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Veröffentlicht am 19.11.2025

Ein flotter Rückwärtssalto in die 70er Jahre ...

Die Schneiderei in der Fliedergasse - Große Träume
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Ich freue mich ja immer Bücher lese zu dürfen, die nahe an meinem eigenen Wohnort liegen und zu denen ich dadurch eine Beziehung habe. So habe ich es genossen, mit den Zwillingen Leonard und Susanne ein ...

Ich freue mich ja immer Bücher lese zu dürfen, die nahe an meinem eigenen Wohnort liegen und zu denen ich dadurch eine Beziehung habe. So habe ich es genossen, mit den Zwillingen Leonard und Susanne ein wenig durch Tübingen zu spazieren, obwohl ich die Umstände eher als – nun suche ich nach einem Wort – eigennützig bezeichnen würde. Eigennützig nicht von mir aber von dem Vater, der seinen Zwillingen quasi auf dem Totenbett das Versprechen abnimmt, dass Leo Jura studieren wird und Susanne die Belange der familieneigenen Schneiderei durch eine kaufmännische Ausbildung im Griff behalten soll. Dabei haben die Beiden ihre eigenen Ambitionen! Doch als die Existenz der Schneiderei in Gefahr gerät, trauen sich weder Leo noch Sanne der Mutter damit entgegenzutreten. Als dann aber auch noch ihrer beider Liebesleben eine Eigendynamik entwickelt, der sie sich schwer entziehen können, merken sie, dass es so nicht mehr weitergehen kann …
Das charmante Autorinnenduo Andrea Bottlinger und Claudia Hornung, das sich hinter dem Pseudonym Katharina Oswald verbirgt, entführt mich in die 1970er Jahre und führt mir mal wieder vor Augen, dass sich in den letzten fünfzig Jahren doch so einiges getan hat. Längst sind heute die Rollenbilder von Mann und Frau in keinem solch rigiden Schema mehr angesiedelt und auch die gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung wird heute nicht mehr strafrechtlich verfolgt und Gott sei Dank weitestgehend akzeptiert. Die Autorinnen schaffen es spielend die damalige Atmosphäre der 70er einzufangen, eine Zeit, in der ich selbst Kind war und noch herrliche Erinnerungen daran habe.
Susanne und Leonard könnten damals genauso existiert haben wie im Buch dargestellt und machen richtig Lust auf mehr … mehr zu erfahren, wie es mit der Schneiderei und natürlich vor allem mit den Zwillingen weitergehen wird. Authentische Darstellungen, Charaktere, die man schnell liebgewinn und natürlich viel Lokalkolorit verschafften mir viele vergnügliche Lesestunden. Liebe Andrea, liebe Claudia … schon heute freue ich mich auf den Folgeband rund um Leo und Sanne in Tübingen. Ich vergebe sehr gerne glitzernde vier Sterne verbunden mit einer Leseempfehlung an alle, die sich einfach mal lesenderweise fallen lassen möchten.

Veröffentlicht am 18.11.2025

Die Fäden des Schicksals verwoben zu einer berührenden Geschichte ...

Lebensbande
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Dass Mechtild Borrmann zu einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen gehört, ist denen, die mich kennen inzwischen bekannt. Dass sie mich aber auch mit ihrem neuen Buch „Lebensbande“ wieder absolut in ...

Dass Mechtild Borrmann zu einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen gehört, ist denen, die mich kennen inzwischen bekannt. Dass sie mich aber auch mit ihrem neuen Buch „Lebensbande“ wieder absolut in den Bann ziehen konnte, möchte ich in dieser Rezension nachdrücklich vermerken.

Das Buch handelt von drei Frauen, die das Schicksal zusammenbringt und selbst der Tod nicht wirklich trennen kann. Ich lerne Lene kennen, die junge Frau, die ausgerechnet in den Zeiten der „braunen Brut“ ein Kind zur Welt bringt, das ein wenig anders ist als andere Kinder und um dessen Leben und Schicksal sie verbissen kämpfen muss. Nora, die unfreiwillig ein Verbrechen begeht und davon ein Leben lang verfolgt wird und schließlich Lotte, die nie die Hoffnung aufgibt, trotz schwerster Bedingungen an die Liebe ihres Lebens zu glauben.

Mit viel Feingefühl ohne aber jemals gefühlsduselig zu werden vermittelt mir die Autorin eine Geschichte, die zu Tränen rührt. Geschickt spinnt sie ein Netz aus Geheimnissen, die mich als Leserin immer wieder ins Grübeln brachten. Als ich glaubte für mich eines der Rätsel gelöst zu haben, taten sich neue Spuren auf und es war doch alles wieder ganz anders. Was aber durch den Roman erhalten bleibt ist das Leid, dass diese drei Frauen während und nach dem Krieg ertragen mussten und das für uns heute schwer vorstellbar ist. Für mich entwickelte das Buch einen wahren Lesesog, dem ich mich am Schluss gar nicht entziehen konnte. Sehr, sehr gerne vergebe ich hier mit fünf Sternen die wohlverdiente absolute Bestnote und freue mich heute schon auf weitere Lektüre aus Mechtild Borrmanns Feder.

Veröffentlicht am 18.11.2025

Wird es ein glückliches Ende nehmen?

Im Nordlicht
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Nahtlos knüpft nicht nur dieser zweite Teil an den ersten an, sondern auch für mich war es ein großes Glück, die beiden Bücher back-to-back hören zu können. Schnell konnte ich wieder eintauchen in die ...

Nahtlos knüpft nicht nur dieser zweite Teil an den ersten an, sondern auch für mich war es ein großes Glück, die beiden Bücher back-to-back hören zu können. Schnell konnte ich wieder eintauchen in die Geschichte um Alice, Rosa und Henk aber auch um John Reeven und seine Familie. Für Alice dreht sich alles darum ihr geliebte Tochter Rosa zurückzubekommen, die von ihrem Vater verschleppt wurde. Sie ist bereit alles dafür zu geben und nimmt in ihrer Verzweiflung eine Stelle im Hause Reeven an, wo sie nicht nur John, sondern auch seiner Verlobten Eveline täglich über den Weg laufen muss. Intensiver beleuchtet wird nun auch die Familie Reeven, die mit Problemen an allen Ecken und Enden zu kämpfen hat und in der der eine unglücklicher scheint als der andere und manche Mord- oder Selbstmordgedanken gehegt werden ….

Mit der Autorin Miriam Georg und der Sprecherin Tanja Fornaro durfte ich mich nun zum zweiten und leider letzten Mal nach Hamburg im beginnenden letzten Jahrhundert begeben und die Höhen und Tiefen der beiden so unterschiedlichen Familien erleben. Das Ende ist bewusst offengehalten und passt für mich ganz wunderbar. Natürlich hätte man im Ersten Weltkrieg wieder anknüpfen können, aber dafür gibt es ja genug andere Romane. Von mir gibt es natürlich wieder fünf funkelnde Sterne und ein unbedingte Leseempfehlung, aber bitte vorab mit dem ersten Teil beginnen, sonst wird verpasst ihr was!

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Wie gut wir es als Frau im Vergleich zu damals doch haben ...

Im Nordwind
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Als großer Fan historischer Romane kam ich natürlich an Miriam Georgs Auftaktband ihrer Hamburg Dilogie nicht vorbei. Allein schon das schöne Cover, das eine Frau zeigt, die eine unheimliche Stärke ausstrahlt, ...

Als großer Fan historischer Romane kam ich natürlich an Miriam Georgs Auftaktband ihrer Hamburg Dilogie nicht vorbei. Allein schon das schöne Cover, das eine Frau zeigt, die eine unheimliche Stärke ausstrahlt, ließ mich zu diesem ersten Teil greifen.

In ihrem Roman „Im Nordwind“ behandelt die Autorin Missstände und Ungerechtigkeiten, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht unüblich waren. Frauen waren von den Männern abhängig und hatten allein kaum eine Chance auf legale Weise oder gar noch mit Kind zu überleben. Als Hörerin durfte ich Alice, eine junge Fabrikarbeiterin, kennenlernen, die versucht, sich selbst sowie ihre kleine Tochter Rosa vor ihrem gewalttätigen, trinkenden Mann zu schützen. Als er sie immer wieder und immer schlimmer verprügelt, beschließt Alice dem Ganzen einen Schlussstrich zu setzen und sucht – für die damalige Zeit vollkommen unüblich – die Scheidung. In John Reven findet sie einen Anwalt, der ihr tatsächlich helfen will, nicht zuletzt, weil er von ihr als Frau total fasziniert ist. Für Alice bedeutet dieser mutige Schritt, dass sie sich auch ihrer verzwickten Vergangenheit stellen muss, John hingegen muss sich fragen, was für ihn im Leben eigentlich wirklich wichtig ist …

Auf ganz bezaubernde Weise zeichnet Miriam Georg mit ihren Charakteren ein authentisches Bild der damaligen Zeit, dem die talentierte Sprecherin Tanja Fornaro mit ihrer angenehmen Stimme noch ein Sahnehäubchen obendrauf setzt. Ich habe jede Hörminute genossen und freue mich schon sehr auf den Folgeband. Aber erstmal vergebe ich hier natürlich mit fünf starken und verdienten Sternen die Bestnote!

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  • Cover
Veröffentlicht am 17.11.2025

Friedrich der Große, ein mächtiger Herrscher seiner Zeit !

Sieben Jahre
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Mit ihrem neuesten Werk „Sieben Jahre“ hat die bekannte Autorin historischer Romane wohl ihr Meisterwerk geschaffen. Mit seinen über 800 Seiten, die in einem beeindruckenden Hardcover mit wunderschönem ...

Mit ihrem neuesten Werk „Sieben Jahre“ hat die bekannte Autorin historischer Romane wohl ihr Meisterwerk geschaffen. Mit seinen über 800 Seiten, die in einem beeindruckenden Hardcover mit wunderschönem Farbschnitt verpackt wurden, eignet es sich nicht direkt als leichte Bettlektüre, aber das will Tanja Kinkel ja auch nicht erreichen. Sie widmet diesen biografischen Roman Friedrich dem II. und dem Siebenjährigen Krieg. Auf wirklich beeindruckende Weise macht sie ihre Leserschaft mit dem preußischen Krieg aber auch Friedrichs Familie und der Dienerschaft bekannt. Das Buch vermischt historische Fakten mit fiktiven Elementen, um ein Panorama von Krieg, Politik, Liebe und Verrat zu zeichnen.

Der junge Friedrich und seine Geschwister sind geprägt durch die strenge, ja oft gnadenlose Erziehung ihres Vaters, dem Soldatenkönig, und tun sich manchmal schwer damit, Nähe zu zeigen oder gar Schwächen einzugestehen. Doch Friedrichs Zorn richtig sich nicht nur gegen den Vater, sondern vor allem auch gegen seine Erzfeindin Maria Theresia von Österreich, gegen die er einen erbitternden Krieg führt. Wie immer, kann es auch in diesem Krieg nicht nur Gewinner geben …

Gut gefallen haben mir bei diesem Roman, dass man als Leser die Möglichkeit bekommt, das Geschehen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu dürfen. Hier kommen die Geschwister, mal mehr und mal weniger zu Wort aber auch dem Dienstpersonal wird eine Stimme gegeben.

Vor Jahren habe ich die modernere Dokumentation "Friedrich – Ein deutscher König", in der Anna und Katharina Thalbach die Hauptrollen spielen, gesehen und schnell war mir beim Lesen dieses Buchs viel wieder präsent. Ich hatte Bilder im Kopf und das Kopfkino wollte gar nicht mehr aufhören! Wer die Dokumentation noch nicht kennt, dem sei hiermit vor oder nach dem Genuss des Romans ans Herz gelegt!

Mit einer Authentizität, die wohl ihresgleichen sucht, schaffte Tanja Kinkel bei mir trotz der Opulenz ihres Werks eine Nähe und sogar Wärme zu den verschiedenen Charakteren, an die ich so gar nicht geglaubt hatte. Die Recherchearbeiten zu „Sieben Jahre“ müssen immens gewesen sein und hierfür spreche ich gerne meine Bewunderung aus. Dennoch möchte ich anmerken, dass man schon ein gewisser Geschichtsfan sein sollte, um dieses Buch genießen zu können.

Trotz ein paar Längen, die wohl bei diesem Umfang fast unumgänglich sind, hat mich dieses Buch berührt und beeindruckt, wofür ich gerne strahlende vier von fünf Sternen vergeben möchte. Traut euch ran an diesen prachtvollen Wälzer und taucht ein in die Geschichte, die bei mir viele Wissenslücken schließen konnte.