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Veröffentlicht am 14.12.2021

Nu plusta Dir ma nich so uff!

Fräulein Gold: Der Himmel über der Stadt
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Hulda Gold ist eine echte Berliner Pflanze! Mit viel Ehrgeiz tritt sie ihre Stelle als Hebamme in der neuen Frauenklinik in Berlin Mitte an. Seit ihrer Zeit als freiberufliche Geburtshelferin – oft in ...

Hulda Gold ist eine echte Berliner Pflanze! Mit viel Ehrgeiz tritt sie ihre Stelle als Hebamme in der neuen Frauenklinik in Berlin Mitte an. Seit ihrer Zeit als freiberufliche Geburtshelferin – oft in den ärmsten Viertel der Gegend – kann sie anpacken, Blut sehen und vor allem Babys auf die Welt helfen. Man stelle sich ihre Überraschung vor, als sie erfährt, dass sie in der Klinik eher Handlangerdienste leisten darf und die Götter in Weiß im Mittelpunkt der Geburten stehen! Doch dann kommt es während einer Geburt zu Komplikationen mit Todesfolge und Hulda hat schnell das Gefühl, dass hier irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. In altbekannter Manier steckt sie ihre Nase vielleicht ein wenig zu tief in anderer Leute Affären … Auch ihr Freund Karl hat wieder ein paar Tote zu beklagen und muss sich auf die Spur eines Mörders begeben, der im homophilen Milieu sein Unwesen treibt. Beide sind beruflich also mehr als eingespannt, doch auf privater Ebene scheint es zwischen den Zweien nicht ganz so harmonisch zuzugehen. Sind die Tage ihrer Beziehung gezählt?

Also, das war ja in meinen Augen mal wieder ganz erste Sahne! Hulda Gold – zum Leben erweckt durch die wunderbare Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Anna Thalbach - hat mich doch mal ganz locker um hundert Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Ich habe sie gespürt, die Stimmung, die einerseits neuen Aufschwung verspricht und anderseits aber auch die ersten Schatten einer neuen Denkweise wirft. Das Thema „jüdisch sein“ wird negativ behaftet und leider wissen wir heute ja wohin das führen wird. Dennoch konnte ich auch entspannen und mit mit Hulda und dem sympathischen Assistenzarzt ein paar Cocktails gönnen und ein Tänzchen wagen. Ein toller Ausflug ins Berlin der Zwanziger Jahre bekommt von mir wieder mal eine absolute Hörempfehlung. Ein halbes Sternchen ziehe ich ab für die Geschichte rund um Karl, der mit seinem Kriminalfall unverdient in den Hintergrund treten musste. Hier hätte mich mir noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Ich vergebe diesmal 4,5 von 5 Sternen und freue mich schon riesig darauf zu erfahren, wie es mit Hulda weitergehen wird.

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Veröffentlicht am 14.12.2021

Dieses Buch hat mich abgeholt und sehr berührt ...

Die Buchhändlerin
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Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass es sich bei dem Buch um „eines von vielen“ handelt, eben genau nach dem Schema, nach dem im Moment von vielen Autoren geschrieben wird, über „starke Frauen in einer ...

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass es sich bei dem Buch um „eines von vielen“ handelt, eben genau nach dem Schema, nach dem im Moment von vielen Autoren geschrieben wird, über „starke Frauen in einer unsicheren Zeit“. Entsprechend skeptisch habe ich mir das Buch dann auch vorgenommen. Umso positiver überrascht war ich jedoch, dass sich dieser Roman meiner Meinung nach deutlich von der Masse abhebt. Ich habe beim Lesen mitgelitten mit Christa, die – bedingt durch die Verkettung vieler unglücklicher Umstände – doch nie wirklich in ihrem eigenen Leben ankommt. Ihr Traum vom Studium der Germanistik muss sie schweren Herzens aufgeben, nachdem ihr Onkel Martin, der jüngere Bruder des Vaters, der wohl aus dem Krieg nicht zurückkehren wird, verhaftet wird. Und somit zerplatzt nicht nur ihr eigener, sondern auch der Traum der Mutter, die sich nichts sehnlicher wünscht, als dass ihre Tochter nach erfolgreichem Abschluss der „Bräuteschule“ einen anständigen Mann zum Heiraten findet.

Doch noch hat Christa sich nicht aufgegeben und kämpft an allen Fronten, erleidet Rückschläge und steht immer wieder auf und steht „ihren Mann“.

In jeder Zeile des Romans der Autorin Ines Thorn steckt Leidenschaft. Man spürt die Liebe, die Christa für die Buchhandlung und die Bücher hat aber auch ihren Kampfgeist, der sie im Studium und im Buchgeschäft nicht scheitern lässt. Sie ist wirklich eine starke Frau, doch immer wieder siegt bei ihr die Empathie und Menschlichkeit, mit der sie nicht nur ihrem Onkel aus seiner misslichen Lage hilft, immer wieder gibt sie nach …

Beim Zuklappen des Buchs habe ich mir Glück und Erfüllung für diese besondere junge Frau gewünscht, die ihre eigenen Träume immer wieder hintenanstellt. Nun sehe ich zu meiner großen Freude, dass es einen Folgeband geben wird! Ich vergebe für diese eindringliche Geschichte, die mich sehr berührt hat, gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl, spreche eine absolute Lesempfehlung aus und sehe gespannt dem nächsten Teil entgegen.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

Spannender Auftakt zu einer Geschichte um Ost und West ...

Die Dorfschullehrerin
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Nach ihrer erfolgreichen dreiteiligen Ruhrpottsaga, die ich mit großer Begeisterung gelesen haben, wagt sich die Autorin Eva Völler an ein neues Thema: Die Unterteilung Deutschlands in Ost und West und ...

Nach ihrer erfolgreichen dreiteiligen Ruhrpottsaga, die ich mit großer Begeisterung gelesen haben, wagt sich die Autorin Eva Völler an ein neues Thema: Die Unterteilung Deutschlands in Ost und West und ihre oft tragischen Folgen. Diese grausamen Folgen spüren Helene und ihre Familie schmerzlich am eigenen Leib. Der jungen Helene, von Beruf Lehrerin, hat die Flucht geschafft, doch der Preis ist unglaublich hoch. Der Rest der verbleibenden Familie, inklusive ihrer kleinen Tochter Marie, ist noch im Osten und alle leiden furchtbar unter den Auswirkungen. Doch alle müssen ihr Geheimnis wahren, um eine mögliche Wiedervereinigung nicht im Vorfeld zu vereiteln. Ein Wettlauf mit der Zeit ist unabdinglich, denn es ist bereits fünf vor zwölf …

Frau Völler hat ein wunderbares Händchen dafür, ihre Leser in ihre Geschichten eintauchen und am Geist der Zeit teil haben zu lassen. Ihre authentisch gezeichneten Charaktere wachsen einem mühelos ans Herz, doch so mancher schafft es auch, den vorprogrammierten Ärger gnadenlos auf sich zu ziehen. Wie froh wir sein können, diese Zeit der gegenseitigen Bespitzelung, der Geheimniskrämerei aber auch der unnötigen Brutalität und Gewalt hinter uns gelassen zu haben, wurde mir beim Lesen wieder mehr als einmal bewusst. Werden auch Helene und ihre Familie Glück haben und sich bald wieder in den Armen liegen können?

Ich vergebe für diese neue Werk der Autorin gerne vier von fünf Sternen und freue mich schon auf die Fortsetzung im Mai nächsten Jahres, denn viele Fragen sind noch offengeblieben. Der nächste Band ist schon auf meine Wunschliste gewandert.

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Veröffentlicht am 30.11.2021

Pablo Picasso brauchte Frauen für sein Schaffen wie Farbe und Pinsel ...

Madame Picasso
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Es wurde schon viel geschrieben über den berühmten Künstler Pablo Picasso, der mit über neunzig Jahren in den frühen Siebzigern des letzten Jahrhunderts seinen letzten Atemzug tat. Und nachdem ich mich ...

Es wurde schon viel geschrieben über den berühmten Künstler Pablo Picasso, der mit über neunzig Jahren in den frühen Siebzigern des letzten Jahrhunderts seinen letzten Atemzug tat. Und nachdem ich mich aufgrund dieses Romans ein wenig mit seinem Leben auseinandersetzt habe muss ich sagen, es gibt auch wirklich viel zu erzählen. Insgesamt hat er ca. 50.000 Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Collagen, Plastiken und Keramiken erschaffen, womit man ihm wohl, ohne zu zögern, den Titel „Workaholic“ geben kann. Doch nicht nur die Arbeit hatte es ihm angetan, sondern auch die Liebe zu den Frauen. Als Picassos Liaison mit Fernande Olivier, die sich unrechtmäßig stets Madame Picasso nannte, obwohl die Beiden nicht verheiratet waren, schenkte er sein Herz der jungen Eva Gouel, geborene Marcelle Humbert, die somit seine neue Muse wurde. Er bildet sie ab in seinen Werken J’aime Eva, Jolie Eva und Ma Jolie und scheint sie wahrhaftig zu lieben und zu begehren. Doch das Glück währt nur drei kurze Jahre …

Ulrike Hübschmann leiht dieser Geschichte ihre Stimme und schafft es, die Atmosphäre, die vor hundert Jahren in der Künstlerszene geherrscht haben muss, brillant zu vermitteln. Der Roman entführt seine Hörer nach Frankreich und Spanien und lässt sie den Mann und Künstler Pablo Picasso und eine seiner frühen Musen kennenlernen. Ein kurzer Einblick in ein bewegtes Leben, das Lust auf mehr macht. Denn Picasso und seinen Frauen können nicht nur die Seiten eines Buches füllen. Ich vergebe hier gerne 4,5 von 5 Sternen und spreche eine Hörempfehlung aus. Mir hat das Buch Lust auf mehr Picasso gemacht. Ich bin schon gespannt, was mich noch alles erwarten wird.

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Veröffentlicht am 25.11.2021

Die grausame Verschleppung der Rumäniendeutschen ...

Am Himmel drei Sterne
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Puh, das war keine leichte Lektüre, zumal sie auf wahren Tatsachen beruht. Es geht hier um die beiden Schwestern Selma und Irma, die in den frühen Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts beide noch zu ...

Puh, das war keine leichte Lektüre, zumal sie auf wahren Tatsachen beruht. Es geht hier um die beiden Schwestern Selma und Irma, die in den frühen Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts beide noch zu Hause bei ihren Eltern in Siebenbürgen leben. Sie gehören als Siebenbürger Sachsen zur deutschen Minderheit in Rumänien. Als Rumänien – ursprünglich Deutschland gegenüber treu - schließlich die Fronten wechselt und die rote Armee das Land besetzt, werden den Rumäniendeutschen ihre bürgerlichen Rechte aberkannt und viele der arbeitsfähigen Männer und Frauen werden zur „Wiederaufbauarbeit“ in sowjetische Lager gesteckt. Auch die beiden Schwestern ereilt dieses grausame Schicksal, obwohl Irma – geschwächt durch jahrelange Krankheit – mitnichten in einem arbeitsfähigen Zustand ist. Doch von russischer Seite wird keine Rücksicht darauf genommen und so beginnt für die jungen Frauen eine grausame Odyssee, für die einem fast die Worte fehlen …

Die Schilderung des Lagers spiegelt die entsetzlichen Zustände und die grausamen Behandlungen auf realste Weise wider. Immer wieder wird mir beim Lesen schmerzhaft bewusst, was manche Menschen zu Lebzeiten ertragen müssen und dennoch ihren Kampfgeist und Lebenswillen nicht verlieren. Der Spruch „Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“ wird dem Erlebten nicht einmal annähernd gerecht. Der Schreibstil ist sehr stimmig, aber irgendwie konnte mich das Buch dennoch emotional nicht ganz erreichen, wofür ich ein klitzekleines Sternchen abziehe. Eine Leseempfehlung möchte ich trotzdem aussprechen, denn das Buch befasst sich mit einem Thema, das Aufmerksamkeit verdient und sicher nicht nur bei mir eine Wissensliste schließen konnte. Eine weitere wichtige Geschichte von vielen gegen das Vergessen und für den Kampf gegen Krieg und Unterdrückung. Dieses Buch verdient eine breite Leserschaft!

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