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Veröffentlicht am 19.10.2017

Wie der Frosch, der im Wasser bleibt, bis es kocht und der Frosch tot ist.

Brandmal
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Kuriose Fälle von spontaner Selbstentzündung bringen den Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke und den Geisterjäger John Sinclair zusammen. So ermittelt Benecke in Berlin im Fall einer möglichen Form von SHC ...

Kuriose Fälle von spontaner Selbstentzündung bringen den Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke und den Geisterjäger John Sinclair zusammen. So ermittelt Benecke in Berlin im Fall einer möglichen Form von SHC während John Sinclair im Hyde Park in London damit konfrontiert wird. Beide stoßen auf eine Spur, denn die Opfer haben wohl vorher alle Urlaub in Slowenien gemacht. Kurzerhand entschließend sie sich dazu, sich selbst auf den Weg dorthin zu machen.

Spannende Bücher lese ich immer wieder gerne, von John Sinclair, dem Geisterjäger hatte ich bis dato aber noch nichts gehört geschweige denn gelesen. Entsprechend gespannt war ich auf Brandmal. Das Buch, geschrieben von Florian Hilleberg und Mark Benecke ist wirklich unheimlich spannend geschrieben, dies mal direkt vorweg.

Der Schreibstil hat mir unheimlich gut gefallen, zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass ich den Wechsel vom John-Sinclair-Erzähler zum Mark-Benecke-Erzähler „merke“. Schließlich habe ich schon einige Bücher von Mark Benecke gelesen, wenngleich diese natürlich keine Geschichte, sondern eben Realität sind.

Für mich war es eine gut zu lesende Lektüre, keine großartige Verwendung von Fremdwörtern oder Fachbegriffen, wenn doch, dann wurden diese meist direkt mit erklärt. Ansonsten auch keine großartig verschachtelten Sätze. Alles sehr unterhaltsam und gut geschrieben, dass man das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es war unheimlich spannend, die Kapitelwechsel waren oftmals dann, wenn es gerade super spannend war.

Gelegentlich war es mal für mich so, dass es eine gewisse Länge hatte – was aber der Erzählung geschuldet ist. Es soll ja keine Kurzgeschichte sein, das ist ja verständlich. Hier hätte ich mir manchmal vielleicht "Abkürzungen“ gewünscht. Ebenso ging es mir bei der Spannung. Es war ja wirklich ein super spannendes Buch, aber gelegentlich bin ich fast geplatzt vor Spannung…

Alles in allem hat mir das Buch unheimlich gut gefallen, die Geschichte war toll, mal was ganz anderes, die Wechsel in der Geschichte fand ich ebenso gut. Hier wird ja aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Amüsant war es für mich mit den Schilderungen von (?) bzw. über Mark Benecke, da ich ihn dank einiger Vorträge schon live erlebt und durchaus auch kennengelernt habe. (Falls er das jetzt selbst liest: Gasexplosion etc.) Das hat das Buch für mich sehr lebendig gemacht – da war es dann echt schwierig manchmal wieder zu überlegen, dass das ja alles „nur“ eine Geschichte ist.

Mir hat „Brandmal“ echt gut gefallen, ich denke ich werde aus der John-Sinclair-Reihe nochmal etwas lesen, denn es war ein unterhaltsames, unheimlich spannendes aber durchaus auch lustiges Buch. Lediglich waren es gelegentliche Längen, die ich empfunden habe, und ein extrem gespannter Spannungsbogen – was ich einfach nicht so ab kann.

Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Zäh wie frischer Teer.

Muttertag
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Eine skrupellose Sekte kehrt zurück um blutige Pläne in die Tat umzusetzen. Das Dorf ist traumatisiert. Ein Pensionär namens Richard Korff gerät dabei ins Fadenkreuz – und bald verfängt sich auch der Rest ...

Eine skrupellose Sekte kehrt zurück um blutige Pläne in die Tat umzusetzen. Das Dorf ist traumatisiert. Ein Pensionär namens Richard Korff gerät dabei ins Fadenkreuz – und bald verfängt sich auch der Rest seiner Familie im tödlichen Spiel einer Mutter, die keine Gnade kennt.

Was habe ich mir mit diesem Buch schwer getan! Ich habe lange kein Buch mehr gehabt, an dem ich so gezweifelt habe, wie es bei diesem der Fall war. Aber langsam. Das Cover fand ich spannend gemacht, eine Frau mit langem Haar – jedoch ein Bild, das auf den Kopf gestellt ist. Daneben in roter Schrift der Titel des Buches – die Aufmachung ist wirklich gelungen, dieser schwarz-rote Kontrast. Unter dem abnehmbaren Buchumschlag kommt dann ein schwarzes, gebundenes, dickes Buch mit rotem Lesebändchen daher, die Buchoberfläche ist wirklich schick gemacht, klein-kariert ist sie, das hat schon Stil.

Die Geschichte an sich klingt super spannend wie ich finde, ich war hier wirklich drauf gespannt wie diese dann umgesetzt wird. Von der Sprache her fand ich alles gut verständlich, keine komplizierten Fachbegriffe oder Fremdwörter, kein großartig verschachtelter Satzbau, alles gut zu lesen. Jedoch sehr ausführlich alles geschildert. Man geht hier sehr gerne ins Detail – und dabei verwirrt man den Leser gerne. Denn allein auf den ersten fünfzig, sechzig Seiten blickt man verschiedene Personen, die man aber nicht direkt zuzuordnen weiß. Es ist wirklich recht verwirrend und meiner Ansicht nach absolut langatmig. Ich gebe Büchern lange eine Chance, aber wenn ich über fünfzig Seiten gelesen habe und die eigentliche Geschichte des Buches nicht beginnt, dann werde ich ungemütlich.

Ich möchte beim Lesen ja unterhalten werden – und die anfangs geschilderten Familienverhältnisse etc. haben mich da nicht wirklich begeistern können. Es zieht sich so in die Länge hin. Auch die Anzahl der Personen die vor kommt ist mehr verwirrend als für mich zur guten Leseunterhaltung beitragend. So etwas finde ich umständlich. Ich lese wirklich gerne, aber ich habe leider nicht täglich zwei, drei Stunden Zeit um zu Lesen – aber genau das sollte man hier wohl haben, damit man sämtliche Zusammenhänge wirklich versteht.

Nachdem es mir zu lange gedauert hat bis hier endlich mal Spannung rein kommt habe ich das Buch zur Seite gelegt, ich mag mich nicht ewig damit herum ärgern. Hinsichtlich der vielen Personen kann ich noch sagen, dass man ganz hinten im Buch eine Übersicht darüber findet, ebenso findet man dort die Zitatquellen aufgeführt.

Ich bin von diesem Buch enttäuscht, denn ich hatte mir eine spannende Geschichte erwartet – von Anfang an, nicht erst ab vielleicht hundert Seiten. Entsprechend vergebe ich hier nur einen Stern und kann leider keine Empfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 29.05.2017

Trau dich, glücklich zu sein.

Das Leben fällt, wohin es will
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Marie, fast Dreißig, genießt ihre Freiheit. Party, Spaß und ihre Freiheit sind ihr unheimlich wichtig, so jobbt sie mal hier, mal da und genießt ihr unabhängiges Leben. Doch als ihre Schwester Christine ...

Marie, fast Dreißig, genießt ihre Freiheit. Party, Spaß und ihre Freiheit sind ihr unheimlich wichtig, so jobbt sie mal hier, mal da und genießt ihr unabhängiges Leben. Doch als ihre Schwester Christine plötzlich schwer erkrankt soll sie im Familienbetrieb aushelfen, einer Werft für Segelboote. Außerdem soll sie sich auch noch mit um Christine und deren Kinder kümmern. Sie hat allerdings überhaupt keine Lust auf die Arbeit in der Werft, vor allem weil sie dort mit Daniel zusammen arbeiten muss, der sowas wie ihr „Chef“ ist. So stolpert sie teilweise ziemlich arg von einem ins andere Chaos, bis sie merkt, auf welche Dinge es im Leben wirklich ankommt und wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Allein das Buchcover von „Das Leben fällt, wohin es will“ hat mich wirklich sehr angesprochen. Wunderbar bunt, blau wie das Wasser, Marie’s unverkennbarer roter Hut, Blüten, ein Anker sowie ein Rettungsring – einfach passend für dieses „maritime“ Buch.

Und das Cover verspricht auf gar keinen Fall zuviel, denn es ist wirklich ein sehr unterhaltsames, emotionales aber auch lustiges Buch. Eine wunderbare Mischung, die Petra Hülsmann hier geschrieben hat. Aber mal langsam.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, eine angenehme locker-leichte Lektüre, keine ewig langen Sätze, nichts verschachtelt, wirklich sehr toll zu lesen. Dennoch keine seichte Lektüre, sondern alles durchaus gut durchdacht und überlegt – inhaltlich genauso wie schreibtechnisch (Satzbau, Absatz, Kapitel, etc.). Es ist kein Buch das „Klug scheißend“ daher kommt mit lauter Hinweisen, wie man das Leben zu nehmen hat, es sind diese kleinen, feinen Anregungen, die man mal liest, was mir echt gut gefallen hat.

Die Geschichte hatte für mich überhaupt keine Längen, das Buch war zu jedem Zeitpunkt unheimlich spannend zu lesen, durchaus teilweise wirklich emotional, manchmal aber auch einfach sehr lustig und kurios. So hat Marie, die von Kinderbetreuung keine große Ahnung hat, natürlich keine genauen Pläne wie sie die Betreuung der Nichte und des Neffen angeht – wie dies im Buch dann umgesetzt wird hat mir sehr gut gefallen. Überhaupt macht das Buch in gewisser Weise darauf aufmerksam, dass man eine gewisse Leichtigkeit an den Tag legen sollte, wo es denn geht und möglich ist. Nicht alles zu ernst zu nehmen, Kränkungen direkt auch ansprechen sollte – und nicht ewig damit warten. Sich auf Neues einlassen. Mir hat das richtig gut gefallen, eben weil alles mehr so durch die Blume gesagt wird und auch so rüber kommt, angenehm und nicht aufdringlich.

Ein wirklich absolut wunderbares Buch, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Ich wurde hier toll unterhalten, das Buch war dauerhaft spannend, teilweise sehr emotional, dann aber auch wieder sehr lustig und amüsant. Eine richtig tolle Mischung, die meiner Ansicht nach gut zu lesen war. Außerdem war es immer wieder schön ein bißchen Hamburg dabei zu haben, denn dort spielt sich die ganze Geschichte ab. Ich fand das sehr sympathisch, ich mag die Hansestadt gerne.

Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen und eine absolute Empfehlung, ich hoffe man merkt, wie toll ich dieses Buch fand - ich konnte es teilweise gar nicht mehr in Worte fassen, weil es mich so begeistert hat.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Tschüss, Niveau, bis Montag!

Ich will es doch auch!
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Charlotte, 39 Jahre alt, steht mitten im Leben. Sie hat einen guten Job als Kardiologin, einen äußerst geregelten Ablauf ihrer Woche, aber eben keinen Kerl am Start. Ihre Eltern hören die biologische Uhr ...

Charlotte, 39 Jahre alt, steht mitten im Leben. Sie hat einen guten Job als Kardiologin, einen äußerst geregelten Ablauf ihrer Woche, aber eben keinen Kerl am Start. Ihre Eltern hören die biologische Uhr jedoch schon laut ticken und würden sie natürlich entsprechend gerne in einer guten Beziehung sehen. Als Charlotte dann einen Klempner kennenlernt, ist ihr Umfeld allerdings entsetzt. Downdating? Uwe? Das kann doch nichts werden...

Ich hab mich wirklich drauf gefreut mal wieder was von Ellen Berg lesen zu können. Die Geschichte an sich klang auch ganz lustig, von "Down-Dating" hatte ich bislang noch nichts gehört, aber beim Lesen bin ich ja generell recht offen, würde ich sagen.

Von bisherigen Büchern der Autorin wusste ich, dass mir ihr Schreibstil wirklich zusagt - und ich wurde auch bei diesem Buch nicht enttäuscht. Es lässt sich flüssig lesen, ist interessant, spannend und witzig geschrieben, bringt zwar gelegentlich - dank der Hauptdarstellerin ;) - medizinische Fachbegriffe mit sich, dies fand ich aber jetzt nicht so tragisch. Dennoch war nämlich alles gut nachvollziehbar. Durch Uwe, den Klempner, wird es im Buch immer wieder amüsant, denn er trägt ja bevorzugt amüsante Sprüche-Tshirts, was meiner Ansicht nach auch ganz großes Kino beim Lesen war. Ich hab mich wirklich schlapp gelacht, manche Sprüche waren mir zwar durchaus bekannt, andere noch nicht. Fand ich sehr gut mit eingebaut!

Auch die Geschichte ist soweit nachvollziehbar und könnte durchaus dem täglichen Leben entnommen sein, manchmal kommen die Dinge ja anders als man denkt/hofft/meint - und so ist es auch im Buch. Gelegentlich kann der Leser zwar manches vielleicht schon ein wenig vorher sehen bzw. hat eine bessere Auffassungsgabe als Charlotte im Buch, wobei Charlotte sowieso nicht unbedingt mit der besten Menschenkenntnis (bzw. gar Männer-Kenntnis ;) )ausgestattet ist.

Mich hat das Buch wirklich sehr gut unterhalten, es war locker-leichte Kost, ich hatte es schnell gelesen, es hat super viel Spaß gemacht es zu lesen, brachte auch einige emotionale Moment mit sich (Haaaach... ;) ), ja, es hat mir wirklich ziemlich gut gefallen.

Ich vergebe hier 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Hinfallen. Aufstehen. Körnchen trinken.

Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker
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Im Buch lässt Renate Bergmann einen jeden Einzelnen in ihren Tagesablauf sowie auf ihre Sicht der Dinge blicken. Gelegentlich findet sich auch ein Tweet wieder, der dann zum jeweils entsprechenden "Aufsatz" ...

Im Buch lässt Renate Bergmann einen jeden Einzelnen in ihren Tagesablauf sowie auf ihre Sicht der Dinge blicken. Gelegentlich findet sich auch ein Tweet wieder, der dann zum jeweils entsprechenden "Aufsatz" thematisch sehr gut passt. Sie fasst ihre Weltanschauung sehr kurios zusammen, sehr unterhaltsam, gelegentlich auch mal ein wenig nachdenklich.

Was habe ich mich auf diese Lektüre gefreut, ich hatte bereits ein wenig von diesem Buch gehört und das hat mich durchaus sehr angesprochen. Und gerade im Urlaub ist gute Unterhaltung ja auch immer was wirklich wunderbares und wertvolles. (Gute und lustige Gespräche aber selbstverständlich auch...)

Zu Beginn des Buches stellt sich Renate Bergmann direkt erst einmal vor, ebenso die weiteren Protagonisten in ihrem Buch, gute Freunde sowie in kürzeren Auszügen zum Beispiel Nachbarn. Diese Einführung hat mir soweit gut gefallen, so lernt man die Menschen, von denen man später immer wieder liest, direkt mal kurz kennen.

Vom Schreibstil her ist das Buch gut zu lesen, sprachlich gut nachvollziehbar, gelegentlich versucht die 82 jährige Dame mal aktuelle Begriffe (gerne auch englische Sprache) auszudrücken, was dann natürlich nicht in korrekter Schreibweise dargestellt wird - und zum Schmunzeln bringt. Das Buch lies sich also wirklich angenehm lesen, eine locker-leichte Lektüre, die sehr unterhaltsam und lustig, gelegentlich auch mal ein wenig nachdenklich-emotional war. Im Großteil aber habe ich wirklich sehr viel geschmunzelt und gelacht, ist es doch interessant welche Sicht der Dinge die alte Dame hat, die gerne mal einen Korn kippt, mit ihrer Ossiporose umgehen muss und einmal im Monat zu einer unbekannten Beerdigung zum anschließenden Essen geht. Man gewinnt sie richtig lieb im Buch, wenngleich sie durchaus auch kuriose Ansichten hat, Ansichten aber, die vielleicht zu dieser Generation passen. (Ich erlaube mir mal, das so zu sagen, aber mit Verwandten in diesem Alter bekommt man das genau so auch mit... klar ist nicht jeder so, aber diese Generation ist eben noch anders aufgewachsen als meine Generation.)

Wer gute, locker-leichte Unterhaltung sucht, dem kann ich dieses Buch wirklich nur empfehlen. Die Lektüre hatte ich recht schnell durch, wurde super gut unterhalten, bespaßt, habe mich wirklich amüsiert und viel gelacht und geschmunzelt. Mir hat das Buch durchaus Lust auf mehr gemacht, so dass ich sicher nochmal ein Buch von Renate Bergmann lesen werde... Von mir gibts hier 5 von 5 Sternen sowie eine Empfehlung.