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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2023

Man muss schon ein wenig bankverliebt sein ...

Rütlischwur (Ein Kommissar-Eschenbach-Krimi 4)
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Vollkommen benommen erwacht Kommissar Eschenbach in unbekannter Umgebung und kann im ersten Monat nicht sagen, ob tot oder lebendig ist. Wo ist er? Was ist passiert? Und wer um Himmels Willen ist die junge ...

Vollkommen benommen erwacht Kommissar Eschenbach in unbekannter Umgebung und kann im ersten Monat nicht sagen, ob tot oder lebendig ist. Wo ist er? Was ist passiert? Und wer um Himmels Willen ist die junge Frau, die ihn beobachtet? Mit diesem Knall beginnt der bereits vierte Teil der Krimireihe um Eschenbach, Rosa und Claudio, der mich aus erneut Deutschland in die idyllische Schweiz entführt. Wie schon die Vorgänger, beginnt das Buch sehr vielversprechend, doch leider kann er diesmal meine Erwartungen nicht erfüllen. Ich werde eingeführt in die Welt der Schweizer Bankgeschäfte und tief in den Strudel der Schweizer Geschichte gezogen, aber mir war das alles ein wenig zu wirr und kompliziert. Die Geschichte springt wild hin und her und schon bald hatte sie mich leider verloren. Ich vergebe diesmal nur gut gemeinte dreieinhalb von fünf Sternen und hoffe, dass mich der Author mit dem nächsten Band – Wetterschmöcker – wieder begeistern kann.

Veröffentlicht am 15.03.2023

Was geschah im Ullsteinhaus?

Schatten in der Friedrichstadt
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Auch bei der Lösung des mittlerweile achten Falls der historischen Kriminalreihe um den sympathischen Kommissar Wechsler kommt keine Langeweile auf. Die Ermittlungen führen ihn diesmal in die Verlagsbranche, ...

Auch bei der Lösung des mittlerweile achten Falls der historischen Kriminalreihe um den sympathischen Kommissar Wechsler kommt keine Langeweile auf. Die Ermittlungen führen ihn diesmal in die Verlagsbranche, genauer gesagt ins Ullsteinhaus, von dessen Dach ein Journalist zu Tode stürzt. Das Opfer Moritz Graf, erfolgreich, aber eigenbrötlerisch, war durch seine offene und direkte Art zu schreiben nicht bei jedermann beliebt. So war er auch gerade wieder an einer heißen Story dran, eine Tatsache, die eher auf Fremdeinwirkung mit Todesfolge als auf einen Unfall schließen lässt. Wechsler und sein Team machen sich an die Arbeit und stechen in mehr als ein Wespennest. Graf hatte Feinde aber auch der aalglatte Clemens Marold muss nicht nur um seinen guten Ruf fürchten …
Susanne Goga hat es mit „Schatten in der Friedrichsstadt“ mal wieder geschafft, einen anspruchsvollen Kriminalroman zu Papier zu bringen, der von Seite eins bis zum Schluss zu fesseln weiß. Mir gefallen die cleveren Gedankengänge, die sie Kommissar Leo zuteilwerden lässt. Bei seiner akribischen Ermittlungsarbeit achtet er zudem immer darauf, dass menschliche Gerechtigkeit geschieht, eine Schwäche, so man will, die ihm diesmal fast das Genick bricht. Gut gefallen haben mir die Hintergrundinformationen zum Ullstein Verlag, über den ich schon so einiges, zum Teil auch in Romanform gelesen habe. Spannend ist natürlich auch die politische Entwicklung. Wo sie hinführen wird, ist mir natürlich hinlänglich bekannt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie in Band neun vielleicht schon eine größere Rolle spielen wird. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr Clara, Georg und Marie gewünscht aber durch Ilses schöne Nachricht bin ich wieder versöhnt. Ich oute mich gerne als großer Leo Wechsler Fan und freue mich schon auf den nächsten Band, den Susanne neulich schon angekündigt hat. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für die gesamte Serie. Aber immer schön die Reihenfolge einhalten … ;)

Veröffentlicht am 15.03.2023

Früher war nicht immer alles besser ... eine wunderbare Reise in die Vergangenheit ...

Die Töchter des Geistbeckbauern
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Ich liebe Romane, die auf wahren Geschichten basieren, so wie auch hier bei der Bauersfamilie Geistbeck. Die Person der Hauptprotagonistin Walburga Geistbeck basiert nämlich auf der, der Großmutter der ...

Ich liebe Romane, die auf wahren Geschichten basieren, so wie auch hier bei der Bauersfamilie Geistbeck. Die Person der Hauptprotagonistin Walburga Geistbeck basiert nämlich auf der, der Großmutter der Autorin und so bekam ich als Leserin einen herrlich ehrlichen biografischen Roman präsentiert. Eigentlich hat die kleine Wally ja Glück, auf den Hof ihres Vaters, den Großbauern Georg Geistbeck geboren worden zu sein. Da ging es vielen Anderen um sie herum viel schlechter. Und obwohl sie „nur“ ein Mädel ist meint ihr Vater jovial: „Es ist natürlich das schönste Kind, das jemals auf die Welt gekommen ist!“ Doch auch die Geistbecks bleiben nicht von Not und Sorgen verschont. Nicht nur der Große Krieg und das Geld, das stetig an Wert verliert, sondern auch die „Umtriebigkeit“ des Bauern selbst machen ihnen zu schaffen. So muss schließlich die junge Wally in die weite Welt nach München aufbrechen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nichts ist ihr je schwerer gefallen …

Wenn auch der Spannungsbogen nicht immer ganz aufrechterhalten werden konnte, hat Antonia Brauer – der Name ist das Pseudonym einer bekannten Münchner Autorin - eine höchst interessante Familiengeschichte gezeichnet. Sie weiß, wovon sie schreibt, denn als Kind und junges Mädchen hat sie oft selbst bei Hopfenernte und auf dem Hof mitgeholfen. Die Charaktere kommen authentisch und lebensnah rüber und mehr als einmal habe ich mir gedacht, genauso wird es gewesen sein. Es war ein hartes Leben, das aber durchaus auch seine Freuden und glücklichen Tage hatte. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung und vergebe für diesen ersten Teil gerne verdiente vier glänzende Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.03.2023

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein ...

Der Sonne so nah
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Ich liebe ja Bücher, die auf wahren Tatsachen basieren, da kann man nebenher immer so herrlich eigene Recherchen anstellen und lernt ja auch nie aus! So habe ich mich auch riesig gefreut an einer gemeinsamen ...

Ich liebe ja Bücher, die auf wahren Tatsachen basieren, da kann man nebenher immer so herrlich eigene Recherchen anstellen und lernt ja auch nie aus! So habe ich mich auch riesig gefreut an einer gemeinsamen Leserunde zu „Der Sonne so nah“ von Axel S. Meyer teilnehmen zu dürfen. In zwei Erzählsträngen – die jeweils immer mit einem kleinen Luftschiff beziehungsweise mit einem Flugapparat verziert waren – brachte der Autor mir die beiden Erfinder Otto Lilienthal und Ferdinand Graf von Zeppelin näher. Höchst interessant was die beiden Herren trotz Spott und Hohn aus der Bevölkerung damals auf die Beine stellten. „Es ist dem Menschen nicht gegeben zu fliegen wie ein Vogel“ war die verbreitete Meinung und so mussten besonders die Lilienthal Brüder ihre Flugversuche möglichst im Verborgenen machen. Der werte Herr Pfarrer wollte die Jungs sogar ins Gefängnis stecken lassen! Doch weder Otto nebst Bruder noch Ferdinand ließen sich von ihren Plänen abbringen und kämpften bis zum Schluss für ihre Erfolge. Klasse fand ich auch, dass die Lilienthal Mutter und Frau Isabelle Zeppelin einen Part in der Geschichte fanden, denn hinter jedem erfolgreichen Mann steht ja bekanntlich auch eine starte Frau! Von mir gibt es für diesen wunderbaren biographischen Ausflug in die Fluggeschichte, gepaart mit der genau richtigen Portion Humor, mit fünf begeisterten Sternen die absolute Bestnote. Super gemacht, lieber Axel, freue mich schon auf dein nächstes Buch!

Veröffentlicht am 10.03.2023

"Ich bin wie ein Nebelwesen zwischen Zeiten und Welten" ...

Fine und die Zeit der Veränderung
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Noch ein kleines Stück des Weges darf ich die Familie Dehmel begleiten und ich muss gestehen, der Abschied fiel mir diesmal sehr schwer. Trotz des Titels „Fine und die Zeit der Veränderungen“ stehen erstmal ...

Noch ein kleines Stück des Weges darf ich die Familie Dehmel begleiten und ich muss gestehen, der Abschied fiel mir diesmal sehr schwer. Trotz des Titels „Fine und die Zeit der Veränderungen“ stehen erstmal Ulla und Heinrich Dehmel im Vordergrund. Die Zeiten sind nicht leicht für die Familie mit ihren drei Mädchen. Das Geld wird immer weniger und mit ihm scheint sich auch die Liebe zwischen den Ehepartnern zu verabschieden. Während sich Ulla zunehmend politisch engagiert, zieht Heinrich sich in sein Leben als Arzt zurück. Beide sind auf ihre eigene Art fanatisch, das kann wohl keine Ehe auf Dauer ertragen. Es kommt, wie es kommen muss und die Beiden trennen sich. Doch wo bleibt da noch Zeit und Liebe für Fine, Nellie und Beate übrig? Sie, die doch am wenigsten dafürkönnen und am meisten darunter leiden. Als schließlich noch die Nationalsozialisten mit ihren antisemitischen Hassparolen durch die Straßen marschieren, ist Ulla gezwungen ihre Kinder ziehen zu lassen. Bei einer Pflegefamilie finden sie schließlich Unterschlupf in einer Pension. Doch sind sie dort auch wirklich sicher?

Wie schon bei den Vorgängerbänden ist es für mich jedes Mal ein wenig wie nach Hause kommen, wenn ich wieder in das Leben der Familie Dehmel eintauchen darf. Nachdem Paula und Richard beide nicht mehr am Leben sind, kommen nun die nächsten beiden Generationen zum Zuge. Während natürlich auch Vera, Lottie, Ida etc. in Erscheinung treten, erfahren wir diesmal viel über Ulla und ihre, ja, ich würde es schon fast Besessenheit nennen, sich politisch zu engagieren, um die Welt zu verbessern. Sie begibt sich oft blind und ohne Rücksicht auf Verluste in Gefahr, was wiederum zur Folge hat, dass ihre große Tochter, ihr „Finemädchen“, schnell erwachsen werden und sich um ihre kleinen Geschwister kümmern muss. Während ich Ullala dafür oft hätte schütteln mögen, bleibt sie dennoch eine sympathische Frau, ein typisches Künstlerkind, das eben nicht aus ihrer Haut kann. Auch Fine hat trotz ihrer jungen Jahre schon feste Vorstellungen und scheint mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Schnell brennt auch sie für die Ziele der Mutter, sieht jedoch auch ein, dass das wohl nicht ihr Weg werden wird.

Ulrike Renk hat eine wunderbare Gabe ihre Protagonisten sehr authentisch und lebensnah erscheinen zu lassen. Es kann nicht immer einfach gewesen sein über eine reale Familie zu schreiben und dennoch eine flüssige Romanbiografie zu erschaffen, die dem Leser und gleichzeitig den Protagonisten gerecht wird. Ich kann verstehen, dass der letzte Teil der Reihe, der die Familie durch den Zweiten Weltkrieg begleitet hätte, nicht mehr zustande kommen wird. Das wäre Ulrike aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine und anderen Kriegsschauplätzen einfach zu schwergefallen. Nichtsdestotrotz hätte ich persönlich gerne weitergelesen und die Mädchen noch ein weiteres Stück des Weges begleitet.

Ich vergebe natürlich mit fünf Sternen wieder die absolute Bestnote und habe mich sehr gefreut, hier mit von der Partie gewesen zu sein. Wir lesen uns bestimmt mal wieder, liebe Ulrike!