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Veröffentlicht am 03.09.2025

Der Krieg ist vorüber, doch der Kampf ums Überleben geht unerbittlich weiter ...

Helle Tage, dunkle Schuld
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Mit „Helle Tage, dunkle Schuld“ präsentiert uns die Autorin Eva Völler den Auftakt zu einer neuen historischen Krimireihe rund um den Kommissar Carl Bruns und seine kürzlich wiedergefundene Jugendliebe ...

Mit „Helle Tage, dunkle Schuld“ präsentiert uns die Autorin Eva Völler den Auftakt zu einer neuen historischen Krimireihe rund um den Kommissar Carl Bruns und seine kürzlich wiedergefundene Jugendliebe Anne. Endlich darf Bruns wieder im Polizeidienst tätig sein, nachdem ihm das während des Krieges aufgrund seines jüdischen Großvaters verwehrt blieb. Als er mit den Ermittlungen zum Mord an einer Frau beginnt, stößt er plötzlich auf ein viel grausameres Verbrechen, das kurz vor Kriegsende stattgefunden hat. Schnell geraten nicht nur er, sondern auch Anne, und mit ihr deren Familie, in tödliche Gefahr …

Beim Lesen, bzw. Hören, dauert es nicht lange bis man merkt, dass das braune Gedankengut noch lange nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden ist und alte Seilschaften weiterhin eine große Rolle spielen. Die Not der Bevölkerung ist nach wie vor groß und so sieht man gerne großzügig über das ein oder andere Vergehen hinweg. Carl Bruns kämpft für eine moralisch vertretbare Lösung und sicher mehr als einmal gegen Windmühlen …

Dass dieser Roman auf wahren Tatsachen beruht, machte ihn für mich umso spannender und regte mich mal wieder zu eigenen kleinen Recherchen im Internet an. Wie so oft bei derlei Büchern, bin ich dankbar im Hier und Jetzt zu leben. Die Stimme des Sprechers Steffen Groth passte hervorragend, um die passende Atmosphäre zu schaffen und so vergebe ich hier sehr gerne solide vier von fünf Sternen verbunden mit einer Lese- bzw. Hörempfehlung. Ich habe gesehen, dass der nächste Band schon veröffentlicht wurde … ich freue mich darauf!

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Sehen und gesehen werden in der Sommerhauptstadt Europas ...

Kasino
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Es brodelt in Europa, denn von Frankreich ausgehend erschüttern ab dem Frühjahr 1848 revolutionäre Unruhen weite Teile des europäischen Kontinents. Der Ruf nach einem Nationalstaat wird laut, der die Rechte ...

Es brodelt in Europa, denn von Frankreich ausgehend erschüttern ab dem Frühjahr 1848 revolutionäre Unruhen weite Teile des europäischen Kontinents. Der Ruf nach einem Nationalstaat wird laut, der die Rechte der Bürger nicht länger beschneiden kann. Auch in Baden-Baden formiert sich eine kleine Gruppe, angeführt von Victoria Winter, die mit ihrer Schwester Sophie und ihrer Tante Isolde eine Villa ebendort bewohnt. Die Winters sind neu in der Stadt und während Victoria sich eher bedeckt hält, kennt die kesse Sophie keine Grenzen. Ungeniert kokettiert sie immer auf der Suche nach neuen männlichen „Opfern“. Doch eine ist ihr dabei im Weg den ganz großen Coup zu landen … Claire, die sich inzwischen zur ersten weiblichen Croupière hochgearbeitet hat und absolut korrekt und verlässlich ist. Die Situation entwickelt sich zu einem Machtkampf, bei dem es nur eine Gewinnerin geben kann …

Auf den ersten Seiten dachte ich noch, oh je, was mache ich hier und wer sind diese Personen, von denen im Buch die Rede ist. Es war ja doch fast ein Jahr vergangen, seit ich den ersten Band gelesen hatte. Doch dann machte es klick, als ob ein Schalter sich umlegte, und ich war wieder mittendrin im Geschehen und konnte einen nach dem anderen der mir bereits aus Band eins bekannten und geliebten Charakters begrüßen. Es war ein bisschen, wie nach Hause kommen. Schnell fühlte ich mich wieder wohl und nahm an den berühmten Abendessen bei Dr. Günther Leberecht und Frau Beate teil und schmunzelte immer wieder aufs Neue über Beates Kupplungsbemühungen. Ich fühlte auch mit Theo, der mit seinem Gewissen in große Konflikte geraten war, vor allem aber erfreute ich mich an Claire, eine selbstbewusste Frau, die ich sehr bewunderte.

Schade, nun ist die spannende und sehr unterhaltsame Geschichte auserzählt, aber ich verlasse sie mit einem sehr guten Gefühl, denn der Abschluss ist rund und schlüssig. Liebe Martina, lieber Heiko, mich hat das Buch bestens unterhalten aber ich denke, es ist hilfreich den ersten Band zu kennen, um in den vollen Genuss zu kommen. Von mir bekommen das Buch und natürlich ihr als Autorenduo eine uneingeschränkte Leseempfehlung verbunden mit fünf dicken, fetten Sternchen. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit der KASINO Dilogie und viele zufriedene Leserinnen und Leser.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Jetzt wird abgerechnet ... oder doch nicht?

Die Dolmetscherin
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In Titus Müllers neuestem Roman schreiben wir das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei und die Menschen möchten wieder aufatmen und leben. Doch die Nazigrößen, die das furchtbare Morden der ...

In Titus Müllers neuestem Roman schreiben wir das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei und die Menschen möchten wieder aufatmen und leben. Doch die Nazigrößen, die das furchtbare Morden der letzten Jahre zu verantworten haben, sollen nicht ungeschoren davonkommen, sondern für ihre grausamen Taten Rede und Antwort stehen. Hier kommt die junge Dolmetscherin Asta Maschner ins Spiel, die zunächst in Mondorf-les-Bains und anschließend in Nürnberg mit ihren guten Sprachkenntnissen übersetzen soll. Auf der Anklagebank sitzt die Elite des NS-Regimes, allen voran der selbstgefällige Hermann Göring, Reichsmarschall und selbsternannter Nachfolger Hitlers. Jeder der Angeklagten hat seine eigene Verteidigungsmethode, schuldig fühlten sich die wenigsten. Den Vogel schießt jedoch Göring ab, indem er die Anklagenden mit seinen immer wieder ändernden Taktiken hart an ihre Grenzen bringt. Die begangenen fast nicht beschreibbaren Taten sind nichts für schwache Nerven und so merkt auch Asta schnell, dass sie ab und zu Abstand gewinnen muss. Da tritt Leo in ihr Leben, der ihr Kraft zu geben scheint, obwohl er selbst am Ende ist …
Wie von dem bekannten Autor Titus Müller gewohnt, merkt man auch an diesem auf wahren Tatsachen basierenden Roman, dass wieder akribisch recherchiert wurde. Auf faszinierende Weise nimmt er mich mit auf eine Reise ins zerbombte Nürnberg vor achtzig Jahren und gewährt mir einen Platz in der ersten Reihe des Gerichtssaals der Nürnberger Naziprozesse. Obwohl ich im Vorfeld schon einiges darüber gehört hatte, merkte ich doch schnell, dass es hier nicht nur darum geht, den Einzelnen zu verurteilen. Nein, diesmal geht es auch um das große Ganze nämlich das Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Geschickt strickt Müller zudem eine Geschichte über die zerrissene Familie rund um genannten Leo und den kleinen Robert, die aufzeigt, wie wenig von dem Wunsch der überlebenden Bevölkerung „einfach nur zu leben“ Wirklichkeit ist. Der Winter ist klirrend kalt, die Wohnmöglichkeiten „few and far between“ und Nahrung und Kohle Mangelware.
Wenn man nun also achtzig Jahre später zurückblickt, ist es umso weniger zu verstehen, was gerade um uns herum, besonders auch in der Ukraine, geschieht. Hat denn wirklich niemand aus der Geschichte gelernt? Titus Müller hat mit „Die Dolmetscherin“ jedenfalls mal wieder ein Werk geschaffen, das aufrüttelt, das bewegt und eigentlich ein wenig Hoffnung vermitteln sollte. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass das gelungen ist und es viele Menschen erreichen möge.
Lieber Titus, von mir bekommst du beeindruckte fünf von fünf Sternen verbunden mit dem Wunsch, dass dein Buch viel Erfolg haben möge. Ich freue mich heute schon auf das nächste Werk aus deiner Feder und sage bis dahin mal „see you later …“

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Veröffentlicht am 30.08.2025

In der Natur existiert nichts allein ...

In uns der Ozean
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Mit dem Buch „In uns der Ozean“ begibt sich Theresia Graw auf die Spuren einer der wichtigsten Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts. Liebevoll, in Teilen fast schon poetisch und dennoch eindringlich, beschreibt ...

Mit dem Buch „In uns der Ozean“ begibt sich Theresia Graw auf die Spuren einer der wichtigsten Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts. Liebevoll, in Teilen fast schon poetisch und dennoch eindringlich, beschreibt die Autorin das Leben von Biologin Rachel Louise Carson, die ihr Leben stets der Forschung, dem Schreiben und dem Meer widmen wollte. Fast sieht sie sich am Ziel ihrer Träume als ihr der Börsencrash im Jahr 1929 einen Strich durch die Rechnung macht und sie zur Unterstützung ihrer Familie beitragen muss, um deren Überleben zu sichern. Man nimmt ihr das Meer und die Wissenschaft, doch am Schreiben kann sie niemand hindern und so schreibt sie bald Geschichten über den Umgang mit der Natur, die ihre Leser verzaubern. Sie schreibt und kämpft, aber einem Feind, dem mysteriösen Wundermittel DDT, das großzügig und flächendeckend in den USA zum Einsatz kommt, scheint sie nicht gewachsen. Doch Rachel Carson stellt sich dem Unbekannten und nimmt den Kampf für ihre geliebte Natur, die Menschen und eigentlich die ganze Erde auf …

Von Seite eins an zog mich diese Romanbiografie in den Bann. Nach einer kurzen eigenen Internet-Recherche wusste ich nun auch, dass es sich bei Rachel Carson um DIE legendäre Pionierin der Umweltbewegung des letzten Jahrhunderts handelte. Wie konnte ich noch nie von ihr gehört haben? Umso mehr freue ich mich, dass Theresia Graw mir mit ihrem Buch die Augen geöffnet hat und mich, wie den kleinen Roger auch, beim Lesen staunen ließ. Bild- und sprachgewaltig und dann wieder leise und bedacht führt sie mich durch Rachels Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, und mit all seinen Erfolgen und Misserfolgen. Ich habe mir vorgenommen nun in Zukunft auch wieder achtsamer durchs Leben gehen und mich an dem Gesang der Vögel erfreuen.

Für diese Glanzleistung, liebe Theresia, bekommst du von mir absolut verdiente fünf von fünf Sternen. Ich werde dein Buch weitergeben und empfehlen, wann immer sich die Möglichkeit ergibt. Das Buch und vor allem auch Rachel Carson haben viel, viel Aufmerksamkeit verdient!

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Die rauhe Natur und ein gnadenloser Mörder fordern ihre Opfer ...

Hildur – Die Spur im Fjord
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Ein Highlight! Eigentlich bin ich ja kein Fan von nordischen Krimis. So dache ich, bevor mir „Die Spur im Fjord“ in die Hände fiel. Die Autorin Satu Rämö schaffte es mich komplett zu überzeugen! Durch ...

Ein Highlight! Eigentlich bin ich ja kein Fan von nordischen Krimis. So dache ich, bevor mir „Die Spur im Fjord“ in die Hände fiel. Die Autorin Satu Rämö schaffte es mich komplett zu überzeugen! Durch sie lerne ich Hildur kennen, die einzige Kriminalbeamtin in den kalten und dunklen Westfjorden Islands. Gemeinsam mit ihrer Chefin Beta und dem jungen finnischen Praktikanten Jakob verfolge ich die Spur eines Mörders, der auf Island sein Unwesen treibt. Wie hängen die Morde zusammen? Welche Botschaft versucht er auszusenden mit seinem grausamen Tun?

Doch Hildur hat auch privat ihr eigenes Päckchen zu tragen, denn noch immer leidet sie unter dem Verlust ihrer beiden kleinen Schwestern, die vor fünfundzwanzig Jahren auf dem Schulweg spurlos verschwanden. Sie versucht den Schmerz mit Surfen, Joggen und viel Sport zu unterdrücken, doch sie gibt die Hoffnung nicht auf, auch diesen mysteriösen Fall ein für alle Mal aufzuklären, um endlich ihren Frieden finden zu können …

Mit einer Bildgewalt, die ihresgleichen sucht, bring uns die Autorin ihre Wahlheimat Island näher. Ich konnte mich beim Lesen fallenlassen in die Geschichte und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Satu Rämö hält den Spannungsbogen hoch, so dass ich mit litt, mit fieberte und mich fast selbst durch den tiefen Schnee des dunklen Islands stapfen sah. Ich bin begeistert und freue mich schon jetzt auf den nächsten Band der bisher fünfteiligen Krimireihe. Aber nun vergebe ich für „Die Spur im Fjord“ erstmal fünf knackig kalte und wohlverdiente Sterne verbunden mit einer absolut überzeugten Leseempfehlung. Auch bei dieser Reihe empfiehlt es sich natürlich mit eben diesem ersten Band zu beginnen um nicht nur Hildur, sondern auch ihr Umfeld verstehen zu können.