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Veröffentlicht am 26.10.2016

Ein verdammt attraktiver Mann war früher mal eine Frau.

Blaue Augen bleiben blau
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Balian Buschbaum erzählt im Buch über sein Leben, sein Leben als Yvonne, sein Leben als Stabhochspringerin, die Umwandlung zum Mann.

Ich war sehr gespannt auf die Schilderungen im Buch, bei der Talkrunde ...

Balian Buschbaum erzählt im Buch über sein Leben, sein Leben als Yvonne, sein Leben als Stabhochspringerin, die Umwandlung zum Mann.

Ich war sehr gespannt auf die Schilderungen im Buch, bei der Talkrunde (ich glaube es war die im NDR) kam Balian Busch sehr sympathisch rüber und schilderte schon ein wenig von seiner Umwandlung von der Frau zum Mann.

Im Buch schildert er dann seine frühesten Erinnerungen, wie er als Kind aufgewachsen ist, damals schon lieber mit Autos spielte, sich eher männlich, burschikos kleidete und gab, als irgendwelche weiblichen Rundungen etc. zuzulassen. (Wobei Yvonne generell sehr sportlich ist/war und auch keine "großen" Rundungen hatte.) Auch in seiner Teenagerzeit merkte er schon, dass er Frauen anziehender findet als Männer - fühlte sich dabei aber auch eher als Mann, also nicht lesbisch. Er erzählt auch von einigen Freundinnen, die er so hatte, wobei er da nicht immer Namen nennt, eine Freundin ist beispielsweise die "Seelenverwandte". Generell geht es öfter mal in die Tiefe, gelegentlich sind auch Abschnitte kursiv gesetzt (wohl Tagebucheinträge), hier finde ich, schweift Balian Buschbaum ziemlich ab bzw. sind die Texte für meinen Geschmack einfach zu tiefgründig. Er scheint manchmal ein recht nachdenklicher Mensch zu sein, der jedoch auf keinen Fall nachtragend ist und negative Erlebnisse im Leben schnell vergisst, ein Optimist.

Ich bin bei diesem Buch sehr zwiegespalten, denn einerseits fand ich die Geschichte sehr interessant zu lesen, den Schreibstil aber nicht immer so gut. Gefühlt waren für mich da auch einige Längen drin. Ein "Kommentar" auf der Buchrückseite beschreibt es gut:
"Mal nachdenklich bis philosophisch, mal lustig bis entwaffnend direkt." (Die Welt)

Genauso kann man das Buch am Besten beschreiben, jedoch hat mir der philosphische Teil, der immer mal wieder auftaucht, nicht so gut gefallen. Generell finde ich es jedoch gut und mutig, dass Balian Buschbaum über seinen "Werdegang" (egal ob sportlich oder körperlich) geschrieben hat, ich denke, dass dies eventuell auch andere Transsexuelle anspricht bzw. ihnen Mut macht.

Entsprechend vergebe ich hier 3 von 5 Sternen, spreche dennoch eine Leseempfehlung aus, denn lesenswert ist dieses Buch zu diesem speziellen Thema auf alle Fälle.

Veröffentlicht am 26.10.2016

Krankheit ändert einen Menschen.

Ein Schnupfen hätte auch gereicht
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Gaby Köster's Leben spielte sich wohl lange wie auf der Überholspur ab. Im Januar 2008 "verpasst ihr Körper ihr dafür die Quittung", sie erleidet einen Schlaganfall, liegt einige Zeit im Koma und muss ...

Gaby Köster's Leben spielte sich wohl lange wie auf der Überholspur ab. Im Januar 2008 "verpasst ihr Körper ihr dafür die Quittung", sie erleidet einen Schlaganfall, liegt einige Zeit im Koma und muss sich sehr viel an Beweglichkeit wieder sehr mühsam erkämpfen. Ihre Erlebnisse aus dieser Zeit (und aber auch aus der vorherigen Zeit) hat sie zusammen mit Till Hohenender, der schon Comedy-Texte für sie geschrieben hat, und wohl zu einem sehr guten Freund geworden ist, aufgeschrieben.

Als damals das Buch heraus kam, hab ich mich noch gar nicht so für das Buch interessiert. Generell bin ich schon an solchen Büchern, die zum einen eine Lebensgeschichte erzählen und auch zur Verarbeitung dienen, interessiert. Nun gut, durch Zufall hab ich das Buch ja nun ausleihen können.

Und: es hat sich meiner Ansicht nach absolut gelohnt, das Buch zu lesen. Gaby Köster erzählt hier, wie blöd sie den "drecksdrisseligen" Schlaganfall findet, wie er ihr das Leben schwer gemacht hat - gleichzeitig erfährt man viel über ihren beruflichen Anfang (von der Kneipe ins Radio bis hin zum Anruf von Rudi Carell), außerdem auch ein wenig Privates. Ihr Privatleben hält sie weitgehend aus dem Buch heraus - sie erzählt zwar von ihrem Mann bzw. der Name fällt mal und dass die Presse damals bei der Scheidung natürlich heiß auf Infos war, man erfährt jedoch deutlich mehr über ihren Sohn Donald und ihre Hunde (Frau Doktor, Taxi, Bitte, Urlaub, Tussi, Toffifee). Allein bei der Wahl der Hundenamen merkt man, wie "verückt" Gaby Köster doch ist, wobei ich die Namen wirklich sehr lustig finde und es doch ein Gag ist, wenn man einen Hund ruft ("Frau Doktor, komm her" - etc.).

Generell ist Gaby Köster wohl ein recht lebensfroher Mensch, natürlich hat ihr der Schlaganfall sehr zu schaffen gemacht, was ich durchaus sehr nachvollziehen kann, schließlich wollte mein linker Arm auch einige Zeit nicht so wie ich das wollte - zumal ich eine Fallhand hatte. Entsprechend gibt es natürlich auch schwere Tage im Leben von Gaby Köster. Mit der Hilfe ihrer Familie (ihr Sohn Donald, ihre Mutter Ria) und einigen guten Freunden gelingt es ihr jedoch, wieder ein "geregeltes", "normales" Leben zu führen.

Die Einblicke in ihr Leben waren für mich sehr interessant, anfangs dachte ich noch "Oh, was erwartet mich da" - denn das Buch ist so geschrieben, wie Gaby wohl redet. Da sind viele interessante und auch komische Vergleiche enthalten, sie schimpft auch gerne mal (aber nicht mit wirklich "bösen" Kraftausdrücken... - sondern richtig kreativ ;) ), es war zu Anfang wirklich sehr gewöhnungsbedürftig. Auch meiner Mama ging es so - sie hat das Buch vor mir gelesen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an den Stil. Und fühlt auch regelrecht mit Gaby mit, wenn es ihr mal wieder nicht so gut geht. Und freut sich aber auch, wenn sie von der kleinen Zita aufgemuntert wird oder wenn sie Kraft durch ihre Hunde erfährt.

Mich hat dieses Buch sehr fasziniert - der Einblick in das Leben von Gaby Köster nach ihrem Schlaganfall war sehr interessant, ich mag sie gerne, denn sie erscheint einem sehr ehrlich (was sie wohl auch wirklich ist!) und ist trotzdem eine absolut tolle Comedian - und Frau. (wobei: Ehrlichkeit darf dem nicht widersprechen... nun ja. ;) ) Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der mal mehr über Gaby Köster erfahren möchte, der vielleicht auch eine Erfahrungsgeschichte hinsichtlich eines Schlaganfalls lesen möchte, wobei allen voran sollte es hier um Gaby Köster gehen, finde ich.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung für das Buch von dieser wunderbaren Frau aus. (Till Hoheneder hat ihr übrigens beim Schreiben geholfen - ein recht enger Freund ist er - und da ihre linke Hand nicht so fit beim Schreiben ist, hat er ihr da geholfen.)

Veröffentlicht am 26.10.2016

Ana ist blöd. Mia auch.

Splitterfasernackt
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Lilly ist sechs Jahre alt, als sie vom Nachbarn vergewaltigt wird. Durch dieses (und weitere) Ereignisse geprägt beschließt sie schließlich als Prostituierte zu arbeiten - um das ganze vielleicht auch ...

Lilly ist sechs Jahre alt, als sie vom Nachbarn vergewaltigt wird. Durch dieses (und weitere) Ereignisse geprägt beschließt sie schließlich als Prostituierte zu arbeiten - um das ganze vielleicht auch besser verarbeiten zu können. Täglich wird sie auch noch von ihren "Freundinnen" Ana (Anorexia Nervosa - Magersucht) und Mia (Bulimia nervosa - Ess-Brechsucht) begleitet und öfter mal von Ohnmachtsanfällen "heimgesucht".

Schon länger wollte ich "Splitterfasernackt" lesen, irgendwie hat es sich dann so "ergeben". Als das Buch dann da war, habe ich gleich angefangen zu lesen. Was ja optisch am Buch ganz nett ist: das in hellblau gehaltene Cover mit dem Konterfei der Autorin drauf, außerdem hat das dicke Taschenbuch abgerundete Seiten. Nett, finde ich.

Ich weiß nicht, was ich mir vom Buch erwartet habe. Aber ich kann sagen, dass dies irgendwie nicht so eingetroffen ist, wie ich mir das Buch vorgestellt habe. Lilly schildert im Buch die schlimmen Erlebnisse, die sie in ihrer Kindheit ertragen hat müssen. Von der Vergewaltigung, die der "ach-so-liebe Nachbar" (so denkt die Mutter wohl...) an Lilly "vornimmt". Von den Eltern, die sie nicht so wirklich lieben, zumindest kommt das für mich so herüber. Die auch nicht so wirklich an ihr interessiert sind. Schließlich entscheidet sie sich für ein Leben im "Passion", einem Bordell. Wohl um beim bezahlten Sex mit Männern die Vergewaltigung und sonstige Taten vergessen zu können. Ständig muss sie auch noch auf ihr Gewicht achten, zumindest sagt sie bzw. ihre Freundinnen, Ana und Mia (Magersucht bzw. Ess-Brechsucht) ihr das im Unterbewusstsein. Weil sie es wohl auch irgendwie schafft ohne Essen bzw. mit minimaler Lebensmittelzufuhr zu leben, bzw. eigentlich nicht damit zu leben - kippt sie öfter mal um. Der Körper wehrt sich eben. Auch ihr Körper spricht Bände - die Narben sind ein "Mahnmal", ein "Denkmal", wie sie selbst im Buch mal über ihre Selbstverletzungen schreibt.

Vom Schreibstil her kann sie mich nicht so sehr in ihren Bann ziehen. Ich wollte zwar bis zum Schluss wissen, wie es nun um sie steht, welchen Weg im Leben sie gewählt hat, aber für mich war es irgendwie mehr ein Kampf, als ein "genussvolles Lesen". Natürlich kann bei der Schilderung einer Vergewaltigung an Kindern bei "den vergessenen Tagen" im Leben nicht von einem "genussvollen Lesen" die Rede sein, mich hat es hier emotional sehr gepackt, ich musste das Lesen mehrmals unterbrechen, weil mir solche Taten von Männern einfach nicht in den Kopf gehen wollten.

Es mag sein, dass sie viel Kraft in ihre Worte legen kann mit der Art und Weise, wie sie sich ausdrückt. Mich persönlich spricht es so jedoch nicht an. Zumal ich manche Sätze etwas verdreht bzw. verquer finde, sie möchte Dinge ausdrücken, die einfach nicht auszudrücken sind, glaube ich. "Wie schön dieses lautlose Lächeln von ihm auf dem Bauplatz meiner Seele spielt und von einer Sekunde zur nächsten unbekannten Stunde seine Farben gegen einen makellos weißen Raum eintauscht, nur um mich noch mehr zu verwirren, in meinem Chaos aus Beständigkeit, das er so ungefragt erraten hat. " Gerade diesen Satz finde ich äußerst suspekt, ich habe zwar viel Verständnis für Wortakrobaten, Wortkünstler und dergleichen, aber das ist dann doch komisch.

Ich bin sehr zwiegespalten von diesem Buch. Es wird eine wahre Lebensgeschichte erzählt von einer Frau, die genauso alt ist wie ich es bin. Klar macht mich dies sehr nachdenklich und an manchen Stellen auch recht traurig. Aber dennoch gefällt mir die Art und Weise wie dies hier geschildert wird einfach nicht. Klar ist das nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" (Oder eher "Freier, ..."? :-o ), aber mir gefällt der Schreibstil einfach nicht. Punkt.

Und Ana und Mia finde ich ebenso blöd. So!

Ich vergebe hier - hin und her gerissen wie ich von diesem Buch bin - dennoch drei von fünf Sternen und bleibe aber unentschlossen, was eine Empfehlung angeht.

Veröffentlicht am 26.10.2016

DANKE, Hape!!!!!

Ich bin dann mal weg
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Hape Kerkeling beschließt im Sommer 2001 den Jakobsweg zu pilgern, nachdem er eine Operation an der Gallenblase sowie einen Hörsturz hinter sich hat und sich dadurch eine Auszeit nehmen will. In seine ...

Hape Kerkeling beschließt im Sommer 2001 den Jakobsweg zu pilgern, nachdem er eine Operation an der Gallenblase sowie einen Hörsturz hinter sich hat und sich dadurch eine Auszeit nehmen will. In seine "kleinen orangefarbenen Kladde" schreibt er sich dann Tag für Tag seine Erlebnisse und Gedanken auf, diese hat er dann zu einem Buch verarbeitet.

Es lässt sich wirklich gut lesen, man möchte fast nicht mehr Aufhören mit dem Lesen. Die Gliederung der einzelnen Kapitel ist schön, so sind die Kapitel mal über mehrere Seiten, mal nur ein-zwei Seiten lang, je nachdem, wieviel Hape Kerkeling über den jeweiligen Tag geschrieben hat bzw. wieviel er erlebt hat. Er schreibt nicht allzu stur ernst einfach alles nieder, sondern so, dass man irgendwie mit auf dem Jakobsweg läuft, er beschreibt die Umgebung schön, seine Mit-Pilgerer, einfach alles beschreibt er genau, aber dennoch schweift er nicht vom Thema ab.

Die Fotos die er gemacht hat finde ich toll, denn keines der Fotos ist gestellt, wie das bei anderen Büchern evtl. der Fall ist, sondern er macht dann einfach das Foto, wenn er meint, er möchte hier und jetzt den Augenblick, die Landschaft etc. festhalten.

Und obwohl es ein Buch über eine Reise ist, ein Reisetagebuch quasi, ist es nicht stock steif, sondern auch manch lustiges Erlebnis vermerkt, aber auch interessante Gedanken - bzw. -gänge.

Ich war zuerst skeptisch, ob mir das Buch wirklich gefällt, aber nachdem es in der Familie so ziemlich alle gelesen haben, hab ich es auch gelesen. Und wollte wirklich fast nicht mehr aufhören zu lesen! Die letzten Seiten fiel es mir fast schwer das Buch zu lesen, denn dann war es ja zu Ende.... also hab ich es mir "Tag für Tag" aufgehoben, immer nur ein Kapitel, so wenig wie möglich...

Ich kann es nur jedem Empfehlen das Buch zu Lesen, sage gaaaanz dickes DANKE an Hape Kerkeling, den ich nun als Mensch bewundere, als Autor ganz toll finde - und mir gerne ein neues Buch von ihm wünsche. Falls es das geben wird....

Ich vergebe von daher 5 Punkte mit Stern, denn es ist ein wirklich tolles Buch, wenn der Autor auch nicht alles aus seiner orangefarbenen Kladde wieder gegeben hat - was aber auch verständlich ist, denn ein Privatleben steht jedem Menschen zu, auch wenn er im Rampenlicht steht.

Veröffentlicht am 26.10.2016

No Risk, no Fun? Dann lieber weniger Fun.

Samuel Koch - Zwei Leben
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Samuel Koch verunglückt bei "Wetten, dass...?" schwer, als er bei einem Sprung mit seinen Powerisern stürzt. Er verletzt sich so schwer, dass er durch Folgen des Unfalls bzw. der Behandlung vom Hals abwärts ...

Samuel Koch verunglückt bei "Wetten, dass...?" schwer, als er bei einem Sprung mit seinen Powerisern stürzt. Er verletzt sich so schwer, dass er durch Folgen des Unfalls bzw. der Behandlung vom Hals abwärts gelähmt ist. Nach einem Krankenhausaufenthalt ist er lange Zeit in einer speziellen Klinik in der Schweiz, wo er noch den ein oder anderen kleinen Fortschritt macht. Inzwischen studiert Samuel Koch wieder in Hannover - und ist recht flott mit seinem elektrischen Rollstuhl unterwegs. Dennoch benötigt er wohl rund um die Uhr Hilfe.

Die Geschichte von Samuel Koch hat wohl jeder mitbekommen bzw. auch jeden ein wenig berührt. Ein Mensch, gerade einmal Anfang zwanzig, stürzt bei einer spektakulären, dennoch sehr gewagten Wette und bricht sich das Genick, ist auf einmal gelähmt.

Im Buch erfährt man viel über die Familie, die natürlich absolut hinter Samuel steht und ihm hilft, wo man nur kann. Samuel berichtet auch über seine Zeit vor dem Unfall, er war schon immer sehr sportlich, Bewegung war für ihn alles. Auch von seinem Glauben an Gott ist immer wieder die Rede.

Und dennoch finde ich an manchen Stellen im Buch wird Samuel manchmal selbst dargestellt, als wäre er "der Beste" überhaupt. Es mag sein, dass er ein wunderbarer Mensch ist, der offen auf andere Menschen zugeht, der gleich tolle Kontakte mit den Menschen knüpfen kann, obwohl er sie nicht kennt. All das mag gerne so sein, dennoch kommt es mir eben so vor, als wäre das manchmal einfach etwas übertrieben dargestellt.
Er verliert wohl auch fast nie den Humor. Gerade in dieser schweren Zeit, schließlich muss er sich erstmal daran gewöhnen, nicht mehr selbstständig zu Essen, sich anzuziehen, etc. , hat er wohl auch ab und an mal schwarze Gedanken, natürlich ist nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen. Dennoch macht er oft über seine Situation noch Witze - das macht ihn auch recht sympathisch, irgendwann versucht er eben doch auch, sich mit seiner Situation "abzufinden". Wenngleich er viel hofft, dass er eines Tages doch wieder Laufen kann. Hier gibt ihm Gott unheimlich viel Kraft, überhaupt ist Gott in seinem Leben wohl sehr präsent. Manchmal finde ich, ein bißchen zuviel.

Generell finde ich die Geschichte von Samuel Koch sehr heftig, andererseits ist er mit dieser Wette auch eine große Gefahr eingegangen. (Ja, ich weiß, dass man auch plötzlich mal vom LKW gebremst werden kann, vom Blitz getroffen etc. Leben ist Lebensgefährlich!) Über die vielen Genesungwünsche, die er per Post erhält, freut er sich wohl auch sehr, kann diese alle gar nicht beantworten. Über die Kritik schweigt er sich aus bzw. geht nur sehr kurz darauf ein.

Vom Schreibstil ist das Buch angenehm zu lesen, es kommen nur selten spezielle Begriffe vor, die jedoch auch gleich immer erklärt werden.

Ich bin hier sehr zwiegespalten. Einerseits war es interessant von Samuel Koch zu erfahren, wie es ihm aktuell geht, wie schwer sein Weg bisher war. Andererseits halte ich manche Schilderung manchmal für Übertrieben, entsprechend konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen.

Ich vergebe hier 3 von5 Sternen und bleibe so dermaßen unentschlossen.