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freddyschlaubi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2023

Digital Detox

Zeiten der Langeweile
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"Zeiten der Langeweile" ist ein Roman über Milas Ausstieg aus der digitalen Welt, welcher mild beginnt und dann immer tiefer in ihr Leben eingreift. Der Trend rund um Digital Detox hat viele mit sich gezogen ...

"Zeiten der Langeweile" ist ein Roman über Milas Ausstieg aus der digitalen Welt, welcher mild beginnt und dann immer tiefer in ihr Leben eingreift. Der Trend rund um Digital Detox hat viele mit sich gezogen und dauert wohl immer noch an. Wobei die meisten eher nur minimale oder temporär begrenzte Veränderungen vorgenommen. Anders als in diesem Buch, wo die Protagonistin ihr ganzes Leben Stück für Stück umkrempelt.

Das Cover ist schön gestaltet und auch die Aufteilung der Erzählung in drei Teile unterstützt die Handlung. Die großen Abschnitte ohne weitere Kapitel können nur teils sehr langwierig werden. Dennoch ist das Thema sehr facettenreich dargestellt und es werden ganz verschiedene Perspektiven und Problematiken gezeigt, dazu auch die Zweifel und Ängste der Protagonistin selbst. Diese empfinde ich allgemein als spannend, da man einiges zur Vorgeschichte erfährt, aber nicht in aller Ausführlichkeit und auch in Bezug auf ihre Psyche Geheimnisse verdeckt bleiben. Auch den eher nüchternen und wenig dramatischen Schreibstil mag ich persönlich gerne.

Dennoch kann ich das Buch nicht ohne weiteres empfehlen, da ich mich im Laufe der Geschichte immer weniger mit der Protagonistin identifizieren konnte. Ihre Einstellung und auch ihre Angst wird immer extremer und man kann sie nur schwer nachvollziehen. Daher würde ich den Roman vor allem empfehlen, wenn man dem Thema zugänglich ist und sich auf derartige Experimente vielleicht selbst einlassen würde.

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Veröffentlicht am 04.09.2023

Alltagsphilosophie

Kleine Probleme
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"Kleine Probleme" ist ein Roman, welcher sich durch seine aufregende, abschweifende und philosophische Erzählweise einer eigentlich alltäglichen Handlung besonders abzeichnet. Man bekommt einen tiefen ...

"Kleine Probleme" ist ein Roman, welcher sich durch seine aufregende, abschweifende und philosophische Erzählweise einer eigentlich alltäglichen Handlung besonders abzeichnet. Man bekommt einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt des Protagonisten und kann durch diesen eine neue Sichtweise auf so viele kleine oder große Probleme erhalten, denn wie es zu erwarten ist, weisen die kleinen Hürden auf andere viel größere hin.

Das Cover gefällt mir sehr gut und drückt vor allem die pessimistische, ein wenig aussichtslose Stimmung der Erzählung aus. Auch die Aufteilung der Kapitel fügt sich super mit der Handlung zusammen und man wird gedanklich noch besser mitgenommen. Dabei ist das Thema des Buches schwer einzugrenzen, da sich die Handlung vor allem um den Lebensstil und die Situation des Protagonisten dreht. Es geht darum, Aufgaben aufzuschieben und diese dann letztendlich unter einer gewissen Anstrengung zu vollenden. Wobei immer deutlich wird, dass die missliche Lage auch auf die psychische Situation des Protagonisten hindeuten könnte, wodurch Spannung erzeugt wird, da man auch hierfür im Laufe des Buches mehr Informationen erhält. Darüber hinaus fällt es allerdings nicht schwer, Sympathie für den Protagonisten zu entwickeln und man begleitet diesen mit Freude auf seinen philosophischen Gedankenreisen. Besonders hat mir hierbei auch gefallen, wie die Grenzen zwischen Autorin und Figur verschwimmen, durch z.B. die Tätigkeit als Schriftsteller oder die Danksagung im Buch.

Insgesamt sollte dieses Buch eine Bereicherung für alle sein, die ein wenig Sinn für Philosophie und das Absurde im Alltäglichen haben. Es braucht nicht mehr, als sich einfach auf die Erzählweise einzulassen.

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Koch-Romance

Für jede Liebe ein Problem
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"Für jede Liebe ein Problem" ist eine queere Liebesgeschichte, welche sich besonders durch ihr TV-Kochshow-Setting auszeichnet. Zwei sehr liebenswerte Menschen mit besonderen Schicksalen und einer gemeinsamen ...

"Für jede Liebe ein Problem" ist eine queere Liebesgeschichte, welche sich besonders durch ihr TV-Kochshow-Setting auszeichnet. Zwei sehr liebenswerte Menschen mit besonderen Schicksalen und einer gemeinsamen Leidenschaft treffen aufeinander und begeben sich auf eine gemeinsame Reise durch die Etappen der Kochshow. Das Cover gefällt mir an sich und hilft dabei, sich die beiden Hauptcharaktere vorzustellen. Den Titel dagegen finde ich nicht so treffend, da ich keine besonders starke Verbindung zwischen diesem und der Geschichte sehe, bzw. sich wahrscheinlich zahlreiche andere Liebesgeschichten unter diesem Motto finden würden.

Das Thema und die Geschichte allerdings sind sehr schön und liebevoll umgesetzt. Besonders durch London als nicht-binäre Person, konnte bei mir mehr Aufmerksamkeit für die Herausforderungen und Probleme queerer Personen geschaffen werden und ich würde dem auch als repräsentativ für andere einschätzen. Auch das Kochen als Thematik hat die Erzählungen immer wieder abwechslungsreich gestaltet und der Wettbewerbscharakter wiederum hat zur nötigen Spannung beigetragen.

Die Figuren sind wohl ein Highlight des Romans und damit nicht nur London und Dahlia, welche beide sofort sympathisch und authentisch wirken und den Lesenden gleichermaßen durch die Geschichte begleiten. Auch die anderen Randfiguren, wie die Familienmitglieder oder die anderen Teilnehmer erfüllen eine Rolle in der Geschichte und sind ebenso teilweise sehr detailliert ausgestaltet.

Alles in allem hat mir der Roman gefallen, auch wenn dies eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre ist. Aber für Romance-Liebhaber ist hier auf jeden Fall etwas dabei und sicher auch etwas Abwechslung gegenüber anderen Geschichten.

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Veröffentlicht am 30.05.2023

Klima-Dystopie

Blue Skies
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"Blue Skies" ist ein dystopischer Roman, der den Leser in eine gar nicht so weit entfernte Zukunft entführt und die möglichen Einflüsse des Klimawandels auf das Wetter und den Alltag der Menschen beschreibt. ...

"Blue Skies" ist ein dystopischer Roman, der den Leser in eine gar nicht so weit entfernte Zukunft entführt und die möglichen Einflüsse des Klimawandels auf das Wetter und den Alltag der Menschen beschreibt. Das Cover gefällt mir mit seinen leuchtenden Farben sehr gut und gibt dadurch auch zusammen mit dem Titel einen schönen Kontrast zum Inhalt ab. Auch die Gestaltung der Deckblätter für die drei Teile des Romans hat mir sehr gefallen.

Das Thema des Klimawandels ist im Laufe der Geschichte in verschiedenen Facetten und Ausprägungen immer präsent, weshalb die Zukunft sehr greifbar wird und es keiner großen Vorstellungskraft bedarf, was mich wiederum sehr beeindruckt hat. Stürme, Überschwemmungen und Brände bestimmen immer wieder enorm das Leben der Romanfamilie und beängstigen auch einen selbst ein wenig.

Die Geschichte der drei Hauptfiguren, zwischen deren Perspektiven man nach jedem Kapitel wechselt, ist zudem auch sehr spannend, da sich die Dramatik der Klimaerscheinungen auch in der Geschichte widerspiegelt. Man beobachtet eine sich stetig verschlimmernde Handlung, die immer neue positive und negative Überraschungen bereithält, welche zuletzt jedoch kein gutes Ende ermöglichen konnten. Dabei sind die Figuren auch sehr authentisch und je nach Charakter kann man sich in den einen oder anderen mehr oder weniger hineinversetzen. Insgesamt verfügt die Geschichte also über eine sehr gelungene Spannungskurve und Dramaturgie sowie einige Wendungen.

Mir hat das Buch besonders aufgrund seiner Zukunftsvorstellung gefallen, da mir diese sehr realistisch und damit zugleich bedrohlich, aber nicht überzogen vorkam, da die Situation auch von den Figuren in einer Weise als Normalität wahrgenommen wurde und sie doch noch viele Parallel zu unserer Perspektive aufweisen können. Ich würde "Blue Skies" daher allen empfehlen, die sich diesbezüglich eine anschauliche Vorstellung der Zukunft einholen möchten und andererseits vielleicht auch einfach an einer sehr dramatischen Geschichte interessiert sind.

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Absolutes Must-Read

Unsichtbar
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"Unsichtbar" ist ein wirklich beeindruckendes Buch und gewissermaßen ein echtes Must-Read. Das allgegenwärtige und zeitlos wichtige Thema Mobbing wurde sehr emotional, persönlich und doch universell behandelt, ...

"Unsichtbar" ist ein wirklich beeindruckendes Buch und gewissermaßen ein echtes Must-Read. Das allgegenwärtige und zeitlos wichtige Thema Mobbing wurde sehr emotional, persönlich und doch universell behandelt, sodass sich garantiert jeder etwas daraus mitnehmen kann.

Das Cover ist schlicht und dennoch schön gestaltet und greift vor allem den sehr bedeutsamen Buchtitel auf, welcher sich dem Leser allerdings erst im Laufe der Geschichte in voller Gänze erschließen wird und der Erzählung hinsichtlich seiner Interpretation sogar eine neue Wendung verleiht. Das Thema erstreckt sich über Mobbing und Ausgrenzung hin zu Freundschaft, Identität und verschiedensten zwischenmenschlichen Beziehungen, da die wahre Geheimwaffe des Romans sich durch die Figuren auszeichnet. Alle Charaktere fügen sich in eine logische Konstellation und erfüllen eine essentielle Rolle für das gesamte Geschehen, wobei man auch sehr schnell in die Hauptcharaktere eintaucht und deren Sicht auch immer nachvollziehen kann.

Im Laufe des Romans finden sich immer wieder Passagen, welche vor allem von der Lehrerin ausgehen, die einen allgemeineren Blick auf die Thematik werfen und mir noch einmal besonders im Kopf geblieben sind, weil sie sich leicht als Moral entnehmen lassen und die Geschichte zusätzlich dramatisieren.

Ich kann den Roman nur wärmstens empfehlen, ohne dabei einen gewissen Leserkreis eingrenzen zu wollen, da er vielleicht sogar dazu geeignet wäre, in den Kanon der Schullektüre aufgenommen zu werden. Vielleicht ist er allerdings auch besonders interessant für (angehende) Lehrkräfte, da sich die Handlung vorrangig im schulischen Kontext abspielt und auch durchaus realistisch wäre.

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