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Veröffentlicht am 03.04.2021

Erschreckend realistische Geschichte

BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
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Mitten im Winter bricht das Stromnetz in Europa zusammen. Ampelanlagen versagen ihren Dienst, der Lichtschalter bringt nicht mehr das erhoffte Licht und zahlreiche Unfälle prägen das Geschehen. Davon betroffen ...

Mitten im Winter bricht das Stromnetz in Europa zusammen. Ampelanlagen versagen ihren Dienst, der Lichtschalter bringt nicht mehr das erhoffte Licht und zahlreiche Unfälle prägen das Geschehen. Davon betroffen ist auch der Italiener Piero Manzano.
Der Strom ist jedoch länger weg als beim letzten Zwischenfall. Manzano findet raus, dass die Stromzähler manipuliert sind. Doch die Polizei und der Strombetreiber glauben ihm nicht, er wird als "Verschwörungstheoretiker" weggewiesen. Doch Manzano gibt nicht auf. Doch plötzlich gerät er selber in Verdacht hinter der ganzen Geschichte zu stecken und muss einiges über sich ergehen lassen.

Es wird eindrücklich beschrieben, was mit der Menschheit bei einem solchen Vorfall geschieht. Am Anfang herrschte noch Solidarität, die jedoch sehr schnell in Misstrauen, Plünderungen und Ausschreitungen ausartet. Jeder kämpft für sich.

Marc Elsberg beschreibt eindrücklich, was ein solcher grossflächiger Stromausfall bedeutet. Die Kommunikation und Koordination zwischen den verschiedenen Ländern gestaltet sich enorm schwierig und es ist mühsam an die benötigten Informationen zu kommen. Krankenhäuser und Atomkraftwerke haben mit dem Notstromaggregaten zu kämpfen, die nicht dauerhaft laufen und Dieselnachschub brauchen. Die Menschen können nur noch durch Essensausgabestellen oder Notunterkünften mit Nahrung und Wasser versorgt werden und die medizinische Betreuung ist aufs notwendigste beschränkt. Ganz zu Schweigen von den Vorfällen in den Atomkraftwerken und die daraus resultierenden Evakuierungen der Bevölkerung.

Ein sehr eindrückliches und gut recherchiertes Buch, das mich als Leser zum Nachdenken angeregt hat. Für vieles wird Strom benötigt, wo wir uns gar nicht bewusst sind. Das Verhalten der Menschen in solchen Situationen ist sehr schwer vorauszusagen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Beschreibungen im Buch eintreffen könnten. Als Leser leidet man mit den Charakteren mit und hofft selbst, dass dieser Zustand schnell wieder behoben ist. Doch am Ende bleibt die Frage: Was wenn das mal Realität werden sollte?

Das Buch ist jedem zu empfehlen der gerne ein spannendes und realitätsnahes Buch liest.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2021

Ein kurzweiliges Wiedersehen mit altbekannten Charakteren

Abgetaucht
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Die Geschichte von Andrea Schnidt geht weiter. Sie wird mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Tochter Claudia schwanger ist und sie Oma wird. Der Vater ist aber nicht Emil, der Freund von Claudia und ...

Die Geschichte von Andrea Schnidt geht weiter. Sie wird mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Tochter Claudia schwanger ist und sie Oma wird. Der Vater ist aber nicht Emil, der Freund von Claudia und Sohn von Andreas Freundin. Luis ist sein Name, jedoch ist nicht mehr über den jungen Mann bekannt. Rudi, Claudia's Opa fasst nach der Geburt seines Urenkels den Plan, diesen ominösen Luis ausfindig zu machen. Für ihn unvorstellbar, dass sein Urenkel ohne Vater aufwachsen soll. Doch Claudia darf nichts von der heimlichen Suche wissen, jedoch sind immer mehr Personen über die Suche informiert. Kann das Geheimnis vor Claudia gewahrt werden?
Andrea muss sich ausserdem mit Paul's Tochter Alexa auseinandersetzen und ihre Beziehung zu Paul scheint auch nicht nach Wunsch zu laufen. Langeweile, bei Andrea definitiv kein Fremdwort.

Eine turbulente und kurzweilige Geschichte rund um die Hauptprotagonistin Andrea. Wie die vorherigen Bücher liest sich auch dieses sehr einfach. Rudi mit seinem Dialekt und seiner direkten Art verleiht dem Buch seinen Charme und sorgt für viele Lacher.
Für Leser, welche die Reihe seit Anfang begleiten ein Muss. Für alle die es gerne kurzweilige haben und zwischendurch schmunzeln möchten eine gute Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.03.2021

spannende Fortsetzung der Familiengeschichte

Gut Greifenau - Silberstreif
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Die Geschichte rund um Gut Greifenau geht in die nächste Runde. Konstantin gelingt es Gut Greifenau zu retten und auch Katharina kann endlich mit dem langersehnten Medizinstudium beginnen. Doch sie hat ...

Die Geschichte rund um Gut Greifenau geht in die nächste Runde. Konstantin gelingt es Gut Greifenau zu retten und auch Katharina kann endlich mit dem langersehnten Medizinstudium beginnen. Doch sie hat gegen Vorurteile zu kämpfen. Als Frau ein Medizinstudium zu beginnen gestaltet sich als ein Spiessrutenlauf. Sowohl ihre Kommilitonen, wie auch ihre Dozenten legen ihr Steine in den Weg. Doch sie lässt sich nicht davon aufhalten, Katharina möchte unbedingt ihren Traum verwirklichen.

Konstantin hat das Gut zwar gerettet, jedoch sind die Geldprobleme nicht einfach weg. Er muss weiter um das Überleben des Gutes kämpfen. Ernteausfälle, hohe Zinsen und Diebstahl machen es ihm schwer. Doch zusammen mit Rebecca entwickelt er immer wieder neue Ideen für zusätzliche Einnahmequellen. Mit der Ziegelfabrik und den Sommergästen können sie sich gut über Wasser halten.

Rebecca's Eltern sind aus Berlin geflohen und finden Unterschlupf auf Gut Greifenau. Doch das Zusammenleben ist schwierig, jeder möchte einer Aufgabe nachgehen, diese muss aber für jeden erst mal gefunden werden. Mit dem neu geschaffenen Kinderhort für die Pächterkinder sind Rebecca's Mutter und Schwester gut beschäftigt und ihr Vater bekommt die Möglichkeit Dr. Reichenbach unter die Arme zu greifen.

Auch bei den Dienstboten tut sich einiges. Wiebke ärgert sich immer mehr darüber, dass sie Eugen abgestossen hat und die Köchin Bertha scheint mit Konrad ihr Glück gefunden zu haben. Oder doch nicht?

Auch im fünften Band steht die Geschichte rund um Konstantin und Katharina im Mittelpunkt. Diese beiden Protagonisten begleiten den Leser bereits seit Beginn der Familiensaga. Ich finde es interessant die beiden und ihr Umfeld auf ihrem Lebensweg zu begleiten und sich in ihre Welt hineinzuversetzen. Die Situationen sind sehr realitätsnah geschrieben und als Leser kann man sich sehr gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen. Mit jedem einzelnen fiebert man mit, dass sich die Wünsche erfüllen und sich für alle alles zum Guten wendet. Ich freue mich bereits auf den sechsten Band der Familiensaga und bin gespannt wie sich die Geschichten um die Protagonisten weiterentwickeln.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2021

Spannende Cold-Case Ermittlungen mit überraschender Wendung

Cold Case – Das gezeichnete Opfer
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Die provokative Künstlerin Mischa Lindberg wird ermordet aufgefunden. Am Fundort finden die Ermittler dieselbe aussergewöhnliche Art von Lehm, welche man bereits beim Mord an Max Lund gefunden hat. Dieser ...

Die provokative Künstlerin Mischa Lindberg wird ermordet aufgefunden. Am Fundort finden die Ermittler dieselbe aussergewöhnliche Art von Lehm, welche man bereits beim Mord an Max Lund gefunden hat. Dieser Mord ist allerdings bereits 15 Jahre her und noch immer ungeklärt. Tess und ihr Cold-Case Team nehmen die Ermittlungen im Fall Max Lund wieder auf, scheint es doch einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden zu geben.

Doch die Ermittlungen gehen nicht wirklich vorwärts. Zusätzlich bekommt Tess die Botschaft, dass ihr Cold-Case Team aufgelöst werden soll. Sie bekommt eine Zeitfrist gesetzt, bis wann der Mord aufgeklärt werden muss, damit das Cold-Case Team allenfalls gerettet werden kann.

Lundberg, welcher bereits bei den ersten Ermittlungen im Fall Max Lund beteiligt war, scheint ein Geheimnis zu haben. Mit der erneuten Aufnahme der Ermittlungen kommt er nicht klar und lässt sich in eine andere Abteilung versetzen. Was verbirgt Lundberg? Was ist damals vorgefallen?

'Das gezeichnete Opfer' ist bereits das zweite Cold-Case Buch von Tina Frennstedt. Auch dieser Cold-Case ist sehr gut geschrieben und bis zum Schluss ist nicht bekannt wer der Täter ist. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die Protagonisten können so noch besser erlebt werden. Besonders eindrücklich sind die Rückblenden ins Jahr 2004 wo man als Leser mehr über Max erfährt, sowie die Kapitel "Die Ehefrau", die einem ins grübeln bringen, wer sich dahinter verbirgt.
Leider nimmt der Spannungsbogen erst gegen Ende an Fahrt auf. Bis dahin ist es ein ruhiger, gemütlicher und unterhaltsamen Krimi und Lesern die eher ruhige Krimis mögen sehr zu empfehlen. Das Buch kann auch gelesen werden, ohne dass der erste Band der Cold-Case Reihe gelesen wurde.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Charaktere
  • Cover
Veröffentlicht am 14.02.2021

Spannende Fortsetzung in Zeiten der Inflation

Gut Greifenau - Goldsturm
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Die Zeit nach dem erste Weltkrieg wird für alle zur Herausforderung. Lebensmittel werden immer teurer und das Geld verliert täglich an Wert. Immer mehr Personen leben ohne genügend Lebensmittel, da sie ...

Die Zeit nach dem erste Weltkrieg wird für alle zur Herausforderung. Lebensmittel werden immer teurer und das Geld verliert täglich an Wert. Immer mehr Personen leben ohne genügend Lebensmittel, da sie sich diese schlichtweg nicht mehr leisten können.
Auch Gut Greifenau ist am kämpfen. Konstantin und Rebecca versuchen das Gut zu retten und in die schwarzen Zahlen zu bringen. Die Auflösung der Fideikommiss nach der Abschaffung des Adels wird für die Familie zur Zerreissprobe. Den solange Konstantin noch keine Nachkommen hat, müssen sich die drei Brüder Konstantin, Nikolaus und Alexander einig werden. Die Zerwürfnisse zwischen den Brüdern sind riesengross und eine Einigung scheint in weiter ferne. Konstantin ist es auch unmöglich die Geldforderungen von seiner Mutter und Nikolaus zu erfüllen. Er ist schon in grosser Sorge darüber die Dienstboten bezahlen zu können und weiteres Geld kann er nicht auftreiben.

Katharina ist mit Julius verheiratet und lebt dank Julius Eltern in Saus und Braus. Ihr grösster Traum ging aber nach wie vor nicht in Erfüllung. Sie muss gegen Vorurteile kämpfen, in der Hoffnung, dass sich ihr Traum eines Tages doch noch erfüllen wird.

In der Dienstbotenetage muss ebenfalls gekämpft werden. Jeder versucht zu seinem Glück zu kommen und das Beste aus der Situation zu machen.

Gut Greifenau - Goldsturm ist eine spannende Fortsetzung der Geschichte rund um Gut Greifenau. Es wird auf eindrückliche Art und Weise beschrieben wie unterschiedlich die Lebensarten der verschiedenen Protagonisten sind. Während Konstantin jeden Geldschein umdrehen muss, um über die Runden zu kommen, scheint Katharina dieses Gefühl nicht mehr zu kennen. Was für die normale Bevölkerung zuerst als Hoffnungsschimmer für eine normales Leben nach dem Krieg ausgesehen hat, hat sich zu einem Albtraum entwickelt. Sie können sich kein Essen mehr leisten, ihr Erspartes ist plötzlich nichts mehr Wert und die sichergeglaubte Existenz ist weg. Ein erbitterter für manchen aussichtsloser Zustand. Die Schere zwischen Arm und Reich ist immer grösser.

Ich bin bereits gespannt wie es mit den Protagonisten im 5. Band weitergeht und wie sich die ganze Geschichte weiterentwickelt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere