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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2022

Das war mir ein wenig zu gefühlskalt ...

Der Wald
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Nachdem ich „Die Farbe von Milch“ der Autorin Nell Leyshon geliebt habe, war es für mich selbstverständlich „Der Wald“, ihren zweiten Roman, zu lesen. Auch er spielt wieder in der Vergangenheit, auch hier ...

Nachdem ich „Die Farbe von Milch“ der Autorin Nell Leyshon geliebt habe, war es für mich selbstverständlich „Der Wald“, ihren zweiten Roman, zu lesen. Auch er spielt wieder in der Vergangenheit, auch hier geht es wieder um Familienverhältnisse.

Es geht primär um den kleinen Pawel und seine Mutter Zofia. Es hätte so schön sein können, wäre da nicht dieser unsägliche Krieg dazwischen gekommen. Vater und Großmutter werden im Untergrund tätig und so ist es nicht wirklich überraschend, dass Mutter und Sohn schließlich flüchten müssen in den benannten Wald. Doch es ist etwas zerbrochen in ihrer Beziehung und so entfremden sie sich als Erwachsene. Nur mit viel Widerwillen willigt die Mutter, die sich inzwischen Sofia nennt und wie ihr Sohn in England lebt, einem Treffen ein …

Eigentlich hörte sich der Klappentext genau nach meinem Beuteschema an und dennoch fühlte ich mich enttäuscht. Das Buch las sich nicht wirklich flüssig, im Gegenteil, fast fühlte es sich an wie eine Art Aneinanderreihung von Ereignissen, die wenig Emotionen zuließ. Schade, aber hier kann ich nicht mehr als drei Sterne von fünf vergeben. Vielleicht waren aber auch einfach meine Erwartungen zu hoch?

Veröffentlicht am 26.07.2022

Coming home and starting new ... einfach grandios!

Schritt ins Licht
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Es ist erst ein paar Wochen her, dass ich den letzten Band der Hansen Saga gelesen, nein … verschlungen habe aber bereits mit dem Wissen, dass es mit den Kindern weitergehen würde, so viel der Abschied ...

Es ist erst ein paar Wochen her, dass ich den letzten Band der Hansen Saga gelesen, nein … verschlungen habe aber bereits mit dem Wissen, dass es mit den Kindern weitergehen würde, so viel der Abschied nicht ganz so schwer. Ich war jedoch ein wenig, wenn auch positiv überrascht, dass die „alten“ Hansens eine solch große Rolle in der neuen Familiengeschichte einnehmen würden. Der Roman beginnt mit einem traurigen Paukenschlag um Luise, doch viele andere bekannte Gesichter sind auch im Alter oder Älterwerden noch putzmunter. Eigentlich ist das wirklich neue Familienmitglied Amala, die den weiten Weg nicht scheut und sich auf macht nach Hamburg, um ihre deutsche Familie kennenzulernen. Natürlich erregt sie gleich Aufsehen, passt sie doch mit ihrer kaffeebraunen Haut so gar nicht zu den blassen Hamburgern. Aber die Familie stärkt ihr den Rücken und bestärkt sie darin, im kühlen Deutschland einen Fuß an Deck zu bekommen.

Wie hat es mir gefallen, die Söhne und Töchter der Handelsbrüder Georg, Robert und Karl Hansen wiederzusehen. Es ist einfach eine sehr sympathische Familie, wenn natürlich auch das Zänkische und manchmal schlicht Böse mit Martha und Richard immer wieder aufbrodelt. Gut, sonst wäre es ja auch fast zu schön, um wahr zu sein und vor allem nicht spannend genug! Und … wer die Autorin auch noch unter ihrem Pseudonym Caren Benedict kennt, darf sich über ein besonderes Wiedersehensbonbon mit einigen Charakteren der „Grandhotel“ Saga freuen. Ich glaube, das war meine Lieblingsüberraschung :)

Das Buch ist liebevoll aufgemacht mit einem Ausspruch aus dem Mund des jeweiligen Hauptprotagonisten über jedem Kapitel und liest sich so flüssig, dass man es gar nicht aus der Hand legen mag.

Ich als alter „Hansen-Hase“ habe mich gleich wieder wie zu Hause gefühlt und würde allen Neueinsteigern fast empfehlen, vielleicht doch noch einen Blick in den ein oder anderen Band der alten Saga zu werfen.

Von mir gibt es die volle Punktzahl und natürlich eine absolute Leseempfehlung. Danke, dass ich in der Runde mit von der Partie sein durfte, hoffentlich geht es schon bald weiter …

Veröffentlicht am 07.07.2022

Die Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit war für mich nicht wirklich stimmig ...

Die Mondschwester
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Auch für die fünfte der sieben Schwestern dÀplièse hat sich Lucinda Riley eine interessante Geschichte ausgedacht. Diesmal entführt sie uns in der Gegenwart in die Einsamkeit Schottlands. Tiggy, die schon ...

Auch für die fünfte der sieben Schwestern dÀplièse hat sich Lucinda Riley eine interessante Geschichte ausgedacht. Diesmal entführt sie uns in der Gegenwart in die Einsamkeit Schottlands. Tiggy, die schon immer verrückt nach Tieren war, erhält eine Stelle auf einem riesigen Gut, wo sie Wildkatzen züchten und betreuen darf. Über Umwege erfährt sie von ihrer Herkunft, die sie tief ins Herz von Granada, nach Sacromonte führen. Die Familie ihrer Großmutter lebte dort in den Höllen der Gitanos. Großmutter Lucía war einst eine berühmte Flamenco Tänzerin, die mit ihrem Tanz schließlich Weltruhm erlangte und auf den größten Bühnen Süd- und Nordamerikas tanzte …
Für mich war diese aufregend anmutende Geschichte leider die schwächste der Reihe. Mir wollte nicht in den Kopf, was Lucía und Tiggy gemeinsam haben könnten. Tiggy wirkt trotz ihrer Gabe des Sehens blass. Zudem verleiht ihr die Sprecherin des Hörbuches es solch pathetische Art zu sprechen, dass ich mich schwertat, dem Roman zu lauschen. Während die spanische Vergangenheit Feuer und Leidenschaft porträtiert, bleibt die Gegenwart konstruiert und ein wenig kitschig. Die Vorgängerbände erhielten von mir Bestnoten, hier liegt leider nicht mehr als ein „befriedigend“ drin. Trotzdem bin ich schon sehr gespannt, wie es Elektra im nächsten Band ergehen wird und bleibe auf jeden Fall an dieser Reihe dran!

Veröffentlicht am 07.07.2022

Schwierige Zeiten brechen an ...

Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten
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Nahtlos knüpft dieser mittlere Band der Trilogie um das Palais Heiligendamm an seinen Vorgänger an. Wieder geht es um die Familie Kuhlmann, die hofft, nach Überstehen des großen Krieges endlich ein wenig ...

Nahtlos knüpft dieser mittlere Band der Trilogie um das Palais Heiligendamm an seinen Vorgänger an. Wieder geht es um die Familie Kuhlmann, die hofft, nach Überstehen des großen Krieges endlich ein wenig Ruhe in ihr Leben bringen zu können. Doch weit gefehlt. Langsam zeichnet sich die wohl unvermeidbare Wirtschaftskrise ab und antisemitische Töne werde immer öfter angeschlagen.
Der Fokus in diesem Band liegt auf Elisabeth, die unermüdlich für das Hotel aber auch ihr privates Glück kämpft. Auf Paul, der einsehen muss, dass Robert unwiederbringlich für ihn verloren ist und aufgrund seines Verlangens nach Wärme und Zärtlichkeit blind in eine verhängnisvolle Affäre stürzt. Und auf Minna, die so gerne ihre große Liebe in Albert finden würde.
Hervorragend vorgetragen von Nora Schulte wird dieses Buch zum absoluten Hörvergnügen. Michaela Grünig hat eine Art, dem Hörer/Leser historische Vorkommnisse näher zu bringen, die niemals mit erhobenem Zeigefinger daherkommt aber auch in keinster Form kitschig oder abgedroschen wirkt. Ich freue mich auf den dritten Band der Trilogie und vergebe auch für Band zwei wieder die volle Punktzahl verbunden mit einer unbedingten Hör- bzw. Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 07.07.2022

Genau mein Ding!

Über Menschen
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Nachdem mich „Unterleuten“ der Autorin Juli Zeh noch nicht ganz überzeugen konnte, muss ich sagen, dass ich nach „Über Menschen“ das Gefühl habe, wir beide könnten Freunde werden. Das Thema ist dem im ...

Nachdem mich „Unterleuten“ der Autorin Juli Zeh noch nicht ganz überzeugen konnte, muss ich sagen, dass ich nach „Über Menschen“ das Gefühl habe, wir beide könnten Freunde werden. Das Thema ist dem im erstgenannten Buch nicht unähnlich. Wieder geht es um ein Dorf im Niemandsland in Brandenburg. Wieder handelt es sich um eine Art Aussteigerin, die vom Leben in der Großstadt die Nase voll hat und doch ist es ganz anders. In ihrer selbstgewählten Einöde angekommen stellt Dora fest, dass sie eigentlich gar nicht genau wusste, was sie erwarten würde. Nach und nach lernt sie ihre Nachbarn kennen, um schließlich an sich selbst zu zweifeln, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Oder verzweifelt sie an ihren Nachbarn? Allmählich entwickelt sich ein inniges Verhältnis zwischen dem kleinen Nachbarsmädchen Franzi und Doras Promenaden-mischung Jochen-der-Roche, wobei es sich hier wohlgemerkt um ein kleines Hundemädchen handelt. Das Eis scheint gebrochen und so kommt sie schließlich auch Franzis Vater Gote, der sich selbst ganz offen als Dorfnazi bezeichnet, näher. Näher als sie sich das vielleicht einst gewünscht hätte …
Natürlich werden in diesem Roman alle Klischees bedient. Hier gibt es das schwule Pärchen, das „in Blumen macht“, die alleinerziehende Mutter, die überarbeitet aber unterbezahlt ist und wie gesagt Gote, der früher gerne auch mal „Linke klatschen“ ging und seine Ausbrüche nicht immer richtig im Griff hat. Aber irgendwie haben sie alle das Herz am rechten Fleck und halten zusammen, wenn Zusammenhalt wichtig ist. Sukzessive merkt Dora, dass es in der Großstadt wie auf dem Land menschelt und das Leben eigentlich gar nicht so verkehrt ist. Mir persönlich jedenfalls sind die Charaktere jeder auf seine eigene Art beim Hören ans Herz gewachsen. Manchmal hätte ich schreien können, doch oft genug schlich sich auch ein fettes Grinsen in mein Gesicht. Punkt um, von mir gibt es volle fünf Punkte für diese kleine Gesellschaftsstudie, gut gemacht Frau Zeh!