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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2022

Kampfgeist und große Gefühle zeichnen dieses Buch aus ... absolute Empfehlung!

Das Leben in unseren Händen
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Diesen schönen Roman einer für mich bis dahin unbekannten Autorin durfte ich gemeinsam mit anderen begeisterten Leser*innen in einer von Eva Neiss persönlich begleiteten Leserunde lesen, was dem Ganzen ...

Diesen schönen Roman einer für mich bis dahin unbekannten Autorin durfte ich gemeinsam mit anderen begeisterten Leser*innen in einer von Eva Neiss persönlich begleiteten Leserunde lesen, was dem Ganzen natürlich eine ganz besondere Note gab. Aber auch ohne Begleitung wäre dieses Buch ein Highlight geworden. Ich durfte die beiden ungleichen Schwestern Hannah und Ada Rosenbaum kennenlernen, die eine Reise ins Ungewisse antreten müssen, um dem Naziterror in Deutschland zu entkommen. Mit einem Namen wie Rosenbaum ist man dort leider schon ein Weilchen nicht mehr sicher. Getrennt von den Eltern und dem jüngeren Bruder kommen sie in New York an, wo sie schließlich „nur“ von Onkel und Tante in Empfang genommen werden. Von Anfang an werden sie auf eine schwere Probe gestellt doch sie kämpfen, die eine mehr, die andere weniger. Einen Kampf der besonderen Art muss jedoch Adas kleines Frühchen für sich ausfechten. Die Chancen scheinen gut zu stehen, als Dr. Martin A. Couney in ihr junges Leben tritt …
Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, das dürft ihr euch alle selbst erlesen und wenn es euch wie mir geht, werdet ihr es kaum schaffen, das Buch aus der Hand zu legen. Die talentierte Eva Neiss hat in ihrem Roman eine Atmosphäre geschaffen, die mich sofort in den Bann zog. Immer wieder habe ich mitgefiebert und mitgelitten. Der fleißigen und strebsamen Hannah, die für ihr Leben gerne Ärztin werden würde und der eher ichbezogenen Ada wird nichts geschenkt und so finden sich beide bald in einer Position, an der Entscheidungen fürs Leben getroffen werden müssen.
Wunderbar flüssig geschrieben wird dieser Roman mit seiner Mischung aus Fakt und Fiktion schnell zum Lieblingsbuch. Durch Hannahs Augen erwandere ich eine New York, das mit bei meinem eigenen viel zu kurzen Aufenthalt in der Metropole verborgen geblieben war. Ich staune über die „Frühchen Show“ auf Coney Island, leide mit ihr in der Feuerzeugfabrik, sitze mit ihr am gedeckten Tisch, der sich vor jüdischen Spezialitäten nur so beugt. Und ich freue mich, als die vielen Puzzlesteinchen endlich ineinanderpassen und sich für alle eine Art Happy End abzuzeichnen scheint. Ganz leise still und heimlich stellt sich die Harmonie ein, wenn auch noch viel Arbeit in den Leben der Protagonisten vor ihnen liegt.
Genau mein Schreibstil, berührend aber ohne Kitsch und Schnörkel. Ich freue mich sehr, dass ich Eva und ihren wunderbaren Roman kennenlernen durfte und freue mich heute schon auf ein hoffentlich nicht allzu fernes Wiedersehen. Ich spreche eine absolute Leseempfehlung verbunden mit fünf funkelnden und wohlverdienten Sternchen aus!!!

Veröffentlicht am 26.01.2022

Frieda konnte sich befreien, doch der Preis war hoch ...

Frieda von Richthofen
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Kennt ihr das Gefühl, wenn man ein Buch nach dem Lesen zuklappt und einfach nur begeistert ist? Wenn man das Gefühl hat, erstmal innehalten zu müssen und alles ein wenig sacken zu lassen? Genau so ging ...

Kennt ihr das Gefühl, wenn man ein Buch nach dem Lesen zuklappt und einfach nur begeistert ist? Wenn man das Gefühl hat, erstmal innehalten zu müssen und alles ein wenig sacken zu lassen? Genau so ging es mir mit diesem Roman, der in großen Teilen auf wahren Tatsachen basiert.

Angezogen von dem wunderschönen Cover aber auch dem prominenten Namen auf dem Cover machte ich mich mit Frieda von Richthofen auf eine Befreiungsreise. Die schöne Sprache, die die Autorin Annabel Abbs ihren Charakteren in den Mund legt, zog mich sofort in den Bann. In den verschiedenen Kapiteln lässt sie mal Frieda, mal Ernest aber ihre Kinder, Schwestern und natürlich „Lorenzo“ zu Wort kommen. Nach akribischer Recherche einer Fülle von vorhandenen Quellen webt sie eine wunderbare Geschichte, die dem Zeitgeist des frühen 20. Jahrhundert absolut gerecht wird.

Frieda, die aus einer adligen Militärfamilie aus Metz – damals noch deutsch – stammt, hat mit Ernest gegen den Willen ihrer Eltern unter Stand geheiratet. Doch sie versucht glücklich zu werden in dem farblosen Nottingham, wo sie als Deutsche mehr als misstrauisch beäugt wird. Ihre drei Kinder bereiten ihr Freude, doch Ernest, ihr Mann, ist mit seiner Arbeit verheiratet und kann mit Gefühlen wenig anfangen. Ein Besuch Friedas Schwester Elisabeth, während dessen diese ihr von der Befreiung der Frau und ihren eigenen außerehelichen Affären vorschwärmt, scheint bei Frieda einen Schalter umzulegen. So befreit sie sich dann Schicht um Schicht von ihren Fesseln doch der Preis, den sie dafür zahlen muss, wird sie ein Leben lang betrüben …

Natürlich habe ich neben dem Lesen mal wieder ein wenig Eigenrecherche betrieben und bin ganz überrascht über die Fülle von Material über Frieda und besonders natürlich D. H. Lawrence. Sicher werde ich mir in der hoffentlich nicht allzu fernen Zukunft das ein oder andere „skandalträchtige“ Werk aus der Feder dieses Künstlers näher anschauen.

Ich vergebe mit fünf Sternen die absolute Bestnote!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2022

Die Familie Hansen wird mal wieder auf harte Bewährungsproben gestellt ...

Der leuchtende Himmel
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Ich glaube, viele werden mir hier zustimmen. Wer die Reihe von Anfang an gelesen hat, für den ist das erneute Eintauchen in das Leben der Familien Hansen eine Art Heimkehr in den Schoß der Familie. Die ...

Ich glaube, viele werden mir hier zustimmen. Wer die Reihe von Anfang an gelesen hat, für den ist das erneute Eintauchen in das Leben der Familien Hansen eine Art Heimkehr in den Schoß der Familie. Die Autorin schaffte es mit Leichtigkeit, mich in Hamburg, Wien und Kamerun gleich wieder zu Hause zu fühlen. Diesmal wird das geschäftliche Leben von dem nicht unberechtigten Streik der Hafenarbeit an den Hamburger Docks dominiert, doch auch im privaten Bereich knistert es gewaltig. Während es Konstantinus gelingt, seinem Privatleben wieder einen Sinn zu geben, ist es um Luise und Hans weniger rosig bestellt. Luise wird vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt und das Ende des Buchs schließt mit einem spannenden Cliffhanger, der sofort Lust auf den achten und letzten Teil der opulenten Hansen Saga macht.

Ich ziehe ein kleines Sternchen von der Bestnote ab, da sich die Spannung meines Erachtens erst ein wenig schleppend einstellt. Dennoch vergebe ich eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne in Familiengeschichten festlesen. Mein Rat aber, unbedingt die Reihenfolge einhalten!

Veröffentlicht am 26.01.2022

Einmal angefangen kann man mit dem Walzertanzen gar nicht mehr aufhören ...

Der langsame Walzer der Schildkröten
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Viel zu lange schon versteckte sich dieser zweite Teil der französischen Trilogie um das ungleiche Schwesternpaar Joséphine und Iris auf meinem SuB. Als nun endlich eine liebe Lesefreundin Interesse daran ...

Viel zu lange schon versteckte sich dieser zweite Teil der französischen Trilogie um das ungleiche Schwesternpaar Joséphine und Iris auf meinem SuB. Als nun endlich eine liebe Lesefreundin Interesse daran anmeldete, machte ich mich ans Lesen. Was soll ich sagen? Ich bin mal wieder ganz hin und weg.

Schnell war ich wieder drin in der Geschichte und konnte mich daran erfreuen, dass es Joséphine wohl endlich geschafft hatte, sich von dem Joch ihrer Schwester zu befreien. Sie hat Geld, kann sich und ihren Kindern alle Wünsche erfüllen und müsste glücklich sein. Und doch scheint ein Schatten über ihr zu schweben, denn sie ist verliebt in den Mann einer anderen. Auch Iris scheint nach dem unsäglichen Klinikaufenthalt ihr Glück gefunden zu haben. Ist ihr Mann Philipp der Auserkorene? Rund um die beiden Schwestern tummeln sich die Kinder, die alle ihren Weg zu finden scheinen, alles könnte so schön sein, bis eine Mordserie ihrer aller Leben aus den Angeln hebt …

Die Autorin hat einen etwas eigenwilligen Schreibstil, der nicht jedem liegen wird, auf mich hatte er jedoch eine wahre Sogwirkung. Ich hatte mich regelrecht festgelesen in diesem zweiten Band, und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich fand es spritzig, sehr französisch und einfach nur mitreißend. Mal sehen, ob sich Katherine Pancol in Band drei noch steigern wird …

Für „Der langsame Walzer der Schildkröten“ gibt es von mir die Bestnote. Für mich war es ein Volltreffer!

Veröffentlicht am 26.01.2022

Ja, was ist denn da in Niederkaltenkirchen los? ...

Rehragout-Rendezvous
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Kaum setzt der sympathische Christian Tramitz zum Sprechen an, ist man auch schon wieder mittendrin in Nieder-kaltenkirchen. Doch die Stimmung dort scheint alles andere als gut. Die Oma bekommt auf ihre ...

Kaum setzt der sympathische Christian Tramitz zum Sprechen an, ist man auch schon wieder mittendrin in Nieder-kaltenkirchen. Doch die Stimmung dort scheint alles andere als gut. Die Oma bekommt auf ihre alten Tage Flügel und beschließt endlich das „Luxusleben“ zu führen, das sie schon lange verdient hat. Mehr schlecht als recht und immer zwischen Wut und Verzweiflung versuchen der Franz, der Leopold, der Vater und auch die Susi den Haushalt zu schmeißen. Dumm eben, dass sie da früher nie Interesse dran gezeigt hatten … zudem hat die Susi auch so ganz andere Dinge im Kopf gerade, wo sie doch als amtierende Bürgermeisterin im Rathaus schalten und walten darf wie sie will. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass sie Kollegen und besonders Kolleginnen auf die Füße tritt. „Wo ist da noch Platz für einen Kriminalfall?“ fragt ihr? Genau die Frage hat sich die Autorin wohl auch gestellt und sich dafür entschieden, dass der somit einfach in den Hintergrund rutscht. Schade eigentlich, wo doch der Franz so ein guter Kriminalkommissar ist. Ihr merkt schon, meine Begeisterung hält sich ein wenig in Grenzen. Während der Sprecher hier mal wieder eine Glanzleistung hingelegt hat, bleibt der Roman an sich ein wenig blass. Ich vergebe dennoch 3,5 von 5 Sternchen da ich weiß, dass die Autorin selbst eine traurige Zeit durchmacht und ihre Gedanken sicher schwer bei dem Geschriebenen halten kann. Keine Entschuldigung aber ein wenig Nachsicht habe ich schon. Ich bleibe ihr treu und freue mich auf den nächsten, hoffentlich spannenderen, Fall für den Kommissar Franz Eberhofer.