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Veröffentlicht am 18.08.2019

Weil auch kleine Bewegungen großes bewirken können.

Lebendige Füße. Sanft, Individuell, Kraftvoll
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Mithilfe dieser CD lernt man einige Feldenkrais®-Übungen, um die Füße noch besser kennen zu lernen, einen stabilen Stand, Beweglichkeit und ein sicheres Gleichgewicht zu bekommen. Die Anleitungen sind ...

Mithilfe dieser CD lernt man einige Feldenkrais®-Übungen, um die Füße noch besser kennen zu lernen, einen stabilen Stand, Beweglichkeit und ein sicheres Gleichgewicht zu bekommen. Die Anleitungen sind von Ulli Jaksch gesprochen worden, die als Feldenkraislehrerin tätig ist.

Die Feldenkrais®-Methode ist etwas, dass ich schon vor Jahren kennengelernt und auch in einem Kurs immer wieder wunderbar umsetzen konnte. Als ich dann kürzlich von dieser CD gehört habe, war mir klar, dass ich das unbedingt ausprobieren wollte, zumal auch nach einer Fuß-OP noch die volle Beweglichkeit wiederhergestellt werden sollte.

Fürs Anwenden der CD empfiehlt sich, dass man sich die Zeit wirklich nimmt, sämtliche Ablenkungsquellen (Telefon, Smartphone) mal außer Reichweite bringt, sich eine bequeme Sportmatte ausbreitet, eine Decke/ein Handtuch als Kopfablage bereitlegt und in bequeme Kleidung hüpft.

Die CD ist von Ulli Jaksch gesprochen, die in Wien eine Feldenkrais®-Praxis hat. Man hört, dass sie wohl Österreicherin ist, ich habe diesen Sprachklang aber als sehr verständlich und angenehm empfunden. Sie spricht die einzelnen Anleitungen klar und deutlich und in einem angenehmen, eher langsamen Tempo. Außerdem hat sie für mich eine entspannte und entspannende Stimme, die dafür auch passt. Selbst wenn man sich vielleicht nur eine halbe Stunde Zeit dafür nimmt, wenn man dies richtig macht, ist man enorm entspannt danach.

Für mich, die ich einige Erfahrung bei der Feldenkrais®-Methode habe, war das alles gut verständlich und genug erklärt. Für Neueinsteiger wären manchmal vielleicht noch ausführlichere Beschreibungen gut. Andererseits habe ich selbst auch gelernt, dass es beim Umsetzen eigentlich kein Falsch geben kann. Und dass selbst die kleinsten Bewegungen anschließend für einen neuen Komfort, eine neue Beweglichkeit sorgen können.

Mir hat diese CD unheimlich gut gefallen. Bislang habe ich mich selten nur mit den Füßen beschäftigt, wobei es im Endeffekt auch eine ganzheitliche Sache dann ist, was das Bewegungsspektrum anbelangt. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man mit wenig Einsatz bei Feldenkrais® anschließend doch einen so großen Nutzen erzielt hat. Die Anleitungen fand ich gut gesprochen, verständlich vor allem, und angenehm erläutert, auch sprachlich schön anzuhören. Auch die anschließende, neu erfahrene Beweglichkeit hat mir gutgetan und gezeigt, dass ich wieder öfter Feldenkrais® machen sollte.

Von mir gibt es hier entsprechend 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung – für alle, die mal die Feldenkrais®-Methode nach Moshé Feldenkrais ausprobieren wollen oder eben spezielle Anleitungen für den Fuß erhalten wollen.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Schwimmer treiben im Wasser wie Blütenblätter.

Im Freibad
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Kate arbeitet in Brixton bei der Zeitung und soll über die Schließung eines Freibades berichten. Sie ist einsam und fühlt sich auch bei ihrer Arbeit nicht sonderlich ernst genommen, sieht aber nun die ...

Kate arbeitet in Brixton bei der Zeitung und soll über die Schließung eines Freibades berichten. Sie ist einsam und fühlt sich auch bei ihrer Arbeit nicht sonderlich ernst genommen, sieht aber nun die Chance, die sich ihr mit dieser Berichterstattung bietet. Dabei lernt sie Rosemary kennen, die seit jeher in Brixton lebt und für die sich mit den Jahren einiges geändert hat. Er wurde die Bücherei geschlossen, nun auch das Freibad, in das sie so gerne geht. Gemeinsam setzen sich die beiden Frauen schließlich für den Erhalt des Freibades ein und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.

Auf dieses Buch war ich so richtig gespannt, da ich schon einiges darüber gehört und gelesen hatte. Für mich ist das Freibad bzw. das Schwimmen darin im Sommer ebenso ein Zufluchtsort, vor allem zu den Zeiten, zu denen man darin noch gepflegt schwimmen kann. Entsprechend kann ich mich sehr gut in die zwei Protagonistinnen hineinversetzen.

Der Schreibstil des Buches hat mir gut gefallen, verständlich und nachvollziehbar geschrieben, durchaus tiefgründig und aber doch auch eben sehr unterhaltsam. Es gibt nachdenkliche Momente wie sehr lustige Szenen, Fremdwörter oder großartige Fachbegriffe gibt es nicht. Die Schilderungen sind immer wieder sehr bildhaft, was mir gut gefallen hat, man kann sich so wunderbar selbst ein Bild davon machen beim Lesen.

Die Geschichte war für mich sehr spannend und unterhaltsam. Es gab für mich zwar immer wieder verschiedene Ideen, wie die Geschichte sich weiterentwickeln könnte, aber es war nicht wirklich so vorhersehbar, was mir unheimlich gut gefallen hat. Auch die Erzählweise, dass Rosemary einen an ihrem Leben mit ihrem Mann George teilhaben lässt, in Erinnerungen schwelgt und von ihrer gemeinsamen Zeit erzählt hat mir sehr gut gefallen. Ebenso spannend ist es zu sehen, wie Kate sich weiterentwickelt und gewisse Ängste überwindet – in gewisser Weise ist es insofern auch ein Mut-machendes Buch mit vielen Hoffnungsmomenten.

Für mich war „Im Freibad“ eine wunderbare Sommerlektüre, ein tiefgründiges wie unterhaltsames, lustiges und emotionales Buch, das durchaus auch zum Nachdenken anregen kann. Beim Lesen gab es keinerlei Längen oder langweilige Szenen, ich hätte es am liebsten direkt am Stück gelesen, wenn ich die nötige Zeit gehabt hätte. Von mir gibt es hier eine absolute Empfehlung und 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Das ist also Otto.

Otto
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Otto ist pensionierter Ingenieur und Jude. Als Patriarch herrscht er regelrecht über seine Familie und tut das bis ins hohe Alter hinein, auch als er schon krank und gebrechlich ist. Er ist starrsinnig ...

Otto ist pensionierter Ingenieur und Jude. Als Patriarch herrscht er regelrecht über seine Familie und tut das bis ins hohe Alter hinein, auch als er schon krank und gebrechlich ist. Er ist starrsinnig und stur und seine Töchter Timna und Babi können es ihm eigentlich nie so richtig recht machen. Auch ihre fast täglichen Besuche sind seiner Ansicht nach nicht ausreichend, denn sie kümmern sich ja überhaupt nicht um ihn, beklagt er wehleidig.

Auf die Geschichte von „Otto“ war ich wirklich gespannt, das Cover finde ich durchaus ansprechend und interessant – in gewisser Weise einfach gehalten und doch so aussagekräftig. Unter dem Buchumschlag kommt ein dunkelbraun-güldenes, ja gar kupferfarbenes Buch zum Vorschein.

Der Schreibstil des Buches war ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber alles in allem gut zu lesen und zu verstehen. Schwierige Wörter, Fremdwörter oder gar Fachbegriffe kommen eigentlich nicht vor, gelegentlich mal jüdische Begriffe wie die verschiedenen Feiertage. Aber diese werden dann auch kurz erläutert. Es liest sich mit der Zeit dann recht flüssig, wenn der Vater(Siebenbürge, jüdisch) spricht, ist der Satzbau etwas anders, aber das macht ihn eben charakteristisch auch aus. Das ist für mich auch absolut in Ordnung und passt zum Buch.

Inhaltlich wusste ich ja auch nicht wirklich, was da alles genau auf mich zukommt – und so habe ich die Geschichte einfach entspannt auf mich zukommen lassen beim Lesen. Die Geschichte ist interessant, teilweise sehr komisch, manchmal ziemlich zum Wundern. Manchmal möchte man Otto echt helfen, denn er sieht vieles schon sehr eng und streng. Aber auch die Mutter lebt ihr Leben und das auf ihre so ganz eigene Art. So sind Timna und Babi manchmal gefühlt auf sich alleine gestellt und das schon recht früh, sie organisieren sich selbst so gut es eben geht. Im Buch, das aus der Sicht von Timna erzählt, erfährt man, dass sie die regelrecht Starke in der Familie ist, denn sie wurde vom Vater schon immer eher gelobt, Babi nicht wirklich. Ihr traut er auch heute noch nicht soviel zu. Doch so sehr, wie Otto einen hier empört, so hat man teilweise fast manchmal Mitleid mit ihm. Und kann sich köstlich über die kuriosen Szenen amüsieren, in denen er Dinge, die man als Tochter vielleicht nicht unbedingt wissen möchte, mit.

Für mich war das ein unterhaltsamer Roman der anderen Art. Es ist keine klassische Unterhaltungsliteratur, sondern regt durchaus auch ein wenig zum Nachdenken an. Grundsätzlich ist es wohl so, dass Juden generell andere bzw. hohe Erwartungen an die Familie haben, als wohl christliche Familien. So zumindest habe ich das inzwischen dank verschiedener Bücher bzw. auch Filme erlebt. Das ist für mich völlig in Ordnung, denn meiner Ansicht nach darf jeder seine Art und Weise haben, man sollte gegenseitig einfach Toleranz üben. „Otto“ kann ein durchaus charmanter Mann sein, der aber eben auch gelegentlich sehr skurril ist, mich oft zum Schmunzeln aber auch Kopfschütteln gebracht hat. Lediglich das Ende lässt mich etwas ratlos zurück und auch zwischendurch gab es manchmal eher langatmige Szenen. Alles in allem hat mir das Buch überraschend gut gefallen, eine Lektüre der völlig anderen Art, unterhaltsam wie humorvoll und gut geschrieben, so dass ich wirklich im Lesefluß war. Von mir gibt es hier eine Empfehlung und 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Eine spannende Kreuzfahrt mit Déjà-vus.

Wunder & so - Falls ich dich küsse
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Lou und Amy, beide 15 Jahre alt und beste Freundinnen, gehen auf eine unvergessliche Reise: Sie dürfen Lou’s Großeltern auf eine Kreuzfahrt begleiten – mit Butlern, wunderbaren Kleidern und einer Ausstattung ...

Lou und Amy, beide 15 Jahre alt und beste Freundinnen, gehen auf eine unvergessliche Reise: Sie dürfen Lou’s Großeltern auf eine Kreuzfahrt begleiten – mit Butlern, wunderbaren Kleidern und einer Ausstattung aus Samt und Seide. Doch schon bald kommt ihnen etwas komisch vor, Sam kommt Lou irgendwie seltsam vertraut vor und immer wieder wird sie von Déjà-vus heimgesucht. Als ob sie Sam schon einmal getroffen hätte. Gleichzeitig darf sie ihm aber nicht vertrauen, eine schwere Angelegenheit…

Die Geschichte des Jugendbuches klang für mich spannend und emotional zugleich, entsprechend war ich auf die weitere Umsetzung wirklich gespannt. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Eine verständliche, klare Sprache, die aber doch sehr ausdrucksstark ist. Auch an manchen Gesprächen im Buch merkt man, dass hier wirklich Inhalt dahinter steckt. Vom Schreibstil her eine sehr angenehme Geschichte für mich, wirklich gut zu lesen. (Was man auch daran gemerkt hat, dass ich es wirklich schnell gelesen hatte.)

Die Geschichte entwickelt sich für mich in einem angenehmen Tempo. Natürlich geht mal etwas schnell, richtig rasant, aber es ist nicht so, dass alles gleich direkt klar war. Genau das hat mir an diesem Buch auch echt gut gefallen, der Schein trügt immer mal wieder. Die Charaktere haben mir gut gefallen, zeigen sie doch deutlich die aktuelle Situation auf. (Es ist eine Mode-Bloggerin mit an Bord, die sehr von sich überzeugt ist.) Diesen Ansatz fand ich interessant und auch wie diese Charaktere dargestellt werden hat mir echt zugesagt. Die Geschichte erschien mir zwar auch immer mal ein bißchen abstrus hinsichtlich der oft auftauchenden Déjà-vus, aber das hielt sich soweit doch im Rahmen. Alles in allem fand ich es schön, wie sich hier eine interessante, lustige, wirklich spannende und auch emotionale Geschichte entspinnt. Gerade die Darstellung der Liebe in diesem Buch hat mir sehr gut gefallen, aber auch hinsichtlich mancher weiterer Aussagen (über das Verstehen).

Von mir gibt es hier 5 von 5 Sternen für eine wirklich tolle Lektüre, ein super geschriebenes Jugendbuch, das man aber auch als Erwachsener natürlich lesen kann. Dafür spreche ich eine Empfehlung aus.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Geisterjäger John Sinclair ermittelt wieder.

John Sinclair - Folge 132
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Ed Gurny ist als Buchhalter für seinen Boss Logan Costello tätig und sammelt so Gelder aus dem Menschenhandel- und Drogenmilieu ein. Doch dann steht plötzlich eines Tages Jossip Semec Gurny in seiner Tür ...

Ed Gurny ist als Buchhalter für seinen Boss Logan Costello tätig und sammelt so Gelder aus dem Menschenhandel- und Drogenmilieu ein. Doch dann steht plötzlich eines Tages Jossip Semec Gurny in seiner Tür – und alles ändert sich plötzlich…

Die Romane rund um John Sinclair gibt es ja schon sehr lange und natürlich auch entsprechende Hörspiele. Da ich bislang kein Hörspiel dieser Reihe gehört hatte, war ich gespannt wie diese Geschichten so aufgebaut bzw. umgesetzt sind.

Und da ist das hier definitiv ein Hörspiel, denn man wird dabei wirklich „bespielt“. Grandiose Filmmusik bzw. musikalische Einspieler, die die entsprechenden Szenen untermalen, Geschirrklappern, Hintergrundgeräusche – das ist wirklich spannend gemacht. Teilweise tut man sich ein wenig schwer, weil mehrere Personen gleichzeitig sprechen bzw. man eine Stimme aus dem Hintergrund noch hört. Solche Szenen sollte man dann wohl definitiv zweimal anhören, damit man auch weiß, was wie dabei zusammenhängt. Die Sprecher versteht man soweit gut, auch ihre Betonungen passen für mich gut und es wirkt nicht gespielt.

Der sprachliche Stil hat mir gut gefallen, wenngleich er schon eher „hart“ ist, brutal teilweise bzw. auch in Richtung Sex gehend. Für Kinder also definitiv nicht geeignet – wenn frühestens ab 16 Jahren oder so. (meine Einschätzung) Wenn man die entsprechenden Personen nicht kennt, ist es nicht unbedingt ein leichter Einstieg in die Geschichte. Vielmehr kennt man entsprechende frühere Ereignisse natürlich nicht, was ein bisschen hinderlich ist, anderen Lesern entsprechend sind Anspielungen bekannter und für sie dann auch besser zu verstehen.

Für mich war die Umsetzung der Geschichte, die ja nicht aus der jetzigen Zeit stammt, gelungen – man hat sie fürs Hörspiel an manchen stellen „upgedated“, das hat mir gut gefallen. Auch die Personen grundsätzlich fand ich interessant. Die Geschichte wirkte für mich dann aber auch ein bisschen unglaubwürdig wegen gewisser naiver Anwandlungen. (Möchte hier nicht näher vorgreifen.). Mit nicht einmal einer Stunde ist es ein eher kurzes Hörspiel gewesen, aber in dieser Zeit ist "genug los".

Alles in allem war es ein interessanter Ausflug in die Hörspielwelt von John Sinclair. Die musikalische Untermalung finde ich sehr gelungen, das Hörspiel war zum Teil recht gruselig, spannend und wirklich unterhaltsam. Für mich war es ein bisschen ein abruptes Ende und auch hinsichtlich der nicht vorhandenen Vorkenntnisse habe ich mir etwas schwergetan. Von mir gibt es hier 3 von 5 Sternen und eine Empfehlung für John Sinclair-Freunde.

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