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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2019

Ausgefallene Rezepte, wunderschöne Fotos

Kochen nach Beaufort
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Dieses kleine praktische Kochbuch macht echt was her. Ich habe mir die größere Taschenbuchausgabe gekauft und war da so begeistert sowohl von der Optik, als auch von den pfiffigen Rezepten, sodass ich ...

Dieses kleine praktische Kochbuch macht echt was her. Ich habe mir die größere Taschenbuchausgabe gekauft und war da so begeistert sowohl von der Optik, als auch von den pfiffigen Rezepten, sodass ich die kleine Schwester in der Blechbüchse direkt an meine segelbegeisterte Freundin weiterverschenkt habe.
Ich war noch nie selbst in einer kleinen Schiffskombüse, aber die Rezepte kommen insgesamt mit wenigen Zutaten aus. Man sollte allerdings vor Antritt der Fahrt im Kopf haben, was man kochen will und gezielt einkaufen, denn die Zutaten, die hier benötigt werden, sind nicht immer alltäglich.
Der Schwierigkeitsgrad der Zubereitung ist dem Seegang angepasst, was ich ganz witzig, aber auch sinnvoll finde. Alle Rezeptfotos sind von brillanter Qualität. Wir haben uns schon einige Gerichte ausgeguckt und werden sie -auf dem Festland- bald nachkochen. Ob sie auch bei entsprechender Windstärke kochbar sind, kann ich allerdings leider nicht beurteilen.


Veröffentlicht am 29.10.2019

Das Pinkerton-Girl

Das Geheimnis der Madame Yin
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Generell mag ich viktorianische Krimis sehr gerne. Vor allem die Charlotte-Pitt-Romane von Anne Perry habe ich sehr gerne gelesen. "Das Geheimnis der Madame Yin" ist ihnen sehr ähnlich.
Eine selbstbewusste ...

Generell mag ich viktorianische Krimis sehr gerne. Vor allem die Charlotte-Pitt-Romane von Anne Perry habe ich sehr gerne gelesen. "Das Geheimnis der Madame Yin" ist ihnen sehr ähnlich.
Eine selbstbewusste Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist (weil sie es wagt, zu denken und eine eigene Meinung zu haben), lässt sich nicht in die engen chauvinistischen Grenzen der viktorianischen Gesellschaft zwängen.
Celeste Summersteen, eine Detektivin der amerikanischen Detektei Pinkerton, will ein junges Mädchen aus gutem Hause beschützen. Dabei überschneiden sich ihre Bemühungen mit der Arbeit des Scotland Yard Inspectors Edwards, der einige Zeit braucht, um Vorurteile und persönlichen Stolz abzubauen, bevor er Summersteens Leistungen zu würdigen weiß. Nur im gemeinsamen Handeln können sie die geheimnisvollen Morde an jungen Mädchen aufklären und eine aufstrebende Gangsterorganisation zerschlagen.
Sehr schön ist die Handlung in das alte London eingebettet. Neblig, dunkel und stinkend ist es fern jeder romantischen Verklärung. Der Leser wird mit dem Schmutz der Straße und den allgegenwärtigen schlechten Lebensbedingungen der Stadtbevölkerung konfrontiert.
Auf der anderen Seite ist das Leben der Privilegierten gezeichnet von schöner Kleidung, geschmackvollen Häusern und teuren Festivitäten. Natürlich handelt es sich hier um einen Krimi und nicht um eine Sozialstudie, aber dennoch fällt der krasse Unterschied ins Auge, während man der Handlung mit Spannung folgt. Das Geschehen bleibt lange undurchsichtig. Keine Person rückt in den Fokus als möglicher Täter, geschweige denn das Tatmotiv. Erst als Dorothea, Summersteens Schützling, sich ihr anvertraut, kommt die Ermittlung in Fahrt. Sowohl Edwards als auch Summersteen kommen einige Male nur knapp mit dem Leben davon. Es gibt also neben der kniffligen Mördersuche auch einiges an Action, was mit dazu beiträgt, dieses Buch mit 4 Lesesternen zu bewerten.

Veröffentlicht am 29.10.2019

süß und naiv

Burning Bridges
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"Burning Bridges", der Debüt-Roman der sympathischen jungen Autorin Tami Fischer, hat in der Presse viel Beachtung gefunden. Zwar bin ich der Zielgruppe Young Adult Reader schon entwachsen, trotzdem habe ...

"Burning Bridges", der Debüt-Roman der sympathischen jungen Autorin Tami Fischer, hat in der Presse viel Beachtung gefunden. Zwar bin ich der Zielgruppe Young Adult Reader schon entwachsen, trotzdem habe ich mich mit Interesse in die Handlung vertieft.

Die junge Literaturstudentin Ella wird ziemlich herzlos von ihrem Freund abserviert. Sie handelt einige Male unüberlegt und wird immer von einem geheimnisvollen Fremden aus der Bredouille gerettet. Dieser Ches ist muskulös, gut aussehend und leider sehr verschlossen. Doch von Anfang an knistert es gewaltig zwischen diesen beiden. Es stellt sich heraus, dass er auch allen Grund hat, nicht allzu viel über sich zu verraten, denn er lebt ein gefährliches Leben und hat ein dunkles Geheimnis. Ella und Ches müssen einiges einstecken, ehe es auf ein Happy End zulaufen kann.

Die Idee zu diesem Roman hat mir wirklich gefallen. Vor allem hat es Tami Fletcher gut verstanden, den gefährlichen Mix aus Zockerszene, Unterwelt, Nervenkitzel und Gefahrenpotenzial darzustellen. Für meinen Geschmack sind ihre weiblichen Protagonisten einfach zu naiv und oberflächlich. Man mag nicht glauben, dass diese Modepüppchen tatsächlich ernsthafte Themen an der Uni studieren. Die Männer kommen deutlich glaubhafter rüber und kriegen von mir die volle Sympathie.

Vielleicht wäre es besser gewesen, diesen Roman als Buch vorliegen zu haben, denn leider ist die Sprecherin eine totale Fehlbesetzung. Ihre piepsige Kleinmädchenstimme ordnet man eher einer Dreizehnjährigen zu, was mir ganz besonders bei den erotischen Szenen absolut unpassend vorkam. Sie scheint mir auch keine ausgebildete Sprecherin zu sein, denn sonst würde sie sicherlich die Worte nicht so häufig unpassend betonen. Sie liest oft monoton und artikuliert überdeutlich, was dazu führt, dass Worte wie Herzschmerz ausgesprochen sich so anhören: Heatz  Schmeatz. 

Für ein Romandebüt ist "Burning Bridges" ganz nett geraten, aber ich hoffe, dass Tami Fischer bei ihren zukünftigen Büchern doch etwas straffer erzählt. Das wäre besser für den Spannungsbogen. Allerdings überlasse ich die Folgebände, die sicherlich Potenzial haben, weil man wissen möchte, wie es der Mädelclique weiter ergeht, der jüngeren Leserschaft.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Kreuthner mal ganz sportlich

Schafkopf
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Einen "Andreas Föhr" von Michael Schwarzmaier vorgelesen zu bekommen, ist jedes Mal ein Ohrenschmaus. Man mag es nicht glauben, dass all die unterschiedlichen Charaktere von einem einzigen Sprecher kommen, ...

Einen "Andreas Föhr" von Michael Schwarzmaier vorgelesen zu bekommen, ist jedes Mal ein Ohrenschmaus. Man mag es nicht glauben, dass all die unterschiedlichen Charaktere von einem einzigen Sprecher kommen, der dazu auch noch so gekonnt alle Emotionen ausdrücken kann. Schwarzmaier versteht sein Handwerk.
Der  bayrische Ermittler Wallner und der schräge Polizist Kreuthner sind mir noch vom ersten Band "Der Prinzessinnenmörder" in guter Erinnerung.
Ausgerechnet Beuthner wird beim Joggen durch die Natur unmittelbar Zeuge, wie ein Kleinkrimineller erschossen wird. Andreas Föhr entwickelt hier in Rückblenden in die Vergangenheit und eigentlich einer größeren Anzahl beteiligter Personen als man sonst bei einem Regionalkrimi gewohnt ist, eine recht komplexe Handlung, der man jedoch gut folgen kann. Der Humor steht außerdem immer im Vordergrund. Das kommt im Hörbuch durch die trockene Leseweise von Schwarzmaier besonders gut heraus. Ich liebe es, wenn er den Part des Großvaters spricht, der mit seinen über achtzig Jahren immer noch schlitzohrig und sexy zugleich ist.
Ein herrlicher Krimi, ein fantastisches Hörbuch!

Veröffentlicht am 27.10.2019

Seltsames Hobby

Tiefes Grab
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Martin Reese hat sich schon früh aus dem Geschäftsleben zurückziehen können. Er schwimmt im Geld und hat im Prinzip nur ein einziges (geheimes!) Laster. Niemand soll wissen, dass er sich alte Mordfälle ...

Martin Reese hat sich schon früh aus dem Geschäftsleben zurückziehen können. Er schwimmt im Geld und hat im Prinzip nur ein einziges (geheimes!) Laster. Niemand soll wissen, dass er sich alte Mordfälle vorknöpft und dann dort, wo die Polizei schon aufgegeben hatte, doch noch die Leichen aufspürt und anonym meldet. Ich habe da schon die Vermutung, dass er auf diese Weise einen morbiden Trieb kompensiert. Leider kommt ihm ein Unbekannter auf die Schliche, der selbst hoch intelligent ist und nun seine Macht ausnutzt, um Reese nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.
Alles in allem ist "Tiefes Grab" ein ungewöhnlicher Thriller, mit einer gestörten Hauptperson, dessen Frau ebenfalls psychische Defizite aufweist. Die meisten Toten sind schon lange tot, von dieser Seite her ist kein Gemetzel mehr zu erwarten. Mir gefällt, dass es hier in erster Linie um die Intelligenz des und der Täter geht, auch wenn die Handlung dann sehr actionreich endet.
Eigentlich würde ich gerne ein weiteres Buch von Nathan Ripley lesen. Mal gespannt, ob da noch was kommt.