Was für eine Story!
An RändernKüste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. ...
Küste Flandern. Ein junger Mann kehrt nach vielen Jahren in seine Heimat zurück. Alte & traumatisierende Erinnerungen holen ihn ein. Die seelischen & körperlichen Misshandlungen seiner Mutter sind allgegenwärtig. Dort trifft er auch einen besonderen Menschen, seine 1. große Liebe.
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Die Beerdigung der Mutter ist vorüber. Als Leserin muss es schlimm klingen, bei der Beisetzung nicht dabei zu sein, nach dem Roman sieht man es (vielleicht) anders. Die Mutter, Alkoholikerin, missbrauchte ihren eigenen Sohn, körperlich als auch seelisch. Liebe & Gefühle seitens der Mutter Fehlanzeige, Gewalt ist vorhanden.
Ein anderes Thema ist die Identifikation der eigenen Sexualität. In seiner Jugendzeit wird er Opfer von Vergewaltigung. Er lernt ein Mann kennen, die 1.große Liebe. Bei ihm findet er Zärtlichkeit & Nähe. Beide haben nicht daran gedacht, dass sie sich nach den Jahren wiedersehen. Die schönen Erinnerungen & Gefühle kehren zurück. Was ist aus beiden geworden? Was beide wissen sobald einer geht, geht er für immer…
Der Roman switcht zwischen der Vergangenheit & Gegenwart. Tijssens schreibt in der ICH-Form, manchmal in der DU-Form, versucht er dann die Story auf Distanz zu halten? Eine düstere Atmosphäre herrscht & wenig Luft zum Atmen bleibt. Auf wenigen Seiten, die keine Seitenzahlen besitzen, schafft er eine aufwühlende & tiefgründige Lektüre. Eine schnörkellose Sprache, voller Emotionen. Hoffnung gibt der Roman das im Heute vieles besser ist. Der Titel beschreibt die Typografie, an den oberen Rand ist der Text gedrängt. Intensive Melancholie gepaart mit Hoffnung ist ein Roman der lange nachhallt.