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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2021

Interessanter Serienauftakt ...

Totwasser
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Noch immer schwer traumatisiert und lädiert von einem Unfall – oder doch eher Anschlag – in der nicht allzu fernen Vergangenheit wagt die junge Anwältin Linn Geller zusammen mit ihrem Kollegen Götz einen ...

Noch immer schwer traumatisiert und lädiert von einem Unfall – oder doch eher Anschlag – in der nicht allzu fernen Vergangenheit wagt die junge Anwältin Linn Geller zusammen mit ihrem Kollegen Götz einen Neuanfang. Mit wenig Geld jedoch viel Kreativität und Elan möbeln die Beiden ihre Lokalität auf als sich auch schon die erste Mandantin einfindet. Grace Riccardi, ihres Zeichens Model und Ehefrau einen bekannten Seriendarstellers, will den Mord an ihrem Ehemann gestehen. Doch das Ganze scheint zum Himmel zu schreien, ist er denn überhaupt tot? Seine Leiche wurde bisher noch nicht gefunden, doch schon bald findet sich ein echtes Mordopfer …

Sehr engagiert setzt sich Frau Geller mit ihrem neuen Fall auseinander. Sie fliegt sogar an den vermeintlichen Schauplatz und arbeitet in England mit der lokalen Polizei Hand in Hand. Wird es jedoch reichen, die Unschuld ihrer Mandantin zu beweisen?

Ich muss sagen, so ganz hat mich der Auftaktkrimi „Totwasser“ der Autorin Julia Hofelich leider noch nicht überzeugt. Mir war die Protagonistin einfach ein wenig zu unsicher und befangen. In jedem zweiten Satz schien sie sich entweder über die Narbe an der Wange zu streichen oder sich ihrer Gehbehinderung bewusst zu werden. Doch ich glaube, die Reihe hat Potential und wie ich an den fast ausschließlich positiven Bewertungen bei Teil zwei erkennen kann, bin ich mit dieser Meinung nicht allein. Ich hoffe, dass Linn und auch Götz ein wenig Selbstsicherheit dazu gewinnen werden und die Reihe ins Rollen kommen wird. Ich vergebe gutgemeinte vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 03.05.2021

Ebony and Ivory ... NOT living in perfect harmony ...

Der zerbrechliche Traum
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Mhhhmmm … diesen vierten Teil der Reihe würde ich eher etwas schwächer bewerten. Wie schon in den letzten Bänden liegt auch diesmal der Fokus wieder stark auf Luise, sie scheint einfach die hervorstechendste ...

Mhhhmmm … diesen vierten Teil der Reihe würde ich eher etwas schwächer bewerten. Wie schon in den letzten Bänden liegt auch diesmal der Fokus wieder stark auf Luise, sie scheint einfach die hervorstechendste Persönlichkeit der Familie. Mit Richard scheint sie immer mehr Probleme im Kontor zu bekommen. Aber auch Therese, die ja im Vorgängerband überraschend ihren geliebten Karl verlor, bekommt eine größere Rolle zugeteilt. Überrascht und ein wenig enttäuscht war ich über die Entwicklung zwischen Hamza und Luise. Dass sie das so einfach wegsteckt und weitermacht, hätte ich nicht erwartet. Tragische Entwicklungen in Kamerun ließen mich kurz die Luft anhalten aber alles in allem vor doch vieles sehr vorhersehbar. Der Band schließt diesmal mit einer überraschenden Wendung und so freue ich mich nun doppelt aufs hoffentlich baldige Weiterlesen. Band fünf ist bereits auf dem Weg zu mir. Ich vergebe für „Der zerbrechliche Traum“ gutgemeinte dreieinhalb von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 30.04.2021

So nah liegen Freud und Leid beieinander ...

Das bedrohte Glück
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Nachdem ich ja von dem Vorgängerband ein wenig enttäuscht war, hat mich dieser dritte Teil wieder versöhnt mit Familie Hansen und ihren Geschichten rund um die Kakaobohne. Spannend fand ich besonders mit ...

Nachdem ich ja von dem Vorgängerband ein wenig enttäuscht war, hat mich dieser dritte Teil wieder versöhnt mit Familie Hansen und ihren Geschichten rund um die Kakaobohne. Spannend fand ich besonders mit Luise mitzufiebern um den Vater und somit die Hautfarbe ihres ungeborenen Kindes. Bis zum Schluss des Buchs bleibt dieser Spannungsbogen erhalten, klasse! Sehr traurig war ich natürlich über das tragische Ereignis verbunden mit der geheimen Seite von Luises Onkel Karl. Was waren das noch für schlimme Zeiten, als auf homosexuelles Verhalten Zuchthaus oder schlimmstenfalls die Todesstrafe stand. Mitgelitten habe ich aber auch mit Hamza, für den das Leben bald eine neue Wendung bekommen wird.
Nahtlos schloss sich dieser Band drei an den vorherigen an. Man war sofort wieder drin im Geschehen mal in Hamburg, mal in Wien. Eine wunderbare Sonntagslektüre, schön, dass es noch mit einigen Bänden weitergehen wird. Ich begleite die Familie Hansen und nun auch Familie Petersen gerne noch ein Stück entlang des Weges … von mir gibt es viereinhalb von fünf Sternen für „Das bedrohte Glück“.

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Veröffentlicht am 30.04.2021

Chanson D'Amour ...

Klaras Schweigen
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Mit ihrem neuen und mal wieder sehr gelungenen Roman greift Bettina Storks ein interessantes Thema auf. Als „Franzosenhure“ wird die arme Klara von ihrem eigenen Vater beschimpft, was mir den Mund offenstehen ...

Mit ihrem neuen und mal wieder sehr gelungenen Roman greift Bettina Storks ein interessantes Thema auf. Als „Franzosenhure“ wird die arme Klara von ihrem eigenen Vater beschimpft, was mir den Mund offenstehen ließ beim Lesen. Hintergrund dieser verletzenden Betitelung sind die französischen Streitkräfte, die Klaras Heimatstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs besetzt halten. Doch das ist nicht der einzige Dorn im Auge des wenig liebevollen Vaters, der in seinem eigenen Leben so kläglich versagt hat. Ist es da ein Wunder, dass Klara sich Hals über Kopf in den „falschen“ Mann verliebt?

In der Gegenwart versucht Miriam, Klaras Enkelin, Licht in diese nebulöse Vergangenheit zu bringen. Warum haben Oma und Opa zur Vergangenheit stets geschwiegen? Was war damals geschehen, dass Klara heute auf einmal französisch zu sprechen beginnt? Und warum musste sie ihre Eltern so früh verlieren?

Die vielen offenen Fragen lösen sich dank Miriams Hartnäckigkeit und guter Kombinationsgabe im Laufe des Romans, doch so manche Entdeckung schmerzt mehr als vermutet. Für Klara und Miriam reißen gleichermaßen alte Wunden auf, doch noch ist Zeit für diese zu heilen, eine Heilung, die seit Jahren überfällig war …

Liebe Bettina, du hast mir mit deinem neuen Buch mal wieder ganz wunderbare Lesestunden verschafft. Wie bereits aus den Vorgängerromanen gewohnt, konnte mich auch dieser Roman wieder fesseln. Du schreibst lebendig und farbenfroh, ohne kitschig zu wirken, wirklich ganz große Klasse. Von mir gibt es mit fünf Sternen die volle Punktzahl verbunden mit einer verdienten Leseempfehlung. Freue mich heute schon auf das nächste Buch aus deiner Feder.

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Veröffentlicht am 27.04.2021

Was wirklich geschah erfahren wir auf verschlungenen Wegen ...

Die Geschichte der Baltimores
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Ganz großes Kino! Der französische Autor Joël Dicker hat nach dem großen Erfolg seines Erstlingswerks „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ wieder zugeschlagen und einen Folgeroman vom Allerfeinsten ...

Ganz großes Kino! Der französische Autor Joël Dicker hat nach dem großen Erfolg seines Erstlingswerks „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ wieder zugeschlagen und einen Folgeroman vom Allerfeinsten geschrieben. Es geht auch diesmal wieder um die Schriftstellerei und es geht auch wieder um Marcus Goldman, doch dann hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf.

Diesmal fiebert man als Leser der angekündigten Katastrophe entgegen, die vorausschauend aber auch rückblickend wie ein Mysterium im Raum oder besser gesagt im Roman steht. Im Vordergrund besticht natürlich die Familie Goldman, die sich in zwei Lager unterteilt, die Baltimores und die Montclairs. Die Goldmans aus Baltimore, gutaussehend, reich und erfolgreich stehen im krassen Gegensatz zu den Goldmans aus Montclair, die ein eher bescheidenes Dasein zu fristen scheinen. Doch was war geschehen, dass es so kommen musste? Waren die Zuneigungen seitens des Patriarchen und Vaters der beiden Goldman Brüder Saul und Nathan Goldman schon immer so ungerecht verteilt? Verständlicherweise fühlt sich Marcus zu den Baltimores hingezogen und schon bald werden die drei ungleichen Jungs die Goldman Gang, bestehend aus Hillel, Marcus und Ziehsohn Woody. Als schließlich noch die junge Alexandra dazukommt, scheint das Kleeblatt perfekt. Immer mehr entfremdet sich Marcus von seinen eigenen Eltern, immer peinlicher scheinen ihm diese zu werden. Doch nach und nach erscheint eine neue Wahrheit an der der Oberfläche, eine Wahrheit, die spannender aber auch ungerechter und erbarmungsloser kaum sein kann …

Ich hatte mich erst an der Hörbuchversion dieses Romans versucht um dann jedoch festzustellen, dass sich die manchmal fast wirren Zeitsprünge sich nicht dazu eigenen. Nach dem ersten Drittel ging es als mit der Printversion weiter und ich wünschte ich hätte keine Pause machen müssen. Die Huffington Post wirbt auf der Buchrückseite mit folgendem Spruch: „Wir empfehlen allen diese Fahrt nach Baltimore für ein langes Wochenende. Reise und Genuss garantiert.“ Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Gerade in der reiselosen Coronazeit ist das Buch fast ein kleiner Urlaubsersatz. Von mir bekommt der Autor die volle Punktzahl!

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