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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2019

Dieses Buch hat mich tief berührt und begeistert zurückgelassen !!!!!!!!!!!!

Die Zarin und der Philosoph (Sankt-Petersburg-Roman 2)
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Liebe Frau Sahler … nachdem ich den Vorgängerband „Die Stadt des Zaren“, der die Entstehung St. Petersburg beschreibt und mich Peter den Großen kennenlernen ließ, ja schon beeindruckend fand, haben Sie ...

Liebe Frau Sahler … nachdem ich den Vorgängerband „Die Stadt des Zaren“, der die Entstehung St. Petersburg beschreibt und mich Peter den Großen kennenlernen ließ, ja schon beeindruckend fand, haben Sie sich mit diesem Buch selbst übertroffen. Ich hatte das Glück, in meinem Leben auch schon durch die Straßen von St. Petersburg streifen zu dürfen und fand mich dort auf fast jeder Seite Ihres Buchs wieder. Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, dass sie die Zarin mit einem solch kritischen Auge betrachtet haben. Während die große Katharina wohl auch viele gute Taten in ihrem Leben verbracht hat, blieb sie doch eine Herrscherin unter der die einfachen Leute ein schweres und karges Leben führten und wenig zu lachen hatten. Sie haben Katharina in Ihrem Roman die kleine Sonja zur Seite gestellt, eine ganz besondere Personen, die mich das Leben auch mit der Augen einer einfachen Frau sehen ließen. Durch ihre Intelligenz, ihr bezauberndes Aussehen und eine große Portion Glück einen Platz am Hof ergatterte und doch dort nie ihr Glück fand. Ich durfte am philosophischen Zirkel teilhaben und konnte mich mit der Frau des Philosophen an deren unerwartetem Erfolg in der damals noch von ausschließlich von Männern dominierten Künstlerwelt erfreuen. Vor allem aber haben Sie mich mitgenommen an den wunderbaren Fluss Newa, in den Winter- und in den Sommerpalast und mein Besuch dort spielte sich wieder vor meinen Augen ab als wäre ich gestern erst persönlich dort gewesen. Sie sehen, ich komme ins Schwärmen und mochte das Buch eigentlich fast nicht aus der Hand legen. Ich freue mich sehr auf den nächsten Band der großen Saga und bin schon sehr gespannt, was Sie damit für uns Leser bereithalten werden! Hoffentlich spannen Sie mich nicht zu lange auf die Folter …

Veröffentlicht am 24.07.2019

Hat Kühn zuviel zu tun? ....

Kühn hat zu tun
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Den Autor Jan Weiler werden die meisten durch sein Buch „Maria ihm schmeckt's nicht“ kennen, doch er kann auch anders, überraschend anders. Eigentlich wollte ich „erfrischend anders“ schreiben, doch das ...

Den Autor Jan Weiler werden die meisten durch sein Buch „Maria ihm schmeckt's nicht“ kennen, doch er kann auch anders, überraschend anders. Eigentlich wollte ich „erfrischend anders“ schreiben, doch das hätte nicht wirklich gepasst. Erfrischend ist an diesem Roman, der wohl eher sowas wie ein Krimi sein will, komplett mit Ermittler, Ermittlungsteam und Tatort, herzlich wenig. Im Gegenteil, er mutet fast ein wenig deprimierend an und durch das ganze Buch hindurch habe ich mir ein wenig Sorgen um unseren Ermittler gemacht. Er hat schon wirklich viel um die Ohren und neben privaten Sorgen um Geld, Liebe, Kinder und Pony nun auch noch die Leiche im Garten. Er versucht alles zu schultern und das macht ihn mir sympathisch. Dass der Autor den Täter recht schnell preisgab, dafür kann ja unser Martin Kühn nichts zwinker … An die Vorlesestimme von Jan Weiler, der sein Buch in ungekürzter Länge selbst vorträgt, musste ich mich erst ein wenig gewöhnen bis ich feststellte, dass sie eigentlich genau zur Story und dem Protagonisten passt. „Gut gebrüllt Löwe“, von mir gibt es vier von fünf möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Dieses Buch hat mich einfach nicht abgeholt ... schade ...

Der Wal und das Ende der Welt
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Ich habe es wirklich versucht, dieses Buch so zu lieben, wie so viele Rezensenten vor mir. Wirklich! An der Vortragsweise des begabten Sprechers Johann von Bülow, der mich schon auf den Hörbüchern Butcher’s ...

Ich habe es wirklich versucht, dieses Buch so zu lieben, wie so viele Rezensenten vor mir. Wirklich! An der Vortragsweise des begabten Sprechers Johann von Bülow, der mich schon auf den Hörbüchern Butcher’s Crossing und Heimkehren begleitet hatte, lag es ganz bestimmt nicht. Er gab dieser zum Nachdenken anregenden Geschichte genau die richtige Note. Dann muss es wohl an der Geschichte an sich gelegen haben, die das Thema Finanzcrash und einer damit verbundenen Weltuntergangsstimmung behandelt hat. Es kommt, wie es kommen muss, nicht nur der Finanzmarkt, sondern der ganze Weltmarkt und mit ihm seine Bürger erfahren eine Katastrophe nach der anderen. Eine tödliche Grippepandemie breitet sich rasend schnell aus und die Leute, die davon verschont bleiben, sterben an Hunger und Durst. Im beschaulichen Örtchen St. Piran ticken die Uhren jedoch anders. Der junge Joe, der eines Tages im wahrsten Sinne des Wortes angeschwemmt wurde, stärkt den Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft und zeigt den Menschen, dass Menschlichkeit Berge überwinden kann. Soweit, so gut, eine großartige Idee zu einer Geschichte. Was mich gestört hat waren die Wiederholungen und Ausschweifungen, die das Buch für mich unnötig in die Länge gezogen haben. Wie gesagt, Idee sehr gut, Umsetzung leider nur befriedigend.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Das Kind in dir muss Heimat finden ...

Wanka würde Wodka kaufen
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Die Autorin Jule Kaspar – mir besser bekannt als Juliane Käppler – hat es mal wieder geschafft, mich total zu begeistern. Die Vorgeschichte unserer Wan … äh, ich meine Jekaterina zu erfahren, war wirklich ...

Die Autorin Jule Kaspar – mir besser bekannt als Juliane Käppler – hat es mal wieder geschafft, mich total zu begeistern. Die Vorgeschichte unserer Wan … äh, ich meine Jekaterina zu erfahren, war wirklich ein wunderbares Erlebnis. Nach einer traumatischen Ausreise aus ihrem Heimatland, findet sie sich im steifen und Regeln beherrschten Deutschland wieder, komplett mit Wohnung und Familie, die ihre beide mehr als fremd sind. Die deutsche Sprache beherrscht sie erstaunlich gut („mit einigen Lücken“ wie sie von selbst behauptet), doch die deutschen Redewendungen rauben ihr schier den letzten Nerv. Selbst ab und zu ein kleiner Wodka als „Flüssigtrost“ schafft da wenig Abhilfe. Aber sie wächst mit ihren Aufgaben und ist sich für nichts zu schade. Sie putzt, schuftet in den entsetzlichsten Jobs und bewährt sich nebenbei immer mehr als Seelentrösterin. Wenn da doch nur ein bisschen mehr Liebe in der Welt für sie wäre ... Wann darf Jekaterina endlich für sich entdecken, dass jedes Unglück auch sein Gutes hat?
Was habe ich beim Lesen zum Teil laut gelacht, wenn unsere Heldin mal wieder mit der deutschen Sprache haderte, wenn sie verzweifelt um russische Traditionen kämpfte oder einem frech gewordenen Mann mal wieder ordentlich die Leviten las. Einige Passagen aber ließen mich auch still und nachdenklich werden. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen bevor er zerbricht, fragte ich mich mehr als einmal. Aber überzeugt euch selbst, ob ich recht habe, wenn ich behaupte: „Jekaterina ist ein Original mit Ecken, Kanten und einem riesengroßen Herz. Man muss sie einfach lieben.“ Ob Jekaterina oder Max Leif, Jule Kaspars (Juliane Käpplers) Bücher sind einfach ein Garant für echten Lesegenuss.

Veröffentlicht am 17.07.2019

When history repeats itself ...

Eine irische Familiengeschichte
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Was vom Klappentext her eigentlich als eine unspektakuläre Geschichte anmutet, entpuppt sich beim Hören schnell als geheimnisvoll und hatte mich gleich in den Bann gezogen. Lage um Lage entfernt Elizabeth ...

Was vom Klappentext her eigentlich als eine unspektakuläre Geschichte anmutet, entpuppt sich beim Hören schnell als geheimnisvoll und hatte mich gleich in den Bann gezogen. Lage um Lage entfernt Elizabeth Keane in ihrem alten Heimatort Buncarragh von den angestaubten Erzählungen und muss bald feststellen, dass nichts so ist wie es scheint. Sie macht sich auf die Suche nach einem Vater, der angeblich schon lange tot ist und macht bald befremdliche Entdeckungen. Auch an der Homefront in ihrem Zuhause in Amerika läuft nichts wie geplant und das Leben ihres Sohnes macht sich bald auf unschöne Art selbstständig …
Auf unaufgeregte Art und doch immer wieder spannend schreibt Graham Norton hier eine Geschichte, die dem Spruch „Mehr Schein als Sein“ schnell eine ganz neue Bedeutung gibt. Er arbeitet akribisch auf eine Art Happy End hin, die dann doch keines ist … oder doch? Ich habe mich jedenfalls keine Minute gelangweilt in dieser irischen Familiengeschichte.