sich in den chaotischen Albert Einstein verliebt. Milena ...

Wie der Titel schon vermuten lässt, dreht sich dieser biografische Roman um Frau Einstein oder besser gesagt um Milena Marić, die junge Frau, die sich in den chaotischen Albert Einstein verliebt. Milena ist eine intelligente junge Frau, die es dank der Unterstützung ihrer Eltern weit bringen kann. Sie hat allerdings einen körperlichen Makel – eine Schrägstellung der Hüfte – der ihr das Leben schwer macht. Als sie dann noch zufällig erfährt, dass sogar ihre Eltern bezweifeln, dass sie je einen Mann abbekommen wird, ist es um ihre Selbstsicherheit geschehen. Doch dann scheint sie einen Seelenverwandten in dem Studenten Einstein gefunden zu haben scheint, sieht ihre Welt gleich ein wenig rosiger aus. Ich wünschte ihr innerlich beim Hören alles Glück der Welt, doch Alfred entpuppt sich bald als ein selbstsüchtiges Ekelpaket, das ich niemanden an den Hals wünschen würde …
Mileva Marić reiht sich ein in eine inzwischen ziemlich lange Reihe an interessanten Frauen, über die ich gelesen habe. Und auch ihre Geschichte fand ich berührend, zuweilen traurig aber auch oft spannend. Wie schon in der Vergangenheit habe ich mich natürlich wieder schlau gemacht, wer nun wirklich hinter dieser Frau steckt, und war dann doch ein wenig enttäuscht, dass das Bild, das sie in dem Roman der Autorin Marie Benedict darstellt, doch nicht wirklich der Wahrheit entspricht. In dem Hörbuch gibt es nur schwarz und weiß, gut oder böse und wie sich herausstellt, gab es doch auch viele Grauzonen. Da mir dieser Umstand ja aber während des Lesens nicht bekannt war, vergebe ich dennoch meine vorher schon zurecht gelegten vier Sternchen. Frau Einstein kann, muss man aber nicht unbedingt gehört haben.

Veröffentlicht am 02.11.2023

Hélène Giroux ... eine Frau, mit der man rechnen sollte!

Das Geheimnis der Pianistin
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In dem eigentlich ein wenig unscheinbaren, etwas blass erscheinenden Buch lerne ich die Französin Hélène Giroux kennen, die in dem kanadischen Ort Saint Homais eine neue Heimat gefunden hat. Die Menschen ...

In dem eigentlich ein wenig unscheinbaren, etwas blass erscheinenden Buch lerne ich die Französin Hélène Giroux kennen, die in dem kanadischen Ort Saint Homais eine neue Heimat gefunden hat. Die Menschen dort wissen nichts Näheres über und vermuten hinter der eher unscheinbaren Frau auch nichts Böses. Sie wird recht freundlich aufgenommen, beginnt sich wohlzufühlen und genießt die Anerkennung, die ihr bald zuteilwird. Nichts deutet auf ihre bewegte Vergangenheit hin, die abenteuerlicher kaum hätte sein können, bis eines Tages die Polizei vor der Tür steht und sie des Mordes angeklagt wird.
Wow! Ich gestehe, das Buch braucht ein wenig, bis es an Fahrt aufnimmt aber so ist es ja auch verpackt, ein eher geruhsames Cover. Doch je tiefer ich mich in Hélènes Vergangenheit las, umso mehr blieb mir manchmal beim Lesen fast der Mund offenstehen. Ich bewundere diese mutige Frau, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen ließ und bin traurig, dass das Leben doch so viel Leid für sie bereithielt. Eine ganz besondere Geschichte wird dem Leser mit „Das Geheimnis der Pianistin“ präsentiert und ich habe voller Feuer und Flamme die halbe Welt mit dieser starken Protagonistin bereist. Gerne vergebe ich hier dicke vier von fünf Sterne und möchte den Roman recht vielen Lesern ans Herz legen. Dieses Buch verdient es nicht stiefmütterlich im Nirvana zu versinken!

Veröffentlicht am 31.10.2023

Wenn eine verbotene Liebe Familien zu spalten droht ...

Die Zuckerbaronin
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Ich bin immer wieder erstaunt, dass es noch Themen gibt, über die ich noch nicht gelesen haben. Tatsächlich ist es dem Autorenduo Martina Sahler und Heiko Walz mit „Die Salzbaronin“ gelungen, mich zu überraschen. ...

Ich bin immer wieder erstaunt, dass es noch Themen gibt, über die ich noch nicht gelesen haben. Tatsächlich ist es dem Autorenduo Martina Sahler und Heiko Walz mit „Die Salzbaronin“ gelungen, mich zu überraschen. Geschickt verpacken sie das Thema Zucker vs. Saccharin in eine Geschichte rund um die Schmugglerfamilie Schinder, zu der die drei Töchter Martha, Gwendolyn und Helena gehören. Wie schon der Titelzusatz vermuten lässt, steht in diesem ersten Teil der Trilogie die älteste Tochter Martha im Vordergrund. Martha ist ein kluges aber auch recht rebellisches Mädchen, das keine Angst kennt und mit Feuer und Flamme bei den Schmugglertouren mit von der Partie ist. Vater Korbinian ist eigentlich Chef eines eigenen Fuhrunternehmens aber der Saccharin Schmuggel bereitet der Familie Schinder ein nettes Zusatzeinkommen. Alles geht gut, bis ein schrecklicher Unfall die Mutter aus ihrer Mitte reißt. Umso verbissener kämpft Vater Schinder nun fortan gegen den verhassten Zuckerbaron Wallenberg an. Niemals darf er erfahren, dass Martha sich ausgerechnet in den Junior der Familie verliebt hat …

Während mich die Autorin in der Vergangenheit bereits mehrere Male nach Russland, England und auch nach Frankreich entführt hat, bleiben wir mit der Zuckerbaronin diesmal weitgehend in heimischen Gefilden. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, die Erfindung des Saccharins mit zu verfolgen und mit ansehen zu dürfen, was für einen Hype der „Arme Leute Zucker“ damals auslöste. Verbissen wurde an beiden Fronten gekämpft und so manchen Schmuggler des Süßstoffs hat es die Freiheit und manchmal sogar das Leben gekostet. Wie ich es ja schon aus der Vergangenheit gewohnt war, war auch dieser Roman wieder sehr bildgewaltig gestaltet und hervorragend recherchiert, sodass es ein Vergnügen war, in die Geschichte einzutauchen. Das überraschende Ende macht schon jetzt Lust auf mehr und so freue ich mich riesig auf den nächsten Teil. Ohne Frage vergebe ich natürlich sehr verdiente fünf von fünf Sternen und spreche eine absolute Leseempfehlung aus an alle Fans gut recherchierter Historienromane und solche, die es vielleicht werden wollen. Liebe Martina, lieber Heiko … wir lesen uns!

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Veröffentlicht am 30.10.2023

Wien, die Stadt mit den zwei Gesichtern ...

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
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Einen Besuch auf dem Zentralfriedhof wünschte sich mein Mann letztes Jahr bei einem einwöchigen Urlaub in der wunderschönen Stadt Wien. Einen Besuch auf dem Zentralfriedhof sollte er haben, das erlebten ...

Einen Besuch auf dem Zentralfriedhof wünschte sich mein Mann letztes Jahr bei einem einwöchigen Urlaub in der wunderschönen Stadt Wien. Einen Besuch auf dem Zentralfriedhof sollte er haben, das erlebten wir während einer Fiakerfahrt auf ebendiesem Friedhof geleitet von einem absoluten Wiener Original, der uns auch in die entlegensten Ecken entführte. Nun versteht ihr vielleicht meine Begeisterung für „Das Buch des Totengräbers“ von Oliver Pötzsch, in dem ich diese Reise nochmals unternehmen darf, diesmal jedoch 130 Jahre früher, geführt von Augustin Rothmayer, dem kautzigen Totengräber, der mich in die dunklen Seiten dieser wunderbaren Stadt entführt. Parallel dazu lerne ich Leopold von Herzfeldt kennen, einen jungen Inspektor aus Graz, der bei den Wiener Kollegen nicht immer gut gelitten ist. Doch er lässt sich nicht entmutigen und beißt sich durch, durch die Ermittlungen bei der Aufklärung der grausamen Morde an hübschen jungen Maderln, und ganz nebenbei lässt eine junge Frau sein eigenes Herz ein wenig höher schlagen …

Was soll ich sagen? Was gibt es anderes zu sagen, als dass ich schlichtweg begeistert bin von dieser erneuten Reise nach Wien, von den Protagonisten und ja vor allem auch von dem ausgezeichneten Hörbuchsprecher H. J. Stöckerl, der diesem Roman genau die richtige Portion Wiener Schmäh verleiht und mich verzaubert hat. Inzwischen stecke ich schon mitten drin im nächsten Band und auch der lässt wieder nichts zu wünschen übrig. Aber jetzt vergebe ich erstmal sehr, sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl und spreche an alle Wien Fans und solche, die es werden wollen, eine absolute Hörempfehlung aus an. Lieber Oliver, du hast dich selbst übertroffen!