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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2021

Ruhiger, fesselnder Thriller

TAKEOVER. Und sie dankte den Göttern ...
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Nicky Landsaat lebt zusammen mit ihrer Familie in Amsterdam. Eine Bilderbuchfamilie sieht aber anders aus: ihr Vater ein richtiger Tyrann, ihre Mutter schluckt alles und verkriecht sich und ihre Geschwister ...

Nicky Landsaat lebt zusammen mit ihrer Familie in Amsterdam. Eine Bilderbuchfamilie sieht aber anders aus: ihr Vater ein richtiger Tyrann, ihre Mutter schluckt alles und verkriecht sich und ihre Geschwister sind drogenabhängig und sind kriminell. Als einzige der Familie hat sie es zu etwas gebracht und verfügt über einen hervorragenden Studienabschluss. Nicky bewirbt sich bei Christie NV, einer Beratungsfirma, die darauf spezialisiert ist grosse Firmen zu zerschlagen und kann tatsächlich am Trainee-Programm teilnehmen. Doch mit ihrer unkonventionellen Denkweise verursacht sie so manches Kopfschütteln und kommt dabei nicht überall gut an. Einzig der Chef von Christie NV, Peter de Boer, beeindruckt diese andere Denkweise und auch ihr Erscheinen. Nicky geniesst das vollste Vertrauen von Peter und wird auch für einen Auslandseinsatz eingesetzt. Leider ist das Ergebnis dieses Einsatzes jedoch nicht so wie gewünscht und sie verliert die Anstellung. Als Peter jedoch mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird und einen speziellen Auftrag erhält, wird Nicky zu seiner engsten Vertrauten. Er soll einen einflussreichen Öl-Konzern vernichten, darf aber niemanden sonst damit beauftragen. Doch bei der Bewältigung der Aufgabe gehen beide ein grosses Risiko ein und geraten in Gefahr. Können die beiden den Auftrag dennoch zu Ende bringen?

Takeover ist sehr spannend geschrieben und fesselt einem bereits zu Beginn an das Buch. Es braucht eine gewisse Zeit bis der Leser die Zusammenhänge versteht, wenn sie aber dann Verstanden sind, dann ist man in der Geschichte gefesselt. Als Leser fiebert man richtig mit und hofft dass für Peter und Nicky alles gut ausgeht.

Nicky wächst dem Leser bereits von Beginn an ans Herz. Sie versucht aus der Familie auszubrechen und für sich ein besseres Leben aufzubauen. Ihre Geschwister versucht sie immer wieder auf den richtigen Weg zu bringen und sie hat auch kein Problem damit ihre Meinung loszuwerden. Ihre spezielle Denkweise macht sie sehr sympathisch und lässt sie noch stärker dastehen. Das Schicksal spielt ihr übel mit, sie lässt sich aber durch nichts und niemandem unterkriegen. Den Unternehmer Peter konnte ich am Anfang nicht so einordnen. Zum einen kommt er als sehr hochnäsiger Geschäftsmann rüber, der keine Skrupel hat Firmen zu zerstören und den Menschen ihre Lebensgrundlage zu nehmen. Je mehr der Leser jedoch über seine Geschichte erfährt desto mehr, versteht man diese Persönlichkeit. Mir wurde er im Laufe der Geschichte immer sympathischer.

Obwohl es sich bei dem Buch nicht um einen klassischen Alder-Olsen handelt, den wir von der Sonderdezernat-Q-Reihe kennen, kann ich das Buch empfehlen. Es ist ein ruhiger, fesselnder Thriller mit starken Persönlichkeiten.

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Veröffentlicht am 16.10.2021

sehr spannende und emotionale Geschichte

Das Buch der verschollenen Namen
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Eva und ihre Eltern leben mitten im zweiten Weltkrieg in Paris. Sie sind Juden und leben in ständiger Angst, das ihnen was angetan wird. Ihr Vater wird eines Tages von den Nazis abgeholt. Da sie und ihre ...


Eva und ihre Eltern leben mitten im zweiten Weltkrieg in Paris. Sie sind Juden und leben in ständiger Angst, das ihnen was angetan wird. Ihr Vater wird eines Tages von den Nazis abgeholt. Da sie und ihre Mutter zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause waren, kamen sie nicht in die Fänge der Nazis. Zusammen mit ihrer Mutter verlässt sie mit gefälschten Papieren Paris und geht nach Aurignon. Sie wollen zusammen in die Schweiz flüchten um nicht in die Hände der Nazis zu gelangen. In Aurignon gibt es viele Bewohner, welche sich gegen die Nazis wehren und Menschen helfen über die Grenze zu kommen. Eva und ihre Mutter kommen in einer kleinen Pension unter und Eva wird schnell vom ortsansässigen Priester Pére Clemens entdeckt. Sie besitzt nämlich ein besonderes Talent um Papiere zu fälschen. Zusammen mit dem jungen Rémy verhilft sie so anderen jüdischen Kindern zu einer neuen Identität, damit sie in die Schweiz flüchten können. Damit ihre ursprünglichen Namen nicht vergessen gehen, tüfteln sie beide eine Möglichkeit aus, welche nicht sofort auffällt: Das Buch der verschollenen Namen. Die ständige Angst, bei der Fälscherei und der Hilfe zum Grenzübertritt entdeckt oder verraten zu werden, schweisst Eva und Rémy noch weiter zusammen. Wie lange können sie so weitermachen, ohne dass jemand ihre Widerstandszelle verrät oder sie sonst auffliegen? Haben Eva und Rémy eine Zukunft miteinander und spielen alle tatsächlich ein richtiges Spiel?

Die Geschichte ist so fesselnd, das man das Buch gar nicht zur Seite legen kann. Das Buch hat mich sehr berührt und auch zum Nachdenken angeregt. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut und macht das Buch so einzigartig. Für den Leser ist es auch schön zu erfahren wie es Eva in den späteren Lebensjahren ergeht und wie sie mit dem Schicksal umgegangen ist. Am Schluss des Buches warten zwei Überraschungen auf den Leser, mit denen ich nie gerechnet hätte und für mich dem Buch nochmals eine unerwartete Wende gegeben hat.

Eva und Rémy, aber auch Pére Clemens sind mir sehr ans Herz gewachsen. Mit allen dreien leidet man als Leser mit und hofft das alles gut kommt und sie nicht verraten werden. Den ihre Arbeit ist nicht ganz ungefährlich aber für die Kinder lebensnotwendig. Eva ist eine sehr starke Persönlichkeit die sich von nichts unterkriegen lässt, obwohl ihr das Schicksal sehr übel mitgespielt hat. Sie will den Kindern unbedingt helfen, egal was kommt. Ihre Idee für das Buch der verschollenen Namen ist sehr eindrucksvoll, den ihr sind die wahren Identitäten der Kinder sehr wichtig.

Das kleine Bergdorf wehrt sich mit allem möglichen gegen die Besetzung durch die Deutschen und alle helfen einander. Zuerst ist es unvorstellbar und selbst als Leser fragt man sich, ob hier wirklich alle so sind wie sie es vorgeben zu sein. Unglaublich das ein kleines Dorf solch einen Zusammenhalt hat und nicht gleich auffliegt.

‘Das Buch der verschollenen Namen’ kann ich jedem wärmstens empfehlen. Ein sehr emotionales und spannendes Buch, dass das Leben einer jungen Jüdin und der damaligen Zeit sehr Eindrücklich darlegt.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Spannender Psycho-Thriller - von Anfang bis zum Schluss

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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Zusammen mit seiner Frau Bettina betreibt Markus eine Sharing-Firma. Eines Abends taucht seine Frau nicht zu Hause auf, er macht sich grosse Sorgen um sie. Die erwähnte Stunde ist längst vorbei und Bettina ...

Zusammen mit seiner Frau Bettina betreibt Markus eine Sharing-Firma. Eines Abends taucht seine Frau nicht zu Hause auf, er macht sich grosse Sorgen um sie. Die erwähnte Stunde ist längst vorbei und Bettina taucht einfach nicht zu Hause auf. Auch an ihr Handy geht sie nicht und alle Sprachnachrichten bleiben unbeantwortet. Markus macht sich immer mehr Sorgen. Über WhatsApp bekommt er einen Link, der ihn ins Darknet führt. Dort bekommt er seine Frau zu sehen. Gefesselt und umgeben von mehreren vermummten Männern. Eine unaushaltbare Situation für Markus, die ihn verrückt werden lässt. Am nächsten Tag erhält er eine Nachricht, wo er seine Frau finden kann. Als er sie auffindet ist sie tot. Die Polizei verdächtigt Markus und es kommen immer mehr Hinweise zusammen, die gegen ihn sprechen. Als dann auch noch seine Tochter Leonie entführt wird, scheint für die Polizei alles klar zu sein. Wie soll man seine Unschuld beweisen, wenn alles gegen einem spricht und sich auch seine eigene Familie und Freunde abwenden?

‘Sharing’ ist sehr fesselnd geschrieben. Bereits ab der ersten Seite ist man ans Buch gefesselt und kann es nicht mehr zur Seite legen. Ein weiterer spannender Psycho-Thriller von Arno Strobel, der einem nicht mehr loslässt. Bis zum Schluss ist nicht klar wer hinter den Entführungen steckt und was den genau das Motiv ist.

Der Thriller dreht sich rund um Markus, den Inhaber der Sharing-Firma. Er wird arg gebeutelt und steht doch immer wieder auf. Mit ihm leidet man als Leser besonders mit, den kann man sich doch gar nicht vorstellen, dass er seine Frau ermordet hat und seine Tochter entführt. Wer spielt ihm da so übel mit, diese Frage hat mich während des ganzen Buches enorm beschäftigt. Sarah, die beste Freundin von Bettina kam mir suspekt vor. Sie ist sehr abgeklärt und bricht plötzlich den Kontakt zu Markus ab. Bei den anderen Protagonisten ist es als Leser schwierig zu erahnen, wem man vertrauen kann und wer ein falsches Spiel spielt.

‘Sharing’ kann ich jedem Thriller-Fan sehr empfehlen. Ein wahrer Pageturner der einem nicht mehr loslässt und am Ende eine Überraschung bereithält.

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Ruhiger, aber fesselnder Island-Krimi

Tiefe Schluchten
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Valborg, eine ältere Dame, wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die isländischen Ermittler rund um Kommissarin Marta tappen im Dunkeln und haben Mühe ein Motiv und einen Täter zu finden. Vor ihrem ...

Valborg, eine ältere Dame, wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Die isländischen Ermittler rund um Kommissarin Marta tappen im Dunkeln und haben Mühe ein Motiv und einen Täter zu finden. Vor ihrem Tod hat sie den ehemaligen Polizist Konrad aufgesucht und ihn gebeten ihr bei der Suche nach ihrem Kind zu helfen. In jungen Jahren als Valborg schwanger war, hat sie das Kind zur Adoption freigeben. Konrad war gegenüber der Frau jedoch abweisend und hat sie nicht bei der Suche unterstützt. Jetzt nach ihrem Tod fühlt er sich für die Suche verantwortlich. Da aber weder klar ist, ob es ein Junge oder Mädchen ist und was damals genau geschehen ist, gestaltet sich die Suche sehr schwierig. Zugleich versucht Konrad rauszufinden, wer für den Tod seines Vaters verantwortlich ist. Sein Vater hat zusammen mit seinem Freund krumme Sachen gemacht und verwitwete Frauen um ihr Geld betrogen. Bis heute ist nicht klar, wer für den Tod seines Vaters verantwortlich ist und was sich dazumal wirklich abgespielt hat. Konrad taucht in die Vergangenheit ein und versucht den Tod seines Vaters aufzuklären und auch das Kind der verstorbenen Valborg zu finden. Wird es ihm gelingen die notwendigen Hinweise zu finden und beide Geheimnisse zu lüften?

‘Tiefe Schluchten’ ist sehr spannend geschrieben und der Leser taucht gleich zu Beginn in die Geschichte ein. Es kommen im Laufe der Geschichte immer wieder neue Aspekte dazu, welche es bis am Schluss spannend macht, da die Lösung nicht vorhersehbar ist
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Die Protagonisten waren mir gleich von Anfang an sehr sympathisch und als Leser konnte man mit jedem mitfühlen und mitleiden. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit machen es dem Leser möglich, in die Geschichte von Valborg und Konrad’s Vater einzutauchen. Diese Passagen sind für das Verständnis sehr hilfreich und lassen immer wieder neue Aspekte auftauchen. Manchmal wäre es wünschenswert gewesen, wenn gleich zu Kapitelbeginn erwähnt gewesen wäre, in welchem Jahr man sich befindet. Teilweise war dies erst nach ein paar Sätzen klar und bis dahin war ich als Leser ein bisschen verwirrt.

Den Krimi kann ich allen Krimi-Liebhabern sehr empfehlen. Es ist ein ruhiger Krimi, der aber durchaus zum mit Fiebern einlädt und es dadurch dem Leser nie langweilig wird. Würde mich freuen, wenn weitere Bücher mit den Protagonisten erscheinen und man als Leser deren Entwicklung miterleben kann.

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Veröffentlicht am 07.09.2021

spannender Abschluss der Gut Greifenau- Reihe

Gut Greifenau - Sternenwende
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Das Schicksal meint es gar nicht gut mit Katharina und ihren Brüdern Konstantin und Alexander. Alexander wird auf brutalste Art und Weise verprügelt, nur weil er Homosexuell ist. Doch seine Familie darf ...

Das Schicksal meint es gar nicht gut mit Katharina und ihren Brüdern Konstantin und Alexander. Alexander wird auf brutalste Art und Weise verprügelt, nur weil er Homosexuell ist. Doch seine Familie darf nichts davon wissen, also soll das ganze als schlimmer Autounfall getarnt werden. Katharina versucht ihrem Bruder zu helfen, das Geheimnis zu bewahren, aber auch sich wieder ein Leben aufzubauen. Auf Gut Greifenau soll ihm das gelingen. Doch Katharina hat selbst einen schweren Schicksalsschlag hinzunehmen. Auf einer Flugreise stirbt plötzlich ihr Ehemann Julius. Sie steht nun alleine mit zwei Kindern da und versucht irgendwie darüber hinweg zu kommen. Doch es kommt zu einem üblen Streit über das ihr zustehende Vermögen mit ihrem Schwiegervater Cornelius, welcher schlussendlich in einem Gerichtsverfahren endet. Und auch Konstantin hat zu kämpfen. Aufgrund des schlechten Wetters verliert er einen Teil seiner dringend benötigten Ernte. Das Gut droht noch weiter in die finanzielle Schieflage abzudriften. Ihm bleibt nicht viel anderes übrig, als sich mit der NSDAP gut zustellen, obwohl ihm das nicht zusagt. Eine andere Chance an Geld zukommen scheint in der aktuellen Lage aussichtslos. Und dann gibt es da noch ein lang gehütetes Geheimnis das zu Missverständnissen führt.

Auch der sechste Band der Reihe rund um Gut Greifenau hat mich gleich von Anfang an gepackt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Geschichte lässt den Leser nicht mehr los.

Das Wiedersehen mit den altbekannten Protagonisten ist sehr angenehm. Die Familie ist nach wie vor zerstritten und es werden Intrigen gesponnen die es in sich haben. Auch die Dienstboten gehen ihren Weg und finden ihr Glück, in dieser sehr schwierigen Situation. Die Kluft zwischen Dienstboten und Grafenfamilie wird immer kleiner und man wächst immer mehr zusammen.

Ein gelungener Abschluss der Reihe welcher allen Lesern, die historische Romane lieben sehr zu empfehlen ist. Für Leser, welche die Geschichte rund um Gut Greifenau seit Beginn an verfolgen, ein Muss.

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